Artikel-Schlagworte: „Trennung“

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung - Wir Frauen sollen uns trauen

geschrieben von: doalittle - am 8. März 2010
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Verliebt, verlobt, verheiratet … geschieden (Teil 4)

Wir Frauen denken immer wieder urteilen zu müssen, was unsere Kinder tun sollten, wie uns unsere Eltern behandeln sollten, was der Partner von uns halten sollte, wie unsere Freunde sich entscheiden sollten usw.
Tatsächlich ist ein Urteil ein sehr waghalsiges Unterfangen, denn nur der Betroffene selber, weiß was gerade Sache ist und es bedarf einer gewissen emotionalen Intelligenz sich in andere hineinversetzen zu können. Warum ich mich damit gerade auseinandersetze? Meine Mutter war regelrecht überrascht, um nicht zu sagen entsetzt darüber, dass ich bei meiner Vorbereitung zur Scheidung, Mediatorentermine mit meinem (Noch-)Ehemann wahrnehme und für mich selbst Coachinggespräche genieße. Meine Tochter meinte dann: Was ist Coaching? Kurz gesagt: Beratung. Generationen vor uns war das zum Teil verpöhnt und ein Zeichen von Schwäche und man sprach abfällig davon: “Brauchst einen Seelenklempner” oder noch schlimmer hinter vorgehaltener Hand “Die/Der hat eine Macke” oder hat einfach mit dem Zeigefinger auf die Schwächlinge gedeutet, welche kurz vor einem Nervenzusammenbruch standen. Da war es schon eine Frage der Ehre, wenn man den Revolver an die Stirn setzte oder zum Duell aufforderte.

Ich stehe dazu, dass ich mir gern eine Beratung bei jenen hole, wo die Chemie stimmt und ich das Gefühl habe, dass sie sich professionell mit dem Thema befassen, indem ich gerade Unterstützung benötige. Schließlich gehen wir auch zu unserem Hausarzt, Orthopäden oder Zahnarzt und ziehen uns hoffentlich nicht mehr selber den Zahn im Keller aus oder mit einem Schwergewicht über dem Treppengeländer ;-)
Gerade wenn sich die Gedanken immer wieder im Kreis drehen, tut es gut, wenn unser Gesprächspartner diese auf den Punkt bringen. Oder einfach nur mal etwas fallen lassen, das uns sowieso schon beschäftigt hat aber im hinteren Eck des Kopfes vergraben war oder wir tief drin in unserem Bauch gefühlt haben. Selbsterkenntnis gibt mir einfach Sicherheit. Ich spüre, dass der Weg, der Richtige ist (auch wenn nur gerade jetzt eben) und die Kraft kommt aus unserer Mitte, um das Leben erfüllend weiterzuführen. Interessant ist, dass vor allem unsere Kinder diese Sicherheit brauchen. Kaum haben wir eine Entscheidung getroffen, verschwinden viele Auffälligkeiten und Gereiztheiten. Das Miteinander fühlt sich wieder harmonisch an und das Familienleben entwickelt sich bei mir auch als Alleinerzieherin gerade sehr friedlich. Manchmal brauchen wir einfach nur viel Mut, um den nächsten Schritt zu wagen. Aber ist der erste Schritt getan, können zügig weitere folgen. In meinem Fall ist die Entscheidung zur Scheidung meinerseits nicht sehr schnell gefallen, aber sie ist gewachsen und nun stehe ich vollkommen dazu. Damit sind auch die Schmerzen zu ertragen und die Kinder gelöst. Man könnte sogar meinen erlöst.
Ich will damit auch jedem Mut machen, von den neuen modernen Angeboten der Mediation und des Coachings Gebrauch zu machen, auch wenn das bei unseren Eltern noch nicht üblich war (und mein Rechtschreibprogramm nicht kennt). Schließlich sagten schon die Römer, dass ein Staat mit zu vielen Advokaten dem Untergang geweiht ist. Und auch heute hat man das Gefühl, wenn sich zwei Parteien streiten, sind vor allem die Anwälte und Richter die Nutznießer. Schlimm vor allem deswegen, weil die Emotionen vollkommen auf der Strecke bleiben und selbst wenn ein Urteil beidseits angenommen wurde, die Zufriedenheit nicht unbedingt da sein muss. Während eines Mediationsgespräches steht aber die beidseitige zufriedenstellende Lösung im Vordergrund. Teilweise kommen sogar Dinge zutage, womit der eine oder andere überhaupt nicht gerechnet hat. Dafür hat mir dann das Coaching sehr geholfen. Ich für meinen Teil werde sicherlich noch daran arbeiten müssen, mit den Gefühlen (und nicht mit der Entscheidung) fertig zu werden, im Stich gelassen worden zu sein. Normalerweise hat man dieses Gefühl nur, wenn der Partner verstorben ist. Bei mir ist es aber erschwerend, da ich ja den Kontakt zwischen Vater und Kinder trotzdem aufrecht erhalten will und vor allem unterstützen will. Das bedeutet viel Arbeit mit der eigenen Emotion und die richtige Gesprächswahl mit den Kindern.
Ich bin zuversichtlich das Richtige entschieden zu haben und fühle mich von einem Termin zum nächsten einfach besser.

