Artikel-Schlagworte: „Alleinerzieher“

Er liebt mich. Er liebt mich nicht. Liebe im Internet

geschrieben von: doalittle - am 26. April 2010
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War es noch letztes Jahr der virtuelle Keuschheitsgürtel widme ich mittlerweile meine Aufmerksamkeit den vielen Möglichkeiten neuer Medien zu. Nun gut - ich bin sicher nicht erfahren in dem Gebiet der Kontaktaufnahme per Inserat, Agentur und neuerdings Internet. Da wäre die Frage nach einem passenden Kosenamen, einem aktuellen natürlich etwas retuschierten Foto und der wahrheitsgetreuen Beantwortung der Profilbeschreibung oder Fragen, welche tiefenpsychologische Wahrheiten ans Tageslicht bringen sollen – die Computer berechnen dann auch die Trefferquote und empfehlen die Kontaktaufnahme zu dem möglichen passenden Prinzen ;-)

Natürlich habe ich aus reinem Interesse so manche Inserate gelesen und mich nur gewundert, wer darauf antwortet und wie viel Arbeit das sein muss. Und dass es auch mit den modernen Methoden Arbeit ist, kann ich nur bestätigen. Per Zufall bin ich vor kurzem auf eine derartige Internetseite gekommen und muss sagen, dass es mich so manches Mal auch erheitert hat. Was bringt uns allerdings dazu, diese Form zu wählen, wenn wir Menschen kennenlernen wollen. Ich denke, dass hier jeder einzelne ein bestimmtes Ziel verfolgt. Der eine sucht Trost, Abwechslung, den Kick und vielleicht doch seinen Traumpartner für die Zukunft, manche meinen sogar für die Ewigkeit ;-)

Da fällt vielleicht sogar der Blick auf das neueste Buch Internet Love Affair, das ich leider noch nicht gelesen habe - wer weiß, vielleicht eröffnet es auch für die nächste Jahrzehnt-Altersgruppe neue Möglichkeiten und wir lernen wieder dazu.

Damit ich aber überhaupt mitreden kann, musste ich mir mal Zeit nehmen und ein Profil erstellen. Zuerst war dies gar nicht so leicht und irgendwie dürfte ich auch keine Übung darin haben. Von manchem hört man, dass hier eine beachtliche Kontaktanzahl möglich ist, nicht so in meiner sogenannten Flirtbox - was für eine originelle Bezeichnung einer Inbox. Ich habe zuerst in einem Ratgeber studiert, was empfohlen wird und muss sagen, dass ich den Tipps nur beipflichten kann. Denn viel zu schnell gibt man die Anonymität auf und ist somit geoutet. Vielleicht ein fataler Fehler? Das kann ich noch nicht sagen. Allerdings bekam ich viele unterschiedliche Profile zu lesen. Hin und wieder fühlte ich mich doch tatsächlich angesprochen - die Macht der geschriebenen Worte übte hier offensichtlich einen Einfluss auf meine Emotionen aus. Dies bewirkte teilweise eine weitere Kontaktaufnahme mit den Auserwählten. In Wahrheit kommt es mir wie ein virtuelles Spiel vor, indem wir allerdings ein paar Regeln beachten sollten. Deshalb habe ich mir auch ein neues email-Konto angelegt, womit ein weiterer anonymer email-Verkehr möglich ist. Aber ab wann ist der richtige Zeitpunkt für ein “Blinde Date”? Ich weiß es einfach nicht! Über den Ausgang eines Treffens entscheiden so viele Faktoren, wie z.B. die Erwartungen, Tagesverfassung, Erfahrungen und natürlich die sogenannte Erleuchtung. Leider fehlte mir aufgrund der Kinder einfach schlichtweg die Zeit mehr Erfahrung zu sammeln und die Kontakte zu intensivieren - tja einem typischen Single (ohne Kind) sind diese Fakten wahrscheinlich fremd.

Fakt ist, dass ich mich nicht allein in ein fremdes Lokal begeben würde. Ein anschließender Termin hilft wenn nötig die Flucht zu ergreifen ohne verletzend zu wirken. Eine Vertrauensperson sollte in der Nähe sein bzw. Bescheid wissen - ein sogenannter white angle. Manchmal gehe ich in das Lieblingslokal meiner Heimatstadt. Leider ist es ein gewaltiger Unterschied, ob ich als Frau oder als Mann ein Lokal nächtens allein betrete. Als Frau sollte man nicht auf das unsichtbare Schild vergessen: Nimm mich! Amüsier dich! Unsere männlichen Zeitgenossen haben offenbar nicht dieses Problem. Daher bevorzuge ich es natürlich mit FreundInnen auszugehen, was natürlich das Kennenlernen anderer Menschen etwas erschwert, aber nicht zwingend notwendig ist. Wo bleiben heute die Gelegenheiten als Mutter Kontakte zu knüpfen?

Versuchen wir diese mal aufzuzählen:

Am Arbeitsplatz: beim Meeting, Geschäftstermin, Scanner (ehemals Kopierkammerl), in der Kantine….

In der Freizeit: beim Trainieren, beim Seminar, beim Bummeln, beim Besuch eines Museums …

Mit den Kindern: im Freibad, in der Musikschule, am Fußballplatz, beim Elternsprechtag, bei Kindergeburtstagsfeiern, beim Kinderarzt, …

oder vielleicht doch im Urlaub ?

Bitte nennt mir noch welche, wenn sie euch spontan einfallen ;-) Möglichkeiten gibt es sicher viele, aber dafür müssen wir sicherlich bereit sein und da stellt sich nun die Frage, ob wir den Zufällen nicht doch ein wenig auf die Sprünge helfen können. Und wie viel Flirten ist erlaubt? Als treue langjährige Ehefrau hat man da vielleicht so manche Startschwierigkeiten. Schließlich kenne ich nun den gewaltigen Unterschied zwischen früher, erfolgreich im Beruf, viel unterwegs, viele Abenteuer und nun daheim bei den Kindern, abhängig von einem Babysitter, dem Gesundheitszustand der Kinder, der Lebenslust u.v.m. – was mir am meisten fehlt ist die Möglichkeit der Spontaneität. Sobald daheim Kinder auf mich warten, sind den Möglichkeiten Grenzen gesetzt.

