Artikel-Schlagworte: „Märchen“

Märchen im Berg: Prinzessin Minchen und ihr Pfefferprinz

geschrieben von: Bettina Krankl - am 9. Dezember 2011
Bettina Krankl

Na, wenn das mal nicht den Berg ins Wanken bringt: 30 Mädchen und Buben im Alter von 5 bis 14 Jahren entführen auf eine phantastische Reise voller Abenteuer und Musik. Wo? Unter Tage! Denn die Salzwelten Altaussee verwandeln sich im Dezember in eine magische Märchenbühne. Zur Aufführung von Kindern für Kinder kommt das getanzte Märchen Prinzessin Minchen und ihr Pfefferprinz: (mehr…)

Märchenhaft, inspirierend, Ton-angebend

geschrieben von: Edith Schillinger - am 10. Mai 2010
Edith Schillinger

Ein Muttertagsausflug wie er im Buche steht: Hetzendorf hat - soviel wissen wir jetzt - absolut nichts mit „hetzen” zu tun, sondern präsentiert sich an diesem Sonntag-Nachmittag als überaus chilliger, entspannter Ort. „Salon Jardin” heißt die Veranstaltung im dortigen Schlosspark und bietet eine Fülle an Inspirationen - für den Garten und das kindliche Gemüt.

Wir sind zu spät. Schon wieder. Das mit der Pünktlichkeit ist nicht so unsere Stärke. Um 14 Uhr hätte die Kräuterfee DI Elisabeth Mayer eine Schar voll Kinder durch den Schlosspark von Hetzendorf führen sollen, das sonst für seine Modeschule bekannt ist. Einmal im Jahr verwandelt sich der Park hinter dem Wiener Schulschloss allerdings in einen grünen Salon, der ausgesuchten Zierrat, Möbel und Pflanzen für den Traumgarten, Feines aus der Küche und wunderbar viel Platz für Picknick bietet. Das haben wir auch geplant, allerdings erst nach der Familien-Kräuter-Führung. Doch bei unserem Eintreffen um 14.10 Uhr war am Treffpunkt von der Kräuterfee natürlich nichts mehr zu sehen. Also hinterher im Sauseschritt. Nachdem wir den gesamten Schlosspark nach einer Gruppe zupfender und schnuppernder Kräutersammler abgesucht haben, entdecken wir statt dessen im Schatten eines großen Baumes eine bunte Decke, auf der sich einige Kinder samt Begleitung gemütlich zusammengefunden haben, um den Geschichten von Märchenerzählerin Christa Schmollgruber zu lauschen. Rasch dazugesellt hören nun auch wir vom kleinen Drachen, der verzweifelt nach dem Kraut Estragon sucht, um seinen Schluckauf loszuwerden, oder die indianische Geschichte, wie die Brom-, Him- und Erdbeeren als süße Verführung auf die Erde kamen. Aufmerksam hängen die Kids an den Lippen der Märchenerzählerin, verfolgen jede einzelne ihrer ruhigen, ausladenden Handbewegungen, ihre lebhafte Mimik und freuen sich am Ende der Erzählstunde über die kleinen Zaubersteine aus ihrer „Kokosnuss mit Reißverschluss”. Als Meisterin ihres Faches hat sie uns damit wunderbar über die verletzungsbedingte Absage der Kräuterfee hinweggetröstet.

Jetzt aber ist Picknick angesagt! Sogar Oma und Opa lassen sich zum ersten Mal in ihrem Leben auf einer Picknickdecke nieder und wir genießen gemeinsam das mitgebrachte Essen, das sonnige Wetter und die lässig-jazzige Livemusik, die unaufdringlich von der uralten Platane in der Mitte des Parks zu uns herüber dringt. Mit der 9jährigen Rosa finden sie Kids sogar eine nette Kameradin für ihre Barfuß-Nachlauf-Spielchen und einige Runden UNO.

Eigentlich hätten wir noch lange so weiterchillen können - wären da vor unserer Nase nicht die rund 60 Aussteller, die uns dann doch mit ihren teilweise wirklich originellen Ausstellungsstücken locken. Also stellen wir uns unter eine Sprühnebelmaschine, fingern in kunstvollen Brunnenanlagen herum, bestaunen die schöpferische Kraft eines richtigen Schmids, probieren riesige Sonnenhüte, verkosten Pesto-Variationen, suchen für Astrid einen kleinen, grünen Kaktus und testen witzige Recycling-Sitzmöbel, die u.a. aus Mülltonnen hergestellt wurden.

Und dann werden die Kids auch noch selbst kreativ, denn Rolf Fiedler vom Kinderatelier am Augarten hat Ton mitgebracht, mit dem die Kids nach Herzenslust gestalten können. Am Ende des Tages ist zwar die Picknicktasche leichter geworden, dafür nehmen wir halt jetzt ein Ton-Wandbild, zahlreiche Ton-Perlen und neben einem echten auch einen Ton-Kaktus mit nach Hause. Den Kids hat’s Spaß gemacht - und vielleicht lest ihr an dieser Stelle bald einen Bericht direkt aus der Ton-Werkstatt am Augarten…

Es war einmal …

geschrieben von: doalittle - am 14. August 2009
doalittle

vor langer Zeit ein 9-jähriges scheues Mädchen. Nachdem es in der Fremde mit einer anderen Muttersprache aufwuchs, lernte es zuerst die Umgebung zu beobachten. Es war nicht introvertiert – nein – nur zurückhaltend und nachdenklich. Es fiel dem Mädchen nach einiger Zeit nicht mehr schwer die richtigen Worte zu finden und bald fand es ein paar Freunde in der Umgebung. Der Natur und den Tieren war sie von klein auf sehr zugetan, denn da brauchte man kaum Worte. Viele Spiele ließen sich schnell erfinden und sie bewunderte die größeren Kinder.