Die Zeit einfach ungenützt verstreichen zu lassen trügt und irgendwann kommt jeder von uns in die Situation sich am eigenen Schopf packen zu müssen und aus dem Sumpf zu zerren, bevor wir jämmerlich darin untergehen. Sich selbst zu retten und das Leben in die Hand zu nehmen - Das tut GUT! Und ich hole mir zum ersten Mal ohne schlechtes Gewissen HILFE! Und auch wenn ich viele Ideale über Bord geworfen habe, da sie alleine manches Mal einfach nicht umzusetzen sind, so bleibe ich bestimmt meinen Prinzipien treu. Das verdanke ich einem kleinen Hinweis eines Seelenfreundes und dafür danke ich ihm vom Herzen.

Zum heutigen 99. Frauentag möchte ich an dieser Stelle ein großes DANKE aussprechen.  Ein DANKE an alle mutigen, starken, zuversichtlichen, idealistischen, kreativen, selbstlosen und mit vielen weiteren Eigenschaften ausgestatteten Frauen, die an das Gute auf unserer Welt glauben und viele Fertigkeiten den Kindern und Ihrer Umwelt für die Zukunft weitergeben.

Tränen fliessen lassen - Coaching, Mediation

geschrieben von: doalittle - am 3. Februar 2010
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Verliebt, verlobt, verheiratet … geschieden (Teil 3)

Es ist so, als ob sich vor ein paar Tagen bei mir eine Schleuse geöffnet hätte. Fast den ganzen Tag über rinnen mir unaufgefordert die Tränen die Wangen runter und manchesmal ist einfach nur das Auge feucht. Erst wenn ich zum Taschentuch oder Ärmel greifen muß und dann auf meinen Gefühlszustand achte, merke ich, dass ich wirklich Traurigkeit in meinem tiefsten Inneren verspüre. Warum jetzt auf einmal? Manchmal weiß ich es nicht.

Vielleicht waren es die Sitzungen mit dem Coach, dem Mediator und der speziellen Massage? Oder doch der Hinweis, dass ich noch viel unausgelebte Trauer in mir habe und ich doch einfach diese verarbeiten muß. Schließlich darf man ruhig im Leben Situationen als traurig empfinden, wenn sie so sind und braucht diese nicht “schön” reden. Und das Beste ist, dass ich mich dadurch auch richtig befreit fühle und tatsächlich entspannt über schöne Momente freuen kann. Aber es ist eine schwierige Zeit!

Getroffen hat mich vor allem der Hinweis des Mediators, dass ich mit dem Verlassen worden sein noch nicht fertig bin und dies erst verarbeiten muß. Na kein Wunder, habe ich mir dabei gedacht, denn schließlich habe ich erst bei diesem Termin erfahren müssen, dass mein untreuer Mann mehr Abstand brauchte und sich daher für einen Job im Ausland entschieden hat. Diese Aussage saß, wie ein Schlag in den Bauch und tat richtig weh. Vor allem weil ich mich seit vielen Jahren plötzlich betrogen und belogen fühlte. Dann kamen Fragen, wie: Warum hat er nicht die Wahrheit gesagt? Warum hat er das Problem mir gegenüber nicht erwähnt?
Warum, warum, warum…

Und dann mußte ich mir eingestehen, dass ich wahrscheinlich nie die Antworten darauf bekommen werde und einfach damit beginnen muß, die negativen Gedanken zu streichen. Und ich gebe zu, dass dies sehr schwierig ist! Glücklicherweise war der Termin beim Mediator an jenem Tag im Zeichen des Mondes zur Klärung. Genauso hat sich dieses Gespräch für mich auch angefühlt und nun muß ich den Schmerz verarbeiten, also warum auch nicht die Tränen zulassen. In jedem Fall muß der Termin für alle Beteiligte etwas Erleichterndes gehabt haben, denn danach konnte ich mich von meinem Mann noch zum Essen einladen lassen und habe tatsächlich das Essen geniessen können.

