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K’nexUbongoHalliGalliWiiHedbanzDominion-Wo war’s?

geschrieben von: Edith Schillinger - am 24. November 2009
Edith Schillinger

Eines ist fix: ein Gesellschaftsspiel gehört auf jeden Fall drauf, auf den Wunschzettel ans Christkind. Aber welches bloß? Bei der unüberschaubaren Vielfalt an Brett-, Karten-, Geschicklichkeits-, Reaktions-, Strategie-, Würfel-, Glücks- und sonstnochwas-Spielen fällt die Entscheidung echt schwer. Wie gut, dass es da Spielefeste gibt, wo man nach Lust und Laune das riesige Angebot testen kann.

Schon seit Wochen haben sich die Kids auf diesen Sonntag gefreut. In der Früh packen wir einen Rucksack voll Proviant sowie meine spielfreudige Schwester (samt ihrer allseits beliebten Blätterteigkipferln) ins Auto und ab geht’s nach Wien, auf’s große Spielefest im Austria Center. Einfahrt Parkgarage: 9.37 Uhr. 9 ½ Stunden Spielerummel liegen also theoretisch vor uns. So lange werden wir’s mit den Kids sicher nicht schaffen. Aber das haben wir letztes Jahr auch geglaubt und tatsächlich doch bis zur Sperrstunde um 19 Uhr durchgehalten.

Unser Spielefest-Debüt war 2006, als Astrid 4 ½ und Gregor 2 ½ Jahre jung waren. Seither kommen wir Jahr für Jahr mit Kind und Kegel, streifen zunächst durch die Hallen im Erdgeschoss, bevor wir uns um die Mittagszeit einen Tisch im riesigen Konferenzzentrum suchen, um dort zunächst die Kipferln und danach ein Spiel nach dem anderen auszupacken. Ausleihen kann man diese gegen Vorlage eines Spielepasses, den man wiederum gegen Vorlage eines Ausweises bekommt.

Um gleich den Kritikern solcher Massenaufläufe zuvor zu kommen: Ja, es ist unglaublich viel los. Ja, es herrscht ein unangenehmer Geräuschpegel, der allmählich reizbar und müde im Kopf macht. Ja, auch die Kinder werden ungeduldig und protestieren, wenn man zuviel Zeit mit dem Durchlesen der Spielregeln verplämpert. Und und und…

Dagegen hilft z.B. ein Tisch im hinteren, ruhigeren Bereich des Saales. Man muss zwar weiter gehen, um zur Spielothek zu kommen, aber die Bewegung zwischendurch tut ja auch gut. Ein hoher Erwachsenen-Anteil hilft, die mühsamen Studier-Phasen zwischen den Spielen möglichst kurz zu halten (noch während ein Spiel fertig gespielt wird, bereitet sich jemand schon auf das nächste vor). Genügend Trink-, Nasch- und Knabber-oder aber Flanier-Pausen lockern den Tag ebenfalls auf.

Um euch einen Eindruck zu geben, was wir geschafft haben, an diesem Tag so alles unterzubringen - hier eine Auflistung der Spiele, die wir am Sonntag ausprobiert haben: Minotaurus von Lego, Finger-Skateboard, Konstruktionssystem K’nex, Hedbanz, Wii Littlest Pet Shop, Playstation FIFA10, Wo war’s?, Blitzmerker, Atlantis, Laura und das chinesische Feuerwerk, Halli Galli Deluxe, Shaun das Schaf - Köttel-Alarm, Wendy im Galopp, Spiel des Lebens, Land in Sicht, Polizei-Alarm und Burg der 1000 Spiegel (die letzten drei haben den Kids am besten gefallen). Außerdem haben wir uns Dominion, Die Tore der Welt, Cuba und Ubongo 3D kurz erklären lassen.      UFF! 

Wir sind erledigt und verlassen das Austria Center um 19.11 Uhr. Und dennoch: Noch vor dem Schlafengehen überkommt Gregor die Wehmut: „Jetzt muss ich wieder ein ganzes Jahr warten, bis ich da wieder hin kann.” Schluchz. Immerhin haben wir so unsere Favoriten gefunden und erst jetzt kann der Brief ans Christkind geschrieben werden. Oder vielleicht verschieben wir das noch um eine Woche, denn am kommenden Wochenende steigt das Spielefest auf der Schallaburg! Und ein paar Spiele gäb’s schon noch, die wir noch ausprobieren wollten …

Leopoldi - alles sehr schleierhaft!

geschrieben von: Edith Schillinger - am 17. November 2009
Edith Schillinger

„American Beauty” - ist euch dieser oscarprämierte Blockbuster noch im Gedächtnis? Da gibt es doch diese eine Szene… - nein, nicht die mit den Rosenblättern -, sondern wo der voyeuristisch angehauchte Nachbarsjunge der Filmtochter von Kevin Spacey ein Video zeigt, wo „nur” ein vom Wind hochgetragenes und immer wieder durch die Luft tanzendes Plastiksackerl zu sehen ist. Die reine Poesie.

