Artikel-Schlagworte: „Liebe“

Er liebt mich. Er liebt mich nicht. Liebe im Internet

geschrieben von: doalittle - am 26. April 2010
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War es noch letztes Jahr der virtuelle Keuschheitsgürtel widme ich mittlerweile meine Aufmerksamkeit den vielen Möglichkeiten neuer Medien zu. Nun gut - ich bin sicher nicht erfahren in dem Gebiet der Kontaktaufnahme per Inserat, Agentur und neuerdings Internet. Da wäre die Frage nach einem passenden Kosenamen, einem aktuellen natürlich etwas retuschierten Foto und der wahrheitsgetreuen Beantwortung der Profilbeschreibung oder Fragen, welche tiefenpsychologische Wahrheiten ans Tageslicht bringen sollen – die Computer berechnen dann auch die Trefferquote und empfehlen die Kontaktaufnahme zu dem möglichen passenden Prinzen ;-)

Natürlich habe ich aus reinem Interesse so manche Inserate gelesen und mich nur gewundert, wer darauf antwortet und wie viel Arbeit das sein muss. Und dass es auch mit den modernen Methoden Arbeit ist, kann ich nur bestätigen. Per Zufall bin ich vor kurzem auf eine derartige Internetseite gekommen und muss sagen, dass es mich so manches Mal auch erheitert hat. Was bringt uns allerdings dazu, diese Form zu wählen, wenn wir Menschen kennenlernen wollen. Ich denke, dass hier jeder einzelne ein bestimmtes Ziel verfolgt. Der eine sucht Trost, Abwechslung, den Kick und vielleicht doch seinen Traumpartner für die Zukunft, manche meinen sogar für die Ewigkeit ;-)

Da fällt vielleicht sogar der Blick auf das neueste Buch Internet Love Affair, das ich leider noch nicht gelesen habe - wer weiß, vielleicht eröffnet es auch für die nächste Jahrzehnt-Altersgruppe neue Möglichkeiten und wir lernen wieder dazu.

Damit ich aber überhaupt mitreden kann, musste ich mir mal Zeit nehmen und ein Profil erstellen. Zuerst war dies gar nicht so leicht und irgendwie dürfte ich auch keine Übung darin haben. Von manchem hört man, dass hier eine beachtliche Kontaktanzahl möglich ist, nicht so in meiner sogenannten Flirtbox - was für eine originelle Bezeichnung einer Inbox. Ich habe zuerst in einem Ratgeber studiert, was empfohlen wird und muss sagen, dass ich den Tipps nur beipflichten kann. Denn viel zu schnell gibt man die Anonymität auf und ist somit geoutet. Vielleicht ein fataler Fehler? Das kann ich noch nicht sagen. Allerdings bekam ich viele unterschiedliche Profile zu lesen. Hin und wieder fühlte ich mich doch tatsächlich angesprochen - die Macht der geschriebenen Worte übte hier offensichtlich einen Einfluss auf meine Emotionen aus. Dies bewirkte teilweise eine weitere Kontaktaufnahme mit den Auserwählten. In Wahrheit kommt es mir wie ein virtuelles Spiel vor, indem wir allerdings ein paar Regeln beachten sollten. Deshalb habe ich mir auch ein neues email-Konto angelegt, womit ein weiterer anonymer email-Verkehr möglich ist. Aber ab wann ist der richtige Zeitpunkt für ein “Blinde Date”? Ich weiß es einfach nicht! Über den Ausgang eines Treffens entscheiden so viele Faktoren, wie z.B. die Erwartungen, Tagesverfassung, Erfahrungen und natürlich die sogenannte Erleuchtung. Leider fehlte mir aufgrund der Kinder einfach schlichtweg die Zeit mehr Erfahrung zu sammeln und die Kontakte zu intensivieren - tja einem typischen Single (ohne Kind) sind diese Fakten wahrscheinlich fremd.

Fakt ist, dass ich mich nicht allein in ein fremdes Lokal begeben würde. Ein anschließender Termin hilft wenn nötig die Flucht zu ergreifen ohne verletzend zu wirken. Eine Vertrauensperson sollte in der Nähe sein bzw. Bescheid wissen - ein sogenannter white angle. Manchmal gehe ich in das Lieblingslokal meiner Heimatstadt. Leider ist es ein gewaltiger Unterschied, ob ich als Frau oder als Mann ein Lokal nächtens allein betrete. Als Frau sollte man nicht auf das unsichtbare Schild vergessen: Nimm mich! Amüsier dich! Unsere männlichen Zeitgenossen haben offenbar nicht dieses Problem. Daher bevorzuge ich es natürlich mit FreundInnen auszugehen, was natürlich das Kennenlernen anderer Menschen etwas erschwert, aber nicht zwingend notwendig ist. Wo bleiben heute die Gelegenheiten als Mutter Kontakte zu knüpfen?

