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Die Schule in dir

geschrieben von: Bettina Krankl - am 30. Juni 2010
Bettina Krankl

Heute ist ein Flugblatt ins Haus geflattert. Mit dem (etwas fragwürdigen) Slogan “Gratis aber nicht umsonst” wird darauf die interessensorientierte Mittelschule ab 2010/2011 in unserer Gemeinde beworben. Interessensorientiert. Hört sich gut an, denke ich. Da fällt mir plötzlich ein, was mir unlängst eine der Lehrerinnen aus meiner (mit diesem Beruf reich gesegneten) Verwandtschaft an den Kopf geworfen hat: „Du hast ja keine Ahnung, wie es in der Schule zugeht!” In einer Diskussion um Interessen- und Begabungsförderung in der Schule hatte ich mich nämlich zu einem leidenschaftlichen Plädoyer gegen das Sitzenbleiben hinreißen lassen… Und bevor sich hier bald alles nur mehr um Ferien und Urlaub dreht, möchte ich noch ein paar persönliche Gedanken zur Schule anmerken.

Die aktuelle öffentliche Auseinandersetzung rund um Gesamtschule, Ganztagsschule, neue Mittelschule und wie sie alle heißen, gefällt mir. Weil sie das Thema Schule wieder öffentlich diskutiert und es zu dem macht, was es ist: Etwas, das uns alle angeht. Jeder von uns verbringt zumindest neun Jahre in dieser Institution. Ich selbst genoss sie zwölf lange Jahre. Aber dass Lernen auch Spaß machen kann, habe ich erst an der Uni entdeckt.

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Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

Schule - der “Ernst des Lebens”?

In der Schulzeit war ich hauptsächlich damit beschäftigt, - mithilfe der dankenswerten gratis Nachhilfe eben dieser meiner Lehrer-Verwandten - in jenen Fächern über die Runden zu kommen, die mir überhaupt nicht lagen, allen voran Mathematik. Nicht zuletzt meine Mathe-Phobie ließ mich schließlich auch die Flucht nach vorn antreten und mich für den - damals so genannten - neusprachlichen Zweig am Gymnasium entscheiden. Trotzdem hieß es weiterhin 4 x Mathe pro Woche und demzufolge: Nur ein Mathe-freier Tag war ein guter Tag.

Motivieren statt bestrafen

„Da werden sie dir die Wadln schon viere richtn!” Dieser maßlos antiquierte, aber dennoch oft wiederholte Satz meines Vaters stand, wie in Stein gemeißelt, noch vor meinem allerersten Schultag. Heute träume ich von einer Schule, die Interessen und Begabungen fördert. Die anlagebedingte Minder-Begabung anstatt mit schlechten Noten oder gar Sitzenbleiben permanent zu bedrohen, wirkliche Förderung anbietet. Die nicht zum Versager abstempelt, sondern laut ruft:”Hier ist einer, der kann besonders gut die verschiedenen Grün- und Grau-Nuancen eines Birkenblattes aquarellieren!” Sollen wir alle an der Wirtschaftsuni inskribieren, um mit 40 auf den Selbsterfahrungstrip zu kommen? Produziert das nicht noch mehr von diesen ach so trendigen, aber für den Arbeitsmarkt eher fragwürdigen neuen Berufen wie Lebenscoach oder Hunde-Akkupunkt-Masseur?

In meiner beruflichen Laufbahn habe ich noch nie aufgrund von (guten) Noten einen Job bekommen oder nicht bekommen. Als Unternehmerin würde ich nicht auf die Idee kommen, mir von einem Bewerber Schulzeugnisse vorlegen zu lassen. Klar, auch in der paradiesischen Zeit als Studentin musste ich mich mit Nebenjobs über Wasser halten und ganz ohne Rechnen ging es da auch nicht. Auf die hohe Kunst der Wahrscheinlichkeitsrechnung (das Wort löst auch nach 20 Jahren noch Schaudern in mir aus) kann man beim Eis verkaufen oder Bücher auspreisen aber ganz gut verzichten.

Ich höre schon, was jetzt kommt: Dafür fehlt die Zeit. Der Stoff muss durch. Die Kinder brauchen den Druck. Aber kann ein Schulsystem, das für alle Beteiligten auf Druck aufgebaut ist, richtig und gut sein? Hat mein Kind ohne bezahlte Nachhilfe überhaupt noch eine Chance, dem Unterricht zu folgen? Sind Lehrer heute wirklich so überlastet, dass sie Schulhefte in den Urlaub mitschleppen müssen, um sie stoßweise am Hotelpool in Lignano zu korrigieren? Und was ist mit Pionierländern wie Finnland - belächelns- oder beneidenswert?

