Artikel-Schlagworte: „Musik“

Märchen im Berg: Prinzessin Minchen und ihr Pfefferprinz

geschrieben von: Bettina Krankl - am 9. Dezember 2011
Bettina Krankl

Na, wenn das mal nicht den Berg ins Wanken bringt: 30 Mädchen und Buben im Alter von 5 bis 14 Jahren entführen auf eine phantastische Reise voller Abenteuer und Musik. Wo? Unter Tage! Denn die Salzwelten Altaussee verwandeln sich im Dezember in eine magische Märchenbühne. Zur Aufführung von Kindern für Kinder kommt das getanzte Märchen Prinzessin Minchen und ihr Pfefferprinz: (mehr…)

Kinder-Kultur zum Nulltarif!

geschrieben von: Edith Schillinger - am 7. Januar 2010
Edith Schillinger

Regelmässigen Quaxblog-Lesern dürfte es schon aufgefallen sein: Ich habe eine Vorliebe für kulturell angehauchte, kindertaugliche Veranstaltungen. Aber die meisten Angebote für Theater, Museum, Konzert & Co kosten halt einiges, und in Zeiten wie diesen laufen die Ausgaben für solche Events sowieso auf Sparflamme. Grund genug für eine Übersicht zum Jahresbeginn, was man 2010 GRATIS so alles erleben kann:

Jänner:
Mein Sohn möchte im Fasching als Indianer gehen - passt ja wunderbar zum Kinder-Sonntag unter dem Motto „Zu Gast bei den Sioux” im Museum für Völkerkunde (24.1., 10 - 13 Uhr), wo neben der Kinderführung durch die aktuelle Sitting Bull-Ausstellung auch Rätselspiel, Bastel- und Mitmachstationen warten. Für Kinder ist alles kostenlos, Erwachsene kommen mit der Aktionskarte von WienXtra ebenfalls gratis rein.

Februar:   
Höchste Zeit, uns die Ausstellung „Es fliegt, es fliegt” im ZOOM-Kindermuseum anzuschauen. Denn erstens läuft sie nur noch bis 21.2. und zweitens ist seit Anfang des Jahres der Ausstellungs-Eintritt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene frei!
Vielleicht schaffen wir es sogar am 27.2. zum Aktionstag ins Technische Museum, wenn ein ROTE NASEN Clowndoctor die Kids durch die Ausstellung „body.check” begleitet. Menschen bis 19 Jahre zahlen neuerdings generell keinen Eintritt, die Erwachsenen allerdings schon.

März:
Bisher haben wir es leider noch nie dorthin geschafft, aber für 2010 fix am Plan: das Literaturfestival für junge LeserInnen im Palais Auersperg (11.-17.3.), wo bei Gratis-Eintritt eine Vielzahl an Lesungen, Workshops, Kreativstationen,  Bilderbuchkino usw. geboten werden.

April:
Ebenfalls im ZOOM Kindermuseum werden in Zusammenarbeit mit Siemens 2010 Kindermatineen abgehalten, z.B. am 25.4. mit dem Kinderkonzert “Die Piraten sind los” von Mai Cocopelli und Geraldino. Eintritt ist frei, freiwillige Spenden kommen einem karitativen Zweck zugute.

Mai: 
Ist zwar noch nicht sicher, aber vielleicht starten im Mai ja wieder die Live-Übertragungen aus der Wiener Staatsoper auf den Platz davor. Wir haben uns 2009 die erste Hälfte vom Ballett “Schwanensee” angeschaut und würden dieses nette Angebot bei ausgewählten Aufführungen 2010 gerne wieder nutzen.

Juni:
Im Essl Museum in Klosterneuburg steht am Wochenende 12./13.6. das jährliche Sommerfest auf dem Programm. Parallel zur Schau von Niki de Saint Phalle erwartet die Gäste entsprechende Kinderführungen und ein offenes Atelier - letztes Jahr haben wir dort herrliche 3,5 Stunden verbracht! Bis 2.2.2010 ist der Eintritt ins Museum im Rahmen des 10jährigen Jubiläums übrigens noch komplett frei, die regelmäßigen Kinder-Workshops usw. allerdings nicht.