Manches mal denke ich mir sogar, nein, heute gehe ich nicht aus, denn ich bin viel zu müde und falle abends nur mehr tot ins Bett. Da bleibt nicht einmal mehr genügend Kraft für die gesamte Gutenachtgeschichte. Außerdem denke ich mir, wenn ich schon keinen Ehemann an meiner Seite habe, so werde ich mich hauptsächlich den Kindern widmen und Spaß am Leben kann man auch ohne Partnerschaften haben. Derzeit zählen für mich die guten Freundschaften, egal ob Mann oder Frau und diese akzeptieren auch die Kinder ohne Probleme. Letzthin habe ich sogar gelesen, das Studien dem Pflegen sozialier Kontakte das größte Glücksempfinden beimessen. Und sobald wir Glück ausstrahlen, ziehen wir magisch Menschen an und ermöglichen eher eine geglückte Romanze.

Glücklicherweise hilft uns das wärmer werdende Wetter beim Erwachen der Lebensgeister und der Lebensenergie. Wir werden kontaktfreudiger, unternehmungslustiger und mit ein wenig Humor, Herzlichkeit und Offenheit werde auch ich eine Menge lieber Leute kennenlernen – natürlich auch im Internet.

Was aber ganz sicher nicht übersehen werden darf, ist, dass wir alle auf der Suche nach der wahren großen Liebe sind. Davon handeln Milliarden von Büchern, Songs, Musicals, Opern, Operetten, Filmen etc. Der Mensch ist einfach nicht geboren, allein zu leben! Und das erinnert mich wieder an die wilden 80er - hoch leben die Schmetterlingsgefühle im Frühling!

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung - Wir Frauen sollen uns trauen

geschrieben von: doalittle - am 8. März 2010
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Verliebt, verlobt, verheiratet … geschieden (Teil 4)

Wir Frauen denken immer wieder urteilen zu müssen, was unsere Kinder tun sollten, wie uns unsere Eltern behandeln sollten, was der Partner von uns halten sollte, wie unsere Freunde sich entscheiden sollten usw.
Tatsächlich ist ein Urteil ein sehr waghalsiges Unterfangen, denn nur der Betroffene selber, weiß was gerade Sache ist und es bedarf einer gewissen emotionalen Intelligenz sich in andere hineinversetzen zu können. Warum ich mich damit gerade auseinandersetze? Meine Mutter war regelrecht überrascht, um nicht zu sagen entsetzt darüber, dass ich bei meiner Vorbereitung zur Scheidung, Mediatorentermine mit meinem (Noch-)Ehemann wahrnehme und für mich selbst Coachinggespräche genieße. Meine Tochter meinte dann: Was ist Coaching? Kurz gesagt: Beratung. Generationen vor uns war das zum Teil verpöhnt und ein Zeichen von Schwäche und man sprach abfällig davon: “Brauchst einen Seelenklempner” oder noch schlimmer hinter vorgehaltener Hand “Die/Der hat eine Macke” oder hat einfach mit dem Zeigefinger auf die Schwächlinge gedeutet, welche kurz vor einem Nervenzusammenbruch standen. Da war es schon eine Frage der Ehre, wenn man den Revolver an die Stirn setzte oder zum Duell aufforderte.

Ich stehe dazu, dass ich mir gern eine Beratung bei jenen hole, wo die Chemie stimmt und ich das Gefühl habe, dass sie sich professionell mit dem Thema befassen, indem ich gerade Unterstützung benötige. Schließlich gehen wir auch zu unserem Hausarzt, Orthopäden oder Zahnarzt und ziehen uns hoffentlich nicht mehr selber den Zahn im Keller aus oder mit einem Schwergewicht über dem Treppengeländer ;-)
Gerade wenn sich die Gedanken immer wieder im Kreis drehen, tut es gut, wenn unser Gesprächspartner diese auf den Punkt bringen. Oder einfach nur mal etwas fallen lassen, das uns sowieso schon beschäftigt hat aber im hinteren Eck des Kopfes vergraben war oder wir tief drin in unserem Bauch gefühlt haben. Selbsterkenntnis gibt mir einfach Sicherheit. Ich spüre, dass der Weg, der Richtige ist (auch wenn nur gerade jetzt eben) und die Kraft kommt aus unserer Mitte, um das Leben erfüllend weiterzuführen. Interessant ist, dass vor allem unsere Kinder diese Sicherheit brauchen. Kaum haben wir eine Entscheidung getroffen, verschwinden viele Auffälligkeiten und Gereiztheiten. Das Miteinander fühlt sich wieder harmonisch an und das Familienleben entwickelt sich bei mir auch als Alleinerzieherin gerade sehr friedlich. Manchmal brauchen wir einfach nur viel Mut, um den nächsten Schritt zu wagen. Aber ist der erste Schritt getan, können zügig weitere folgen. In meinem Fall ist die Entscheidung zur Scheidung meinerseits nicht sehr schnell gefallen, aber sie ist gewachsen und nun stehe ich vollkommen dazu. Damit sind auch die Schmerzen zu ertragen und die Kinder gelöst. Man könnte sogar meinen erlöst.
Ich will damit auch jedem Mut machen, von den neuen modernen Angeboten der Mediation und des Coachings Gebrauch zu machen, auch wenn das bei unseren Eltern noch nicht üblich war (und mein Rechtschreibprogramm nicht kennt). Schließlich sagten schon die Römer, dass ein Staat mit zu vielen Advokaten dem Untergang geweiht ist. Und auch heute hat man das Gefühl, wenn sich zwei Parteien streiten, sind vor allem die Anwälte und Richter die Nutznießer. Schlimm vor allem deswegen, weil die Emotionen vollkommen auf der Strecke bleiben und selbst wenn ein Urteil beidseits angenommen wurde, die Zufriedenheit nicht unbedingt da sein muss. Während eines Mediationsgespräches steht aber die beidseitige zufriedenstellende Lösung im Vordergrund. Teilweise kommen sogar Dinge zutage, womit der eine oder andere überhaupt nicht gerechnet hat. Dafür hat mir dann das Coaching sehr geholfen. Ich für meinen Teil werde sicherlich noch daran arbeiten müssen, mit den Gefühlen (und nicht mit der Entscheidung) fertig zu werden, im Stich gelassen worden zu sein. Normalerweise hat man dieses Gefühl nur, wenn der Partner verstorben ist. Bei mir ist es aber erschwerend, da ich ja den Kontakt zwischen Vater und Kinder trotzdem aufrecht erhalten will und vor allem unterstützen will. Das bedeutet viel Arbeit mit der eigenen Emotion und die richtige Gesprächswahl mit den Kindern.
Ich bin zuversichtlich das Richtige entschieden zu haben und fühle mich von einem Termin zum nächsten einfach besser.