Zu guter Letzt, bin ich bei den Kindern nun immer wieder sehr vorsichtig, wenn sie sich traurig fühlen oder verletzt haben. Ich versuche ihnen mein Mitgefühl ausdrücken und vor allem -  sie ausweinen zu lassen! Jeder braucht unterschiedlich lange Zeit, um Traurigkeit oder Schmerzen zu verarbeiten und diese Zeit sollten wir uns und vor allem unseren Kindern dafür geben.
Übrigens bin ich trotz der Trauer ein glücklicher Mensch und geniesse derzeit wunderbare Ferien mit den Kindern und meine größte Tochter meinte sogar: “Mama, du wirkst viel fröhlicher als sonst.”

Harte Schale - Weicher Kern

geschrieben von: doalittle - am 20. November 2009
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Oft habe ich gehört: “Wie hältst du das alles aus?” “Wie schaffst Du das?”

Sind es einfach nur Worthülsen, ernstgemeinte Bewunderung oder werden tatsächlich ehrliche Antworten erwartet?

In der Vergangenheit habe ich oft die Erfahrung gemacht, es ist besser nach englischer Manier zu sagen: “Danke, wie geht es Dir?” Und wir haben die Frage bereits mit einer Gegenfrage beantwortet. Keiner erwartet tatsächlich in der Folge ein tiefgreifendes Gespräch. Warum auch? Zwischen Tür und Angel haben die meisten ohnehin keine Zeit und Geduld. In den letzten Tagen habe ich jedoch das Gefühl, dass die Fragen an mich tatsächlich sehr ernst gemeint sind. Allerdings hat irgendetwas in der letzten Zeit meine harte Schale etwas aufgeweicht - Maroni soll man übrigens ein wenig einweichen. Dann können diese besser eingeritzt und gebraten werden. Das erleichtert das Schälen und die Maronis bleiben zarter. - tja, und wenn die Schale mal etwas zu weich ist und tatsächlich bereits eine Ritze enthalten ist, fühle ich mich etwas schutzlos. Da reicht schon ein schiefer Blick oder vielleicht eine kleine Kritik und der Kern löst sich auf. Nichts kann mich mehr zurückhalten und daher hilft nur mehr der Weg in die Öffentlichkeit mit einer dicken Sonnenbrille. Selbst in den Gebäuden wird diese nicht abgenommen und glücklicherweise kann man sich auch hinter der eigenen Mähne ein wenig verstecken. Nun, sehr attraktiv dürfte ich in diesem Zustand nicht wirken. Aber glaubt mir - derzeit habe ich keinerlei Bedürfnis mit meiner Aussenwelt wirklich zu kommunizieren. Das Problem dabei ist, dass ich auf diese Art und Weise ernstgemeinten Fragen in keinem Fall eine Antwort geben kann, geschweige denn jemandem in die Augen sehen kann.

Eines stimmt mich jedoch positiv, dass dieser Zustand vorübergehend ist und es war klar, dass irgendwann der aufgestaute Stress abgebaut werden muss. Danach kann ein neues Kapitel in meinem Leben beginnen. Manchmal schäme ich mich dafür, dass ich es nicht geschafft habe, vor meinen Kindern die Tränen getrocknet zu haben. Aber vielleicht ist das auch gut so, denn alle sind sie wie kleine Lämmchen und verhalten sich sehr still und leise. Sie sind auf einmal hilfsbereit, friedlich und zeigen sich von der besten Seite. So ein Nachmittag kann sehr angenehm sein und verschafft ein wenig Ruhe. Eine liebe Freundin war so entsetzt über meinen Ausbruch, dass sie mich sofort daheim aufgesucht hat und uns alle mit Leckereien verwöhnt hat. Leid hat sie mir getan, weil sie einfach nicht wußte, wie sie mir helfen soll und feststellen mußte, dass es Situationen gibt, in welchen man jemandem einfach nicht mit Tipps und guten Sprüchen helfen kann. Und eigentlich war eine blose Umarmung meiner Tochter das Wärmste und hat mich am meisten getröstet.