Versuchen wir diese mal aufzuzählen:

Am Arbeitsplatz: beim Meeting, Geschäftstermin, Scanner (ehemals Kopierkammerl), in der Kantine….

In der Freizeit: beim Trainieren, beim Seminar, beim Bummeln, beim Besuch eines Museums …

Mit den Kindern: im Freibad, in der Musikschule, am Fußballplatz, beim Elternsprechtag, bei Kindergeburtstagsfeiern, beim Kinderarzt, …

oder vielleicht doch im Urlaub ?

Bitte nennt mir noch welche, wenn sie euch spontan einfallen ;-) Möglichkeiten gibt es sicher viele, aber dafür müssen wir sicherlich bereit sein und da stellt sich nun die Frage, ob wir den Zufällen nicht doch ein wenig auf die Sprünge helfen können. Und wie viel Flirten ist erlaubt? Als treue langjährige Ehefrau hat man da vielleicht so manche Startschwierigkeiten. Schließlich kenne ich nun den gewaltigen Unterschied zwischen früher, erfolgreich im Beruf, viel unterwegs, viele Abenteuer und nun daheim bei den Kindern, abhängig von einem Babysitter, dem Gesundheitszustand der Kinder, der Lebenslust u.v.m. – was mir am meisten fehlt ist die Möglichkeit der Spontaneität. Sobald daheim Kinder auf mich warten, sind den Möglichkeiten Grenzen gesetzt.

Manches mal denke ich mir sogar, nein, heute gehe ich nicht aus, denn ich bin viel zu müde und falle abends nur mehr tot ins Bett. Da bleibt nicht einmal mehr genügend Kraft für die gesamte Gutenachtgeschichte. Außerdem denke ich mir, wenn ich schon keinen Ehemann an meiner Seite habe, so werde ich mich hauptsächlich den Kindern widmen und Spaß am Leben kann man auch ohne Partnerschaften haben. Derzeit zählen für mich die guten Freundschaften, egal ob Mann oder Frau und diese akzeptieren auch die Kinder ohne Probleme. Letzthin habe ich sogar gelesen, das Studien dem Pflegen sozialier Kontakte das größte Glücksempfinden beimessen. Und sobald wir Glück ausstrahlen, ziehen wir magisch Menschen an und ermöglichen eher eine geglückte Romanze.

Glücklicherweise hilft uns das wärmer werdende Wetter beim Erwachen der Lebensgeister und der Lebensenergie. Wir werden kontaktfreudiger, unternehmungslustiger und mit ein wenig Humor, Herzlichkeit und Offenheit werde auch ich eine Menge lieber Leute kennenlernen – natürlich auch im Internet.

Was aber ganz sicher nicht übersehen werden darf, ist, dass wir alle auf der Suche nach der wahren großen Liebe sind. Davon handeln Milliarden von Büchern, Songs, Musicals, Opern, Operetten, Filmen etc. Der Mensch ist einfach nicht geboren, allein zu leben! Und das erinnert mich wieder an die wilden 80er - hoch leben die Schmetterlingsgefühle im Frühling!

Valentinstag - Die geheimen Sehnsüchte einer Single-Mum

geschrieben von: doalittle - am 15. Februar 2010
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valentineWohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen (Konfuzius). Und Herzen hat es in den vergangen Tagen sehr viele gegeben. Liebe Blicke, nette Worte, süße Versuchungen und herrliche Blumen - so haben sich viele zu verstehen gegeben, wie lieb sie jemanden haben.