Das Leben, denke ich, verlangt uns allen, auch ohne Schule, genug Prüfungen ab. Lasst uns doch ein System finden, das unsere Kleinen wirklich auf das Leben nach der Schule vorbereitet. In dem soziale Fähigkeiten eine wichtige Rolle spielen. In dem sich jede(r) traut, zu den eigenen Anlagen zu stehen und diese auch zu verwirklichen, ohne Angst vor Konsequenzen und Versagen. In dem unsere Kinder sich zu selbstbewussten, aktiven und kreativen Individuen entwickeln können. Gewiss, einfach ist es nicht. Aber zumindest wäre die Schulzeit dann gratis, aber nicht umsonst. ;-)

Alles was mit Vögeln zu tun hat…

geschrieben von: doalittle - am 9. Mai 2010
doalittle

ups, natürlich meinte ich Vögel…deutsche Sprache ist wirklich eine schwierige Sprache. Alles was mit Vögel zu tun hat, war das Motto des Frühlingskonzertes verschiedener Chöre in unserem Ortszentrum. Ca. 75 Kinder waren anwesend und haben zu diesem Thema einstudierte Lieder und Canon zum Besten gegeben. Ein Chor hatte sogar einen Überraschungsgast mitgebracht - eine schwarze Henne. Obwohl es sich um Kinder im Volksschulalter handelte, haben sie die Lieder in verschiedenen Sprachen verständlich dargeboten und vor allem 3stimmig gesungen - laut, falsch und mit Begeisterung. Nein, nein das war jetzt nur gescherzt - ich selber war von der Vorstellung hingerissen und so manches Lied ist mir unter die Haut gegangen.

Nur eines hat mich etwas traurig gemacht - Normalerweise ist der Saal überfüllt und alle Sitzplätze nach kurzer Zeit vergeben. Und obwohl das Konzert erst um 18.30 Uhr angefangen hat, waren kaum Eltern anwesend, Sitzplätze sind leer geblieben und wären nicht ein paar Ehrengäste, Lehrer und Elternvereinsvertreter anwesend gewesen, hätten die Kinder vor einer wirklich geringen Anzahl von Zuschauern singen müssen. Ich war nicht nur überrascht, sondern vor allem traurig darüber. Es stimmt schon, dass ich auch nicht immer an allen schulischen Veranstaltung anwesend sein konnte, aber dann hatte ich zumindest eine Vertretung aus der Familie dort. Schließlich ist es doch eine besonders große Freude für Kinder Ihr Können zu präsentieren und mit allen Anwesenden den Auftritt zu feiern und zu würdigen. Mein Mutterherz macht es einfach stolz, zu sehen, wie viel Freude die Kleinen auf der Bühne haben können und meist auch keine Scheu vor einem öffentlichen Auftritt zeigen.

Ich werde nie die strahlenden Augen meines Jungen anlässlich einer Weihnachtsvorstellung im Kindergarten vergessen, als er mich in der 3. Reihe entdeckt hat und überwältigend die Rolle des Sterns wahrgenommen hat. Leider werden solche Veranstaltungen nur mehr selten organisiert, da sie meist unbedankt und wirklich zeitaufwendig in der Vorbereitung sind. Daher genieße ich umso mehr, wenn meine Kleinen die Möglichkeit dazu haben. Viele fühlen sich gegen Schulschluss besonders gestresst - so viele Termine heisst es da. Wir haben in unserer Familie hier Prioritäten vergeben und so sehen wir jeder Veranstaltung entspannt entgegen. Für mich ist es sogar eine Einstimmung auf die Ferien und die warme Jahreszeit. Abends haben wir keine Eile, da die Kinder erst bei Dunkelheit Müdigkeit verspüren und morgens meist mit dem Sonnenaufgang wieder aufwachen. Unsere gesamte Familie kann soziale Kontakte auffrischen, pflegen und neue knüpfen. Aus manchen Bekanntschaften werden manchmal sogar intensive Freundschaften. Und ganz besonders freue ich mich immer wieder, wenn mich die Kleinen unter den Zuschauern entdecken und ein Hauch von Freude und Glück über Ihr Gesicht huscht. Meistens verschwindet die anfängliche Anspannung und macht der Begeisterung Platz. Besonders lustig war ein Erlebnis mit dem kleinen Bruder, welcher einen unbeobachteten Augenblick, da ich die Kamera bediente, ausnutzte und zu seiner großen Schwester auf die Bühne stürzte. Nur mit Mühe war er wieder wegzubekommen und hat das Publikum zum Lachen gebracht. Leider bekam ich große Vorwürfe damals zu hören, welche ich heute nicht mehr so ernst nehmen würde. Damals war mein Nervenkostüm nur leider sehr dünn, da es die erste Veranstaltung für mich ohne Begleitung meines Ehemannes war und ich mit meinem kleinen Baby und unterdrückten Tränen den Saal rasch verließ, um meine aufbrausenden Gefühle in der kalten Winternacht wieder zum Beruhigen zu bringen.