Juli + August:
Der Hochsommer steht wie immer unter dem Zeichen des Wiener Ferienspiels, das auch viele Attraktionen in kultureller Richtung zu bieten hat. Außerdem freuen wir uns schon auf das Filmfestival am Wiener Rathausplatz, wo auch durchaus kindertaugliche Aufführungen gezeigt werden. Ein weiterer Tipp wäre die Donaubühne in Tulln, wo z.B. letztes Jahr das Theatro Piccolo mit “Charlotte Ringlotte” einen umjubelten Gratis-Auftritt hinlegte.

September: 
Im September findet traditionellerweise das Literaturfestival “Rund um die Burg” statt. In den letzten Jahren hat - neben vielen anderen Kinderbuch-Autoren - Marko Simsa im eigenen Kinderzelt sein jeweils neuestes Musik-Bilderbuch in sehr attraktiver Weise präsentiert. Warum sollte das heuer anders sein…?

Oktober:
Hier im Blog war bereits 2009 vom Tag der offenen Tür der Wiener Sängerknaben zu lesen. Für Interessierte wird sicher auch im kommenden Herbst das Portal zum Augartenpalais weit aufgemacht, um den Besuchern u.a. eine Kostprobe des sängerischen Könnens zu gewähren.

November:
Ein buntes Programm aus den Bereichen Theater, Lesung, Tanz, Musik uvm. bietet das jährlich stattfindende Lesofantenfest, das über 2,5 Wochen lang durch die verschiedenen Zweigstellen der Wiener Büchereien tourt. Im Jahr 2008 haben wir in der Hauptbücherei zwei Theatervorstellungen allererste Güte genossen. Und alles kostenlos!

Dezember:
Wie jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit bringen die Wiener Kinderfreunde ein eigenes Kindermusical ins ehrwürdige Raimundtheater - zum Nulltarif. Letzten Advent war es “Wow, Mimmo“, ein reizendes Hundemusical mit wunderbaren Charakteren. Meine Kids reden immer noch mit Vorliebe so “schä g’scheat” wie der steirische Rodel-Joschi - mal sehen, was sie sich für heuer ausdenken…

Also, Sparefrohs zücken am besten gleich den Rotstift und tragen sich die besten Termine in den Kalender ein…
So wird das neue zu einem wirklich frohen Jahr!

Ein Blick unter den Matrosenanzug

geschrieben von: Edith Schillinger - am 20. Oktober 2009
Edith Schillinger

Mein Sohn Gregor rühmt sich in unserer Familie gerne damit, den höchsten Ton von uns vieren hervor zu bringen. Allerdings handelt es sich dabei um ein fürchterlich schrilles Quietschen. Selbst meine Versuche, solche Bewerbe zwischen ihm und seiner Schwester in Richtung harmonisches Tonleiter-Wettsingen umzupolen, bringen kaum Besserung. Vergangenen Freitag bot sich dann endlich die Gelegenheit, den Kids einmal anhören zu lassen, wie hübsch  „Hoch-Singen” eigentlich klingen könnte…  denn das können die Wiener Sängerknaben ja wohl am allerbesten!

Einmal im Jahr öffnen die Sängerknaben die Türen zu ihrem Palais im Wiener Augarten und erlauben einen Blick hinter die Kulissen des weltberühmten Chors im Matrosenanzug. Eigentlich sind es vier parallel geführte Konzertchöre (Haydn-, Mozart-, Bruckner-, Schubertchor) mit je rund 25 Mitgliedern, die im Augartenpalais ihren vorübergehenden Lebensmittelpunkt finden: Hier wird gemeinsam gesungen, gelernt, gegessen, gespielt, geschlafen. Solange, bis sich der Stimmbruch einstellt, dann heißt es Abschied-Nehmen.

Am Tag der offenen Tür kamen meine Kinder und ich also in den Genuss eines kleinen Konzerts des Haydn-Chors. „Was singen die da eigentlich?”, wollte Astrid plötzlich mitten im Konzert von mir wissen. „Kyrie Eleison”, flüsterte ich geheimnisvoll zurück und erntete dafür ein fragendes Stirnrunzeln. Auch wenn sie kaum etwas davon verstanden haben, was da gesungen wurde, hat der Auftritt die Kids mächtig beeindruckt. Besonders, dass sich die Buben trotz der verschiedenen Stimmen nicht gegenseitig beim Singen rausbringen, hat ihnen große Bewunderung abgerungen. Das klingt doch weit schwieriger, als der „Bruder Jakob”-Kanon, an dem wir uns beim Autofahren gelegentlich versuchen…

Nach zwei kirchlichen Liedern und einem beschwingteren Calypso besuchten wir die gelungene Aufführung des Singspiels „Die Maske des Pharaos” der ebenfalls im Augartenpalais untergebrachten Musikvolksschule. Während hier noch Mädchen zugelassen sind, werden ins anschließende Gymnasium nur noch die sängerisch begabtesten Buben aufgenommen.

