Artikel-Schlagworte: „Schifahren“

Was in einen Sonntag so alles reinpasst…!

geschrieben von: Edith Schillinger - am 9. März 2010
Edith Schillinger

Samstags hat sie ihren freien Tag, denn da ist großer Anreisetag. Keine Spur von Yvonne, der Kinderanimateurin im Familienresort Gut Wenghof im salzburgerischen Werfenweng. Planlos laufen einige Kinder durch die Lobby, auf der Suche nach ihr - vergeblich. Aber am Sonntagvormittag, da treffen wir sie im Kinderclub: „Hallo, ich bin Yvi. Yvi wie Kiwi.” Ja, so merkt man sich den Namen leicht - und damit entlockt sie Gregor schon mal den ersten Schmunzler. Und viele weitere folgen, denn Yvi hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen und versteht es, die Kinder mit ihrer guten Laune anzustecken.

Astrid und ihr Papa ziehen bestimmt schon die ersten Spuren im Schnee, während Gregor und ich uns noch ein wenig im Hotel umsehen, bevor wir uns ebenfalls die Schi anschnallen. Wir starten also bei Yvi im Kinderclub mit einer Runde Riesen-Mensch-ärgere-dich-nicht, Mini-Tischfussball und „Lotti Karotti”. Dann testen wir sämtliche Hotelsofas, an denen wir vorbeikommen und küren die große Couch im Wintergarten mit der hohen geflochtenen Lehne und ihren superweichen Polstern zur absolut bequemsten. Eigentlich mag ich gar nicht mehr aufstehen, wenn da nicht der Duft des Mittagsessens durchs Hotel ziehen würde. Die Spargelcremesuppe schmeckt wunderbar, da hol ich mir einen kleinen Nachschlag - das reicht aber auch schon wieder nach dem üppigen Buffet-Frühstück grad mal drei Stunden zuvor.

Jetzt aber raus mit uns, und mittenrein ins überschaubare Familien-Schigebiet Werfenweng. Die Fahrt im Schibus, der nur einige Schritte vor dem Hotel hält, dauert gerade mal geschätzte zwei Minuten und schon sitzen wir in der Gondel hinauf auf die Bischlinghöhe auf 1834 m Seehöhe. Und siehe da: ein paar Meter oberhalb der Bergstation lockt ein richtiges Gipfelkreuz - das erste, das ich gemeinsam mit meinem Sohn erklimme! Und hier oben offenbart sich uns bei Sonnenschein ein Traum von einem 360°-Panorama-Bergblick, mit dem Hohen Dachstein samt abgebröckelter Bischofsmütze als wunderschönem Eyecatcher. In der Zwischenzeit haben die beiden anderen die Schipisten für uns abgecheckt und eine kleine Sprungschanze auf dem Ladenberg entdeckt, bei der wir immer wieder vorbeischauen.

Viel Zeit zum Schifahren bleibt allerdings nicht, denn um 16 Uhr wollen wir zurück im Hotel sein - da treffen wir wieder auf Yvi, die im Hotel auch das Kreativ-Programm betreut. Astrid und ich versuchen uns im Nadelfilzen und mittels unzähliger Stiche entsteht unter unseren Händen rasch ein hübsches, weiches Schneckenhaus. Gerade, als unser Werkstück vollendet ist, holen meine zwei Jungs Astrid zum Schwimmen ab und Gregor wünscht sich auch etwas aus Filz. Also filze ich ihm noch alleine ein süßes Herzerl, bevor ich zu einem Spaziergang rund um das Hotel aufbreche.

Gut Wenghof family resortDabei überrasche ich die Kids und ihren Daddy im beheizten Außenpool. Im Innenbecken war es ihnen zu heiß. Heraußen - und das kann man wörtlich nehmen - haben sie Platz zum Toben, denn meine drei Hartgesottenen schrecken nicht davor zurück, das warme Wasser zu verlassen, um sich kurz im Schnee zu wälzen. Das härtet hoffentlich ab!

Gesäumt wird der runde Außenpool von mehreren Hotelzubauten, die das einstige Stammhaus zum heutigen Gut Wenghof anwachsen ließen. Die verschiedenen Trakte machen zwar das Zurechtfinden im Inneren nicht immer leicht (vor allem der Gepäckmarsch vom Auto zum Zimmer wurde zum Spießrutenlauf), aber von außen ist von den baulichen Entwicklungen kaum etwas zu bemerken, recht harmonisch und in sich geschlossen wirkt das Hotel insgesamt. Vor dem Hoteleingang liegt der Dorfplatz - im Sommer bestimmt ein angenehmer Treffpunkt, denn hier kann man sich dann diverse Elektrofahrzeuge leihen und auf diese Weise umweltbewusst das Umland erkunden. Der Ort Werfenweng gilt generell als einer der Vorreiter in Sachen ÖKO-Tourismus. Schon seit rund 10 Jahren wird hier unter dem Schlagwort SAMO (Sanfte Mobilität) den Gästen ans Herz gelegt, Urlaub vom eigenen Auto zu machen.

Beim Abendessen ist hingegen von Entschleunigung nichts zu bemerken, denn da wird’s plötzlich stressig. Wir haben es natürlich nicht pünktlich um 18 Uhr ins Restaurant geschafft, aber um 18.30 Uhr wäre doch schon Kinderkino! „Ice Age” wollen sich die Kids natürlich nicht entgehen lassen. Und hoppla, kaum sind die beiden vor der Leinwand im Kinderclub geparkt, bleibt auf einmal Zeit für ein Gläschen Wein in trauter Zweisamkeit - wie ungewohnt!