Am Samstag hatte ich mit meinen Kids in Klosterneuburg ein vergleichbares Erlebnis: Von der Hundskehle (was für ein seltsamer Name für eine Straße) führt eine Stiege direkt zur Stiftskirche hinauf. Als vor uns die beiden Spitztürme des gewaltigen Gotteshauses auftauchen, sehen wir in der Ferne, auf den menschenleeren Stufen direkt vor dem Hauptportal irgendetwas Weißes auf ähnlich reizvolle Weise durch die Luft wirbeln.

„Der Schleier!” - Astrid ist entzückt und ich auch. Ich freue mich vor allem darüber, dass sie offensichtlich interessiert zugehört hat, als ich den Kids während der Fahrt nach Klosterneuburg die „Schleier-Legende” erzählte … vom Markgraf Leopold III., der vor rund 900 Jahren Agnes geheiratet hat und deren Hochzeitsschleier plötzlich vom Winde verweht wurde. Neun Jahre später fand sich das gute Ding komplett unversehrt in einem Hollerbusch in den Donauauen wieder und aus Dank ließ Leopold hier eine Kirche errichten. Soweit die Legende zur Stiftsgründung.

Und jetzt empfängt uns dieser Schleier mit seinem magischen Tanz zu Füßen des Stiftes - wie zauberhaft! Bei näherer Betrachtung erweist sich der Schleier dann doch „nur” als Plastiksackerl … schade, dass ich meine Videokamera nicht dabei habe.

Dennoch bleiben wir an diesem Nachmittag dem „Schleier-haften” Thema treu, denn gleich nach dem obligatorischen Fasslrutschen im Binderstadl, aber noch bevor wir uns ins Gewühl des traditionellen Leopoldifestes samt Karussell und Autodrom schmeißen, nehmen wir im Stift Klosterneuburg am Kinder-Workshop „Leopold und Agnes - vom Winde verweht” teil. Den Anfang macht ein Besuch im Stiftsatelier, wo die Kids Moosgummi-Stempel selbst gestalten und damit einen zarten Schleier bedrucken dürfen. Während die Schleier dann zum Trocknen zurückbleiben, streifen die Kinder mit ihrer Betreuerin Doris durch den riesigen Komplex, bestaunen den berühmten Verduner Altar als kostbarstes Ausstellungsstück und besichtigen im Stiftsmuseum ausgewählte Exponate: u.a. vier Gemälde, auf denen die Schleierlegende dargestellt ist, den riesigen Babenberger Stammbaum, die wunderschöne Schleiermonstranz, die an einen Hollunderstrauch erinnert und auch den Reisealtar Leopolds, aus dem doch tatsächlich - ich glaub es kaum - der mit Goldfäden durchwirkte Original-Schleier der Markgräfin Agnes hervorblitzt.

Ja, den gibt es wirklich! Bisher war die Legende für mich eine nette, mehr oder minder wahre Geschichte aus alten Tagen, doch durch diesen überraschenden Anblick bekommt sie einen erstaunlich realen Bezug. Und überhaupt - eine derart lange Haltbarkeit hätte ich dem hauchdünnen, kunstvoll verzierten Gewebe ehrlich gesagt gar nicht zugetraut. Dem Plastiksackerl schon eher - aber das ist eine andere Geschichte.

Astrid+Gregor_mit_Stempel

Dieses war der erste Streich …

geschrieben von: Edith Schillinger - am 9. November 2009
Edith Schillinger

Zunächst war ich mehr als skeptisch. Ich gehöre wohl zu jenen Müttern, die ihre Kinder vor zuviel roher Gewalt in Märchen behüten wollen. „Hänsel und Gretel” z.B. habe ich meinen Kindern erst unter Protest vorgelesen, als sie es vehement einforderten. Einen großen Bogen machte ich bis vor kurzem auch um „Max und Moritz”. Die berühmte „Bubengeschichte in sieben Streichen” von Wilhelm Busch aus dem Jahre 1865 ist aufgrund der vielen Gewaltszenen auch bei Pädagogen nicht unumstritten. Wer’s vergessen (oder verdrängt) hat: die beiden Lausbuben werden - nachdem sie immerhin den Backofen überlebt haben - am Schluss doch tatsächlich durch die Getreidemühle gedreht und als Körndlfutter von den Enten verspeist. Ansonsten werden im Laufe der Geschichte noch drei Hühner, ein Hahn und zahlreiche Maikäfer abgemurxt und es gibt einige Mordversuche. Eine für meine Begriffe doch recht grausame Geschichte, mit der ich meine Kids anfangs wirklich nicht konfrontieren wollte.