Die Zeit einfach ungenützt verstreichen zu lassen trügt und irgendwann kommt jeder von uns in die Situation sich am eigenen Schopf packen zu müssen und aus dem Sumpf zu zerren, bevor wir jämmerlich darin untergehen. Sich selbst zu retten und das Leben in die Hand zu nehmen - Das tut GUT! Und ich hole mir zum ersten Mal ohne schlechtes Gewissen HILFE! Und auch wenn ich viele Ideale über Bord geworfen habe, da sie alleine manches Mal einfach nicht umzusetzen sind, so bleibe ich bestimmt meinen Prinzipien treu. Das verdanke ich einem kleinen Hinweis eines Seelenfreundes und dafür danke ich ihm vom Herzen.

Zum heutigen 99. Frauentag möchte ich an dieser Stelle ein großes DANKE aussprechen.  Ein DANKE an alle mutigen, starken, zuversichtlichen, idealistischen, kreativen, selbstlosen und mit vielen weiteren Eigenschaften ausgestatteten Frauen, die an das Gute auf unserer Welt glauben und viele Fertigkeiten den Kindern und Ihrer Umwelt für die Zukunft weitergeben.

Valentinstag - Die geheimen Sehnsüchte einer Single-Mum

geschrieben von: doalittle - am 15. Februar 2010
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valentineWohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen (Konfuzius). Und Herzen hat es in den vergangen Tagen sehr viele gegeben. Liebe Blicke, nette Worte, süße Versuchungen und herrliche Blumen - so haben sich viele zu verstehen gegeben, wie lieb sie jemanden haben.

Und trotzdem war ich heute nach einem wirklich netten Faschings-Frühschoppen und einer Familienmesse, zu welcher die Erstkommunionskinder unserer Gemeinde vorgestellt wurden etwas melancholisch. Das müssen die Kinder gemerkt haben und waren daraufhin sehr einfallsreich.
Ein bunter Vogel - er hatte nämlich bei diesen eisigen Temperaturen ein gelbes T-Shirt und eine orangefarbene Hose an, war natürlich groß, stark und hatte braunes Haar - hat für die Mami ein Päckchen hinterlegt. Der Tisch wurde mit einer blütenweißen Tischdecke bedeckt, ein paar Kerzen daraufgestellt und mittendrin das Päckchen mit rotem Bändchen platziert. Nach einem kleinen Erholungsnickerchen war ich wirklich gerührt über diese gelungene Überraschung und bald hat sich der bunte Vogel als das größte meiner Kinder entpuppt. Wir haben viel gelacht und gescherzt und die Melancholie war dahin. Trotzdem ist dieses Thema aber nicht aus meinem Kopf gewichen und beschäftigt mich von Zeit zu Zeit immer mehr. Nicht nur, dass ich immer mit dem Vater der Kinder gemeinsam vor hatte, die Kinder zu erziehen und vor allem groß zu ziehen, fühle ich mich selber derzeit sehr einsam. In den Jahren zuvor ist mir das überhaupt nicht aufgefallen, so sehr war ich in den alltäglichen Dingen gefangen. Jetzt sind die Kinder größer, wesentlich selbständiger und verantwortungsbewusster und ich habe wieder Zeitlücken, in denen ich wieder zu mir selber finden kann.

Und dann spüre ich tief in mir drin sitzend die Sehnsucht nach einer zweiten Hälfte, die mir wirklich sehr fehlt, und denke mir, so müssen sich auch verwitwete Partner fühlen. Offensichtlich weicht der Schmerz des Verlassen seins und macht Platz für Sehnsüchte, Wünsche, Hoffnungen. Und dann fällt mir auf, dass ich dabei wieder lächeln muss. Vielleicht waren es heute auch die Vögel, welche den Frühling sehnsüchtig herbeizwitscherten und die Hormone damit in Schwung bringen. In jedem Fall spüre ich die wachsende Abenteuerlust, Lebensfreude und Sehnsucht nach Wärme, Liebe, Geborgenheit, und viel viel mehr.

Natürlich bekomme ich als Mutter sehr viel Liebe und Wärme von den Kindern geschenkt, aber die Liebe zu einem und von einem Partner ist einfach etwas ganz anderes und schließlich werden die Kinder irgendwann einmal wieder flügge und ich selber möchte mein Leben weiterleben und genießen mit allen Vor- und Nachteilen, Höhen und Tiefen, Glücksmomenten und Schmerzen, einfach mit allem was dazu gehört. Schon seit längerem habe ich die Texte von sozialdynamic auf Facebook verfolgt und war sehr beeindruckt von den bravourös geschriebenen Texten. Allerdings frage ich mich manchmal wo sich diese Möglichkeiten ergeben. Gerade im Winter, wo die Einsamkeit am stärksten empfunden wird, ist man als Mutter meist mit Krankenschwesterntätigkeiten oder Chaffeurdiensten eingesetzt. Das Wetter macht einem so manchen Ausflug unmöglich oder der Babysitter steckt irgendwo im Schnee fest.

So bleibt mir die Hoffnung, dass der Frühling nicht mehr lange auf sich warten lässt und ich alles was ich in den letzten Monaten gelesen und überlegt habe in die Tat umsetzen kann und voller Kommunikationsfreude auf viele Menschen zugehen werde. Schmunzelnd habe ich heute die Kinder diskutieren gehört, wo und wie sie mir dabei helfen werden, einen Mann zu finden ;-) Offensichtlich haben sie Hoffnung, damit auch einen Vater zu bekommen.

Metamorphose hinter dem Lenkrad - der wilde Stier

geschrieben von: doalittle - am 7. Februar 2010
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Die Kleinen sind nun endlich in Ihren Betten eingeschlafen und ich danke, dass wir heil  heimgekommen sind.
Noch kurz vor unserem Ziel haben wir ein Meer von Blaulichtern auf der Südautobahn gesehen. Mit Flutlicht wurden alle vier Fahrbahnen ausgeleuchtet, mehrere Notarztfahrzeuge, Feuerwehr und Polizei waren dort versammelt und ich erinnere mich an die Sekunden zuvor auf der Höhe Hartberg. Wir waren gerade aus dem Süden unterwegs nach Hause nach einer wirklich schönen und erholsamen Ferienwoche.

