Artikel-Schlagworte: „Scheidung“

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung - Wir Frauen sollen uns trauen

geschrieben von: doalittle - am 8. März 2010
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Verliebt, verlobt, verheiratet … geschieden (Teil 4)

Wir Frauen denken immer wieder urteilen zu müssen, was unsere Kinder tun sollten, wie uns unsere Eltern behandeln sollten, was der Partner von uns halten sollte, wie unsere Freunde sich entscheiden sollten usw.
Tatsächlich ist ein Urteil ein sehr waghalsiges Unterfangen, denn nur der Betroffene selber, weiß was gerade Sache ist und es bedarf einer gewissen emotionalen Intelligenz sich in andere hineinversetzen zu können. Warum ich mich damit gerade auseinandersetze? Meine Mutter war regelrecht überrascht, um nicht zu sagen entsetzt darüber, dass ich bei meiner Vorbereitung zur Scheidung, Mediatorentermine mit meinem (Noch-)Ehemann wahrnehme und für mich selbst Coachinggespräche genieße. Meine Tochter meinte dann: Was ist Coaching? Kurz gesagt: Beratung. Generationen vor uns war das zum Teil verpöhnt und ein Zeichen von Schwäche und man sprach abfällig davon: “Brauchst einen Seelenklempner” oder noch schlimmer hinter vorgehaltener Hand “Die/Der hat eine Macke” oder hat einfach mit dem Zeigefinger auf die Schwächlinge gedeutet, welche kurz vor einem Nervenzusammenbruch standen. Da war es schon eine Frage der Ehre, wenn man den Revolver an die Stirn setzte oder zum Duell aufforderte.

Ich stehe dazu, dass ich mir gern eine Beratung bei jenen hole, wo die Chemie stimmt und ich das Gefühl habe, dass sie sich professionell mit dem Thema befassen, indem ich gerade Unterstützung benötige. Schließlich gehen wir auch zu unserem Hausarzt, Orthopäden oder Zahnarzt und ziehen uns hoffentlich nicht mehr selber den Zahn im Keller aus oder mit einem Schwergewicht über dem Treppengeländer ;-)
Gerade wenn sich die Gedanken immer wieder im Kreis drehen, tut es gut, wenn unser Gesprächspartner diese auf den Punkt bringen. Oder einfach nur mal etwas fallen lassen, das uns sowieso schon beschäftigt hat aber im hinteren Eck des Kopfes vergraben war oder wir tief drin in unserem Bauch gefühlt haben. Selbsterkenntnis gibt mir einfach Sicherheit. Ich spüre, dass der Weg, der Richtige ist (auch wenn nur gerade jetzt eben) und die Kraft kommt aus unserer Mitte, um das Leben erfüllend weiterzuführen. Interessant ist, dass vor allem unsere Kinder diese Sicherheit brauchen. Kaum haben wir eine Entscheidung getroffen, verschwinden viele Auffälligkeiten und Gereiztheiten. Das Miteinander fühlt sich wieder harmonisch an und das Familienleben entwickelt sich bei mir auch als Alleinerzieherin gerade sehr friedlich. Manchmal brauchen wir einfach nur viel Mut, um den nächsten Schritt zu wagen. Aber ist der erste Schritt getan, können zügig weitere folgen. In meinem Fall ist die Entscheidung zur Scheidung meinerseits nicht sehr schnell gefallen, aber sie ist gewachsen und nun stehe ich vollkommen dazu. Damit sind auch die Schmerzen zu ertragen und die Kinder gelöst. Man könnte sogar meinen erlöst.
Ich will damit auch jedem Mut machen, von den neuen modernen Angeboten der Mediation und des Coachings Gebrauch zu machen, auch wenn das bei unseren Eltern noch nicht üblich war (und mein Rechtschreibprogramm nicht kennt). Schließlich sagten schon die Römer, dass ein Staat mit zu vielen Advokaten dem Untergang geweiht ist. Und auch heute hat man das Gefühl, wenn sich zwei Parteien streiten, sind vor allem die Anwälte und Richter die Nutznießer. Schlimm vor allem deswegen, weil die Emotionen vollkommen auf der Strecke bleiben und selbst wenn ein Urteil beidseits angenommen wurde, die Zufriedenheit nicht unbedingt da sein muss. Während eines Mediationsgespräches steht aber die beidseitige zufriedenstellende Lösung im Vordergrund. Teilweise kommen sogar Dinge zutage, womit der eine oder andere überhaupt nicht gerechnet hat. Dafür hat mir dann das Coaching sehr geholfen. Ich für meinen Teil werde sicherlich noch daran arbeiten müssen, mit den Gefühlen (und nicht mit der Entscheidung) fertig zu werden, im Stich gelassen worden zu sein. Normalerweise hat man dieses Gefühl nur, wenn der Partner verstorben ist. Bei mir ist es aber erschwerend, da ich ja den Kontakt zwischen Vater und Kinder trotzdem aufrecht erhalten will und vor allem unterstützen will. Das bedeutet viel Arbeit mit der eigenen Emotion und die richtige Gesprächswahl mit den Kindern.
Ich bin zuversichtlich das Richtige entschieden zu haben und fühle mich von einem Termin zum nächsten einfach besser.