Erst die Beschreibung zur Ballettkomödie „Max und Moritz“, die derzeit in der Wiener Volksoper aufgeführt wird, ließ mich umschwenken. Denn hier wurde versprochen: „… es wird gesungen und gesprungen, geprügelt, gebügelt, gezupft und gerupft, gefoppt und gekloppt, gerüttelt, geschüttelt, geneckt und verreckt…”. Das klang irgendwie doch nach knallfroschbunter Unterhaltung im Kinderformat.

Und seit gestern Abend wissen wir - es wurde nicht zuviel versprochen. Im Gegenteil: zusätzlich wurde gekitzelt und gewitzelt, gekeppelt, vereppelt, geschubst und gestupst, gelitten, geschnitten, gemampft und gestampft, gesägt und gepflegt, verschleppt und gesteppt, es hat laut gekracht und ebenso wurde gelacht.

Das hinreißende Bühnenbild entführt direkt hinein in Buschs berühmte Buchillustrationen, die zauberhaften Kostüme sind ein Kunstwerk für sich, die vor Übermut schäumende Choreografie großartig. Raffiniert und fantasievoll ist auch die szenische Umsetzung der einzelnen Streiche gelungen. Im Vorfeld haben meine Kids nämlich gerätselt, wie man es auf der Bühne denn darstellen könnte, wenn Max und Moritz zuerst ins Mehl, dann in den Teigtrog fallen und im Ofen gebacken werden, bevor sie sich aus der Kuchenkruste rausknabbern oder ob die Maikäfer in Onkel Fitzens Bett in Form von verkleideten Menschen oder als Requisiten (oder vielleicht sogar in echt?) daher kommen … Lasst euch überraschen!

Zugegeben, trotz alledem bleiben die Grausamkeiten das, was sie nun mal sind. Und es ist auf jeden Fall anzuraten, die Geschichte vorab mit Kindern zu lesen und zu besprechen. Ein wenig versöhnlich kommt immerhin das Ende der Ballettaufführung daher: Was auch immer mit den Lausbuben dieser Welt geschehen mag, es kommen immer wieder welche nach!

Wie es meinen Kids gefallen hat? Selten habe ich die beiden von einer Vorstellung so schwärmen gehört: „Noch hundertmillionentausend Mal möcht ich das anschauen!” In diesem Sinne würde ich die Überschrift gerne mit „… und der zweite folgt sogleich” komplettieren und am liebsten gleich nochmal rein in die Vorstellung.

Ein Hoch dem Drachen

geschrieben von: Edith Schillinger - am 4. November 2009
Edith Schillinger

Eddie Birdie ist kaputt, die Querstrebe ist futsch. Den grünen Drachen mit lustigem Vogeldesign und langem Mascherl-Schwanz haben wir unserer Tochter im ersten Herbst ihres Lebens geschenkt und er war gerade in der Luft, als ich ein Jahr später meinen Lebensgefährten über die zweite Schwangerschaft informierte. Kurzum - wir hängen an Eddie Birdie. Nachdem er einige Jahre ungenutzt im Keller schmollte und in der Zwischenzeit durch eine billige Winnie Puuh-Variante, einen Drachen im Flugzeug-Format sowie einen fliegenden Seestern abgelöst wurde, packte ich ihn auf Verdacht mit ein, als ich mit den Kids auf das Drachenfest nach Tulln/Donau fuhr.

Drachensteigen … das ist doch (neben Kastanien sammeln und in bunte Knister-Knaster-Laubhaufen hüpfen) eine der klassischen Herbstbeschäftigungen mit Kindern. Aber - Hand aufs Herz - habt ihr mit eurem Nachwuchs heuer schon Drachen steigen gelassen? Wenn nicht, empfiehlt sich der Besuch eines der vielen Drachenfeste, die im Herbst landauf, landab abgehalten werden. Schon der Anblick der unterschiedlichsten Drachentiere - vom harmlosen Schmetterling bis hin zum gefährlichen Hai -, die da so fröhlich durch die Luft tanzen, macht Lust und Laune. Außerdem können sich Kinder auf solchen Festen unter Anleitung ihre Drachen auch oft selber basteln. Und wenn’s mit der eigenen Starttechnik nicht so klappt, kann man sich abschauen, wie die Profis ihre Drachen trotz widriger Windverhältnisse in die Luft bringen.