Nachdem ich alleine unterwegs bin, habe ich bereits 2x kurz gestoppt und nicht nur den Tank aufgefüllt, sondern auch selber Energie getankt. Das war vielleicht mein Glück, denn sonst hätte ich vielleicht 3cm zu wenig Zeit gehabt.
Warum? Na offensichtlich durchleben einige beim Besteigen Ihres Kraftfahrzeuges eine ungewöhnliche Metamorphose und werden zum egoistischen und aufbrausenden Stier, dessen Eitelkeit nur ja nicht angekratzt werden darf.

Beim Gespräch mit der Autobahnpolizei bekam ich nur die Frage: “War ein Mann am Steuer?” Nun ich will jetzt nicht emanzipiert wirken, aber angeblich soll es noch immer viele Autofahrer geben, welche meinen, eine Frau gehört nicht hinter das Steuer sondern hinter den Herd.

Da war ich paff.
Es handelte sich um ein gewöhnliches Überholmaneuver und einen Fahrfehler (?) oder zu wenig PS meinerseits. Naja einen 2-Tonner bewegt man bergauf halt nicht so schnell und möchte sich auch in die Kolonne der LKW-Überholenden einordnen. Der Fahrer eines VW-Kombi meinte jedoch, ich dürfe nicht hinein und hat doch glatt statt einfach vom Gaspedal wegzugehen, draufgedrückt. So ein Zufall! Ich denke, das ist schon fast eine automatische Folge im Gehirn: Das Auge nimmt den Blinker eines Überholwilligen vorne wahr und der Befehl den Fuß auf das Gaspedal noch fester zu drücken ist ganz automatisch und keine Frage des Nachdenkens.
Zum Reagieren meinerseits war es zu spät und was hätte ich tun sollen - stehen bleiben, um Audienz bitten und mit einem Kniefall um Entschuldigung bitten - geht halt mitten auf der Autobahn nicht. Also gut, man versucht im ersten Schrecken den eigenen Fahrfehler und die kurze Unkonzentriertheit wegzustecken, den richtigen Gang einzulegen, denn bergauf hat der 2-Tonner jetzt doch an Schwung verloren. Aber die Synapsen im Hirn wollen nicht mehr so schnell schalten und das scheint unseren bereits verstörten Stier noch mehr in Rage zu bringen. Nachdem das Überholmaneuver nun endlich geklappt hat, schaffe ich es gar nicht mehr auf die rechte Spur, denn da prescht der wutentbrannte Stier in seinem VW-Kombi doch glatt auf der rechten Spur nach vorne, deutet vor allem meinen Kindern allerhand nicht jugendfreies und nimmt uns fast den rechten Seitenspiegel mit. Meine Tochter am Beifahrersitz wird plötzlich kreidebleich, ich will sie beruhigen, da sehe ich noch im letzten Moment vor mir die roten Bremslichter aufleuchten und es waren nur mehr knappe 3cm, welche mir am Auffahren gefehlt haben. Eine Vollbremsung war nötig und ich war froh, dass der Fahrer hinter uns rechtzeitig reagiert hat. Der Schreck saß in meinem ganzen Körper - gerade noch habe ich es auf den Pannenstreifen geschafft und 133 gewählt, den Rest hat meine Tochter erledigen können. Ich war zu nichts mehr zu gebrauchen. Bald danach war die Autobahnpolizei hier und hat mich beruhigt. Sie waren so nett und zuvorkommend, dass sie uns zur nächstgelegenen Raststation gefahren haben und die Kinder Ihren Spass hatten. Die Kleinen haben mir voller Stolz berichtet, wie Cool sie chauffiert wurden und dass ich ganz toll reagiert hätte.

Ich kann mich nur jetzt noch wundern, was wir für ein Glück hatten, dass nichts Schlimmeres passiert ist und danke der Autobahnpolizei von Hartberg vom ganzen Herzen für Ihre Hilfe. Nach dem Kaffee habe ich mich wieder beruhigen können und die Fahrt sicher fortsetzen können, was für ein paar Andere auf der Südautobahn Richtung Graz nicht der Fall war. Ich kann nur hoffen, dass irgendwann die Betroffenen die Metamorphosen besser in den Griff bekommen oder rechtzeitig den Führerschein zurückgeben. Denn absichtlich eine Gefahr zu provozieren ist wirklich blöd und unverantwortlich. Wie lange wohl heute viele Richtung Süden im Stau bei dieser Kälte auf die Öffnung der Autobahn warten mußten? Warum müssen solche Massenkarambolagen bloss provoziert werden? Wegen ein paar Minuten schnelleren Fahrens? Wegen des Egos hinter dem Lenkrad?
Ich wünsche allen LeserInnen hier eine Gute Nacht und ein Gutes Heimkommen!

Engel in weiß oder doch bunt und glitzernd

geschrieben von: doalittle - am 13. November 2009
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Ach ja, Engel - das verbinden wir doch alle mit unserer Kindheit. Manche kennen sie sogar, ohne Flügel - aber sie sind da und allgegenwärtig. Gut, ich bin gerade sehr beeinflusst, von Robbie Williams Comeback einem Buch von Cecelia Ahern “Zwischen Himmel und Liebe” und natürlich der Vorbereitung auf die Erstkommunion meines kleinen Mädchens.

Aber wer hat nicht von Engeln geträumt, ein Schutzengerl herbeigesehnt. In der Winterzeit erinnern wir uns wieder vielfach daran und die wunderbare Schneelandschaft verbinde ich immer mit eindrucksvollen Erlebnissen. Sobald der erste Schnee vorsichtig den Erdboden zudeckt und eine stabile flaumige Hülle darauf liegen bleibt, werfen sich meine Kleinen hinein, strecken Arme und Beine aus und formen Engelsfiguren. Ganz besonders toll sind sie von einem Balkon aus zu betrachten und ich geniesse es sehr. Vor ein paar Tagen hat mein älterer Sohn bereits stolz seinen ersten Schneemann gebaut. Dieser hat eine beachtliche Größe von 12 cm erreicht! Wer bietet mehr ;-) Wenn ich dann noch einen wohlig warmen und duftenden Punsch in Händen halte und das Knistern des Holzes in der Feurschale wahrnehme und meinen Geschmackssinn wieder auf die vorweihnachtliche Zeit sensibilisieren kann, dann meine ich bereits die Nähe der Engel wahrzunehmen. Das Liebste ist mir am verschneiten Winter die Sanftheit der Natur. Alles ist gedämpft, wirkt sauber und strahlt eine gewisse Ruhe aus. Es muss nicht einmal die Sonne dazu scheinen und auch eine empfindliche Kälte ist bei einer entsprechend dicken Schneedecke, vorzugsweise Neuschnee, zu ertragen und lädt zum Verweilen im Freien ein.