Schließlich waren die Kinder neugierig, wie denn die Internats-Zimmer der Knaben aussehen, in die wir im Rahmen einer Hausführung tatsächlich einen Blick werfen durften. „Die sind eh sympathisch”, meinte Astrid beim Anblick eines für meine Begriffe doch recht klein geratenen Dreibett-Zimmers. Was mein Töchterchen dabei lockte, war natürlich die Aussicht auf die obere Etage in einem Stockbett - davon träumt sie schon lange.

Außerdem erfuhren wir, wie ein Tag im Leben eines Sängerknaben so aussieht: Nach dem Frühstück um 7 Uhr beginnt um 7.30 Uhr die Schule, zwischen 11 und 13 Uhr ist die tägliche Chorprobe angesetzt. Nach dem Mittagessen wird der Nachmittag wiederum von Unterricht, Lernzeiten, Solo-Stimmbildung bzw. - falls am Abend ein Auftritt, z.B. in der Staatsoper ansteht - von einer vorgeschriebenen Ruhepause bestimmt. Die karge Freizeit beschränkt sich auf die Zeit nach dem Abendessen um 18 Uhr bis zur Nachtruhe um 21.15 Uhr. Spiel- und Sportplätze, Funcourt, Wutzler, Billardtisch, Turnsaal und sogar Schwimmhalle sind zwar vorhanden und werden auch gerne genutzt, es wäre aber sinnvoll, wenn das Singen vor Publikum wirklich zu den persönlichen Hobbys zählt! Das würde ungemein helfen, ein durchgeplantes Leben wie dieses mit Freude zu führen.

Was meine Kids am meisten am Sängerknaben-Dasein reizen würde, sind die vielen Konzertreisen in die ganze Welt. Rund 11 Wochen des Jahres verbringt jeder der vier Chöre auf Tournee. Amerika, China, Japan, dazwischen Konzerte in allen Ecken und Enden Europas  - das wär schon was! Also beschließen meine beiden - Sohn und Tochter (!) - tatsächlich Wiener Sängerknaben zu werden.

Allerdings währte diese Euphorie nicht allzu lange, denn nachdem wir uns am nächsten Abend im Fernsehen „Barbie und die drei Musketiere” angeschaut haben, wollten beide unbedingt Musketiere werden. Und so gab es gestern - als Astrid in einem Freundebuch ihren Traumberuf angeben sollte - nur eine ehrliche Antwort: „… der ändert sich ständig.”

Die Wiener Sängerknaben kannst du übrigens jeden Sonntag um 9.15 Uhr bei einer Messe in der Hofburgkapelle live erleben. Oder vielleicht kommen Sie wieder einmal nach Minopolis, so wie letzten Advent…

Schenk mir etwas Sicherheit …

geschrieben von: doalittle - am 18. September 2009
doalittle

Im Sommer hat meine Tochter am Liebsten songs von Silbermond gehört und tatsächlich hat mich einer ebenfalls sehr angesprochen. Es handelt von Sicherheit und hört sich so simpel an.

Und da frage ich mich, gibt es überhaupt Sicherheit? Und vor allem, wie empfinden wir alle Sicherheit? Wahrscheinlich handelt es sich hier um ein sehr subjektives Wahrnehmen?

Wenn wir ein Dach über dem Kopf haben, regelmäßig über eine bestimmte Menge Geld verfügen, um unseren Lebensunterhalt zu bestreiten - ist das bereits Sicherheit? Aber was ist mit Freundschaft, der Beziehung zu unseren Kindern oder gar unsere Partnerschaft - brauchen wir diese, um uns sicher zu fühlen?

Da gab es im Radio mal den Satz zu hören:
Glücklich sind jene, welche allein sein können - arm jene, welche allein sein müssen
Ein sehr denkwürdiger Satz, so trivial er auch klingt.