Und trotzdem war ich heute nach einem wirklich netten Faschings-Frühschoppen und einer Familienmesse, zu welcher die Erstkommunionskinder unserer Gemeinde vorgestellt wurden etwas melancholisch. Das müssen die Kinder gemerkt haben und waren daraufhin sehr einfallsreich.
Ein bunter Vogel - er hatte nämlich bei diesen eisigen Temperaturen ein gelbes T-Shirt und eine orangefarbene Hose an, war natürlich groß, stark und hatte braunes Haar - hat für die Mami ein Päckchen hinterlegt. Der Tisch wurde mit einer blütenweißen Tischdecke bedeckt, ein paar Kerzen daraufgestellt und mittendrin das Päckchen mit rotem Bändchen platziert. Nach einem kleinen Erholungsnickerchen war ich wirklich gerührt über diese gelungene Überraschung und bald hat sich der bunte Vogel als das größte meiner Kinder entpuppt. Wir haben viel gelacht und gescherzt und die Melancholie war dahin. Trotzdem ist dieses Thema aber nicht aus meinem Kopf gewichen und beschäftigt mich von Zeit zu Zeit immer mehr. Nicht nur, dass ich immer mit dem Vater der Kinder gemeinsam vor hatte, die Kinder zu erziehen und vor allem groß zu ziehen, fühle ich mich selber derzeit sehr einsam. In den Jahren zuvor ist mir das überhaupt nicht aufgefallen, so sehr war ich in den alltäglichen Dingen gefangen. Jetzt sind die Kinder größer, wesentlich selbständiger und verantwortungsbewusster und ich habe wieder Zeitlücken, in denen ich wieder zu mir selber finden kann.

Und dann spüre ich tief in mir drin sitzend die Sehnsucht nach einer zweiten Hälfte, die mir wirklich sehr fehlt, und denke mir, so müssen sich auch verwitwete Partner fühlen. Offensichtlich weicht der Schmerz des Verlassen seins und macht Platz für Sehnsüchte, Wünsche, Hoffnungen. Und dann fällt mir auf, dass ich dabei wieder lächeln muss. Vielleicht waren es heute auch die Vögel, welche den Frühling sehnsüchtig herbeizwitscherten und die Hormone damit in Schwung bringen. In jedem Fall spüre ich die wachsende Abenteuerlust, Lebensfreude und Sehnsucht nach Wärme, Liebe, Geborgenheit, und viel viel mehr.

Natürlich bekomme ich als Mutter sehr viel Liebe und Wärme von den Kindern geschenkt, aber die Liebe zu einem und von einem Partner ist einfach etwas ganz anderes und schließlich werden die Kinder irgendwann einmal wieder flügge und ich selber möchte mein Leben weiterleben und genießen mit allen Vor- und Nachteilen, Höhen und Tiefen, Glücksmomenten und Schmerzen, einfach mit allem was dazu gehört. Schon seit längerem habe ich die Texte von sozialdynamic auf Facebook verfolgt und war sehr beeindruckt von den bravourös geschriebenen Texten. Allerdings frage ich mich manchmal wo sich diese Möglichkeiten ergeben. Gerade im Winter, wo die Einsamkeit am stärksten empfunden wird, ist man als Mutter meist mit Krankenschwesterntätigkeiten oder Chaffeurdiensten eingesetzt. Das Wetter macht einem so manchen Ausflug unmöglich oder der Babysitter steckt irgendwo im Schnee fest.

So bleibt mir die Hoffnung, dass der Frühling nicht mehr lange auf sich warten lässt und ich alles was ich in den letzten Monaten gelesen und überlegt habe in die Tat umsetzen kann und voller Kommunikationsfreude auf viele Menschen zugehen werde. Schmunzelnd habe ich heute die Kinder diskutieren gehört, wo und wie sie mir dabei helfen werden, einen Mann zu finden ;-) Offensichtlich haben sie Hoffnung, damit auch einen Vater zu bekommen.

Engel in weiß oder doch bunt und glitzernd

geschrieben von: doalittle - am 13. November 2009
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Ach ja, Engel - das verbinden wir doch alle mit unserer Kindheit. Manche kennen sie sogar, ohne Flügel - aber sie sind da und allgegenwärtig. Gut, ich bin gerade sehr beeinflusst, von Robbie Williams Comeback einem Buch von Cecelia Ahern “Zwischen Himmel und Liebe” und natürlich der Vorbereitung auf die Erstkommunion meines kleinen Mädchens.