Eines Tages musste sie feststellen, dass ihr Vater die Familie verließ und dies leider nicht ganz gewaltfrei vollzog. Nicht dass sie ihn vermisste, er war ohnehin kaum daheim und daher war es ihr egal ob er noch persönliche Sachen in der gemeinsamen Wohnung hatte oder nicht. Sorgen machte sie sich vor allem um ihre Mutter. Sie saß viele Nachmittage in der Küche und hörte sich ihre Geschichten an und so geschah es, dass dieses 9-jährige Mädchen bereits in ihrer Entwicklung viel weiter war als so mancher Teenager. In den Sommerferien wurde das Mädchen gefragt, ob es mit dem Vater mit auf Urlaub fahren möchte und nachdem die Reise an den Atlantik führte und das Mädchen das Wasser über alles liebte, konnte es nur jubelnd zustimmen. Schließlich würde sie die Melonenernte , das Versteckspielen im hohen Gras, das Meeresrauschen erleben dürfen. Schnell war der Koffer gepackt, denn vieles besaß das Mädchen nicht und die Mutter trennte sich nur schweren Herzens, was das Mädchen gar nicht verstand. Die Reise dauerte 3 Tage und war sehr beschwerlich. Am Ziel angekommen wurde sie mit einem wunderbaren Regenbogen begrüßt und das Mädchen genoss das Leben auf einem französischen Bauernhof mitten im Hochsommer. Die Hitze machte ihr nichts aus, denn da konnte sie sich und die Umgebung richtig gut wahrnehmen. Die Nadeln der Föhren am Boden waren spitz und die Füße wurden massiert vom heißen Sand. Bald hatte sie sich an das barfuß gehen gewöhnt und die Spaziergänge zur Küste waren immer die Schönsten. Doch dann schickte der Großvater, sie und ihren Vater samt Anhang fort – er war dem Vater auf die Schliche gekommen, dass er mit einer hochschwangeren Freundin unterwegs war und die Mutter des Mädchens nicht davon Bescheid wusste. Er verlangte, das Mädchen sofort nachhause zu bringen. Doch daraus wurde nichts. Sie übernachteten einige Tage auf einem Parkplatz in der Nähe der Dünen am Atlantik. Da das Mädchen noch sehr klein war, musste es im Kofferraum übernachten. In der ersten Nacht kauerte sie sich hinein, konnte jedoch keinen Schlaf finden und schlich aus dem Kofferraum in die dunkle Nacht. Sie kannte den Weg zum Wasser. Zuerst spürte sie den nicht mehr so heißen Sand unter den Sohlen und die vertrockneten allzu spitzen Nadeln. Dann war es nur mehr weicher angenehmer Sand. Bald war sie zwischen den Dünen am Wasser angekommen. Die Wellen umspielten ihre Füße und beim Rückzug des Wassers lies der Sand unter den Sohlen nach und es konnte kaum das Gleichgewicht halten. Bald hatte es aber das Gleichgewichtsspiel mit den Wellen heraus und erfreute sich daran, die Küste entlang zu schlendern. Hoch oben war der wunderbare Sternenhimmel. Auf der einen Seite das Rauschen des Wassers und auf der anderen Seite die meterhohen Dünen. An ein Erklimmen dieser war nicht zu denken, da einem der Sand ein Fortkommen bzw. Hochsteigen unmöglich machte. Das wusste das Mädchen, dennoch ließ es sich von der trügerischen Schönheit nicht beirren und spazierte weiter. Plötzlich kam die Flut. Es war ein immer lauter werdendes Rauschen. Das kannte das Mädchen gut – doch es war dunkel und es war noch nie so weit gelaufen. Die Flut kam verdammt schnell. Sie lief so schnell sie konnte zurück. Ein paar Male fiel sie hin. Der verbleibende Streifen zwischen den heranrollenden und schäumenden Wellen und den Dünen wurde schnell immer schmäler und der Weg war noch weit. Immer schneller und schneller lief das Mädchen. Eine schnelle Läuferin ist sie schon immer gewesen. Jetzt war es wichtig und das wusste sie in diesem Moment. Zuletzt lief sie schon im Wasser und die Wellen umfassten bereits ihre Füße und ein Sog wollte sie ins Meer zurücknehmen. Sie kämpfte gegen diesen Sog an – sie liebte das Wasser – ja – aber sie liebte auch ihr Leben! Da erblickte sie im letzten Moment den rettenden Weg durch die Dünen und sprang mit allerletzter Kraft ein paar Mal höher bis sie die Wellen hinter sich ließ. Nun sank sie zu Boden und konnte dem Tosen in sicherem Abstand beiwohnen. Da entdeckte Sie den großen Mond am Horizont und wunderte sich über ihren Leichtsinn.

Das Herzklopfen wurde wieder ruhiger und als sie so dasaß – Ihre Beine eng umschlungen hatte, stellte sie fest, dass sie ihr Freundschaftsbändchen um den Knöchel im Kampf gegen die Wellen verloren hatte. Sie hatte dem gewaltigen Atlantik ihr Leben gegen das Bändchen eingetauscht und war froh darüber. Nun wusste sie, dass sie noch viele Kämpfe in ihrem Leben bewältigen wird können. Sie nahm die Herausforderung mit großer Freude und einem Lächeln an.