Peter Fox hat schon vom Haus am See gesungen und die Kinder haben letztes Jahr voller Begeisterung dazu getrommelt. Selber bin ich dabei die Renovierung unseres Hauses fertig zu bekommen. Dann habe ich per Zufall vom Haus im See, nämlich dem Neusiedlersee gehört und gedacht, da müssen wir hin. Was meine Kinder aber leider noch gar nicht kennen, dass ist das Haus des Meeres.
Und dort müssen wir wirklich so bald wie möglich zu Besuch. Selber kenne ich das Haus des Meeres von meinen Besuchen während der Schulzeit, habe aber in den letzten Jahren die Entwicklung nicht mehr weiterverfolgt. Nicht schlecht, staunte ich darüber, was alles aus einem Flakturm in Wien entstehen kann. Der besagte, steht in der Nähe der oberen Hälfte der Mariahilferstraße und bei Annäherung war ich fasziniert vom gläsernen Zubau auf beiden Seiten. Heute muss man nicht mehr im Regen vor dem Eingang stehen
um auf den Eintritt zu warten. Außerdem gibt es im Eingangsbereich versperrbare Garderobekästchen und einen Kinderwagenabstellplatz. Wer gerade im Winter eingemummt ein Haus mit teilweise tropischem Klima besucht, tut gut, seine wärmenden Utensilien im Garderobekästchen zu verstauen. Und dann staunte ich wieder.
Wir besichtigten das Haus von oben nach unten und leider kann ich die Tiernamen nicht wiedergeben - aber das Haifischbecken faszinierte groß und klein. Ich sah eine Mutter auf der Treppe sitzen und ihr Kleinkind starrte nur in das Becken hinein. Nicht umsonst sagt man, dass ein Aquarium eine meditative Wirkung auf
Kinder und Erwachsene hat. Leider hatte ich nicht viel Zeit und warf somit nur einen kurzen Blick auf die riesige aber elegant dahin bewegende Schildkröte und die kleinen Haifische. Unsere Führung erwähnte das wöchentliche Haifischtauchen und zeigte uns dann stolz weitere Aquarien und den Zubau. Offensichtlich waren die Äffchen - da war sogar ich entzückt - und ein besonders skeptischer Vogel vom Muster meiner Haube angetan und kamen besonders nahe. Als ich aber dann hörte, dass diese kleinen niedlichen Äffchen sich brutal prügelten und daher per Zaun voneinander getrennt gehalten werden mussten, hatte ich Respekt und streckte meine Finger nicht nach ihnen aus, obwohl sie ganz neugierig vor meiner Nase herumbaumelten.
Ein Papa-Äffchen hatte sogar zwei wenige Zentimeter große Babyäffchen auf seinem Rücken gekrallt und holte sich nur schüchtern lebendige Würmer als Leckerli. Der Vogel hätte auch gern welche und hat diese während des Fluges besonders geschickt mit seinem Schnabel aufgefangen und konnte nicht genug davon bekommen. Da erblickte ich eine weitere Sensation. Nicht nur, dass mit Diamantbohrern sehr aufwendig der Durchbruch durch die dicken Betonwände in den wunderschönen Zubau gemacht wurden, hat man sich auch etwas Besonderes einfallen lassen. Eine durchsichtige Reling ermöglicht den Besuchern zu beobachten, wie eine Ameisenkolonie lebt und fleißig arbeitet. Unaufhörlich ist die Kolonne mit Nahrung unterwegs und trennt außerdem brav den Müll - was für ein Vorbild
Dann gab es noch die Seepferdchen zu beobachten, welche sich im Haus des Meeres sogar erfolgreich vermehren, und Schlangen, welche zu bestimmten Zeiten gestreichelt werden dürfen - ich sicher nicht. Besonders fasziniert haben mich kleine Stängel, welche wie Grashalme aus dem Sand ragen - das sind wahrlich Fische.
Im Shopbereich denke ich mir nochmals, dass ich mit meinen Kleinen unbedingt herkommen muss. Der Andrang an einem Nachmittag unter der Woche ist gar nicht so groß. Außerdem kann ich beim Verlassen des Hauses eine Tiefgarage in der Nähe des Apollokinos entdecken und denke mir, gut dass ich mit den Kindern auch mit Auto herfahren kann, da wir außerhalb Wiens wohnen. Aber auch ohne Auto ist die U-Bahn nicht weit entfernt und vielleicht verbinden wir das mit einem netten Einkauf neuer Schuhe, denn die Wintersaison scheint tatsächlich vom Frühling abgelöst zu sein. Und da freue ich mich auch schon wieder auf die Ausflüge zum Neusiedlersee
