Artikel-Schlagworte: „Hallenbad“

Viva Vivarium

geschrieben von: Edith Schillinger - am 28. Februar 2010
Edith Schillinger

 „Wir gehen mit Piranhas schwimmen”, haben meine beiden Kids  ihren Freunden vor unserer Abreise unter die Nase gerieben. Das war zwar etwas waghalsig formuliert, doch im Grunde kommt es der Realität schon ziemlich nahe, was unser Besuch im steirischen Vivarium auch beweist. In Mariahof (Bezirk Murau) rühmt man sich schließlich, mit dem Vivarium 2005 eines der innovativsten Ausflugsziele Österreichs geschaffen zu haben. Und tatsächlich - was hier unter dem Motto “Was(s)erleben” geboten wird, ist wohl einzigartig… doch alles schön der Reihe nach:

Zum ersten fungiert das Vivarium als Informationszentrum der Naturparkregion Zirbitzkogel-Grebenzen, wobei im frei zugänglichen Obergeschoß des langgestreckten und raffiniert geplanten Gebäudes etliche Schautafeln, Hörstationen und interessante Exponate Aufschluss über Fauna, Flora, Entstehung und Bedeutung des Naturparks geben.

„Huch, ein Huchen!” … Astrid staunt nicht schlecht, dass es derart riesige Fische in unseren Gewässern gibt. Angeblich ist mal einer mit 1,80 m Länge gefangen worden. Oder habt ihr gewusst, dass Fische auch seekrank werden können? Das und vieles mehr über die heimische Fischwelt erfahren wir in der Ausstellung „Wasserwelten”, wo uns in mehreren Schauaquarien die Lebensräume Quelle, Bach, Tümpel, Teich, Fluss und See näher gebracht werden.

Von hier spazieren wir weiter ins feucht-schwüle Herzstück der Anlage, in den tropischen Regenwald. Dem Artenreichtum im Amazonasgebiet ist dieser aufwändig gestaltete Bereich mit üppiger Vegetation, Wasserfall und unebenen Pfaden gewidmet. Wir sehen Vogelspinnen, Schlangen, Giftpfeilfrösche, ein Chamäleon, einen Leguan und ein regungsloses Kaiman-Pärchen. Zu den Highlights für die Kids zählen allerdings die putzigen Weißbüscheläffchen, samt drei Tage altem Baby (es hat uns angegähnt - herzallerliebst!), gefolgt von den echt großen Amazonasfischen, wie Gabelbart (die sind mit 1,20 m Länge größer als Gregor), Pacu oder eben dessen kleinere Verwandte, die Piranhas, die in einem gläsernen Tunnel über uns träge im Wasser zu schweben scheinen.

Und jetzt kommt das Besondere und in den Augen der Kids das absolut Coole am Vivarium: diesem „Wasserzoo” ist zusätzlich ein Erlebnisbad angeschlossen, wobei man vom Hallenbad durch mehrere Sichtfenster in den Regenwald rüberschauen kann. Diese Kombination hat was! Und so schwimmen auf der einen Seite der Glaswand die Amazonas-Fische und auf der anderen die Menschen im Wasser. Wäre schon interessant zu erfahren, was sich die Fische bei unserem Anblick so denken… Leider können sich die beiden Kaimane nicht dazu aufraffen, mit einem Bauchfleck ins Wasser zu tauchen, denn in deren Becken sieht man direkt vom Pool aus. Eine tropische Grottendusche auf der Galerie darüber ermöglicht überdies, nochmals einen Blick auf die Piranhas zu werfen.