Die Zeit einfach ungenützt verstreichen zu lassen trügt und irgendwann kommt jeder von uns in die Situation sich am eigenen Schopf packen zu müssen und aus dem Sumpf zu zerren, bevor wir jämmerlich darin untergehen. Sich selbst zu retten und das Leben in die Hand zu nehmen - Das tut GUT! Und ich hole mir zum ersten Mal ohne schlechtes Gewissen HILFE! Und auch wenn ich viele Ideale über Bord geworfen habe, da sie alleine manches Mal einfach nicht umzusetzen sind, so bleibe ich bestimmt meinen Prinzipien treu. Das verdanke ich einem kleinen Hinweis eines Seelenfreundes und dafür danke ich ihm vom Herzen.

Zum heutigen 99. Frauentag möchte ich an dieser Stelle ein großes DANKE aussprechen.  Ein DANKE an alle mutigen, starken, zuversichtlichen, idealistischen, kreativen, selbstlosen und mit vielen weiteren Eigenschaften ausgestatteten Frauen, die an das Gute auf unserer Welt glauben und viele Fertigkeiten den Kindern und Ihrer Umwelt für die Zukunft weitergeben.

Valentinstag - Die geheimen Sehnsüchte einer Single-Mum

geschrieben von: doalittle - am 15. Februar 2010
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valentineWohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen (Konfuzius). Und Herzen hat es in den vergangen Tagen sehr viele gegeben. Liebe Blicke, nette Worte, süße Versuchungen und herrliche Blumen - so haben sich viele zu verstehen gegeben, wie lieb sie jemanden haben.

Und trotzdem war ich heute nach einem wirklich netten Faschings-Frühschoppen und einer Familienmesse, zu welcher die Erstkommunionskinder unserer Gemeinde vorgestellt wurden etwas melancholisch. Das müssen die Kinder gemerkt haben und waren daraufhin sehr einfallsreich.
Ein bunter Vogel - er hatte nämlich bei diesen eisigen Temperaturen ein gelbes T-Shirt und eine orangefarbene Hose an, war natürlich groß, stark und hatte braunes Haar - hat für die Mami ein Päckchen hinterlegt. Der Tisch wurde mit einer blütenweißen Tischdecke bedeckt, ein paar Kerzen daraufgestellt und mittendrin das Päckchen mit rotem Bändchen platziert. Nach einem kleinen Erholungsnickerchen war ich wirklich gerührt über diese gelungene Überraschung und bald hat sich der bunte Vogel als das größte meiner Kinder entpuppt. Wir haben viel gelacht und gescherzt und die Melancholie war dahin. Trotzdem ist dieses Thema aber nicht aus meinem Kopf gewichen und beschäftigt mich von Zeit zu Zeit immer mehr. Nicht nur, dass ich immer mit dem Vater der Kinder gemeinsam vor hatte, die Kinder zu erziehen und vor allem groß zu ziehen, fühle ich mich selber derzeit sehr einsam. In den Jahren zuvor ist mir das überhaupt nicht aufgefallen, so sehr war ich in den alltäglichen Dingen gefangen. Jetzt sind die Kinder größer, wesentlich selbständiger und verantwortungsbewusster und ich habe wieder Zeitlücken, in denen ich wieder zu mir selber finden kann.