In Tulln angekommen, will Gregor sein Flugzeug und Astrid ihren Seestern ins Rennen schicken - am besten gleichzeitig. Was ein bisschen stressig ist, wenn man alleine mit zwei Kindern ist und von einem erwartet wird, die Drachen trotz recht flauem Lüftchen ratzfatz hoch in den Wind zu stellen. Da ist die Frustration nicht weit. Zum Glück finden wir auch noch anderes zu tun: Die Veranstalter des Drachenfestes lassen Zuckerl vom Himmel regnen, wir verfolgen die Leine eines gesunkenen Riesendrachens wie bei einer spannenden Expedition quer durch ein Kukuruzfeld und entdecken auch noch ein süßes Ferkel, das in einem kleinen Gehege abseits des Rummels lebhaft herumhüpft.

Und Eddie Birdie? Dem verhilft ein netter Tiroler Drachenspezialist mittels neuer Strebe doch tatsächlich zu neuem Leben. Leider hat sich in der Zwischenzeit allerdings der Wind komplett gelegt und wir verschieben seine feierliche Wiederauferstehung auf einen etwas windigeren Tag. „Aber ganz bald!”, wünschen sich die Kids - wenn uns da nur nicht der Winter zuvorkommt…

astrid-mit-eddie-birdie

Ein Blick unter den Matrosenanzug

geschrieben von: Edith Schillinger - am 20. Oktober 2009
Edith Schillinger

Mein Sohn Gregor rühmt sich in unserer Familie gerne damit, den höchsten Ton von uns vieren hervor zu bringen. Allerdings handelt es sich dabei um ein fürchterlich schrilles Quietschen. Selbst meine Versuche, solche Bewerbe zwischen ihm und seiner Schwester in Richtung harmonisches Tonleiter-Wettsingen umzupolen, bringen kaum Besserung. Vergangenen Freitag bot sich dann endlich die Gelegenheit, den Kids einmal anhören zu lassen, wie hübsch  „Hoch-Singen” eigentlich klingen könnte…  denn das können die Wiener Sängerknaben ja wohl am allerbesten!

Einmal im Jahr öffnen die Sängerknaben die Türen zu ihrem Palais im Wiener Augarten und erlauben einen Blick hinter die Kulissen des weltberühmten Chors im Matrosenanzug. Eigentlich sind es vier parallel geführte Konzertchöre (Haydn-, Mozart-, Bruckner-, Schubertchor) mit je rund 25 Mitgliedern, die im Augartenpalais ihren vorübergehenden Lebensmittelpunkt finden: Hier wird gemeinsam gesungen, gelernt, gegessen, gespielt, geschlafen. Solange, bis sich der Stimmbruch einstellt, dann heißt es Abschied-Nehmen.

Am Tag der offenen Tür kamen meine Kinder und ich also in den Genuss eines kleinen Konzerts des Haydn-Chors. „Was singen die da eigentlich?”, wollte Astrid plötzlich mitten im Konzert von mir wissen. „Kyrie Eleison”, flüsterte ich geheimnisvoll zurück und erntete dafür ein fragendes Stirnrunzeln. Auch wenn sie kaum etwas davon verstanden haben, was da gesungen wurde, hat der Auftritt die Kids mächtig beeindruckt. Besonders, dass sich die Buben trotz der verschiedenen Stimmen nicht gegenseitig beim Singen rausbringen, hat ihnen große Bewunderung abgerungen. Das klingt doch weit schwieriger, als der „Bruder Jakob”-Kanon, an dem wir uns beim Autofahren gelegentlich versuchen…

Nach zwei kirchlichen Liedern und einem beschwingteren Calypso besuchten wir die gelungene Aufführung des Singspiels „Die Maske des Pharaos” der ebenfalls im Augartenpalais untergebrachten Musikvolksschule. Während hier noch Mädchen zugelassen sind, werden ins anschließende Gymnasium nur noch die sängerisch begabtesten Buben aufgenommen.

Schließlich waren die Kinder neugierig, wie denn die Internats-Zimmer der Knaben aussehen, in die wir im Rahmen einer Hausführung tatsächlich einen Blick werfen durften. „Die sind eh sympathisch”, meinte Astrid beim Anblick eines für meine Begriffe doch recht klein geratenen Dreibett-Zimmers. Was mein Töchterchen dabei lockte, war natürlich die Aussicht auf die obere Etage in einem Stockbett - davon träumt sie schon lange.

Außerdem erfuhren wir, wie ein Tag im Leben eines Sängerknaben so aussieht: Nach dem Frühstück um 7 Uhr beginnt um 7.30 Uhr die Schule, zwischen 11 und 13 Uhr ist die tägliche Chorprobe angesetzt. Nach dem Mittagessen wird der Nachmittag wiederum von Unterricht, Lernzeiten, Solo-Stimmbildung bzw. - falls am Abend ein Auftritt, z.B. in der Staatsoper ansteht - von einer vorgeschriebenen Ruhepause bestimmt. Die karge Freizeit beschränkt sich auf die Zeit nach dem Abendessen um 18 Uhr bis zur Nachtruhe um 21.15 Uhr. Spiel- und Sportplätze, Funcourt, Wutzler, Billardtisch, Turnsaal und sogar Schwimmhalle sind zwar vorhanden und werden auch gerne genutzt, es wäre aber sinnvoll, wenn das Singen vor Publikum wirklich zu den persönlichen Hobbys zählt! Das würde ungemein helfen, ein durchgeplantes Leben wie dieses mit Freude zu führen.