Rückblickend war es gar nicht das erste Mal - aber im Bewusstsein habe ich damals vieles das erste Mal wahrgenommen. Daher kann ich nur jeden darauf hinweisen, die verschiedenen Lebensabschnitte, vor allem mit den Kindern, stressfrei und bewusst zu verbringen - denn realistisch gesehen, kann man fast auf der Hand die Anzahl der Weihnachtsfeiern, Schulabschlüsse etc. abzählen, welche wir mit den Kindern gemeinsam feiern dürfen. Dies sehe ich auch im Erleben der Jahreszeiten, nachdem ich mal abgezählt habe, wie viele ich vielleicht noch erleben werde, wenn ich von der durchschnittlichen Lebenserwartung mal ausgehe.

Und so erfreue ich mich an jedem Gewitter, jedem Sonnenauf- oder Untergang, jedem Schneefall. Und wenn es die Zeit zulässt, können wir von den Kleinsten besonders viel lernen, wie viel Freude sie an den Kleinigkeiten in der Umgebung haben - minutenlang stehen sie vor einer Lacke und beobachten die auseinanderrollenden Wasserwellen beim Heineintippen. Oder wie schnell füllen sich die Gummistiefel mit Wasser, wenn sie in den Lacken herumhüpfen. Am Besten hat mir immer gefallen, wie viel Freude sie daran haben im Regen herumzuhüpfen und die eigenen Haare nasser werden zu fühlen. Von den Wimpern hingen die Tropfen und die Kleidung klebte immer mehr auf ihrer Haut. Je schwerer die Kleider wurden, umso langsamer wurden die Bewegungen. Danach haben sie sich unter der dampfenden Dusche oder im warmen Bad wiedererwärmt. Der Hunger war riesig und die Nachtruhe entspannend. Schon vor Jahren habe ich festgestellt, dass Zeit in unserer heutigen Gesellschaft und hiesigen Kultur das wichtigste Gut ist. Viele haben diese nur sehr spärlich. Aber sehr viele pfropfen Ihren Terminkalender sicher unnötig voll. Wenn ich z.B. FreundInnen meiner Kinder zum Spielen einladen möchte, muss ich manches mal für viele Wochen im voraus dort anfragen - wo bleibt da die Spontaneität - aber glücklicherweise ist das nicht bei allen so.

Ich freue mich in jedem Fall schon auf die nächste Veranstaltung meiner Kinder - nach dem Motto: let’s meet again

Er liebt mich. Er liebt mich nicht. Liebe im Internet

geschrieben von: doalittle - am 26. April 2010
doalittle

War es noch letztes Jahr der virtuelle Keuschheitsgürtel widme ich mittlerweile meine Aufmerksamkeit den vielen Möglichkeiten neuer Medien zu. Nun gut - ich bin sicher nicht erfahren in dem Gebiet der Kontaktaufnahme per Inserat, Agentur und neuerdings Internet. Da wäre die Frage nach einem passenden Kosenamen, einem aktuellen natürlich etwas retuschierten Foto und der wahrheitsgetreuen Beantwortung der Profilbeschreibung oder Fragen, welche tiefenpsychologische Wahrheiten ans Tageslicht bringen sollen – die Computer berechnen dann auch die Trefferquote und empfehlen die Kontaktaufnahme zu dem möglichen passenden Prinzen ;-)

Natürlich habe ich aus reinem Interesse so manche Inserate gelesen und mich nur gewundert, wer darauf antwortet und wie viel Arbeit das sein muss. Und dass es auch mit den modernen Methoden Arbeit ist, kann ich nur bestätigen. Per Zufall bin ich vor kurzem auf eine derartige Internetseite gekommen und muss sagen, dass es mich so manches Mal auch erheitert hat. Was bringt uns allerdings dazu, diese Form zu wählen, wenn wir Menschen kennenlernen wollen. Ich denke, dass hier jeder einzelne ein bestimmtes Ziel verfolgt. Der eine sucht Trost, Abwechslung, den Kick und vielleicht doch seinen Traumpartner für die Zukunft, manche meinen sogar für die Ewigkeit ;-)

Da fällt vielleicht sogar der Blick auf das neueste Buch Internet Love Affair, das ich leider noch nicht gelesen habe - wer weiß, vielleicht eröffnet es auch für die nächste Jahrzehnt-Altersgruppe neue Möglichkeiten und wir lernen wieder dazu.