Während die Kids und ihr Papa noch vergnügt im Schwimmbecken plantschen, sich in aufgewühlte Sprudel schmeißen oder durch die Wasserfalldusche tauchen, schaue ich auf einen Sprung in den Saunabereich im Obergeschoß, wo ich mich für das Dampfbad erwärmen kann. Und während Körper und Geist angenehm benebelt werden, entführen mich meine Gedanken wieder mitten rein in den feucht-heißen, tropisch-dampfenden Dschungel Südamerikas…

Master Blaster - generationenübergreifend

geschrieben von: Edith Schillinger - am 22. Januar 2010
Edith Schillinger

Sag mir, woran du bei „Master Blaster” denkst, und ich sage dir, wie alt du bist:
Mitglieder der Elterngeneration 30+(+) werden sich vielleicht noch an den gleichnamigen 1980er Hit von Stevie Wonder erinnern. Jugendliche denken dabei vermutlich eher an eine deutsche Techno-Musikgruppe, die alte Italo-Disco-Hits als Dance-Versions in die Clubs bringt …. (keine Panik, ich geb’s ja zu - das hab ich auch erst im www recherchieren müssen). Aber die Jüngsten unter uns werden wohl mit Master Blaster als Synonym für Wasser-Rutsch-Vergnügen aufwachsen…

Während man auf jeder herkömmlichen Wasserrutsche der Schwerkraft gehorchend kontinuierlich von oben nach unten unterwegs ist, ist das bei einem Master Blaster nämlich anders: Hier wird man auf Gummireifen sitzend durch einen starken Wasserschwall auch schon mal bergauf gespült (und ein locker sitzendes Bikini-Höschen gleich mit dazu). In einigen Freizeitparks in Deutschland oder Holland gibt es rasante Master Blaster-Anlagen, die an Hochschaubahnen erinnern. Eine gemäßigtere Version, die bereits für Kids ab 110 cm Körpergröße freigegeben ist, findet sich im Wiener Dianabad.

Gregor, 5 Jahre jung und grade mal 114 cm groß, steht am Startplatz, der prall gefüllte grüne Gummireifen, der mich an einen Donut erinnert, wartet auf ihn bzw. auf ihn und seinen Papa. „Nichts da - ich rutsch allein!”, beschließt er mutig, setzt sich in den Reifen und ab geht’s! Zuerst ein kurzes steiles Stück abwärts - dann wird er schon das erste Mal bergan gespült - rein in die Röhrenrutsche - eineinhalb Umdrehungen in absoluter Finsternis - endlich Licht am Ende des Tunnels - eine zweite Aufwärtspassage - rum um die Kurve - und mit Vollgas runter zum spritzigen Grande Finale! Welch ein Spaß!
Das nächste Mal rutscht Gregor trotzdem wieder gemeinsam mit Papa, weil es den Reifen beim Alleine-Fahren viel öfter um die eigene Achse dreht, als wenn mehr Gewicht mit an Bord ist.

Die Master Blaster-Rutsche ist allerdings nur eine von vielen Attraktionen im Dianabad, das wir bei unserem Besuch als richtiges Spaßbad erlebt haben. Wirklich, soviel Hetz hatten wir schon lange nicht in einem Hallenbad: Während der Rutschen-Sperre (sie ist jede Stunde für 30 Min. in Betrieb) haben wir uns die Gummireifen geschnappt und uns durch die lange „Auslaufbahn” treiben lassen. Im Nachhinein hat das den Kids sogar besser gefallen als die Rutsche selbst! Nächstes Highlight: das Wellenbad, das stündlich für ca. 15 Minuten angeworfen wird. Wer will, kann sich von den Wellen gleich in den Wildwasserkanal werfen oder sich in Richtung Piratenschiff spülen lassen. Witzig ist auch die Spiel- und Kletteranlage in einem eigenen Becken, mit Schleusen zum Auf- und Zudrehen zahlreicher Wasserspritzen. Außerdem macht das exotische Südsee-Flair Urlaubslaune.

Nur etwas wärmer könnte das Wasser bzw. die Luft heraußen schon sein! Aktiven Kids, die sich ständig bewegen, scheint das nichts zu machen - Mamas, die sich nur aufs Zuschauen konzentrieren oder Babys kommen da schon leichter ins Schlottern. Noch ein kleines Minus: die Gastronomie, die übrigens eine reiche Auswahl und einen tollen Rundum-Blick bietet, schließt bereits um 18 Uhr, während das Bad noch bis 20 Uhr offen hat. Einen Toast hat uns die nette Dame hinter der Theke zum Glück noch gezaubert, sodass wir unser Abendessen noch im Bad einnehmen konnten. Und das war gut so, denn bei der Heimreise sind die Kids selig eingeschlummert…