Was meine Kids am meisten am Sängerknaben-Dasein reizen würde, sind die vielen Konzertreisen in die ganze Welt. Rund 11 Wochen des Jahres verbringt jeder der vier Chöre auf Tournee. Amerika, China, Japan, dazwischen Konzerte in allen Ecken und Enden Europas  - das wär schon was! Also beschließen meine beiden - Sohn und Tochter (!) - tatsächlich Wiener Sängerknaben zu werden.

Allerdings währte diese Euphorie nicht allzu lange, denn nachdem wir uns am nächsten Abend im Fernsehen „Barbie und die drei Musketiere” angeschaut haben, wollten beide unbedingt Musketiere werden. Und so gab es gestern - als Astrid in einem Freundebuch ihren Traumberuf angeben sollte - nur eine ehrliche Antwort: „… der ändert sich ständig.”

Die Wiener Sängerknaben kannst du übrigens jeden Sonntag um 9.15 Uhr bei einer Messe in der Hofburgkapelle live erleben. Oder vielleicht kommen Sie wieder einmal nach Minopolis, so wie letzten Advent…

Hallo Haydn!

geschrieben von: Edith Schillinger - am 15. Juli 2009
Edith Schillinger

Manchmal überkommt mich das dringende Bedürfnis, meine beiden Kids mit Kunst- und Kulturgenuss zu überschütten. Wenn mich dann gleichzeitig die Reiselust packt, kann es passieren, dass ich recht spontan mit meinem Nachwuchs ein Wochenende außer Haus verbringe, das ich dann gelegentlich unter ein spezielles Motto stelle. So geschehen letzten Sonn- und Montag. Unser Thema: Haydn2009.

1809 - also vor genau 200 Jahren - ist Joseph Haydn, seines Zeichens langjähriger Kapellmeister und Komponist im Dienste der Esterházy-Fürsten, verstorben. Und dieses Gedenkjahr wird im Burgenland und Umgebung ausgiebig zelebriert, um den großen Musiker kräftig hochleben zu lassen. Grund genug, um mal zu schauen, wie man Kindern das Haydn-Jahr 2009 schmackhaft machen will…

8 Schritte nach rechts, dasselbe in die Gegenrichtung, in die Mitte zusammen und wieder zurück … Astrid (7 Jahre) und Gregor (5 Jahre) sitzen auf der Auto-Rückbank und lassen vergnügt ihre Kuscheltiere händchenhaltend - in diesem Fall einen Teddy und einen Pinguin, also Tatze auf Flosse - zu einem typischen Volkslied aus der Zeit Haydns mittänzeln. Das Lied samt Tanz-Anleitung entstammt der CD „Paukenschlag und Kaiserlied / Joseph Haydn für Kinder”  von Marko Simsa, mit der wir uns frohgemut auf unseren bevorstehenden Haydn-Trip einstimmen.

Die Fahrt geht zunächst zur Burg Forchtenstein. Dort startete vergangenes Wochenende mit „Forchtenstein Fantastisch” das alljährliche Burgspektakel, das sich der guten, alten Ritterzeit verschrieben hat. Ritterzeit - Haydn? Da klaffen doch einige Jahrhunderte dazwischen! Richtig. Der Großteil des umfangreichen Forchtenstein-Programms steht eindeutig unter dem Zeichen des Mittelalters: Rund 150 Mitarbeiter betreuen die zahlreichen Mitmach- und Kreativ-Stationen wie Bogen-Schießen, Töpferei, Schreibwerkstatt, Sonnenuhr-Basteln, Backstube, Turm-Dosenwerfen, Husarenritt, Kinderschminken, Gratis-Kostümverleih für Jung und Alt uvm. Bei den einzelnen Stationen kann man Stempel sammeln, um sich später - wie auch mein Sohn - von König Forfel höchstpersönlich zum Ritter schlagen zu lassen. Meine Tochter begeistert sich da schon eher für die Zaubershow mit Merlix oder die Geschichtenstunde mit Gruselhexe Griselda. Eine der Hauptattraktionen von Forchtenstein Fantastisch ist zweifellos die Burg selbst - großartig erhalten samt begehbarem Burggraben, Brücken, Rampen, Gewölben, Innenhöfe usw. - ein wirklich stimmiges und sehr empfehlenswertes Ritter-Spektakel, alles in allem sehr mittelalterlich!