Ich frage mich auch, warum wir Sicherheit brauchen?
Ist das nicht nur eine Einbildung, damit wir unsere Versicherungsgesellschaften am Leben erhalten - schließlich geht es hier widerum um eine Menge Arbeitsplätze. Aber brauchen wir überhaupt eine Arbeit, um uns sicher zu fühlen?

Ich frage mich auch, was unsere Kinder unter Sicherheit verstehen?

Mama und Papa oder andere Bezugspersonen haben mich lieb und ich habe sie lieb. Sie geben mir zu essen. Sie sorgen sich um mich. Sie sind da für mich, wenn ich Probleme, Fragen habe und mich einsam oder traurig fühle. Aber was ist, wenn diese nahen Angehörigen nicht mehr da sind? Wer übernimmt dann diese Rolle? Oder was ist, wenn sie nicht dazu fähig sind, diese Rolle wahrzunehmen? Ich stelle immer mehr fest, dass es die Familie, wie es sie früher mal gegeben hat, heute nicht mehr oft anzutreffen ist. Das Elternhaus ist oft verlassen und andere Leute wohnen darin. Die Kontinuität geht in vielen Dingen verloren und alles fühlt sich so schnelllebig an. Ist das der Preis der Entwicklung. Brauchen wir alle Therapeuten, um in Zukunft gesund leben zu können? Oder sollten wir alle mal ins tiefste Afrika reisen? Wer weiß, vielleicht aber sollten wir die Dinge auch einfach nicht zu sehr hinterfragen …

So - und eigentlich wollte ich heute einen trivialen Text schreiben - wo ist dieser blos geblieben? Vielleicht liest ihn ohnehin keiner … oder ?

Widersprüche und Ängste

geschrieben von: doalittle - am 24. Juli 2009
doalittle

Was mache ich hier? Das waren meine ersten Gedanken auf der Insel. Alle haben mir zu der Reise geraten und immer wieder habe ich über die Richtigkeit meiner Entscheidung nachdenken müssen.

Ich denke, dass es vielen Müttern so beim „Ersten Mal“ geht.

Die Gedanken kreisen und wir schwanken zwischen Glücksgefühl und schlechtem Gewissen.

In meinem Falle ging es darum eine Reise alleine anzutreten. Und unter – allein - verstehe ich wirklich allein. Ich bin ohne Kinder und ohne Begleitung, weder Partner noch Freundin zu einem mir unbekannten Ort in den frühen Morgenstunden aufgebrochen. Am Flughafen habe ich so manchen gesehen und mich gefragt, ob sie das gleiche Ziel verfolgen wie ich. Die Abreise konnte ich noch nicht wirklich geniesen.

Am Schlimmsten war der Abschied von den Kindern. Gott sei Dank haben sie geschlafen, denn sonst hätte ich die zerreisenden Gefühle nicht überstanden. Als ich dann nach der Landung endlich die Meeresluft erschnuppern durfte, war es um mich geschehen. Ich war vom Zauber, dem Türkis, der angenehm feuchten Brise im Gesicht, dem Salzgeschmack auf der Zunge und dem Duft nach viel mehr von Allem gefangen. Und in der Fähre war es endgültig um mich geschehen. Begonnen hat diese sehr ruhig, aber dann nahm die Windstärke zu und somit der Wellengang und ich lies mich vom Rhythmus der Wogen leiten. Es fand eine Verschmelzung des Rhythmuses der Wellen, des Schiffes, meiner selbst und der Musik in meinem Kopf statt. Es war ein Wiederfinden im wiederkehrenden wohligen Gefühl der Gleichmäßigkeit in all dem Chaos, das uns sonst umgibt und gefangen hält.

Auf der Insel haben sich dann noch viel mehr solcher Momente ergeben und erfahren wie sehr wir mit der Natur und den Ereignissen verbunden sind. Die Wechselwirkung hat sich verstärkt und sollte noch lange nach der Rückkehr anhalten. Es ist eine Art Trance ohne notwendiger Zuführung chemischer Präparate. Die Natur hat dafür gesorgt, dass diese Hormone in unserem Körper zum passenden Zeitpunkt und in der richtigen Menge ausgeschüttet werden. Wir müssen offensichtlich diesen Zustand nur erkennen, wahrnehmen, akzeptieren und zu guter letzt zulassen.

Fest steht, dass ich den Entschluß zu einer solchen Reise wiederholen werde!