Doch nach einer Dreiviertelstunde sind die Süßen wieder da. „Den Film schauen wir später weiter, jetzt ist Kinderdisco!”, verkünden sie und zerren uns in die Hotelhalle zur Bühne. Eine halbe Stunde lang wird nun das Haus gerockt, denn unter Yvis lautstarker und animierender Anleitung wird getanzt und gesprungen, geshakt und gesungen, in einem fort. Und ich muss sagen - das ist so ziemlich die beste Kinderdisco, die ich bisher erlebt habe. Spitze dran ist nämlich auch, dass das Spektakel nach dem letzten „Disco-Feger” nicht abrupt abreißt, sondern mit einem Kuschellied endet, bei dem sich in Mamas oder Papas Armen die gerade noch tanzwütigen Hühner in verschmuste Küken zurück verwandeln. So lässt sich das Zu-Bett-Bringen wesentlich leichter bewerkstelligen, als mit einem aufgedrehtem Turbokind.

Nur noch rasch das Ende von „Ice Age” nachgeholt, dann wartet schließlich wirklich das Bett - ich korrigiere: das Stockbett auf die Kids. Sie haben ihre wahre Freude dran. Gestern war Astrid dran, heute darf sogar Gregor oben schlafen, denn es ist tatsächlich genügend gesichert, dass ich auch mein strampelfreudiges Söhnchen gut aufgehoben weiß. Und schöne Träume scheinen nach diesem aufregenden Tag ohnehin garantiert.

Klopapier statt Klamotten

geschrieben von: Edith Schillinger - am 6. Februar 2010
Edith Schillinger

1. ein schneesicheres, variantenreiches Schigebiet
2. eine gute Schischule
3. ein leistbares Appartement in Liftnähe

… das waren die drei Haupt-Suchkriterien, nach denen wir den heurigen Schiurlaub ausgelotet haben. Das Ergebnis unserer Suche: 1. Obertauern / 2. Schischule Grillitsch & Partner / 3. Appartementhaus Schmeisser.
Inzwischen neigt sich die Urlaubswoche ihrem Ende zu und es wird Zeit, Bilanz zu ziehen: 

ad 1.
Über Schneemangel können wir uns im Schneeloch Obertauern nicht beklagen, kam er doch mehrmals in dieser Woche sogar waagrecht daher, als ihn uns der Wind ins Gesicht blies. Aber ich will mich nicht beschweren, dem Wind gelang es schließlich manchmal auch, die Wolken zu vertreiben und der Sonne einen grandiosen Auftritt zu ermöglichen.
Abwechslungsreich wie das Wetter ist auch das Schigebiet selbst, denn in Bezug auf Pistenauswahl lässt Obertauern keinen Wunsch offen: vom Anfängerhügelchen bis zu zahlreichen anspruchsvollen Tiefschneehängen und Buckelpisten findet man durchgehend alle Schwierigkeitsgrade. 

ad 2.
Sonntag beim Vorfahren für die Gruppeneinteilung der Schischule: Astrid stürzt beim Seilzuglift, legt sich bei den vier flachen Bogerln auch nicht wahnsinnig ins Zeug und dennoch entgeht dem Schilehrer nicht, dass sie derart sicher auf den Schiern steht, dass sie sogar zu den „Champions” darf. Das nenne ich ein geschultes Auge!!! Und die Gruppe hat tatsächlich gepasst - gemeinsam mit lauter 9-12jährigen hat meine 7jährige bravourös zwischen Buckeln und im hüfthohen Tiefschnee mitgehalten und es noch dazu ziemlich cool gefunden.
Auch Gregor hat es mit seinem gutgelaunten Schilehrer super erwischt und sich in dieser Woche vom Schneepflug-Fahren verabschiedet. 

Einer Premiere fieberte die Schischule am Dienstag entgegen, denn da fand erstmals ein abendliches Kinderfest statt, bei dem die einzelnen Gruppen als Hauptakteure agierten. Der enorme Organisationsaufwand machte sich bezahlt, denn die Eltern wurden mit großartigen schifahrerischen bzw. komödiantischen Einlagen ihrer Sprösslinge und die Kids selbst mit einem Feuerwerk über ihren staunenden Köpfen belohnt. Auch der Anblick der unzähligen bunten Ballons, die die Schischulkinder gleichzeitig steigen ließen, ging ans Herz. Zum Glück konnte sich schließlich auch Gregor von seinem Ballon trennen und entließ ihn in den nächtlichen Himmel. 

ad 3.
Wir sind zwar keine Appartement-Neulinge, aber in solche Verlegenheit kamen wir noch nie: In der Haus-Beschreibung wurde zwar auf die Möglichkeit hingewiesen, auf geborgtes Bettzeug aufzuzahlen, aber dass auch keine Handtücher im Zimmer vorhanden waren, stellte sich erst bei Ankunft heraus - da waren wir wohl ein bisschen zu blauäugig unterwegs. Und als nach ein paar Tagen der ohnehin bescheidene Vorrat an WC-Papier zur Neige ging und ich den Vermieter um Nachschub bat, meinte er, das sei ebenfalls selbst beizusteuern. Beim nächsten Mal sind wir also schlauer und packen mehr Klopapier statt Klamotten in die Koffer, denn Gewand habe ich ohnehin schon wieder viel zu viel mitgenommen. Dennoch hat uns die Top-Lage direkt an der Piste und das tolle Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt und seit heute Abend ist fix:
Wir sind nächstes Jahr wieder hier -  im gleichen Appartement, in der gleichen Schischule, im gleichen Schigebiet.