Aber wer hat nicht von Engeln geträumt, ein Schutzengerl herbeigesehnt. In der Winterzeit erinnern wir uns wieder vielfach daran und die wunderbare Schneelandschaft verbinde ich immer mit eindrucksvollen Erlebnissen. Sobald der erste Schnee vorsichtig den Erdboden zudeckt und eine stabile flaumige Hülle darauf liegen bleibt, werfen sich meine Kleinen hinein, strecken Arme und Beine aus und formen Engelsfiguren. Ganz besonders toll sind sie von einem Balkon aus zu betrachten und ich geniesse es sehr. Vor ein paar Tagen hat mein älterer Sohn bereits stolz seinen ersten Schneemann gebaut. Dieser hat eine beachtliche Größe von 12 cm erreicht! Wer bietet mehr ;-) Wenn ich dann noch einen wohlig warmen und duftenden Punsch in Händen halte und das Knistern des Holzes in der Feurschale wahrnehme und meinen Geschmackssinn wieder auf die vorweihnachtliche Zeit sensibilisieren kann, dann meine ich bereits die Nähe der Engel wahrzunehmen. Das Liebste ist mir am verschneiten Winter die Sanftheit der Natur. Alles ist gedämpft, wirkt sauber und strahlt eine gewisse Ruhe aus. Es muss nicht einmal die Sonne dazu scheinen und auch eine empfindliche Kälte ist bei einer entsprechend dicken Schneedecke, vorzugsweise Neuschnee, zu ertragen und lädt zum Verweilen im Freien ein.

Meistens erwische ich mich mit den Kindern dabei, dass wir sehr spät, wenn schon lange die Dunkelheit eingebrochen ist, den Einkehrschwung Nachhaus schaffen. Total erschöpft, aber mit rosigen Wangen, freuen wir uns dann auf eine gut bürgerliche österreichische Küche und schaffen es dann gerade noch ins Bett. Manchmal schlafen wir mitten in der Zeile einer GuteNachtGeschichte friedlich zusammen kuschelnd ein.

So und nun wißt ihr, warum ich gerade Angebote für einen solchen Winterurlaub einhole. Weihnachten werden wir daheim im gewohnten Ritual und im Kreise der Familie verbringen, aber danach sehnen wir uns schon nach den oben beschriebenen Erlebnissen. Nachdem man diese in der Nähe einer Großstadt nur schwer findet, juhuuuu, ab in die tief verschneite österreichische Bergwelt. Ich bin schon neugierig, wohin es uns dieses Jahr verschlagen wird.

Das einzige was ich mir noch wünsche: Einen Engel, welcher mich mit den Kindern begleitet, mit uns die Freude teilt und die Nähe, Sicherheit und Wärme schenkt. Diese Dinge fehlen mir derzeit so sehr und ich brauche sie dringend als Kraftquelle für das neue Jahr.

Der virtuelle Keuschheitsgürtel

geschrieben von: doalittle - am 28. Oktober 2009
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Für viele von uns haben sich mit der Etablierung des Internetzugangs daheim unendliche Möglichkeiten aufgetan. Es ist zeit- und ortsunabhängig mit wem wir Kontakt aufnehmen. Selbst wie wir gerade aussehen und uns fühlen ist irrelevant.

Einige Zeit konnte ich beobachten, wie wichtig der telefonische Kontakt für viele von uns war, sodaß wir das mobile Telefon einfach überall mitnahmen und damit jederzeit erreichbar sein konnten. Das ist für viele zum Teil lästig geworden, sodaß
sie das Telefon abschalten und damit unerreichbar sind. Dieses Verhalten kann Vorteile aber auch Nachteile mit sich bringen, wie sie jeder von uns sicher schon mal erlebt hat. Allerdings möchte ich die Stimme als wesentlichen Bestandteil der Kommunikation nicht missen. Manch einer ist vielleicht schon vom Zauber einer Stimme mitgerissen worden. Dieses Medium geht aber beim Verfassen von Briefen oder emails verloren - schade. Dafür haben wir beim Verfassen von Texten mehr Zeit zur Verfügung. Der Text kann mehrmals gelesen und korrigiert werden und keinesfalls geht man ein gewisses Risiko ein, außer falsch verstanden zu werden.

Vor kurzem habe ich “gut gegen Nordwind” und “die siebente Welle” von Daniel Glattauer gelesen (wer gerne lacht, muß diese Bücher unbedingt lesen). Und kürzlich war erst der Film “email an dich” zu sehen. Hier kann man sehr gut nachvollziehen, wie intensiv eine Beziehung zwischen zwei Menschen werden kann und somit das Internet seine Vorteile zur Geltung bringt.
Derzeit macht mir vor allem Sorge, dass viele zwischenmenschliche Beziehungen und Freundschaften unter dem allgemein verbreiteten Zeitmangel leiden. Als alleinerziehende Mutter habe ich dieses Kommunikationsmittel erfolgreich eingesetzt, um den Kontakt zu meinem Freundeskreis aufzubauen, aufrecht zu erhalten und sogar zu verbessern. Zuerst stand ich der Plattform “Facebook” sehr skeptisch gegenüber. Aber nach intensivem Auseinandersetzen bin ich überzeugt, dass man in der vernetzten Welt “Facebook” unter Berücksichtigung ein paar Spielregeln sehr vorteilhaft einsetzen kann. Allerdings gebe ich zu Bedenken, dass für viele diese Art der Vernetzung zum Teil sogar unüberschaubar geworden ist.

