Das erste Lauftraining kam recht überraschend. Eigentlich hatte ich mit meinen beiden Kindern einen netten Spielnachmittag daheim geplant. Dann kam plötzlich die Sonne raus und es zog uns ins Freie. Die Kids wollten nach dem langen Winter ihre Fahrräder wieder mal ausprobieren und wir entschlossen uns spontan zu einem Radausflug in die Stockerauer Au. Allerdings bringe ich mein Rad nicht ins Auto und quer durch die Stadt mag ich mit meinem 4jährigen Sohn noch nicht radeln. Also nur die beiden Kinderräder ins Auto und ich rein in meine alten Laufschuhe. Ein bisschen Bewegung kann ja nicht schaden, denk ich mir - schließlich habe ich mich für den QUAX Staffel-Ma(i)rathon angemeldet und irgendwann muss ich ja anfangen zu trainieren. Die Kids werden mir schon nicht davonsausen…
Auf einem Parkplatz in Au-Nähe lassen wir das Auto stehen, die Kinder schwingen sich auf ihre Drahtesel … und weg sind sie. „Vor dem Zebrastreifen bleibt’s aber stehen!”, brülle ich meinen Kids noch nach, bevor ich mich selbst in Bewegung setze und meiner Tochter Astrid (6 Jahre) und ihrem Bruder Gregor (4 Jahre) hinterher hetze. Von einem sanften Lauftrainingstart kann also wahrlich keine Rede sein.
Bevor man die Stockerauer Au erreicht, muss man den viel befahrenen Autobahnzubringer überqueren (beim Zebrastreifen haben meine Kinder tatsächlich brav auf mich gewartet), nach der Autobahnunterführung ein kleines Stückerl bergauf (hier hat Astrid Seitenstechen bekommen und wir mussten eine Runde ruhiges Ein- und Ausatmen einlegen) und schließlich befindet man sich auf einer langen Allee unter dem locker-schattigen Blätterdach des Augebietes. Das erste Stück des Weges ist asphaltiert - optimal für die Kids, die auf Ihren Rädern ordentlich Tempo machen. Ich denk mir, da kann ihnen eh nix passieren und lauf in meiner Geschwindigkeit gemütlich dahin.
Doch nach wenigen Minuten Laufzeit ist der asphaltierte Teil der Allee zu Ende und der Regen der vergangenen Tage hat den anschließenden geschotterten Teil etwas matschig und gatschig werden lassen. Während Astrid mit ihrer „langjährigen” Fahrrad-Routine kein Problem darin sieht, den Lacken und Schlaglöchern auszuweichen, stutzt Gregor gehörig. Da soll er weiterfahren? Nein, das mag er nicht. Ganz sicher nicht. Als auch noch Tränen zu fließen beginnen, suchen wir uns eine Alternative. Ein Feldweg in der Nähe sieht ganz passabel aus - aber leider auch nur die ersten 50 Meter ungefähr. Dann wird’s auch hier ungemütlich und Gregor tut sich sichtlich schwer weiterzukommen. Gut, das war’s dann wohl mit dem Training. Aber bevor wir resignierend zum Auto zurückkehren, pflücken wir uns noch ein kleines Sträußchen Schneeglöckchen - zur allgemeinen Aufmunterung und damit der Ausflug in die Au für irgendwas gut war. Richtiges Lauftraining war das nämlich noch keines.