Und dann spüre ich tief in mir drin sitzend die Sehnsucht nach einer zweiten Hälfte, die mir wirklich sehr fehlt, und denke mir, so müssen sich auch verwitwete Partner fühlen. Offensichtlich weicht der Schmerz des Verlassen seins und macht Platz für Sehnsüchte, Wünsche, Hoffnungen. Und dann fällt mir auf, dass ich dabei wieder lächeln muss. Vielleicht waren es heute auch die Vögel, welche den Frühling sehnsüchtig herbeizwitscherten und die Hormone damit in Schwung bringen. In jedem Fall spüre ich die wachsende Abenteuerlust, Lebensfreude und Sehnsucht nach Wärme, Liebe, Geborgenheit, und viel viel mehr.

Natürlich bekomme ich als Mutter sehr viel Liebe und Wärme von den Kindern geschenkt, aber die Liebe zu einem und von einem Partner ist einfach etwas ganz anderes und schließlich werden die Kinder irgendwann einmal wieder flügge und ich selber möchte mein Leben weiterleben und genießen mit allen Vor- und Nachteilen, Höhen und Tiefen, Glücksmomenten und Schmerzen, einfach mit allem was dazu gehört. Schon seit längerem habe ich die Texte von sozialdynamic auf Facebook verfolgt und war sehr beeindruckt von den bravourös geschriebenen Texten. Allerdings frage ich mich manchmal wo sich diese Möglichkeiten ergeben. Gerade im Winter, wo die Einsamkeit am stärksten empfunden wird, ist man als Mutter meist mit Krankenschwesterntätigkeiten oder Chaffeurdiensten eingesetzt. Das Wetter macht einem so manchen Ausflug unmöglich oder der Babysitter steckt irgendwo im Schnee fest.

So bleibt mir die Hoffnung, dass der Frühling nicht mehr lange auf sich warten lässt und ich alles was ich in den letzten Monaten gelesen und überlegt habe in die Tat umsetzen kann und voller Kommunikationsfreude auf viele Menschen zugehen werde. Schmunzelnd habe ich heute die Kinder diskutieren gehört, wo und wie sie mir dabei helfen werden, einen Mann zu finden ;-) Offensichtlich haben sie Hoffnung, damit auch einen Vater zu bekommen.

Tränen fliessen lassen - Coaching, Mediation

geschrieben von: doalittle - am 3. Februar 2010
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Verliebt, verlobt, verheiratet … geschieden (Teil 3)

Es ist so, als ob sich vor ein paar Tagen bei mir eine Schleuse geöffnet hätte. Fast den ganzen Tag über rinnen mir unaufgefordert die Tränen die Wangen runter und manchesmal ist einfach nur das Auge feucht. Erst wenn ich zum Taschentuch oder Ärmel greifen muß und dann auf meinen Gefühlszustand achte, merke ich, dass ich wirklich Traurigkeit in meinem tiefsten Inneren verspüre. Warum jetzt auf einmal? Manchmal weiß ich es nicht.

Vielleicht waren es die Sitzungen mit dem Coach, dem Mediator und der speziellen Massage? Oder doch der Hinweis, dass ich noch viel unausgelebte Trauer in mir habe und ich doch einfach diese verarbeiten muß. Schließlich darf man ruhig im Leben Situationen als traurig empfinden, wenn sie so sind und braucht diese nicht “schön” reden. Und das Beste ist, dass ich mich dadurch auch richtig befreit fühle und tatsächlich entspannt über schöne Momente freuen kann. Aber es ist eine schwierige Zeit!

Getroffen hat mich vor allem der Hinweis des Mediators, dass ich mit dem Verlassen worden sein noch nicht fertig bin und dies erst verarbeiten muß. Na kein Wunder, habe ich mir dabei gedacht, denn schließlich habe ich erst bei diesem Termin erfahren müssen, dass mein untreuer Mann mehr Abstand brauchte und sich daher für einen Job im Ausland entschieden hat. Diese Aussage saß, wie ein Schlag in den Bauch und tat richtig weh. Vor allem weil ich mich seit vielen Jahren plötzlich betrogen und belogen fühlte. Dann kamen Fragen, wie: Warum hat er nicht die Wahrheit gesagt? Warum hat er das Problem mir gegenüber nicht erwähnt?
Warum, warum, warum…