Frederique Vester läßt grüßen.

Was hat das alles mit dem virtuellen Keuschheitsgürtel zu tun?
Nun ich denke mir, dass die Kirche ihre Freude daran haben müßte. Wir können unsere Beziehungen aufbauen, unseren potentiellen Auserwählten besser kennenlernen und den Gefühlen freien Lauf lassen, ohne vorehelichen Sex zu betreiben oder gar ein Kondom zu verwenden ;-)

Was kann uns Eltern schon besseres passieren - lassen wir unsere Kinder doch einfach Chatten! Für alle Eltern hier der Link zu den wichtigsten emoticons: der Code der LOL Generation

Die Seele und (Sehn)sucht

geschrieben von: doalittle - am 3. Oktober 2009
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Warum haben wir eigentlich Angst uns zu spüren? Ich weiß es nicht? Heute habe ich offensichtlich die Sturmzeit erlebt und die Kinder haben es genossen. Mama war ausgelassen wie schon lange nicht und wir haben eine Menge miteinander gelacht. Bei mir hat der Alkohol Gott sei Dank blos die Auswirkung, extrem müde zu werden. Davor bin ich aber für die Kinder fast wie ein Clown. Das heißt nicht, dass diese Wirkung bei jedem so ist. Heute habe ich mich beim Sturm einfach nicht  zurückhalten können.
Nun heißt es, ab in die Federn und mit den Kindern genüsslich einschlummseln. Warum aber greifen wir überhaupt zu Suchtmitteln?
Wahrscheinlich ist ein Gefühl der Unbeholfenheit im Spiel? Oder ist es einfach nur die Angst davor sich zu spüren? Nicht immer fühlen wir uns glücklich, obwohl wir uns danach sehnen. Oder wir haben Sehnsucht nach Geborgenheit. Ist das der Grund warum wir nach Ersatzgenußmitteln greifen? Ich weiß es nicht und hab es auch noch nicht genau studiert. Die Wiederkehr der Seele im wahrsten Sinne erfährt allerdings eine Rennaisance. Viele von uns sind ohne Glauben aufgewachsen. Und nun suchen wir nach spiritueller Erfüllung oder ähnlichem. Wir sind eben mehr als nur Körper. Uns umgibt mehr als nur Materie. Aber dies läßt sich nur schwer  beschreiben und begreifen.

Viele meinen, die Augen sind der Fenster zur Seele. Aber wer kann uns schon so in die Augen sehen, damit er begreift, wie wir fühlen. Ich denke, dass ist nur selten der Fall. Und als ich einst das Gefühl hatte, es hat mir jemand in die Seele gesehen, habe ich es mit der Angst zu tun bekommen. Im wahrsten Sinne hat man meine  Privatspähre betreten. Gestern habe ich davon geträumt in den Armen eines geliebten Menschen eingeschlafen zu sein und bin in der Früh so entspannt und ausgeruht wie schon lange nicht mehr aufgewacht. Dieser hat wohl meine Seele erblickt und weiß auch in den Träumen mich zu berühren.

verliebt, verlobt, verheiratet …. geschieden

geschrieben von: doalittle - am 25. September 2009
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Die ganze Zeit überlege ich, wie ich wohl mit diesem Thema anfangen soll. Denn schließlich schreibe ich diese blogs, damit ich auch anderen Müttern meine Erfahrungen mitteile und vielleicht auch mal Feedback dazu erhalte.
Viele haben sich vielleicht schon gefragt, was soll die ganze Gefühlsduselei. Es hat aber lange gebraucht, bis ich all das, was ich in den vergangenen 18 Monatenerfahren habe, verarbeiten konnte.