… wenn da nicht das in Kooperation mit „Haydn2009″ entstandene Musical „Ritter Roland rastet aus” wäre, das dem Burgfestival seinen gut versteckten Haydn-Touch verleiht.

Der Titel wurde wohl gewählt, damit es sich schön ins mittelalterliche Rahmenprogramm fügt, doch er führt in die Irre, denn im Musical wird aus Ritter Roland plötzlich König Roland und keine Spur mehr vom rauen Mittelalter. Vielmehr geht es im Stück, das zunächst im Jahre 1954 spielt und uns bald darauf in das sonderbare Paralleluniversum „Orlandos Heim” entführt, um die Macht der Bücher und die Kunst, seine eigene Geschichte zu leben. Ein wichtiger Handlungsstrang des Musicals dreht sich um den Totenkopf Joseph Haydns, der sich nichts sehnlicher wünscht, als mit dem Rest seines Skeletts wieder vereint zu sein. Allerdings müssten Kinder schon über ein fundiertes Haydn-Hintergrundwissen verfügen, wenn sie das genau so wie gedacht wahrnehmen sollen. Die mitreißenden Lieder und Choreografien, vorgetragen von SängerInnen mit tollen, kräftigen Stimmen, und vor allem die witzig-skurilen Charaktere und Dialoge machen die für Kinder vielleicht ein wenig schwierig durchschaubare Story mehr als wett und die dazugehörige CD läuft seitdem bei uns auf Powerplay.

Am folgenden Tag steht mit Eisenstadt das „Haydn-Mekka” schlechthin auf dem Programm. Der geplante Spaziergang vom Esterházyplatz hinauf zur Bergkirche, wo ich mit den Kids das Haydn-Mausoleum besuchen wollte, fällt leider einem Regenguss zum Opfer. Also nutzen wir die wetterbedingte Pause zu einer kleinen Bastelstunde in einem Café: Im Zuge der Vorbereitungen zu unserer Kurzreise habe ich im Internet eine interessante Website eines Eisenstädter Gymnasiums entdeckt (http://www.q4you.at), das im Haydn-Jahr allerhand kreatives Unterrichtsmaterial zusammengestellt hat. Neben verschiedenen Haydn-Quiz- und Rätselrallye-Unterlagen, PC-Memory-Spielen und süßen, selbst illustrierten Bildergeschichten mit netten Haydn-Anekdoten usw. war u.a. eine komplette Bastelanleitung für eine Haydn-Perücke aus Papier mit Löckchen und Zopf zum Downloaden bereit gestellt. Die haben wir dann - unter den neugierigen Blicken manch anderer Kaffeehausbesucher - ausgeschnitten, zusammengeklebt und gleich anprobiert.

Schließlich wird es Zeit, uns zum Haydn-Haus zu begeben, wo wir für die Kinderführung „Haydns Hausgeschichten” angemeldet sind. Hier geleitet uns Petra, die sich vor unseren Augen outfitmäßig in Joseph Haydn verwandelt, durch das einstige Wohnhaus des Komponisten und erzählt uns von einem verheerenden Brand in Eisenstadt, Mozarts Verhältnis zu seinem „Papa Haydn” und Haydns Ehefrau, die leider gar kein Verständnis für seine Musik aufbringen konnte und ihre Pasteten gerne in seine frisch geschriebenen Notenblätter einwickelte - was ihrer Ehe nicht allzu gut tat. Außerdem wird im Zuge der Führung ein Mädchen mittels Puder und Rouge zur adeligen Dame geschminkt - ganz dem Zeitgeist des 18. Jahrhunderts entsprechend. Den Abschluss der Kinderführung bildet der Besuch im Dachboden-Atelier, wo die Kids noch ein hübsches Abbild des Haydn-Hauses basteln und ein altes Chembalo zum Herumklimpern einlädt.

Jetzt aber nichts wie hinein, ins absolute Zentrum der Haydn-Verehrung, ins Schloss Esterházy, Wirkstätte Haydns über vier Jahrzehnte hinweg. Hier gibt es zwar - unter der Schirmherrschaft der Fledermaus Fritz Fürstlich - auch spezielle Kinder-Themenführungen, allerdings nur an bestimmten Wochentagen.
Also entschließen wir uns, die beiden Ausstellungen „Haydn explosiv” und „Phänomen Haydn - prachtliebend” auf ihre Kinderfreundlichkeit hin zu vergleichen:

Die Idee von „Haydn explosiv” ist es, Haydn und seine Zeit als Gesamtkunstwerk zu präsentieren, in das sich auch Werke zeitgenössischer Künstler fügen. So mutiert die Sala Terrena, das ehemalige Weinlager des Schlosses, zu einer poppig bunten und interaktiven Multimedia-Landschaft. Die effektvollen Bild- und Sound-Installationen ziehen die Kids in ihren Bann und mehrere Monitore in Kinderaugenhöhe erweisen sich als äußerst lehrreich und unterhaltsam zugleich - wurden hier doch entzückende blau-livrierte „Ester-Hasis” zum Leben erweckt, die ihre Rolle als Kunstvermittler ausgezeichnet erfüllen! Verschiedene Aktionsprogramme für Schul- bzw. Kindergarten-Gruppen vervollständigen das kindertaugliche Angebot rund um „Haydn explosiv”.

