„Magst du einen Kaffee?” hat mich meine Freundin Bine kurz nach unserer Begrüβung gefragt. „Einen Kaffee?! - Immer!” habe ich geantwortet. Also hat sie die Dose mit den Kaffeebohnen aus dem Schrank geholt. „Mh, wie das duftet!” Da kam auch schon die kleine Prinzessin in die Küche gerannt und wollte wissen, was denn da so gut roch? „Augen zu”, sagte meine Freundin und hielt der Kleinen die Dose unter die Nase. Doch als Bine die Dose wieder schließen wollte, forderte ich sie auf, noch ein wenig zu warten. „Lass Marie den Kaffee mal anschauen. Ich denke, sie hat eh noch nie Kaffeebohnen gesehen. Bisher dachte sie wahrscheinlich eher, Kaffee wächst in Form verschiedenfärbiger Kapseln auf Bäumen …”
Kaffee, Kaffee, Kaffee.... Kaffee in allen Varianten. Foto: Simone Hainz/pixelio.de
Kaffeekultur im Wandel der Zeit
Tja, so hat sie sich geändert - die Kaffeekultur der letzten Jahre. Und ich hatte mich gerade eben geoutet, als eine, die Kaffee um circa 66 Euro pro Kilogramm in kleinen, bunten Kapseln trinkt. Woher soll da auch mein Kind wissen, wie eine Kaffeebohne aussieht? Hatte ich da in der frühkindlichen Erziehung auf etwas vergessen?
Na, wie dem auch sei. Als ich ein Kind war, war die Filtermaschine mehr oder weniger Standard in jedem Haus. Zuerst mit Glaskanne und dann - die Luxusvariante - mit Thermoskanne im schicken Design. Später kamen die ‘original’ italienischen Kaffeemaschinen zum Einsatz. Ihr wisst - Kaffee pressen, zusammenschrauben und auf die Herdplatte damit. So eine hatte ich auch einmal - damals, als meine Liebe zu Italien noch voll in Flammen stand …
Und viele, denen dieses Kaffee-Gepresse und Geschraube zu umständlich war, stiegen dann um - auf sogenannte Espresso-Vollautomaten. Riesen-Dinger, die nicht so ohne Weiteres in jeder Standardküche Platz fanden. Na und dann kam sie - diese kleine, schlanke Maschine mit den schönen Kapseln. Und ich liebe sie. Und ihn auch - den Kaffee aus diesen Maschinen. Doch als ich da neulich bei Bine in der Küche stand und den Duft frischer Kaffeebohnen wieder einmal in der Nase hatte, hatte ich so das Gefühl, irgendwie manchmal ein bisschen etwas zu verpassen. Mh, wer weiß? Vielleicht mahle und presse und schraube ich ja bald auch mal wieder selber …