Es war wie ein Puzzle, deren Seiten erst mal sortiert werden mußten. Dann sucht man sich ein Teil, womit man am liebsten anfangen möchte. Wie vielleicht treue LeserInnen bereits mitbekommen haben, erlebe ich die letzten zwei Jahre mit meinen Kindern als Alleinerzieherin mit allen positiven und negativen Seiten dazu.
Davor habe ich ca. 18 Jahre eine Beziehung mit meinem Mann geführt. Auch hier haben wir die eine und andere Krise erlebt. Jedes Mal, wenn wir eine Krise gemeistert haben, fühlte zumindest ich mich wieder ein wenig reifer und die Beziehung inniger. Viele betrachteten uns als beispielhafte Musterfamilie und hätten sich diese Entwicklung nie im Leben erträumt.

Mit einem Mal fühlte ich aber in meiner Bauchgegend, dass diese innige Beziehung vorbei war. Es war nicht eine Entwicklung, nein ganz plötzlich hatte ich dieses Gefühl. Vielleicht habe ich dieses Gefühl auch einfach zu spät wahrgenommen. Klar habe ich mitbekommen, dass die Geburt unseres Jüngsten mit allen Turbulenzen um
Übersiedlung, Weihnachten, beginnende Wirtschaftskrise, … die Beziehung nicht kalt ließ. Die Geburt habe ich nur knapp überlebt. Warum? Ich war einfach erschöpft - purer Sauerstoff hat mir die nötige Kraft gegeben und die Hebammen haben ihr Handwerk verstanden.

Der plötzliche Wintereinbruch und die neue Umgebung haben mich mit meinen Kleinen im trauten Heim einsam
werden lassen. Glücklicherweise hatte ich einen liebevollen Freundeskreis und selbstlose Helfer im näheren Umkreis. So hat eine liebe Familie mein Volksschulmädchen jeden Morgen mit zur Schule genommen. Und eine liebe Freundin hat mir schnellsten ein AuPair Mädchen vermittelt. Das war meine Rettung. Ein paar liebe Frauen haben mich regelmäßig jeden Mittwoch mit einem üppigen Frühstück besucht. Das hat mir die nötige Abwechslung und den Kontakt zu Erwachsenen gebracht.

Vor zwei Jahren dachte ich mir dann: “So, jetzt sind die Kleinen aus dem Gröbsten” und erfreute mich an den vielen schönen Seiten des Lebens. Besonders gefreut hat mich die Einladung meines Mannes nach Dublin. Ein Wochenende nur mit ihm allein. Und so reiselustig, wie ich schon immer war, freute ich  mich ganz besonders auf Irland, wo ich zum ersten Mal hinreisen wollte. Doch das Wochenende erlebte ich wohl anders als mein Mann. Für mich war es irgendwie ernüchternd und ich konnte noch nicht sagen warum. Selbst die Adventstimmung konnte mich an diesem Wochenende nicht aufheitern.

Zu dieser Zeit war mein Mann bereits ein halbes Jahr in Übersee. Davor hatten wir zwar auch schon eine Wochenendbeziehung gelebt und waren immer mit unserer Situation zufrieden. In Übersee war es jedoch anders. Wir sahen uns immer seltener und nach der Weihnachtszeit endeten plötzlich die regelmäßigen Gespräche und Chats über Skype. Erschreckend war die plötzliche Abreise vom gemeinsamen Schiurlaub. Aber schließlich hatte seine Boss einen Zusammenbruch und eine unaufschiebbare Konferenz verlangte seinen Einsatz. Also verbracht ich die letzten Urlaubstage alleine mit den Kindern und war froh unbeschadet heimgekommen zu sein. Doch zu dieser Zeit häuften sich unerklärliche Dinge, bis ich plötzlich ohne finanzieller Hilfe und ohne einer Krankenversicherung für die Kinder plötzlich dastand. Von einem auf den anderen Tag, packte ich mich selber am Schopf und zog mich aus dem Sumpf …
Ein Telefonat mit diversen juristischen Ratschlägen und einer Terminvereinbarung beim AMS - und schon hatte ich in der nächsten Woche ein Bewerbungsgespräch und 3 Tage später 2 Jobs an der Hand. Ich war plötzlich so voller Energie und Tatendrang, dass es jeden potentiellen Arbeitgeber einfach überzeugen mußte. So hatte ich binnen 2 Wochen mein erstes Gehalt am schnell eröffneten Konto, eine Krankenversicherung für uns alle und nicht zu vergessen, hatte ich endlich wieder Anspruch auf Familienbeihilfe (auf die ich zwar nie verzichtet habe - aber das ist eine andere Geschichte). Ein weiteres Jahr, noch ein paar Erlebnisse mehr und einen Urlaub hat es dann gebraucht, bis ich mich endlich zur Trennung entschieden habe. Am meisten erschüttert hat mich die Tatsache, dass mein Mann meinte, ein Mann müsse dahinter stehen - aber ja, nämlich ER !!!