Mit vielen Dinkelsäcken, Schockolade und gemeinsamem Lesen werden wir diesen trüben Tag, obwohl die Sonne so herrlich war, beenden. Und morgen essen wir jede Menge Nüsse und Maroni. Nachdem wir keinen Nussknacker haben, muss ein simpler Schnitzelpracker herhalten. Die Burschen haben in jedem Fall eine Menge Spass und können ungehindert Ihre Kraft und Ausdauer einsetzen. Man glaubt gar nicht, wie lange die Kinder mit einer derart simplen Beschäftigung konzentriert bei der Sache bleiben können. Und ich hoffe, dass nicht so bald ein neuer Hammerschlag meine derzeit hauchdünne Hülle durchbrechen wird.

Free HUG - Diamanten der Freundschaft

geschrieben von: doalittle - am 6. November 2009
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Neuerdings kann man sich auf dem Stephansplatz eine kostenfreie Umarmung gönnen. Manche finden das vielleicht amüsant. Für mich stellt es ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft dar und will darauf hinweisen, wie gefühlsarm wir leben und welche emotionale Kälte uns manchmal umgibt.

Gerade zu dieser Jahreszeit empfinden wir den Kälteeinbruch als sehr störend. Selber werde ich manchmal etwas wehmütig, wenn ich den Duft wahrnehme und regelrecht weiß, jetzt hat der Herbst begonnen. Es ist immer wieder aufs Neue ein Abschied nehmen – Abschied von der Blumenpracht, den frischen Knospen der Blüte, dem fröhlich wuchernden Unkraut. Natürlich hat der goldene Herbst, sowie die reichliche Ernte seinen Reiz und wenn uns wie dieses Jahr die Sonne einen Aufenthalt im bunten Blätterwald oder den Weinbergen gönnt, dann fühle ich mich etwas getröstet von der Farbenpracht und dem besonderen Glanz des Sonnenlichts. Sobald aber der starke Wind die letzten lieblichen Blätter gnadenlos von den bald kahlen Zweigen reisst, weiß ich, dass der Winter in schnellen Schritten kommt.

Heuer ist der Herbst ein Besonderer. Lange Zeit habe ich diese intensiven Wechsel der Jahreszeiten vermisst und diesmal haben sie sich in all ihren Vorzügen gezeigt. Die dicke Nebeldecke lädt zum Verweilen im warmen Zuhause ein und man hat das Bedürfnis sich jemandem anzuvertrauen, ihm die Geheimnisse der erlebten Monate oder eines Lebensabschnittes zu erzählen. Es ist ein Abschied nehmen von vielen Dingen, verarbeiten und die Aussicht auf einen Neubeginn im kommenden Frühjahr mit aller Frische, Zuversicht und Selbstvertrauen. Doch manches Mal tut hier einfach eine feste Umarmung gut. Sie gibt uns eine Menge Kraft und das Gefühl nicht allein zu sein. Und da liegt, denke ich das Hauptproblem. Im Herbst und Winter müssen wir unseren Schweinehund überwinden, um uns von unserer warmen Höhle zu entfernen. Tun wir dies nicht, verweilen wir oft alleine in dieser Höhle und wir müssen schon ein sehr gesundes Selbstbewusstsein haben, um in dieser Einsamkeit Kraft schöpfen zu können. Je nach den erlebten Situationen fällt uns das mal leicht und dann auch widerrum besonders schwer, wenn nicht sogar unmöglich.

Natürlich ist auch nicht jede Umarmung gleich – je nach Wahrnehmung bei der betroffenen Personen kann es bis zu einer Verschmelzung beider Auren kommen und das ist einfach wunderbar. Wer wissen will, wie sich das anfühlt, sollte vielleicht einfach mal anfangen öfters zu umarmen. Wovor haben wir Angst – vor der Ansteckung an der Schweinegrippe ;-) – nein, na dann, los geht’s – fangen wir einfach an. Ich werde in jedem Fall meine Kleinen jetzt ganz bewusst immer wieder umarmen. Und zwar bewusst und ohne zeitlichen Druck und GENIESSEN.