Wesentlich nüchterner und weniger experimentell ist man an die Gestaltung der Ausstellung „Phänomen Haydn - prachtliebend” herangegangen, die ebenfalls im Schloss Esterházy untergebracht ist. Hier werden sowohl Einblicke und Hintergründe in die Arbeitsweise Haydns gewährt, als auch die höfische Prachtentfaltung unter den Esterházy-Fürsten behandelt. Zweifellos ist bei der durchaus attraktiven Gestaltung der Ausstellungsräume an die Zielgruppe der Erwachsenen gedacht worden, kindgerechte Einrichtungen fehlen gänzlich. Allerdings können sich meine Kinder für den Gratis-Audio-Guide begeistern und suchen in den Räumen fleißig nach den entsprechenden Tonband-Nummern. Nur sind dann die meisten Texte wiederum so langatmig, dass wir die Ausstellung relativ rasch abhandeln. Nur im letzten Ausstellungsraum entdecken wir ein Objekt, das unsere Aufmerksamkeit länger auf sich ziehen kann: ein Abguss des Haydn-Schädels. Und hier erfahren wir schließlich auch die genaue Kriminal-Geschichte rund um den verschwundenen Totenkopf und dessen Zusammenführung mit dem restlichen Skelett im Jahre 1954, das auch im Forchtenstein-Musical thematisiert wurde.
Der Rundgang schließt mit dem Besuch des prächtigen Haydn-Saales ab, der meinen Sprösslingen dann doch noch ein wohlwollendes Raunen entlocken kann. Schließlich kann man hier seiner Fantasie freien Lauf lassen und sich mittenrein in ein höfisches Fürstenfest träumen…

Startklar - mit Knopf im Ohr

geschrieben von: Edith Schillinger - am 7. Mai 2009
Edith Schillinger

Zaghafte Trippelschrittchen, zusammengepresste Oberschenkel, hängende Schultern, im Kopf nur ein Gedanke: Bloß nicht zu schnell anfangen, sonst ….
… Mein Laufstil auf den ersten paar hundert Metern bestach bis dato wirklich nicht durch athletische Ästhetik. Erst allmählich bin ich üblicherweise „auf Touren gekommen”, habe ausladendere Schritte gewagt und die Nase in Laufrichtung statt auf den Waldboden gerichtet. Doch diesmal ist es anders. Diesmal begleitet mich jemand - jemand, vor dem ich mir wahrlich keine Blöße geben möchte: Bono und seine Mannen von U2! Die sitzen nämlich neuerdings beim Laufen in meinem Ohr und bescheren mir vom Start weg einen regelrechten Turbo-Boost, wie wir ihn zuletzt beim „Knight-Rider” erleben durften (und das ist tatsächlich schon ein Weilchen her - erinnert sich überhaupt noch jemand?). Auf jeden Fall zaubert dieser Sound in meinem Kopf einen derartigen Energieschub, dass ich ungezügelt loslaufe - nein: sprinte … kraftvoll, aufrecht, mit vollem Körpereinsatz. Welch Wohltat, beim Laufen seinen eigenen Schatten endlich bewundern zu können und nicht bedauern zu müssen.

 Dass ich nach ein paar Minuten mein Tempo drastisch zügeln muss, um nicht aus den Schuhen zu kippen, versteht sich innerhalb der erfahrenen Läuferriege natürlich von selbst. Im dennoch bemüht athletischen Dauerlauf bin ich im Endeffekt meine „Haus- und Hofstrecke” von etwas über 5 Kilometer in 42 Minuten durchgelaufen - immerhin neue persönliche Bestzeit.

 In den beiden Trainingsläufen zuvor war es eigentlich auch kein Problem mehr, die Gesamtstrecke durchzulaufen. Es spielt sich einfach so vieles im Kopf ab: sobald ich einmal die Erkenntnis gewonnen habe, dass ich fähig bin, 5 Kilometer durchzulaufen, kommen nun beim Laufen einfach gar keine Zweifel mehr auf, ob ich es schaffen würde oder nicht. Das ständige Auf-die-Uhr-Schauen ist Vergangenheit. Ich laufe und laufe, und bleibe einfach nicht stehen. Basta.