Leicht habe ich es mir mit der Entscheidung sicher nicht gemacht - aber so bin ich auch offiziell allein. Jetzt muß nur noch das Behördliche erledigt werden. Ich hoffe, so rasch wie möglich, auf eine endgültige Regelung. Dies ist sehr wichtig für uns alle, vor allem für die Kinder. Bis zum Schluss dachte ich, Eltern haben die Pflicht gemeinsam die Verantwortung für die Kinder wahrzunehmen und war immer dazu bereit alles mir mögliche dafür zu unternehmen, meinen Partner zu verstehen und zu unterstützen. Dass er meine große Liebe ist, versteht sich von selbst. Deshalb ist dieser Schritt besonders schwierig, aber besonders wichtig, da ich sonst an den vielen Verletzungen und Kränkungen zugrunde gehen würde und schließlich fühle ich mich für die Kinder verantwortlich. Viele versuchen mich damit zu trösten, dass ich nicht allein mit dieser Situation dastehe. Aber ich sehe keinen Trost darin, denn für mich bedeutet es, dass ich hier gescheitert bin. Traurig ist vor allem, dass mein Partner, seitdem ich ihm von meinem Wunsch einer Trennung berichtet habe, überhaupt kein Wort mehr mit mir wechselt. Ich finde keine Kommunikation schlichtweg furchtbar und vor allem unfair. In jeder Geschäftsbeziehung werden Gespräche geführt, warum dann nicht in einer Partnerschaft. Wenn man 20 Jahre miteinander verbracht hat und mehrere Kinder gezeugt hat, sollte man miteinander sprechen können und seine Gefühle im Griff haben, oder?

Rezepte mit Glückshormon

geschrieben von: doalittle - am 4. September 2009
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Den ganzen Sommer über lese ich in den verschiedenen Zeitschriften Rezepte zum Thema Liebe, Flirten, Romanzen, …

Was erhoffen wir uns davon? Warum lesen wir diese Beiträge?

Es gibt ja doch kein Heilmittel gegen Liebeskummer und Herzschmerzen. Liegt es an dem Kind in uns? Wollten wir bloß nie abgenabelt werden? Vor einigen Jahren habe ich mein eigenes Geburtserlebnis im Traum wiedererlebt. Dies war so überraschend und so intensiv, dass es fast nicht in Worten ausgedrückt werden kann. Was habe ich danach bzw. währenddessen gefühlt?

ANGST – KÄLTE – EINSAMKEIT

Der Beginn des Erlebnisses war angenehm, wohlig und warm. Es erinnerte an das Sich treiben lassen im warmen Wasser des Meeres. Dann näherte ich mich langsam dem Licht und bekam Angst, denn die angenehme Wärme und das Wiegen hörte auf. Ich empfand überhaupt keine Schmerzen und das Licht empfing mich sehr schnell, aber es war auf einmal bitter kalt und ich fühlte mich unendlich einsam. Das machte mir große Angst.

Zu dieser Zeit wachte ich auf und wusste zuerst gar nicht, was mit mir los war. Dann erst merkte ich, wie ich zitterte und wie kalt mir war. Ich hatte große Sehnsucht nach der Nähe zu einem anderen Menschen, umarmt und gehalten zu werden – Zuflucht zu suchen, Liebe zu finden.

In diesem Moment hatte ich ein enormes Verständnis für meinen Jüngsten empfunden. Er war damals gerade 6 Wochen alt. Ihn verstand ich, bevor er noch zu schreien anfing und das Erlebnis machte mir auch klar, wie schön und rücksichtsvoll heute v.a. in Österreich in manchen Geburtskliniken vorgegangen wird.

Hebammen nehmen sich Zeit und dimmen das Licht. Es wird versucht eine angenehme Atmosphäre für Mutter und Kind zu schaffen und das Kind wird noch vor dem Abnabeln der Mutter auf den Bauch gelegt. Herrlich!