Verliebt, verlobt, verheiratet …. geschieden/Teil 2

geschrieben von: doalittle - am 16. Oktober 2009
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Eine Hochschaubahn der Gefühle - das habe ich schon mal geschrieben. So geht es mir zur Zeit. Endlich fand das klärende Gespräch bezüglich einer einvernehmlichen Trennung statt. Zuerst einmal telefonisch und am Wochenende werden die Details schriftlich festgehalten werden. Nachdem ich die Gelegenheit hatte meine anfänglichen emotionellen Anfälle unter Kontrolle zu bekommen und v.a. der Kinder wegen eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit meinem Partner gezeigt habe, fand das Gespräch ziemlich emotionslos statt. Trotzdem fühlte ich nach Beendigung des Gespräches einen starken Schmerz in der Magengegend, Eiszapfen als Finger und eine totale Kälte hat mich je eingeholt. Schrecklich, aber wie es scheint ein notwendiger Prozess.

Ich bin froh, dass wir auch ohne Mediatoren geschafft haben, eine Gesprächsbasis zu finden. Schlimm ist vor allem für mich die Entscheidung, wo ich in Zukunft wohnen werde. Aber hier werde ich mich wohl der Plus-/Minus-Listenmethode bedienen. Denn das Visualisieren der Dinge hat mir schon in vielen Krisensituationen geholfen.  Plötzlich nehmen gesagte und gedachte Dinge ganz andere Dimensionen an. In jedem Fall bringt jede Entscheidung eine Änderung mit sich. Es geht hier vor allem um Minimierung  potentiell möglicher Problemfelder und der Kompromissfreudigkeit aller Betroffenen, v.a. unter Berücksichtigung der Kinder. Denn sie sind keine kleinen “Erwachsenen” und gehen mit dieser Thematik einfach anders um als wir.

Glücklicherweise haben wir kein Problem mit der räumlichen Nähe, da mein (in Bälde) Ex-Mann kaum bei uns ist. Er kommt für ca. 30 h alle 6 - 8 Wochen zu Besuch. Für die Kinder eindeutig zu kurz, aber vielleicht fällt ihnen gerade deshalb die Trennung nicht so schwer. In Wahrheit wird sich für uns nicht viel ändern, da ich schon seit der Geburt unseres 2. Kindes eine Wochenendbeziehung geführt habe und die Alleinerziehung für mich Alltag war. Viele werden sich jetzt vielleicht fragen: “Na warum ist sie ihm nicht gefolgt - ist ja eh mit den Kindern daheim”

Nun, ganz so abwegig ist diese Frage nicht und ich habe meinen Mann nach Brüssel mit einem Kind und nach England mit drei Kindern begleitet. Allerdings kam dann die Schulpflicht und ein weiteres Kind. Das Netzwerk in meinem Heimatort hat eine enorme Bedeutung für mich gewonnen. Und aufgrund der starken Reisetätigkeit meines Ex-Mannes wäre ich auch in der Fremde die meiste Zeit allein geblieben, so bevorzugte ich die Heimat. Vieles habe ich aus fernen Ländern an interkulturellem Know-How mitgenommen und diese Erfahrungen werden mir hoffentlich in meiner zukünftigen kreativen Tätigkeit zu Gute kommen. Derzeit ermutige ich noch viele Studierende dazu, eine Reise ins Ausland zu unternehmen. Es gibt so vieles trotz der voranschreitenden Globalisierung zu erkunden und ich erfreue mich immer wieder von anderen Ländern und dortigen Menschen Neues zu erfahren und lernen. Ich muss nur mit offenen Augen und im Beisein aller Sinne auf Entdeckungsreise gehen.

Und schließlich kennen wir alle die gemütlichen Treffen mit unseren Freunden zum Gedankenaustausch - “Na wie war dein Urlaub?” Apropos Urlaub: bei diesem Kälteeinbruch fühle ich mich doch fast urlaubsreif und wünschte mir ein Kuschelwochenende mit einem Besuch im Dampfbad. Du auch?

verliebt, verlobt, verheiratet …. geschieden

geschrieben von: doalittle - am 25. September 2009
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Die ganze Zeit überlege ich, wie ich wohl mit diesem Thema anfangen soll. Denn schließlich schreibe ich diese blogs, damit ich auch anderen Müttern meine Erfahrungen mitteile und vielleicht auch mal Feedback dazu erhalte.
Viele haben sich vielleicht schon gefragt, was soll die ganze Gefühlsduselei. Es hat aber lange gebraucht, bis ich all das, was ich in den vergangenen 18 Monatenerfahren habe, verarbeiten konnte.

