Es stellt sich bei uns immer wieder die Frage- wo fahren wir auf Familienurlaub? Diesmal haben wir uns wieder einmal für einen Haustausch entschieden. Es ist mittlerweile unser sechster Haustausch und diesmal haben wir es wieder gut getroffen. Wir hatten leider schon mal das Pech, dass wir das Haus ein wenig “nachputzen” mussten- dafür war dann in England aber alles andere perfekt. Aber wie gesagt - diesmal sind wir in Irland. Das Haus liegt in Donabate, ungefähr zehn Kilometer von Dublin entfernt, ganz nahe der Küste.
So ein richtiger Badeurlaub ist es ja nicht. Es gehen zwar Menschen ins Meer. Das sind aber Iren und die haben kein Kältegefühl. Anbei Strand-Bilder mit Fleece-Pullover.

Oft werden wir darauf angesprochen, wie gut wir nicht das Wetter erwischt haben. Es hat immerhin fast immer bis zu 20 Grad und kaum unter 15 Grad. Es regnet auch nicht besonders oft. Ganz in der Nähe von Donabate gibt es wirklich hübsche Steilküsten mit Sandstrand und die Muschel-Sammel-Ausbeute ist beeindruckend. Ebbe und Flut haben hier auch ganz andere Auswirkungen, als wir das von Lignano kennen. Anbei ein Bild des Hafens von den Skerries, ganz in der Nähe, bei Ebbe.

Sehenswürdigkeiten: Wir besichtigen sehr viel – es gibt dabei echte Nummer 1-Attraktionen wie zB Glendalough, Heimstatt von St. Kevin. Der Heilige zog sich in das schöne Seengebiet zurück, weil es so einsam war. Es geht die Legende, dass diesem Kevin beim Beten ein Vogel ein Ei in die ausgestreckte Hand gelegt hat und der fromme Mann in dieser Stellung verharrt hat, bis das Vogeljunge geschlüpft war. So ruhig war es dort. 1500 Jahre später ist dies einer der belebtesten Plätze auf dieser Erde. Heerscharen an Menschen bevölkern den vormals stillen Ort und man findet nur unter aller Anstrengung überhaupt einen Parkplatz. Man hört dabei vor allem die Sprachen Englisch, Gälisch und Polnisch. Hier sind wir vor „Kevin´s Waterfall“ (oberhalb von „Kevin´s Seat“ und etwas entfernt von „Kevin´s Kitchen“).

Weitere Nummer 1-Sehenswürdigkeiten, die wir gesehen haben, sind das Trinity-College oder auch der Giant´s Causeway ganz im Norden von Nordirland. Wir am Giant´s Causeway …

… und wir vor dem Hügelgrab in Newgrange (Ankunft Newgrange: 12:30, erste verfügbare Führung aufgrund des Publikumsandrangs: 16:30).

Und dann gibt es noch die Nicht-Nummer 1-Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel den für Fachkreise sehr bedeutenden, aber ansonsten weithin unbekannten Grianan of Aileach. Bereits nach dreistündiger Fahrt erreicht man diesen ehemaligen Sitz der für Irland bis ins 12. Jahrhundert bestimmenden Familie O´Neill. Das Steinfort, das über eine Forststraße relativ gut erreichbar ist, bietet wunderbare Ausblicke auf die umliegenden Fjorde. Allerdings war das Wetter – wie das Foto beweist – unvorteilhaft. Aber: wir waren die einzigen dort !

Irland bietet eine tolle Mischung aus Natur und Kultur. Wenn wir nach dem Frühstück gegen 13:00 das Haus verlassen, sind wir in weniger als einer Stunde zB in Powerscourt Gardens mit seiner sensationellen Parkanlage.

….oder dem alten Kloster Monasterboice mit den typischen keltischen Hochkreuzen.

Dann waren wir noch beim Pferde- und Hunderennen. Da geht es wirklich ordentlich zu. Bei acht Pferderennen und elf Hunderennen an einem Nachmittag kriegt man schon etwas geboten. Und da ich meinte, dass das Ganze ohne Wetten keinen Spaß macht, haben wir gewettet. Beim ersten Rennen war eines der Pferde bei der Präsentation so unruhig, dass wir Pferdekenner messerscharf darauf geschlossen haben, dass dieses Pferd extrem motiviert sein muss. Zack, wir haben fünf Euro gesetzt und es ist wirklich erster geworden ! Gewinn: 25 Euro. Damit war das Wettfieber entfacht – allerdings ohne Erfolg vorerst.

Die Kinder haben uns bekniet, nicht schon wieder zu wetten, weil das ganze schöne Geld gleich wieder weg sein wird. Bei drei weiteren Rennen haben wir verloren, aber im fünften Rennen ein erneuter Geniestreich: das nervöse = hochmotivierte Pferd namens Bob le Beau bringt 40 Euro für 5 Euro Einsatz.

Das ist übrigens ein tolles Gefühl, wenn „unser“ Pferd als Erster durchs Ziel rennt. Das war´s aber dann mit dem Wettglück. Ganz besonders beim Hunderennen. Da rennen Greyhounds einem mechanischen „Hasen“ nach, der außen an der Bahn entlang gezogen wird. Unser todsicherer Tip in Rennen drei, der Sieger beinahe aller Rennen der jüngsten Vergangenheit, der Stolz der irischen Greyhound-Zucht, war bis zur ersten Kurve auch mit einer Länge voran. Doch dann ist dieses Tier eben diesem mechanische Hasen nachgerannt. Dies wird aber wie gesagt außen an der Bahn gezogen, während alle anderen Hunde locker an der Innenseite der Bahn überholt haben. Damit war unser gesamter Gewinn egalisiert. Spielsüchtig sind wir auch nicht geworden. Aber es hat unter all den Pferde- und Hundefanatikern, die für ordentliche Rennatmosphäre gesorgt haben, richtig Spaß gemacht.
Mittlerweile sind leider schon zwei Wochen vergangen. Die Kinder haben wirklich alle im Haus verfügbaren Spiele gespielt. Auf der Wii, die es hier gibt, sind wir alle auch schon ganz gut. Nach unserer Erfahrung ist Haustausch insofern gefährlich, da es in jedem Haus irgendetwas gibt, was nach Benutzung für uns zum dringenden Bedürfnis wird. (in der Vergangenheit: Kühlschrank mit Eiswürfelspender, Schwimmbecken, das nicht unter 29 Grad haben darf, …). Diesmal benutzen wir verdächtig oft den großen Power Mac, der hier im Büro steht. Mal sehen.
Am Freitag geht´s für uns retour und damit wieder ab ins „echte Leben“. Wenigstens ist es zu Hause – wahrscheinlich - wärmer….