Damit ich aber überhaupt mitreden kann, musste ich mir mal Zeit nehmen und ein Profil erstellen. Zuerst war dies gar nicht so leicht und irgendwie dürfte ich auch keine Übung darin haben. Von manchem hört man, dass hier eine beachtliche Kontaktanzahl möglich ist, nicht so in meiner sogenannten Flirtbox - was für eine originelle Bezeichnung einer Inbox. Ich habe zuerst in einem Ratgeber studiert, was empfohlen wird und muss sagen, dass ich den Tipps nur beipflichten kann. Denn viel zu schnell gibt man die Anonymität auf und ist somit geoutet. Vielleicht ein fataler Fehler? Das kann ich noch nicht sagen. Allerdings bekam ich viele unterschiedliche Profile zu lesen. Hin und wieder fühlte ich mich doch tatsächlich angesprochen - die Macht der geschriebenen Worte übte hier offensichtlich einen Einfluss auf meine Emotionen aus. Dies bewirkte teilweise eine weitere Kontaktaufnahme mit den Auserwählten. In Wahrheit kommt es mir wie ein virtuelles Spiel vor, indem wir allerdings ein paar Regeln beachten sollten. Deshalb habe ich mir auch ein neues email-Konto angelegt, womit ein weiterer anonymer email-Verkehr möglich ist. Aber ab wann ist der richtige Zeitpunkt für ein “Blinde Date”? Ich weiß es einfach nicht! Über den Ausgang eines Treffens entscheiden so viele Faktoren, wie z.B. die Erwartungen, Tagesverfassung, Erfahrungen und natürlich die sogenannte Erleuchtung. Leider fehlte mir aufgrund der Kinder einfach schlichtweg die Zeit mehr Erfahrung zu sammeln und die Kontakte zu intensivieren - tja einem typischen Single (ohne Kind) sind diese Fakten wahrscheinlich fremd.

Fakt ist, dass ich mich nicht allein in ein fremdes Lokal begeben würde. Ein anschließender Termin hilft wenn nötig die Flucht zu ergreifen ohne verletzend zu wirken. Eine Vertrauensperson sollte in der Nähe sein bzw. Bescheid wissen - ein sogenannter white angle. Manchmal gehe ich in das Lieblingslokal meiner Heimatstadt. Leider ist es ein gewaltiger Unterschied, ob ich als Frau oder als Mann ein Lokal nächtens allein betrete. Als Frau sollte man nicht auf das unsichtbare Schild vergessen: Nimm mich! Amüsier dich! Unsere männlichen Zeitgenossen haben offenbar nicht dieses Problem. Daher bevorzuge ich es natürlich mit FreundInnen auszugehen, was natürlich das Kennenlernen anderer Menschen etwas erschwert, aber nicht zwingend notwendig ist. Wo bleiben heute die Gelegenheiten als Mutter Kontakte zu knüpfen?

Versuchen wir diese mal aufzuzählen:

Am Arbeitsplatz: beim Meeting, Geschäftstermin, Scanner (ehemals Kopierkammerl), in der Kantine….

In der Freizeit: beim Trainieren, beim Seminar, beim Bummeln, beim Besuch eines Museums …

Mit den Kindern: im Freibad, in der Musikschule, am Fußballplatz, beim Elternsprechtag, bei Kindergeburtstagsfeiern, beim Kinderarzt, …

oder vielleicht doch im Urlaub ?

Bitte nennt mir noch welche, wenn sie euch spontan einfallen ;-) Möglichkeiten gibt es sicher viele, aber dafür müssen wir sicherlich bereit sein und da stellt sich nun die Frage, ob wir den Zufällen nicht doch ein wenig auf die Sprünge helfen können. Und wie viel Flirten ist erlaubt? Als treue langjährige Ehefrau hat man da vielleicht so manche Startschwierigkeiten. Schließlich kenne ich nun den gewaltigen Unterschied zwischen früher, erfolgreich im Beruf, viel unterwegs, viele Abenteuer und nun daheim bei den Kindern, abhängig von einem Babysitter, dem Gesundheitszustand der Kinder, der Lebenslust u.v.m. – was mir am meisten fehlt ist die Möglichkeit der Spontaneität. Sobald daheim Kinder auf mich warten, sind den Möglichkeiten Grenzen gesetzt.

Manches mal denke ich mir sogar, nein, heute gehe ich nicht aus, denn ich bin viel zu müde und falle abends nur mehr tot ins Bett. Da bleibt nicht einmal mehr genügend Kraft für die gesamte Gutenachtgeschichte. Außerdem denke ich mir, wenn ich schon keinen Ehemann an meiner Seite habe, so werde ich mich hauptsächlich den Kindern widmen und Spaß am Leben kann man auch ohne Partnerschaften haben. Derzeit zählen für mich die guten Freundschaften, egal ob Mann oder Frau und diese akzeptieren auch die Kinder ohne Probleme. Letzthin habe ich sogar gelesen, das Studien dem Pflegen sozialier Kontakte das größte Glücksempfinden beimessen. Und sobald wir Glück ausstrahlen, ziehen wir magisch Menschen an und ermöglichen eher eine geglückte Romanze.

