Schon mal verliebt gewesen?
Vielleicht schon im Kindergarten, der Schule oder gerade eben erst?
Wer kennt sie nicht – die Momente, in welchen wir zu keiner Konzentration fähig sind. Die Gedanken im Kopfe rotieren. Wir träumen! Der Puls beginnt in gewissen Momenten zu rasen oder man hat das Gefühl, zugeschnürt zu sein und keinen Ton herauszubringen. Und dann sagen wir Dinge, und wundern uns, wer gerade gesprochen hat! Man weiß einfach nicht mehr, was mit einem los ist. Man ist einfach von der Rolle! Oder wie es die Burschen sagen: Wow geil! (Das sagen zur Zeit gerade alle meine Kleinen – muß wohl „in“ sein ?!)
Wie schlimm muss dieser Zustand erst in jungen Jahren sein. Als Erwachsener hat man meistens, v.a. als Frau eine Busenfreundin, welcher man sich anvertrauen kann. Sie holt einen auf den Boden zurück und wir können alles von der Seele sprechen. Männer tun das grundsätzlich überhaupt nicht. Sie sitzen meist am Felsen und blicken in die Ferne – na heutzutage vielleicht doch eher vor dem Fernseher und zappen – offensichtlich die moderne Art der Meditation. Und wem vertrauen sich dann Kinder an?
Da ist ein gewisses Einfühlungsvermögen nötig und wir müssen ihnen das Gefühl vermitteln, ernst genommen zu werden. Meine beiden Töchter waren bereits verliebt und beide meinen, sie hätten bereits die Liebe ihres Lebens gefunden. Erst zu später Stunde, wenn sie die Gedanken und Gefühle nicht mehr für sich behalten können, dann vertrauen sie sich mir an und wünschen sich festgehalten zu werden und Sicherheit zu erfahren. Sie fühlen sich im Wagen einer Hochschaubahn gefangen und wechseln zwischen Glücksgefühl und Traurigkeit.
Da hatte ich die Idee ein kleines Buch zu besorgen. Schließlich kann meine ältere Tochter bereits seit einigen Jährchen selber lesen und so hat sie sich mit dem Thema: „Kunst des Liebens“ von Erich Fromm auseinandergesetzt. Es ist ein wunderbares Buch und gar nicht leicht umzusetzen. Viele Gedanken daraus kennen wir ohnehin, aber diese zu leben ist eine andere Sache. Für die Erwachsenen habe ich ein besonders Gutes entdeckt, welches das Thema von der wissenschaftlichen Seite betrachtet: „Warum wir Lieben“. Naja, auch wenn ich jetzt weiß, dass sich in meinem Gehirn ein wahres Feuerwerk abspielt. Beim Gedanken an die „Große Liebe“ hilft es manchmal doch nicht weiter, mit den aufgestauten Gefühlen zurecht zu kommen. Das braucht seine Zeit!
Meine jüngere Tochter ist vom Babyalter an schon sehr sinnlich gewesen und hat natürlich diese Erfahrungen bereits im Kindergartenalter mit Ihrer großen Liebe auskosten müssen. Kinder gehen so erfrischend natürlich mit diesem Thema um! Aber wenn sie mit ihren Gedanken und Gefühlen nicht mehr klar kommen, brauchen sie unsere Nähe, Ruhe eine Tasse Tee und viel Geduld, ihnen zuhören zu können und unser Verständnis. Das braucht Zeit! Manchmal kann einem ein Vertrauensarzt helfen. Bisher ist es mir glücklicherweise gelungen die Themen daheim zu besprechen. Ich hoffe, es bleibt so. Im wesentlich hilft es den Kleinen aufzuzeigen, dass wir im Leben vieles lieben können, wie z.B.: Tiere, Pflanzen, Naturschauspiele und nicht zu vergessen: das Leben!
Ein Satz unseres Pfarrers anlässlich einer Sonntagsmesse in den vergangenen Wochen hat mir dazu sehr gut gefallen: „Öffnet weiterhin Eure Herzen, auch wenn Ihr bereits verletzt wurdet. Nur dann leben wir!“
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