Es war wie ein Puzzle, deren Seiten erst mal sortiert werden mußten. Dann sucht man sich ein Teil, womit man am liebsten anfangen möchte. Wie vielleicht treue LeserInnen bereits mitbekommen haben, erlebe ich die letzten zwei Jahre mit meinen Kindern als Alleinerzieherin mit allen positiven und negativen Seiten dazu.
Davor habe ich ca. 18 Jahre eine Beziehung mit meinem Mann geführt. Auch hier haben wir die eine und andere Krise erlebt. Jedes Mal, wenn wir eine Krise gemeistert haben, fühlte zumindest ich mich wieder ein wenig reifer und die Beziehung inniger. Viele betrachteten uns als beispielhafte Musterfamilie und hätten sich diese Entwicklung nie im Leben erträumt.

Mit einem Mal fühlte ich aber in meiner Bauchgegend, dass diese innige Beziehung vorbei war. Es war nicht eine Entwicklung, nein ganz plötzlich hatte ich dieses Gefühl. Vielleicht habe ich dieses Gefühl auch einfach zu spät wahrgenommen. Klar habe ich mitbekommen, dass die Geburt unseres Jüngsten mit allen Turbulenzen um
Übersiedlung, Weihnachten, beginnende Wirtschaftskrise, … die Beziehung nicht kalt ließ. Die Geburt habe ich nur knapp überlebt. Warum? Ich war einfach erschöpft - purer Sauerstoff hat mir die nötige Kraft gegeben und die Hebammen haben ihr Handwerk verstanden.

Der plötzliche Wintereinbruch und die neue Umgebung haben mich mit meinen Kleinen im trauten Heim einsam
werden lassen. Glücklicherweise hatte ich einen liebevollen Freundeskreis und selbstlose Helfer im näheren Umkreis. So hat eine liebe Familie mein Volksschulmädchen jeden Morgen mit zur Schule genommen. Und eine liebe Freundin hat mir schnellsten ein AuPair Mädchen vermittelt. Das war meine Rettung. Ein paar liebe Frauen haben mich regelmäßig jeden Mittwoch mit einem üppigen Frühstück besucht. Das hat mir die nötige Abwechslung und den Kontakt zu Erwachsenen gebracht.

Vor zwei Jahren dachte ich mir dann: “So, jetzt sind die Kleinen aus dem Gröbsten” und erfreute mich an den vielen schönen Seiten des Lebens. Besonders gefreut hat mich die Einladung meines Mannes nach Dublin. Ein Wochenende nur mit ihm allein. Und so reiselustig, wie ich schon immer war, freute ich  mich ganz besonders auf Irland, wo ich zum ersten Mal hinreisen wollte. Doch das Wochenende erlebte ich wohl anders als mein Mann. Für mich war es irgendwie ernüchternd und ich konnte noch nicht sagen warum. Selbst die Adventstimmung konnte mich an diesem Wochenende nicht aufheitern.

Zu dieser Zeit war mein Mann bereits ein halbes Jahr in Übersee. Davor hatten wir zwar auch schon eine Wochenendbeziehung gelebt und waren immer mit unserer Situation zufrieden. In Übersee war es jedoch anders. Wir sahen uns immer seltener und nach der Weihnachtszeit endeten plötzlich die regelmäßigen Gespräche und Chats über Skype. Erschreckend war die plötzliche Abreise vom gemeinsamen Schiurlaub. Aber schließlich hatte seine Boss einen Zusammenbruch und eine unaufschiebbare Konferenz verlangte seinen Einsatz. Also verbracht ich die letzten Urlaubstage alleine mit den Kindern und war froh unbeschadet heimgekommen zu sein. Doch zu dieser Zeit häuften sich unerklärliche Dinge, bis ich plötzlich ohne finanzieller Hilfe und ohne einer Krankenversicherung für die Kinder plötzlich dastand. Von einem auf den anderen Tag, packte ich mich selber am Schopf und zog mich aus dem Sumpf …
Ein Telefonat mit diversen juristischen Ratschlägen und einer Terminvereinbarung beim AMS - und schon hatte ich in der nächsten Woche ein Bewerbungsgespräch und 3 Tage später 2 Jobs an der Hand. Ich war plötzlich so voller Energie und Tatendrang, dass es jeden potentiellen Arbeitgeber einfach überzeugen mußte. So hatte ich binnen 2 Wochen mein erstes Gehalt am schnell eröffneten Konto, eine Krankenversicherung für uns alle und nicht zu vergessen, hatte ich endlich wieder Anspruch auf Familienbeihilfe (auf die ich zwar nie verzichtet habe - aber das ist eine andere Geschichte). Ein weiteres Jahr, noch ein paar Erlebnisse mehr und einen Urlaub hat es dann gebraucht, bis ich mich endlich zur Trennung entschieden habe. Am meisten erschüttert hat mich die Tatsache, dass mein Mann meinte, ein Mann müsse dahinter stehen - aber ja, nämlich ER !!!