Und dann mußte ich mir eingestehen, dass ich wahrscheinlich nie die Antworten darauf bekommen werde und einfach damit beginnen muß, die negativen Gedanken zu streichen. Und ich gebe zu, dass dies sehr schwierig ist! Glücklicherweise war der Termin beim Mediator an jenem Tag im Zeichen des Mondes zur Klärung. Genauso hat sich dieses Gespräch für mich auch angefühlt und nun muß ich den Schmerz verarbeiten, also warum auch nicht die Tränen zulassen. In jedem Fall muß der Termin für alle Beteiligte etwas Erleichterndes gehabt haben, denn danach konnte ich mich von meinem Mann noch zum Essen einladen lassen und habe tatsächlich das Essen geniessen können.

Zu guter Letzt, bin ich bei den Kindern nun immer wieder sehr vorsichtig, wenn sie sich traurig fühlen oder verletzt haben. Ich versuche ihnen mein Mitgefühl ausdrücken und vor allem -  sie ausweinen zu lassen! Jeder braucht unterschiedlich lange Zeit, um Traurigkeit oder Schmerzen zu verarbeiten und diese Zeit sollten wir uns und vor allem unseren Kindern dafür geben.
Übrigens bin ich trotz der Trauer ein glücklicher Mensch und geniesse derzeit wunderbare Ferien mit den Kindern und meine größte Tochter meinte sogar: “Mama, du wirkst viel fröhlicher als sonst.”

verliebt, verlobt, verheiratet …. geschieden

geschrieben von: doalittle - am 25. September 2009
doalittle

Die ganze Zeit überlege ich, wie ich wohl mit diesem Thema anfangen soll. Denn schließlich schreibe ich diese blogs, damit ich auch anderen Müttern meine Erfahrungen mitteile und vielleicht auch mal Feedback dazu erhalte.
Viele haben sich vielleicht schon gefragt, was soll die ganze Gefühlsduselei. Es hat aber lange gebraucht, bis ich all das, was ich in den vergangenen 18 Monatenerfahren habe, verarbeiten konnte.

Es war wie ein Puzzle, deren Seiten erst mal sortiert werden mußten. Dann sucht man sich ein Teil, womit man am liebsten anfangen möchte. Wie vielleicht treue LeserInnen bereits mitbekommen haben, erlebe ich die letzten zwei Jahre mit meinen Kindern als Alleinerzieherin mit allen positiven und negativen Seiten dazu.
Davor habe ich ca. 18 Jahre eine Beziehung mit meinem Mann geführt. Auch hier haben wir die eine und andere Krise erlebt. Jedes Mal, wenn wir eine Krise gemeistert haben, fühlte zumindest ich mich wieder ein wenig reifer und die Beziehung inniger. Viele betrachteten uns als beispielhafte Musterfamilie und hätten sich diese Entwicklung nie im Leben erträumt.

Mit einem Mal fühlte ich aber in meiner Bauchgegend, dass diese innige Beziehung vorbei war. Es war nicht eine Entwicklung, nein ganz plötzlich hatte ich dieses Gefühl. Vielleicht habe ich dieses Gefühl auch einfach zu spät wahrgenommen. Klar habe ich mitbekommen, dass die Geburt unseres Jüngsten mit allen Turbulenzen um
Übersiedlung, Weihnachten, beginnende Wirtschaftskrise, … die Beziehung nicht kalt ließ. Die Geburt habe ich nur knapp überlebt. Warum? Ich war einfach erschöpft - purer Sauerstoff hat mir die nötige Kraft gegeben und die Hebammen haben ihr Handwerk verstanden.

Der plötzliche Wintereinbruch und die neue Umgebung haben mich mit meinen Kleinen im trauten Heim einsam
werden lassen. Glücklicherweise hatte ich einen liebevollen Freundeskreis und selbstlose Helfer im näheren Umkreis. So hat eine liebe Familie mein Volksschulmädchen jeden Morgen mit zur Schule genommen. Und eine liebe Freundin hat mir schnellsten ein AuPair Mädchen vermittelt. Das war meine Rettung. Ein paar liebe Frauen haben mich regelmäßig jeden Mittwoch mit einem üppigen Frühstück besucht. Das hat mir die nötige Abwechslung und den Kontakt zu Erwachsenen gebracht.