Meistens erwische ich mich mit den Kindern dabei, dass wir sehr spät, wenn schon lange die Dunkelheit eingebrochen ist, den Einkehrschwung Nachhaus schaffen. Total erschöpft, aber mit rosigen Wangen, freuen wir uns dann auf eine gut bürgerliche österreichische Küche und schaffen es dann gerade noch ins Bett. Manchmal schlafen wir mitten in der Zeile einer GuteNachtGeschichte friedlich zusammen kuschelnd ein.

So und nun wißt ihr, warum ich gerade Angebote für einen solchen Winterurlaub einhole. Weihnachten werden wir daheim im gewohnten Ritual und im Kreise der Familie verbringen, aber danach sehnen wir uns schon nach den oben beschriebenen Erlebnissen. Nachdem man diese in der Nähe einer Großstadt nur schwer findet, juhuuuu, ab in die tief verschneite österreichische Bergwelt. Ich bin schon neugierig, wohin es uns dieses Jahr verschlagen wird.

Das einzige was ich mir noch wünsche: Einen Engel, welcher mich mit den Kindern begleitet, mit uns die Freude teilt und die Nähe, Sicherheit und Wärme schenkt. Diese Dinge fehlen mir derzeit so sehr und ich brauche sie dringend als Kraftquelle für das neue Jahr.

Der virtuelle Keuschheitsgürtel

geschrieben von: doalittle - am 28. Oktober 2009
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Für viele von uns haben sich mit der Etablierung des Internetzugangs daheim unendliche Möglichkeiten aufgetan. Es ist zeit- und ortsunabhängig mit wem wir Kontakt aufnehmen. Selbst wie wir gerade aussehen und uns fühlen ist irrelevant.

Einige Zeit konnte ich beobachten, wie wichtig der telefonische Kontakt für viele von uns war, sodaß wir das mobile Telefon einfach überall mitnahmen und damit jederzeit erreichbar sein konnten. Das ist für viele zum Teil lästig geworden, sodaß
sie das Telefon abschalten und damit unerreichbar sind. Dieses Verhalten kann Vorteile aber auch Nachteile mit sich bringen, wie sie jeder von uns sicher schon mal erlebt hat. Allerdings möchte ich die Stimme als wesentlichen Bestandteil der Kommunikation nicht missen. Manch einer ist vielleicht schon vom Zauber einer Stimme mitgerissen worden. Dieses Medium geht aber beim Verfassen von Briefen oder emails verloren - schade. Dafür haben wir beim Verfassen von Texten mehr Zeit zur Verfügung. Der Text kann mehrmals gelesen und korrigiert werden und keinesfalls geht man ein gewisses Risiko ein, außer falsch verstanden zu werden.

Vor kurzem habe ich “gut gegen Nordwind” und “die siebente Welle” von Daniel Glattauer gelesen (wer gerne lacht, muß diese Bücher unbedingt lesen). Und kürzlich war erst der Film “email an dich” zu sehen. Hier kann man sehr gut nachvollziehen, wie intensiv eine Beziehung zwischen zwei Menschen werden kann und somit das Internet seine Vorteile zur Geltung bringt.
Derzeit macht mir vor allem Sorge, dass viele zwischenmenschliche Beziehungen und Freundschaften unter dem allgemein verbreiteten Zeitmangel leiden. Als alleinerziehende Mutter habe ich dieses Kommunikationsmittel erfolgreich eingesetzt, um den Kontakt zu meinem Freundeskreis aufzubauen, aufrecht zu erhalten und sogar zu verbessern. Zuerst stand ich der Plattform “Facebook” sehr skeptisch gegenüber. Aber nach intensivem Auseinandersetzen bin ich überzeugt, dass man in der vernetzten Welt “Facebook” unter Berücksichtigung ein paar Spielregeln sehr vorteilhaft einsetzen kann. Allerdings gebe ich zu Bedenken, dass für viele diese Art der Vernetzung zum Teil sogar unüberschaubar geworden ist.

Frederique Vester läßt grüßen.

Was hat das alles mit dem virtuellen Keuschheitsgürtel zu tun?
Nun ich denke mir, dass die Kirche ihre Freude daran haben müßte. Wir können unsere Beziehungen aufbauen, unseren potentiellen Auserwählten besser kennenlernen und den Gefühlen freien Lauf lassen, ohne vorehelichen Sex zu betreiben oder gar ein Kondom zu verwenden ;-)

Was kann uns Eltern schon besseres passieren - lassen wir unsere Kinder doch einfach Chatten! Für alle Eltern hier der Link zu den wichtigsten emoticons: der Code der LOL Generation

Verliebt, verlobt, verheiratet …. geschieden/Teil 2

geschrieben von: doalittle - am 16. Oktober 2009
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Eine Hochschaubahn der Gefühle - das habe ich schon mal geschrieben. So geht es mir zur Zeit. Endlich fand das klärende Gespräch bezüglich einer einvernehmlichen Trennung statt. Zuerst einmal telefonisch und am Wochenende werden die Details schriftlich festgehalten werden. Nachdem ich die Gelegenheit hatte meine anfänglichen emotionellen Anfälle unter Kontrolle zu bekommen und v.a. der Kinder wegen eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit meinem Partner gezeigt habe, fand das Gespräch ziemlich emotionslos statt. Trotzdem fühlte ich nach Beendigung des Gespräches einen starken Schmerz in der Magengegend, Eiszapfen als Finger und eine totale Kälte hat mich je eingeholt. Schrecklich, aber wie es scheint ein notwendiger Prozess.

Ich bin froh, dass wir auch ohne Mediatoren geschafft haben, eine Gesprächsbasis zu finden. Schlimm ist vor allem für mich die Entscheidung, wo ich in Zukunft wohnen werde. Aber hier werde ich mich wohl der Plus-/Minus-Listenmethode bedienen. Denn das Visualisieren der Dinge hat mir schon in vielen Krisensituationen geholfen.  Plötzlich nehmen gesagte und gedachte Dinge ganz andere Dimensionen an. In jedem Fall bringt jede Entscheidung eine Änderung mit sich. Es geht hier vor allem um Minimierung  potentiell möglicher Problemfelder und der Kompromissfreudigkeit aller Betroffenen, v.a. unter Berücksichtigung der Kinder. Denn sie sind keine kleinen “Erwachsenen” und gehen mit dieser Thematik einfach anders um als wir.