Glücklicherweise hilft uns das wärmer werdende Wetter beim Erwachen der Lebensgeister und der Lebensenergie. Wir werden kontaktfreudiger, unternehmungslustiger und mit ein wenig Humor, Herzlichkeit und Offenheit werde auch ich eine Menge lieber Leute kennenlernen – natürlich auch im Internet.

Was aber ganz sicher nicht übersehen werden darf, ist, dass wir alle auf der Suche nach der wahren großen Liebe sind. Davon handeln Milliarden von Büchern, Songs, Musicals, Opern, Operetten, Filmen etc. Der Mensch ist einfach nicht geboren, allein zu leben! Und das erinnert mich wieder an die wilden 80er - hoch leben die Schmetterlingsgefühle im Frühling!

Valentinstag - Die geheimen Sehnsüchte einer Single-Mum

geschrieben von: doalittle - am 15. Februar 2010
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valentineWohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen (Konfuzius). Und Herzen hat es in den vergangen Tagen sehr viele gegeben. Liebe Blicke, nette Worte, süße Versuchungen und herrliche Blumen - so haben sich viele zu verstehen gegeben, wie lieb sie jemanden haben.

Und trotzdem war ich heute nach einem wirklich netten Faschings-Frühschoppen und einer Familienmesse, zu welcher die Erstkommunionskinder unserer Gemeinde vorgestellt wurden etwas melancholisch. Das müssen die Kinder gemerkt haben und waren daraufhin sehr einfallsreich.
Ein bunter Vogel - er hatte nämlich bei diesen eisigen Temperaturen ein gelbes T-Shirt und eine orangefarbene Hose an, war natürlich groß, stark und hatte braunes Haar - hat für die Mami ein Päckchen hinterlegt. Der Tisch wurde mit einer blütenweißen Tischdecke bedeckt, ein paar Kerzen daraufgestellt und mittendrin das Päckchen mit rotem Bändchen platziert. Nach einem kleinen Erholungsnickerchen war ich wirklich gerührt über diese gelungene Überraschung und bald hat sich der bunte Vogel als das größte meiner Kinder entpuppt. Wir haben viel gelacht und gescherzt und die Melancholie war dahin. Trotzdem ist dieses Thema aber nicht aus meinem Kopf gewichen und beschäftigt mich von Zeit zu Zeit immer mehr. Nicht nur, dass ich immer mit dem Vater der Kinder gemeinsam vor hatte, die Kinder zu erziehen und vor allem groß zu ziehen, fühle ich mich selber derzeit sehr einsam. In den Jahren zuvor ist mir das überhaupt nicht aufgefallen, so sehr war ich in den alltäglichen Dingen gefangen. Jetzt sind die Kinder größer, wesentlich selbständiger und verantwortungsbewusster und ich habe wieder Zeitlücken, in denen ich wieder zu mir selber finden kann.

Und dann spüre ich tief in mir drin sitzend die Sehnsucht nach einer zweiten Hälfte, die mir wirklich sehr fehlt, und denke mir, so müssen sich auch verwitwete Partner fühlen. Offensichtlich weicht der Schmerz des Verlassen seins und macht Platz für Sehnsüchte, Wünsche, Hoffnungen. Und dann fällt mir auf, dass ich dabei wieder lächeln muss. Vielleicht waren es heute auch die Vögel, welche den Frühling sehnsüchtig herbeizwitscherten und die Hormone damit in Schwung bringen. In jedem Fall spüre ich die wachsende Abenteuerlust, Lebensfreude und Sehnsucht nach Wärme, Liebe, Geborgenheit, und viel viel mehr.

Natürlich bekomme ich als Mutter sehr viel Liebe und Wärme von den Kindern geschenkt, aber die Liebe zu einem und von einem Partner ist einfach etwas ganz anderes und schließlich werden die Kinder irgendwann einmal wieder flügge und ich selber möchte mein Leben weiterleben und genießen mit allen Vor- und Nachteilen, Höhen und Tiefen, Glücksmomenten und Schmerzen, einfach mit allem was dazu gehört. Schon seit längerem habe ich die Texte von sozialdynamic auf Facebook verfolgt und war sehr beeindruckt von den bravourös geschriebenen Texten. Allerdings frage ich mich manchmal wo sich diese Möglichkeiten ergeben. Gerade im Winter, wo die Einsamkeit am stärksten empfunden wird, ist man als Mutter meist mit Krankenschwesterntätigkeiten oder Chaffeurdiensten eingesetzt. Das Wetter macht einem so manchen Ausflug unmöglich oder der Babysitter steckt irgendwo im Schnee fest.