Leicht habe ich es mir mit der Entscheidung sicher nicht gemacht - aber so bin ich auch offiziell allein. Jetzt muß nur noch das Behördliche erledigt werden. Ich hoffe, so rasch wie möglich, auf eine endgültige Regelung. Dies ist sehr wichtig für uns alle, vor allem für die Kinder. Bis zum Schluss dachte ich, Eltern haben die Pflicht gemeinsam die Verantwortung für die Kinder wahrzunehmen und war immer dazu bereit alles mir mögliche dafür zu unternehmen, meinen Partner zu verstehen und zu unterstützen. Dass er meine große Liebe ist, versteht sich von selbst. Deshalb ist dieser Schritt besonders schwierig, aber besonders wichtig, da ich sonst an den vielen Verletzungen und Kränkungen zugrunde gehen würde und schließlich fühle ich mich für die Kinder verantwortlich. Viele versuchen mich damit zu trösten, dass ich nicht allein mit dieser Situation dastehe. Aber ich sehe keinen Trost darin, denn für mich bedeutet es, dass ich hier gescheitert bin. Traurig ist vor allem, dass mein Partner, seitdem ich ihm von meinem Wunsch einer Trennung berichtet habe, überhaupt kein Wort mehr mit mir wechselt. Ich finde keine Kommunikation schlichtweg furchtbar und vor allem unfair. In jeder Geschäftsbeziehung werden Gespräche geführt, warum dann nicht in einer Partnerschaft. Wenn man 20 Jahre miteinander verbracht hat und mehrere Kinder gezeugt hat, sollte man miteinander sprechen können und seine Gefühle im Griff haben, oder?

Es war einmal …

geschrieben von: doalittle - am 14. August 2009
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vor langer Zeit ein 9-jähriges scheues Mädchen. Nachdem es in der Fremde mit einer anderen Muttersprache aufwuchs, lernte es zuerst die Umgebung zu beobachten. Es war nicht introvertiert – nein – nur zurückhaltend und nachdenklich. Es fiel dem Mädchen nach einiger Zeit nicht mehr schwer die richtigen Worte zu finden und bald fand es ein paar Freunde in der Umgebung. Der Natur und den Tieren war sie von klein auf sehr zugetan, denn da brauchte man kaum Worte. Viele Spiele ließen sich schnell erfinden und sie bewunderte die größeren Kinder.