Vor zwei Jahren dachte ich mir dann: “So, jetzt sind die Kleinen aus dem Gröbsten” und erfreute mich an den vielen schönen Seiten des Lebens. Besonders gefreut hat mich die Einladung meines Mannes nach Dublin. Ein Wochenende nur mit ihm allein. Und so reiselustig, wie ich schon immer war, freute ich  mich ganz besonders auf Irland, wo ich zum ersten Mal hinreisen wollte. Doch das Wochenende erlebte ich wohl anders als mein Mann. Für mich war es irgendwie ernüchternd und ich konnte noch nicht sagen warum. Selbst die Adventstimmung konnte mich an diesem Wochenende nicht aufheitern.

Zu dieser Zeit war mein Mann bereits ein halbes Jahr in Übersee. Davor hatten wir zwar auch schon eine Wochenendbeziehung gelebt und waren immer mit unserer Situation zufrieden. In Übersee war es jedoch anders. Wir sahen uns immer seltener und nach der Weihnachtszeit endeten plötzlich die regelmäßigen Gespräche und Chats über Skype. Erschreckend war die plötzliche Abreise vom gemeinsamen Schiurlaub. Aber schließlich hatte seine Boss einen Zusammenbruch und eine unaufschiebbare Konferenz verlangte seinen Einsatz. Also verbracht ich die letzten Urlaubstage alleine mit den Kindern und war froh unbeschadet heimgekommen zu sein. Doch zu dieser Zeit häuften sich unerklärliche Dinge, bis ich plötzlich ohne finanzieller Hilfe und ohne einer Krankenversicherung für die Kinder plötzlich dastand. Von einem auf den anderen Tag, packte ich mich selber am Schopf und zog mich aus dem Sumpf …
Ein Telefonat mit diversen juristischen Ratschlägen und einer Terminvereinbarung beim AMS - und schon hatte ich in der nächsten Woche ein Bewerbungsgespräch und 3 Tage später 2 Jobs an der Hand. Ich war plötzlich so voller Energie und Tatendrang, dass es jeden potentiellen Arbeitgeber einfach überzeugen mußte. So hatte ich binnen 2 Wochen mein erstes Gehalt am schnell eröffneten Konto, eine Krankenversicherung für uns alle und nicht zu vergessen, hatte ich endlich wieder Anspruch auf Familienbeihilfe (auf die ich zwar nie verzichtet habe - aber das ist eine andere Geschichte). Ein weiteres Jahr, noch ein paar Erlebnisse mehr und einen Urlaub hat es dann gebraucht, bis ich mich endlich zur Trennung entschieden habe. Am meisten erschüttert hat mich die Tatsache, dass mein Mann meinte, ein Mann müsse dahinter stehen - aber ja, nämlich ER !!!

Leicht habe ich es mir mit der Entscheidung sicher nicht gemacht - aber so bin ich auch offiziell allein. Jetzt muß nur noch das Behördliche erledigt werden. Ich hoffe, so rasch wie möglich, auf eine endgültige Regelung. Dies ist sehr wichtig für uns alle, vor allem für die Kinder. Bis zum Schluss dachte ich, Eltern haben die Pflicht gemeinsam die Verantwortung für die Kinder wahrzunehmen und war immer dazu bereit alles mir mögliche dafür zu unternehmen, meinen Partner zu verstehen und zu unterstützen. Dass er meine große Liebe ist, versteht sich von selbst. Deshalb ist dieser Schritt besonders schwierig, aber besonders wichtig, da ich sonst an den vielen Verletzungen und Kränkungen zugrunde gehen würde und schließlich fühle ich mich für die Kinder verantwortlich. Viele versuchen mich damit zu trösten, dass ich nicht allein mit dieser Situation dastehe. Aber ich sehe keinen Trost darin, denn für mich bedeutet es, dass ich hier gescheitert bin. Traurig ist vor allem, dass mein Partner, seitdem ich ihm von meinem Wunsch einer Trennung berichtet habe, überhaupt kein Wort mehr mit mir wechselt. Ich finde keine Kommunikation schlichtweg furchtbar und vor allem unfair. In jeder Geschäftsbeziehung werden Gespräche geführt, warum dann nicht in einer Partnerschaft. Wenn man 20 Jahre miteinander verbracht hat und mehrere Kinder gezeugt hat, sollte man miteinander sprechen können und seine Gefühle im Griff haben, oder?