So bleibt mir die Hoffnung, dass der Frühling nicht mehr lange auf sich warten lässt und ich alles was ich in den letzten Monaten gelesen und überlegt habe in die Tat umsetzen kann und voller Kommunikationsfreude auf viele Menschen zugehen werde. Schmunzelnd habe ich heute die Kinder diskutieren gehört, wo und wie sie mir dabei helfen werden, einen Mann zu finden ;-) Offensichtlich haben sie Hoffnung, damit auch einen Vater zu bekommen.

Free HUG - Diamanten der Freundschaft

geschrieben von: doalittle - am 6. November 2009
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Neuerdings kann man sich auf dem Stephansplatz eine kostenfreie Umarmung gönnen. Manche finden das vielleicht amüsant. Für mich stellt es ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft dar und will darauf hinweisen, wie gefühlsarm wir leben und welche emotionale Kälte uns manchmal umgibt.

Gerade zu dieser Jahreszeit empfinden wir den Kälteeinbruch als sehr störend. Selber werde ich manchmal etwas wehmütig, wenn ich den Duft wahrnehme und regelrecht weiß, jetzt hat der Herbst begonnen. Es ist immer wieder aufs Neue ein Abschied nehmen – Abschied von der Blumenpracht, den frischen Knospen der Blüte, dem fröhlich wuchernden Unkraut. Natürlich hat der goldene Herbst, sowie die reichliche Ernte seinen Reiz und wenn uns wie dieses Jahr die Sonne einen Aufenthalt im bunten Blätterwald oder den Weinbergen gönnt, dann fühle ich mich etwas getröstet von der Farbenpracht und dem besonderen Glanz des Sonnenlichts. Sobald aber der starke Wind die letzten lieblichen Blätter gnadenlos von den bald kahlen Zweigen reisst, weiß ich, dass der Winter in schnellen Schritten kommt.

Heuer ist der Herbst ein Besonderer. Lange Zeit habe ich diese intensiven Wechsel der Jahreszeiten vermisst und diesmal haben sie sich in all ihren Vorzügen gezeigt. Die dicke Nebeldecke lädt zum Verweilen im warmen Zuhause ein und man hat das Bedürfnis sich jemandem anzuvertrauen, ihm die Geheimnisse der erlebten Monate oder eines Lebensabschnittes zu erzählen. Es ist ein Abschied nehmen von vielen Dingen, verarbeiten und die Aussicht auf einen Neubeginn im kommenden Frühjahr mit aller Frische, Zuversicht und Selbstvertrauen. Doch manches Mal tut hier einfach eine feste Umarmung gut. Sie gibt uns eine Menge Kraft und das Gefühl nicht allein zu sein. Und da liegt, denke ich das Hauptproblem. Im Herbst und Winter müssen wir unseren Schweinehund überwinden, um uns von unserer warmen Höhle zu entfernen. Tun wir dies nicht, verweilen wir oft alleine in dieser Höhle und wir müssen schon ein sehr gesundes Selbstbewusstsein haben, um in dieser Einsamkeit Kraft schöpfen zu können. Je nach den erlebten Situationen fällt uns das mal leicht und dann auch widerrum besonders schwer, wenn nicht sogar unmöglich.

Natürlich ist auch nicht jede Umarmung gleich – je nach Wahrnehmung bei der betroffenen Personen kann es bis zu einer Verschmelzung beider Auren kommen und das ist einfach wunderbar. Wer wissen will, wie sich das anfühlt, sollte vielleicht einfach mal anfangen öfters zu umarmen. Wovor haben wir Angst – vor der Ansteckung an der Schweinegrippe ;-) – nein, na dann, los geht’s – fangen wir einfach an. Ich werde in jedem Fall meine Kleinen jetzt ganz bewusst immer wieder umarmen. Und zwar bewusst und ohne zeitlichen Druck und GENIESSEN.

Es war einmal …

geschrieben von: doalittle - am 14. August 2009
doalittle

vor langer Zeit ein 9-jähriges scheues Mädchen. Nachdem es in der Fremde mit einer anderen Muttersprache aufwuchs, lernte es zuerst die Umgebung zu beobachten. Es war nicht introvertiert – nein – nur zurückhaltend und nachdenklich. Es fiel dem Mädchen nach einiger Zeit nicht mehr schwer die richtigen Worte zu finden und bald fand es ein paar Freunde in der Umgebung. Der Natur und den Tieren war sie von klein auf sehr zugetan, denn da brauchte man kaum Worte. Viele Spiele ließen sich schnell erfinden und sie bewunderte die größeren Kinder.