Glücklicherweise haben wir kein Problem mit der räumlichen Nähe, da mein (in Bälde) Ex-Mann kaum bei uns ist. Er kommt für ca. 30 h alle 6 - 8 Wochen zu Besuch. Für die Kinder eindeutig zu kurz, aber vielleicht fällt ihnen gerade deshalb die Trennung nicht so schwer. In Wahrheit wird sich für uns nicht viel ändern, da ich schon seit der Geburt unseres 2. Kindes eine Wochenendbeziehung geführt habe und die Alleinerziehung für mich Alltag war. Viele werden sich jetzt vielleicht fragen: “Na warum ist sie ihm nicht gefolgt - ist ja eh mit den Kindern daheim”

Nun, ganz so abwegig ist diese Frage nicht und ich habe meinen Mann nach Brüssel mit einem Kind und nach England mit drei Kindern begleitet. Allerdings kam dann die Schulpflicht und ein weiteres Kind. Das Netzwerk in meinem Heimatort hat eine enorme Bedeutung für mich gewonnen. Und aufgrund der starken Reisetätigkeit meines Ex-Mannes wäre ich auch in der Fremde die meiste Zeit allein geblieben, so bevorzugte ich die Heimat. Vieles habe ich aus fernen Ländern an interkulturellem Know-How mitgenommen und diese Erfahrungen werden mir hoffentlich in meiner zukünftigen kreativen Tätigkeit zu Gute kommen. Derzeit ermutige ich noch viele Studierende dazu, eine Reise ins Ausland zu unternehmen. Es gibt so vieles trotz der voranschreitenden Globalisierung zu erkunden und ich erfreue mich immer wieder von anderen Ländern und dortigen Menschen Neues zu erfahren und lernen. Ich muss nur mit offenen Augen und im Beisein aller Sinne auf Entdeckungsreise gehen.

Und schließlich kennen wir alle die gemütlichen Treffen mit unseren Freunden zum Gedankenaustausch - “Na wie war dein Urlaub?” Apropos Urlaub: bei diesem Kälteeinbruch fühle ich mich doch fast urlaubsreif und wünschte mir ein Kuschelwochenende mit einem Besuch im Dampfbad. Du auch?

verliebt, verlobt, verheiratet …. geschieden

geschrieben von: doalittle - am 25. September 2009
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Die ganze Zeit überlege ich, wie ich wohl mit diesem Thema anfangen soll. Denn schließlich schreibe ich diese blogs, damit ich auch anderen Müttern meine Erfahrungen mitteile und vielleicht auch mal Feedback dazu erhalte.
Viele haben sich vielleicht schon gefragt, was soll die ganze Gefühlsduselei. Es hat aber lange gebraucht, bis ich all das, was ich in den vergangenen 18 Monatenerfahren habe, verarbeiten konnte.

Es war wie ein Puzzle, deren Seiten erst mal sortiert werden mußten. Dann sucht man sich ein Teil, womit man am liebsten anfangen möchte. Wie vielleicht treue LeserInnen bereits mitbekommen haben, erlebe ich die letzten zwei Jahre mit meinen Kindern als Alleinerzieherin mit allen positiven und negativen Seiten dazu.
Davor habe ich ca. 18 Jahre eine Beziehung mit meinem Mann geführt. Auch hier haben wir die eine und andere Krise erlebt. Jedes Mal, wenn wir eine Krise gemeistert haben, fühlte zumindest ich mich wieder ein wenig reifer und die Beziehung inniger. Viele betrachteten uns als beispielhafte Musterfamilie und hätten sich diese Entwicklung nie im Leben erträumt.

Mit einem Mal fühlte ich aber in meiner Bauchgegend, dass diese innige Beziehung vorbei war. Es war nicht eine Entwicklung, nein ganz plötzlich hatte ich dieses Gefühl. Vielleicht habe ich dieses Gefühl auch einfach zu spät wahrgenommen. Klar habe ich mitbekommen, dass die Geburt unseres Jüngsten mit allen Turbulenzen um
Übersiedlung, Weihnachten, beginnende Wirtschaftskrise, … die Beziehung nicht kalt ließ. Die Geburt habe ich nur knapp überlebt. Warum? Ich war einfach erschöpft - purer Sauerstoff hat mir die nötige Kraft gegeben und die Hebammen haben ihr Handwerk verstanden.

Der plötzliche Wintereinbruch und die neue Umgebung haben mich mit meinen Kleinen im trauten Heim einsam
werden lassen. Glücklicherweise hatte ich einen liebevollen Freundeskreis und selbstlose Helfer im näheren Umkreis. So hat eine liebe Familie mein Volksschulmädchen jeden Morgen mit zur Schule genommen. Und eine liebe Freundin hat mir schnellsten ein AuPair Mädchen vermittelt. Das war meine Rettung. Ein paar liebe Frauen haben mich regelmäßig jeden Mittwoch mit einem üppigen Frühstück besucht. Das hat mir die nötige Abwechslung und den Kontakt zu Erwachsenen gebracht.

Vor zwei Jahren dachte ich mir dann: “So, jetzt sind die Kleinen aus dem Gröbsten” und erfreute mich an den vielen schönen Seiten des Lebens. Besonders gefreut hat mich die Einladung meines Mannes nach Dublin. Ein Wochenende nur mit ihm allein. Und so reiselustig, wie ich schon immer war, freute ich  mich ganz besonders auf Irland, wo ich zum ersten Mal hinreisen wollte. Doch das Wochenende erlebte ich wohl anders als mein Mann. Für mich war es irgendwie ernüchternd und ich konnte noch nicht sagen warum. Selbst die Adventstimmung konnte mich an diesem Wochenende nicht aufheitern.