Leider hat diese sprachlose Kommunikation nicht bei all meinen Kindern so gut funktioniert, aber ich möchte jedem Mut zusprechen auf die Innere Stimme und das Bauchgefühl zu hören und nicht zu viel Zeit mit Ratgebern zu verbringen. Denn Zeit ist das Wichtigste und Bedeutendste, das wir unseren Kindern heute schenken können.

Liebe(n) ist schön

geschrieben von: doalittle - am 7. August 2009
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Schon mal verliebt gewesen?

Vielleicht schon im Kindergarten, der Schule oder gerade eben erst?

Wer kennt sie nicht – die Momente, in welchen wir zu keiner Konzentration fähig sind. Die Gedanken im Kopfe rotieren. Wir träumen! Der Puls beginnt in gewissen Momenten zu rasen oder man hat das Gefühl, zugeschnürt zu sein und keinen Ton herauszubringen. Und dann sagen wir Dinge, und wundern uns, wer gerade gesprochen hat! Man weiß einfach nicht mehr, was mit einem los ist. Man ist einfach von der Rolle! Oder wie es die Burschen sagen: Wow geil! (Das sagen zur Zeit gerade alle meine Kleinen – muß wohl „in“ sein ?!)

Wie schlimm muss dieser Zustand erst in jungen Jahren sein. Als Erwachsener hat man meistens, v.a. als Frau eine Busenfreundin, welcher man sich anvertrauen kann. Sie holt einen auf den Boden zurück und wir können alles von der Seele sprechen. Männer tun das grundsätzlich überhaupt nicht. Sie sitzen meist am Felsen und blicken in die Ferne – na heutzutage vielleicht doch eher vor dem Fernseher und zappen – offensichtlich die moderne Art der Meditation. Und wem vertrauen sich dann Kinder an?

Da ist ein gewisses Einfühlungsvermögen nötig und wir müssen ihnen das Gefühl vermitteln, ernst genommen zu werden. Meine beiden Töchter waren bereits verliebt und beide meinen, sie hätten bereits die Liebe ihres Lebens gefunden. Erst zu später Stunde, wenn sie die Gedanken und Gefühle nicht mehr für sich behalten können, dann vertrauen sie sich mir an und wünschen sich festgehalten zu werden und Sicherheit zu erfahren. Sie fühlen sich im Wagen einer Hochschaubahn gefangen und wechseln zwischen Glücksgefühl und Traurigkeit.

Da hatte ich die Idee ein kleines Buch zu besorgen. Schließlich kann meine ältere Tochter bereits seit einigen Jährchen selber lesen und so hat sie sich mit dem Thema: „Kunst des Liebens“ von Erich Fromm auseinandergesetzt. Es ist ein wunderbares Buch und gar nicht leicht umzusetzen. Viele Gedanken daraus kennen wir ohnehin, aber diese zu leben ist eine andere Sache. Für die Erwachsenen habe ich ein besonders Gutes entdeckt, welches das Thema von der wissenschaftlichen Seite betrachtet: „Warum wir Lieben“. Naja, auch wenn ich jetzt weiß, dass sich in meinem Gehirn ein wahres Feuerwerk abspielt. Beim Gedanken an die „Große Liebe“ hilft es manchmal doch nicht weiter, mit den aufgestauten Gefühlen zurecht zu kommen. Das braucht seine Zeit!

Meine jüngere Tochter ist vom Babyalter an schon sehr sinnlich gewesen und hat natürlich diese Erfahrungen bereits im Kindergartenalter mit Ihrer großen Liebe auskosten müssen. Kinder gehen so erfrischend natürlich mit diesem Thema um! Aber wenn sie mit ihren Gedanken und Gefühlen nicht mehr klar kommen, brauchen sie unsere Nähe, Ruhe eine Tasse Tee und viel Geduld, ihnen zuhören zu können und unser Verständnis. Das braucht Zeit! Manchmal kann einem ein Vertrauensarzt helfen. Bisher ist es mir glücklicherweise gelungen die Themen daheim zu besprechen. Ich hoffe, es bleibt so. Im wesentlich hilft es den Kleinen aufzuzeigen, dass wir im Leben vieles lieben können, wie z.B.: Tiere, Pflanzen, Naturschauspiele und nicht zu vergessen: das Leben!

Ein Satz unseres Pfarrers anlässlich einer Sonntagsmesse in den vergangenen Wochen hat mir dazu sehr gut gefallen: „Öffnet weiterhin Eure Herzen, auch wenn Ihr bereits verletzt wurdet. Nur dann leben wir!“

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