Eines Tages musste sie feststellen, dass ihr Vater die Familie verließ und dies leider nicht ganz gewaltfrei vollzog. Nicht dass sie ihn vermisste, er war ohnehin kaum daheim und daher war es ihr egal ob er noch persönliche Sachen in der gemeinsamen Wohnung hatte oder nicht. Sorgen machte sie sich vor allem um ihre Mutter. Sie saß viele Nachmittage in der Küche und hörte sich ihre Geschichten an und so geschah es, dass dieses 9-jährige Mädchen bereits in ihrer Entwicklung viel weiter war als so mancher Teenager. In den Sommerferien wurde das Mädchen gefragt, ob es mit dem Vater mit auf Urlaub fahren möchte und nachdem die Reise an den Atlantik führte und das Mädchen das Wasser über alles liebte, konnte es nur jubelnd zustimmen. Schließlich würde sie die Melonenernte , das Versteckspielen im hohen Gras, das Meeresrauschen erleben dürfen. Schnell war der Koffer gepackt, denn vieles besaß das Mädchen nicht und die Mutter trennte sich nur schweren Herzens, was das Mädchen gar nicht verstand. Die Reise dauerte 3 Tage und war sehr beschwerlich. Am Ziel angekommen wurde sie mit einem wunderbaren Regenbogen begrüßt und das Mädchen genoss das Leben auf einem französischen Bauernhof mitten im Hochsommer. Die Hitze machte ihr nichts aus, denn da konnte sie sich und die Umgebung richtig gut wahrnehmen. Die Nadeln der Föhren am Boden waren spitz und die Füße wurden massiert vom heißen Sand. Bald hatte sie sich an das barfuß gehen gewöhnt und die Spaziergänge zur Küste waren immer die Schönsten. Doch dann schickte der Großvater, sie und ihren Vater samt Anhang fort – er war dem Vater auf die Schliche gekommen, dass er mit einer hochschwangeren Freundin unterwegs war und die Mutter des Mädchens nicht davon Bescheid wusste. Er verlangte, das Mädchen sofort nachhause zu bringen. Doch daraus wurde nichts. Sie übernachteten einige Tage auf einem Parkplatz in der Nähe der Dünen am Atlantik. Da das Mädchen noch sehr klein war, musste es im Kofferraum übernachten. In der ersten Nacht kauerte sie sich hinein, konnte jedoch keinen Schlaf finden und schlich aus dem Kofferraum in die dunkle Nacht. Sie kannte den Weg zum Wasser. Zuerst spürte sie den nicht mehr so heißen Sand unter den Sohlen und die vertrockneten allzu spitzen Nadeln. Dann war es nur mehr weicher angenehmer Sand. Bald war sie zwischen den Dünen am Wasser angekommen. Die Wellen umspielten ihre Füße und beim Rückzug des Wassers lies der Sand unter den Sohlen nach und es konnte kaum das Gleichgewicht halten. Bald hatte es aber das Gleichgewichtsspiel mit den Wellen heraus und erfreute sich daran, die Küste entlang zu schlendern. Hoch oben war der wunderbare Sternenhimmel. Auf der einen Seite das Rauschen des Wassers und auf der anderen Seite die meterhohen Dünen. An ein Erklimmen dieser war nicht zu denken, da einem der Sand ein Fortkommen bzw. Hochsteigen unmöglich machte. Das wusste das Mädchen, dennoch ließ es sich von der trügerischen Schönheit nicht beirren und spazierte weiter. Plötzlich kam die Flut. Es war ein immer lauter werdendes Rauschen. Das kannte das Mädchen gut – doch es war dunkel und es war noch nie so weit gelaufen. Die Flut kam verdammt schnell. Sie lief so schnell sie konnte zurück. Ein paar Male fiel sie hin. Der verbleibende Streifen zwischen den heranrollenden und schäumenden Wellen und den Dünen wurde schnell immer schmäler und der Weg war noch weit. Immer schneller und schneller lief das Mädchen. Eine schnelle Läuferin ist sie schon immer gewesen. Jetzt war es wichtig und das wusste sie in diesem Moment. Zuletzt lief sie schon im Wasser und die Wellen umfassten bereits ihre Füße und ein Sog wollte sie ins Meer zurücknehmen. Sie kämpfte gegen diesen Sog an – sie liebte das Wasser – ja – aber sie liebte auch ihr Leben! Da erblickte sie im letzten Moment den rettenden Weg durch die Dünen und sprang mit allerletzter Kraft ein paar Mal höher bis sie die Wellen hinter sich ließ. Nun sank sie zu Boden und konnte dem Tosen in sicherem Abstand beiwohnen. Da entdeckte Sie den großen Mond am Horizont und wunderte sich über ihren Leichtsinn.