Zu dieser Zeit war mein Mann bereits ein halbes Jahr in Übersee. Davor hatten wir zwar auch schon eine Wochenendbeziehung gelebt und waren immer mit unserer Situation zufrieden. In Übersee war es jedoch anders. Wir sahen uns immer seltener und nach der Weihnachtszeit endeten plötzlich die regelmäßigen Gespräche und Chats über Skype. Erschreckend war die plötzliche Abreise vom gemeinsamen Schiurlaub. Aber schließlich hatte seine Boss einen Zusammenbruch und eine unaufschiebbare Konferenz verlangte seinen Einsatz. Also verbracht ich die letzten Urlaubstage alleine mit den Kindern und war froh unbeschadet heimgekommen zu sein. Doch zu dieser Zeit häuften sich unerklärliche Dinge, bis ich plötzlich ohne finanzieller Hilfe und ohne einer Krankenversicherung für die Kinder plötzlich dastand. Von einem auf den anderen Tag, packte ich mich selber am Schopf und zog mich aus dem Sumpf …
Ein Telefonat mit diversen juristischen Ratschlägen und einer Terminvereinbarung beim AMS - und schon hatte ich in der nächsten Woche ein Bewerbungsgespräch und 3 Tage später 2 Jobs an der Hand. Ich war plötzlich so voller Energie und Tatendrang, dass es jeden potentiellen Arbeitgeber einfach überzeugen mußte. So hatte ich binnen 2 Wochen mein erstes Gehalt am schnell eröffneten Konto, eine Krankenversicherung für uns alle und nicht zu vergessen, hatte ich endlich wieder Anspruch auf Familienbeihilfe (auf die ich zwar nie verzichtet habe - aber das ist eine andere Geschichte). Ein weiteres Jahr, noch ein paar Erlebnisse mehr und einen Urlaub hat es dann gebraucht, bis ich mich endlich zur Trennung entschieden habe. Am meisten erschüttert hat mich die Tatsache, dass mein Mann meinte, ein Mann müsse dahinter stehen - aber ja, nämlich ER !!!

Leicht habe ich es mir mit der Entscheidung sicher nicht gemacht - aber so bin ich auch offiziell allein. Jetzt muß nur noch das Behördliche erledigt werden. Ich hoffe, so rasch wie möglich, auf eine endgültige Regelung. Dies ist sehr wichtig für uns alle, vor allem für die Kinder. Bis zum Schluss dachte ich, Eltern haben die Pflicht gemeinsam die Verantwortung für die Kinder wahrzunehmen und war immer dazu bereit alles mir mögliche dafür zu unternehmen, meinen Partner zu verstehen und zu unterstützen. Dass er meine große Liebe ist, versteht sich von selbst. Deshalb ist dieser Schritt besonders schwierig, aber besonders wichtig, da ich sonst an den vielen Verletzungen und Kränkungen zugrunde gehen würde und schließlich fühle ich mich für die Kinder verantwortlich. Viele versuchen mich damit zu trösten, dass ich nicht allein mit dieser Situation dastehe. Aber ich sehe keinen Trost darin, denn für mich bedeutet es, dass ich hier gescheitert bin. Traurig ist vor allem, dass mein Partner, seitdem ich ihm von meinem Wunsch einer Trennung berichtet habe, überhaupt kein Wort mehr mit mir wechselt. Ich finde keine Kommunikation schlichtweg furchtbar und vor allem unfair. In jeder Geschäftsbeziehung werden Gespräche geführt, warum dann nicht in einer Partnerschaft. Wenn man 20 Jahre miteinander verbracht hat und mehrere Kinder gezeugt hat, sollte man miteinander sprechen können und seine Gefühle im Griff haben, oder?

Finanzkrise bei Ausflügen und Parties

geschrieben von: doalittle - am 26. Juni 2009
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Nicht bei uns! Wenn es darum geht ein freudvolles Geburtstagsfest mit mehreren Kindergartenkindern zu veranstalten oder einen Wochenend-Familienausflug zu gestalten, dann gibt es für uns keine Finanzkrise. Meist ist es Mama, wenn die Geburtstagsfeier geplant, organisiert und durchgeführt werden soll. Ich bin nun mal keine perfekte Mama und benötige daher immer einen Plan, was ich jetzt wie anpacken muss. Letztes Mal habe ich festgestellt, dass ein schneller Anruf daheim bei den betreffenden Kindern schnell klären lässt, wann die Feier stattfinden darf. Besonders gern wird der Samstag Nachmittag angenommen – sonst gibt es immer Kollissionen mit Musikschulstunden, Fußball, Ballett, Arztterminen, Hausaufgaben u.v.m. Dann gäbe es noch die Frage der Transportmöglichkeit, wenn die Kinder in einer Nachmittagsbetreuung sind und die Party schon früher starten soll, als die Kinder abgeholt werden. Besonders stressfrei wird die Sache unter freiem Himmel auf einem besonders schönen Kinderspielplatz – ein Motto kann dabei hilfreich sein. Jedes Kind nimmt wie bei einem Ausflug seinen Picknick-Rucksack mit und die Feier kann los gehen.

Leider habe ich in der vergangenen Zeit festgestellt, dass viele von uns regelrecht „Party-Faul“ geworden sind. Dabei ist es so einfach und schön liebe Leute einzuladen. Letztes Wochenende habe ich meine ArbeitskollegInnen samt Kinder eingeladen und jeden gebeten, etwas für die „Grillerei“ mitzubringen. Dem Wetter haben wir mit Regenschirm und Sonnensegel getrotzt und nachdem jeder seine Gustostückerl mitgebracht hat, war der guten Laune und Stimmung nichts mehr entgegenzusetzen. Trotz Kleinkinder waren wir bis kurz vor Mitternacht in bester Stimmung und möchten das Beisammensein gerne wiederholen. „Let’s party“

Und das nächste Mal versuchen wir es mit einer Kinderbetreuung anläßlich einer Erwachsenenparty - da blicke ich auf ein Lebensjahrzehnt zurück, in dem sich sehr viel getan hat… und damit es nicht so ernst wird, haben wir gestern schon die erste Besprechung gehabt und zum ersten Mal habe ich versucht mit einer Mickey-Maus-Stimme zu sprechen. Ich wußte gar nicht, wie lustig es für Erwachsene sein kann, Luftballone für Kinder aufzublasen ;-)

Reif für die Insel?

geschrieben von: doalittle - am 12. Juni 2009
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Was für ein deprimierender Morgen! Normalerweise stehe ich fröhlich auf und frühstücke gerne mit den Kindern, gebe Ihnen liebevoll ein Bussi auf die Wange und winke Ihnen noch auf dem Schulweg nach. Dann fahre ich frisch und munter voller Vorfreude zum Kindergarten, um dem Kleinen noch einen schönen Tag mit seinen Freunden zu wünschen und kann es kaum erwarten im Büro einen Kaffee zu meinem Arbeitsplatz zu nehmen und gemütlich die email’s zu checken. Heute nicht!