Eines Tages musste sie feststellen, dass ihr Vater die Familie verließ und dies leider nicht ganz gewaltfrei vollzog. Nicht dass sie ihn vermisste, er war ohnehin kaum daheim und daher war es ihr egal ob er noch persönliche Sachen in der gemeinsamen Wohnung hatte oder nicht. Sorgen machte sie sich vor allem um ihre Mutter. Sie saß viele Nachmittage in der Küche und hörte sich ihre Geschichten an und so geschah es, dass dieses 9-jährige Mädchen bereits in ihrer Entwicklung viel weiter war als so mancher Teenager. In den Sommerferien wurde das Mädchen gefragt, ob es mit dem Vater mit auf Urlaub fahren möchte und nachdem die Reise an den Atlantik führte und das Mädchen das Wasser über alles liebte, konnte es nur jubelnd zustimmen. Schließlich würde sie die Melonenernte , das Versteckspielen im hohen Gras, das Meeresrauschen erleben dürfen. Schnell war der Koffer gepackt, denn vieles besaß das Mädchen nicht und die Mutter trennte sich nur schweren Herzens, was das Mädchen gar nicht verstand. Die Reise dauerte 3 Tage und war sehr beschwerlich. Am Ziel angekommen wurde sie mit einem wunderbaren Regenbogen begrüßt und das Mädchen genoss das Leben auf einem französischen Bauernhof mitten im Hochsommer. Die Hitze machte ihr nichts aus, denn da konnte sie sich und die Umgebung richtig gut wahrnehmen. Die Nadeln der Föhren am Boden waren spitz und die Füße wurden massiert vom heißen Sand. Bald hatte sie sich an das barfuß gehen gewöhnt und die Spaziergänge zur Küste waren immer die Schönsten. Doch dann schickte der Großvater, sie und ihren Vater samt Anhang fort – er war dem Vater auf die Schliche gekommen, dass er mit einer hochschwangeren Freundin unterwegs war und die Mutter des Mädchens nicht davon Bescheid wusste. Er verlangte, das Mädchen sofort nachhause zu bringen. Doch daraus wurde nichts. Sie übernachteten einige Tage auf einem Parkplatz in der Nähe der Dünen am Atlantik. Da das Mädchen noch sehr klein war, musste es im Kofferraum übernachten. In der ersten Nacht kauerte sie sich hinein, konnte jedoch keinen Schlaf finden und schlich aus dem Kofferraum in die dunkle Nacht. Sie kannte den Weg zum Wasser. Zuerst spürte sie den nicht mehr so heißen Sand unter den Sohlen und die vertrockneten allzu spitzen Nadeln. Dann war es nur mehr weicher angenehmer Sand. Bald war sie zwischen den Dünen am Wasser angekommen. Die Wellen umspielten ihre Füße und beim Rückzug des Wassers lies der Sand unter den Sohlen nach und es konnte kaum das Gleichgewicht halten. Bald hatte es aber das Gleichgewichtsspiel mit den Wellen heraus und erfreute sich daran, die Küste entlang zu schlendern. Hoch oben war der wunderbare Sternenhimmel. Auf der einen Seite das Rauschen des Wassers und auf der anderen Seite die meterhohen Dünen. An ein Erklimmen dieser war nicht zu denken, da einem der Sand ein Fortkommen bzw. Hochsteigen unmöglich machte. Das wusste das Mädchen, dennoch ließ es sich von der trügerischen Schönheit nicht beirren und spazierte weiter. Plötzlich kam die Flut. Es war ein immer lauter werdendes Rauschen. Das kannte das Mädchen gut – doch es war dunkel und es war noch nie so weit gelaufen. Die Flut kam verdammt schnell. Sie lief so schnell sie konnte zurück. Ein paar Male fiel sie hin. Der verbleibende Streifen zwischen den heranrollenden und schäumenden Wellen und den Dünen wurde schnell immer schmäler und der Weg war noch weit. Immer schneller und schneller lief das Mädchen. Eine schnelle Läuferin ist sie schon immer gewesen. Jetzt war es wichtig und das wusste sie in diesem Moment. Zuletzt lief sie schon im Wasser und die Wellen umfassten bereits ihre Füße und ein Sog wollte sie ins Meer zurücknehmen. Sie kämpfte gegen diesen Sog an – sie liebte das Wasser – ja – aber sie liebte auch ihr Leben! Da erblickte sie im letzten Moment den rettenden Weg durch die Dünen und sprang mit allerletzter Kraft ein paar Mal höher bis sie die Wellen hinter sich ließ. Nun sank sie zu Boden und konnte dem Tosen in sicherem Abstand beiwohnen. Da entdeckte Sie den großen Mond am Horizont und wunderte sich über ihren Leichtsinn.

Das Herzklopfen wurde wieder ruhiger und als sie so dasaß – Ihre Beine eng umschlungen hatte, stellte sie fest, dass sie ihr Freundschaftsbändchen um den Knöchel im Kampf gegen die Wellen verloren hatte. Sie hatte dem gewaltigen Atlantik ihr Leben gegen das Bändchen eingetauscht und war froh darüber. Nun wusste sie, dass sie noch viele Kämpfe in ihrem Leben bewältigen wird können. Sie nahm die Herausforderung mit großer Freude und einem Lächeln an.