Das Herzklopfen wurde wieder ruhiger und als sie so dasaß – Ihre Beine eng umschlungen hatte, stellte sie fest, dass sie ihr Freundschaftsbändchen um den Knöchel im Kampf gegen die Wellen verloren hatte. Sie hatte dem gewaltigen Atlantik ihr Leben gegen das Bändchen eingetauscht und war froh darüber. Nun wusste sie, dass sie noch viele Kämpfe in ihrem Leben bewältigen wird können. Sie nahm die Herausforderung mit großer Freude und einem Lächeln an.

Liebe(n) ist schön

geschrieben von: doalittle - am 7. August 2009
doalittle

Schon mal verliebt gewesen?

Vielleicht schon im Kindergarten, der Schule oder gerade eben erst?

Wer kennt sie nicht – die Momente, in welchen wir zu keiner Konzentration fähig sind. Die Gedanken im Kopfe rotieren. Wir träumen! Der Puls beginnt in gewissen Momenten zu rasen oder man hat das Gefühl, zugeschnürt zu sein und keinen Ton herauszubringen. Und dann sagen wir Dinge, und wundern uns, wer gerade gesprochen hat! Man weiß einfach nicht mehr, was mit einem los ist. Man ist einfach von der Rolle! Oder wie es die Burschen sagen: Wow geil! (Das sagen zur Zeit gerade alle meine Kleinen – muß wohl „in“ sein ?!)

Wie schlimm muss dieser Zustand erst in jungen Jahren sein. Als Erwachsener hat man meistens, v.a. als Frau eine Busenfreundin, welcher man sich anvertrauen kann. Sie holt einen auf den Boden zurück und wir können alles von der Seele sprechen. Männer tun das grundsätzlich überhaupt nicht. Sie sitzen meist am Felsen und blicken in die Ferne – na heutzutage vielleicht doch eher vor dem Fernseher und zappen – offensichtlich die moderne Art der Meditation. Und wem vertrauen sich dann Kinder an?

Da ist ein gewisses Einfühlungsvermögen nötig und wir müssen ihnen das Gefühl vermitteln, ernst genommen zu werden. Meine beiden Töchter waren bereits verliebt und beide meinen, sie hätten bereits die Liebe ihres Lebens gefunden. Erst zu später Stunde, wenn sie die Gedanken und Gefühle nicht mehr für sich behalten können, dann vertrauen sie sich mir an und wünschen sich festgehalten zu werden und Sicherheit zu erfahren. Sie fühlen sich im Wagen einer Hochschaubahn gefangen und wechseln zwischen Glücksgefühl und Traurigkeit.

Da hatte ich die Idee ein kleines Buch zu besorgen. Schließlich kann meine ältere Tochter bereits seit einigen Jährchen selber lesen und so hat sie sich mit dem Thema: „Kunst des Liebens“ von Erich Fromm auseinandergesetzt. Es ist ein wunderbares Buch und gar nicht leicht umzusetzen. Viele Gedanken daraus kennen wir ohnehin, aber diese zu leben ist eine andere Sache. Für die Erwachsenen habe ich ein besonders Gutes entdeckt, welches das Thema von der wissenschaftlichen Seite betrachtet: „Warum wir Lieben“. Naja, auch wenn ich jetzt weiß, dass sich in meinem Gehirn ein wahres Feuerwerk abspielt. Beim Gedanken an die „Große Liebe“ hilft es manchmal doch nicht weiter, mit den aufgestauten Gefühlen zurecht zu kommen. Das braucht seine Zeit!

Meine jüngere Tochter ist vom Babyalter an schon sehr sinnlich gewesen und hat natürlich diese Erfahrungen bereits im Kindergartenalter mit Ihrer großen Liebe auskosten müssen. Kinder gehen so erfrischend natürlich mit diesem Thema um! Aber wenn sie mit ihren Gedanken und Gefühlen nicht mehr klar kommen, brauchen sie unsere Nähe, Ruhe eine Tasse Tee und viel Geduld, ihnen zuhören zu können und unser Verständnis. Das braucht Zeit! Manchmal kann einem ein Vertrauensarzt helfen. Bisher ist es mir glücklicherweise gelungen die Themen daheim zu besprechen. Ich hoffe, es bleibt so. Im wesentlich hilft es den Kleinen aufzuzeigen, dass wir im Leben vieles lieben können, wie z.B.: Tiere, Pflanzen, Naturschauspiele und nicht zu vergessen: das Leben!

Ein Satz unseres Pfarrers anlässlich einer Sonntagsmesse in den vergangenen Wochen hat mir dazu sehr gut gefallen: „Öffnet weiterhin Eure Herzen, auch wenn Ihr bereits verletzt wurdet. Nur dann leben wir!“

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