Ich bin kaum aus den Federn gekommen. Den Kindern habe ich ein Joghurt bzw. eine Banane in die Hand gesteckt. Beim Verlassen des Hauses habe ich jedem noch ein paar Hinweise nachgerufen, wo wir uns nach der Schule treffen – ist ja nicht immer gleich. Daraufhin habe ich mich und meinen Kleinsten angezogen, die sieben Sachen gepackt und auf den Weg gemacht. Der Kleine hat sich schon riesig auf seinen Wandertag gefreut und voller Freude den Mickey Maus Rucksack am Rücken festgehalten und gemeint: „Bin ich schön, Mama“ - ??? – das war jetzt aber nicht meine Tochter, oder – „Natürlich mein Kleiner“ und versuche ihm ein Lächeln zu schenken. Dann sagt er: „Mama, mir tut’s da weh“ und zeigt auf seine Brust oder doch seinen Hals. Schock! Lungenentzündung, schon wieder? Nein, ich bin schon hysterisch. Ein Griff auf die Stirn. Schnellcheck: nein, Fieber dürfte er keines haben. Also nochmals fragen: „Wo tut’s genau weh?“ – „Hier..“ – Aha, beim Hals – denke ich. Na komm, da hast Du ein Halstuch. „Will nicht !!!“ – „o.k., o.k. – du kannst es einstecken“ – geschafft. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich zwar nicht früh, aber auch noch nicht zu spät unterwegs bin – also ist noch alles drin. Bei der Gartentür entdecke ich dann einen Sack. Und zu meiner Überraschung lese ich darauf „Wünsche Euch einen schönen Tag, Bussi ….“ Ein Blick hinein und es durchzuckt mich. Da sind ja 5 Jausensäcke. Was mache ich jetzt? Die 3 Großen dürften diesen nicht wahrgenommen haben, als sie zum Bus gegangen sind. Franz hat seine Jause eingepackt – na, er wird sich freuen, schließlich marschiert er heute lange. Im Kindergarten waren wir rechtzeitig und in der Schule haben sich meine beiden Kinder riesig über die überraschende Jause gefreut. Und dann sehe ich, dass der Fotograf gerade heute die Fotos der Erstkommunion zur Ansicht und natürlich zur freudvollen Bestellung bereitgelegt hat. Der Zeitplan ist nun doch vollkommen durcheinander geraten. Ich greife zum Handy und rufe im Büro an, dass ich zumindest zur Sprechstunde rechtzeitig da sein werde und sehe gerührt die Fotos an. Für welches solch ich mich bloß entscheiden und welche Größe – oh mein Gott – was €2,50, €4,–, € 7,- - na die Mappe soll auch etwas kosten? – ich habe ca. 23 Fotos gesichtet und notiert – so für welche soll ich mich nun entscheiden – nochmals durch – aha, die streichen wir und jetzt …. Was?!!! Noch immer €66,50 in Summe – das kommt nicht in Frage – das entspricht ja ca. äääämmm 1.000 Schilling – waaaaaassss – die spinnen ja die Römer – wer leistet sich so was – o.k. Liste mitnehmen und in aller Ruhe zu Hause überlegen – welche Nummern dann was sind weiß ich zwar nicht mehr, aber ein paar Favoriten habe ich ja gekennzeichnet.

Auf dem Weg in die Arbeit überfallen mich dann entgültig alle möglichen Eindrücke – das nette Familienfoto (war wunderschön, auch wenn so teuer) und dann das schlechte Gewissen, weil der Babysitter eine Jause für alle an die Tür gehängt hat – haben die Kinder vielleicht erzählt, dass sie manchmal nichts in der Schultasche haben, weil ihre Mutter einfach schlicht vergesslich bzw. unfähig ist, genügend Brot und Obst zu Hause zu haben. Und warum drückt es mir heute einfach die Tränen in die Augen. Ich will das ja gar nicht. Aber muß ich immer die Starke sein. Warum gibt es nicht manchmal auf Bestellung eine Schulter zum Ausweinen …. Buhuuuu…..Schneuz…..o.k. reiß dich zusammen; vielleicht ist es der Kälteeinbruch oder doch die ausständige Regel. Wer weiß, jetzt habe ich mir mal alles von der Seele geschrieben und werde versuchen mich auf die Arbeit zu konzentrieren und vielleicht heitern mich ein paar gute Songs und ein paar Sonnenstrahlen am Heimweg auf, damit ich alle 4 wieder glücklich in die Arme schließe und noch einen turbulenten Nachmittag mit Ihnen verbringen kann. Was war heute noch alles am Nachmittag auf dem Programm:

  • Fußballtraining
  • Aufnahmsprüfung in der Musikschule
  • eine Bowenbehandlung
  • Terminvereinbarung für den Ältesten beim Augenarzt
  • Termin beim Gynäkologen, Chirurgen (ach ja und der Zahnarzt ist auch schon überfällig)
  • Termin für den Reifenwechsel
  • Unterlagen für die Kostenrückerstattung zusammenstellen
    (Franzis Krankenhausaufenthalt in Kroatien)

Mehr fällt mir nicht mehr ein, aber ich habe bestimmt wieder etwas vergessen. Na die Prioritäten verschieben sich ja auch ständig. Und vom Kochen, Helfen bei den Hausaufgaben, Wäsche waschen und dergleichen reden wir ja gar nicht mehr. Das muß ohnehin automatisch dazwischen erledigt werden. Und wenn einmal die Wäsche nicht rechtzeitig aus der Waschmaschine geholt wurde, na dann spülen wir diese mal schnell mit Essig und hänge sie ins Freie. Wie war das mit der perfekten Mutter, tolle Hausfrau, 1A Köchin, voll konzentriert bei der Arbeit u.v.m. nochmals. Buhuuuuuu

Wie es aussieht bin ich einfach urlaubsreif, wie viele andere ebenso zu diesem Zeitpunkt. Noch haben wir den Countdown bis zum Zeugnis nicht ausgestanden, aber dann …Aaahhhhh… ich glaube am Abend blättere ich einfach mal in verschiedenen Katalogen. Schließlich soll ja Camping mit 4 Kindern schon leicht zu organisieren sein. Hier habe ich den passenden Katalog easy bestellen können und prompt erhalten. Außerdem habe ich umfassende Informationen zu Tagescamps hier bei Quax unter News Sommerferien gefunden. Und wer sogar eine Sponsion mit seinen Kleinen feiern möchte, geht am besten gleich zur Kinderuni, vielleicht treffen wir uns ja dort? Denn Eltern dürfen nicht teilnehmen, sondern nur hinbringen und wieder abholen! Schließlich zeigt mir auch schon meine älteste Tochter, wie ich auf You Tube die neuesten Songs hören bzw. meine Lieblingssongs per Internet erhalte und konvertieren kann, aber das ist beireits eine andere Geschichte …