Mit dieser Sicherheit im Hinterkopf kann der Staffel-Ma(i)rathon am Samstag also getrost kommen. Sofern nicht plötzlich auftretende körperliche, witterungsbedingte, streckentopografische oder kinderbetreuungsorganisatorische (irgendeine Ausrede sollte man schließlich immer parat haben) Begleitumstände mir einen Strich durch die Rechnung machen, sollte mein Ziel, meine Staffeletappe unter 45 Minuten zu absolvieren, durchaus erreichbar sein. Zweimal noch schlafen - sagt mein Sohn - und dann werden wir’s wissen. Wir sehen uns auf der Seeschlacht!

Hochschaubahn der Emotionen

geschrieben von: Edith Schillinger - am 28. April 2009
Edith Schillinger

Rein in die Laufschuhe, raus aus dem Haus und los geht’s - könnte doch so einfach sein. Ist es nun auch - vorausgesetzt, die Kids sind anderweitig versorgt. Denn die Laufstrecke, die ich nun für mich entdeckt habe, geht zwar direkt vor der Haustür los, führt aber teilweise über recht holprige Feldwege durch Wald und Wiese - keine optimalen Bedingungen für meine ansonsten mitradelnde Kindereskorte. Außerdem geht es bei meinem derzeitigen Trainingsstatus vorrangig darum, die geplante Distanz von 5 Kilometer auch tatsächlich durchzulaufen. Und da wären dann solch unvermeidliche Verzögerungen wie „Mama schau, ein Regenwurm”, „Mami warte, ich brauch ein Taschentuch”, „Mein Schuhband ist offen” und ähnliches ehrlich gesagt ein wenig hinderlich. Also lass ich diesmal die Kinder bei Papi zuhause und starte hiermit offiziell mein Solo-Training.

Die erste Hälfte des Weges verläuft allerdings dennoch nicht sonderlich gut, sondern eher verkrampft. Aber ich halte tapfer durch. Nach einer ca. 2minütigen Verschnaufpause beim Umkehrpunkt verwandelt sich - oh Wunder - die bis dato mäßige Laune in ein wahres Hochgefühl! Völlig locker, geradezu leichtfüßig, in beinahe ausladenden Schritten trete ich den Heimweg an und lege die zweite Hälfte in einer - für meine Begriffe - Bombenzeit zurück. So sollte sich das jedes Mal anfühlen!

Derart motiviert, wage ich einige Tage später einen neuerlichen Versuch auf dieser Strecke. Doch die Enttäuschung ist groß: Bei etwas Wind und mit Blei in den Beinen strauchle ich alle paar Minuten mit meinem Läufer-Schicksal und breche nach 20 Minuten resignierend ab.

Aber so leicht lasse ich mich nicht unterkriegen: Vorgestern also die nächste Laufeinheit - und siehe da: es geht ja doch! Das irre Glücksgefühl bleibt mir zwar leider wiederum verwehrt, aber ich bin ganz ordentlich unterwegs. Das absolut Beste an diesem Training jedoch: Ich bin endlich die komplette Strecke in einem Stück durchgelaufen!!!! In einer Zeit von etwa 50 Minuten - was bin ich erleichtert!

Bevor ich unabsichtlich, womöglich ohne es zu merken, für die Halbmarathon-Distanz trainiere (eine exakte Streckenmessung habe ich nämlich bis dato immer noch nicht vorgenommen), raffe ich mich noch am gleichen Abend dazu auf, den bisher noch nicht zum Einsatz gelangten neuen Radcomputer kurzerhand auf meinem Rad zu montieren und meine neue “Hausstrecke” abzufahren. Das Ergebnis: sage und schreibe 5,6 Kilometer! Juchuuuuuuuu!

Erstmals 5-Km-Marke gesprengt

geschrieben von: Edith Schillinger - am 21. April 2009
Edith Schillinger

… zumindest bilde ich mir das stark ein. Metrisch beweisen kann ich es nach wie vor nicht. Denn ich habe es leider noch immer nicht geschafft, die geeignete Technik zu nutzen, die es vermag, meine gelaufenen Kilometer mitzuzählen:

Ich habe mir zwar einen „Radcomputer” - also einen besseren Tacho - zugelegt, der neben Geschwindigkeit, Kalorienverbrauch etc. auch geradelte Distanzen messen könnte. Geplant wäre gewesen, das Rad meines 4jährigen Sohnes damit auszustatten - er hätte bestimmt eine Riesenfreude mit diesem Technik-Firlefanz und da er mich bei meinen Trainingsläufen sowieso meistens begleitet, wäre das optimal gewesen. Allerdings stellte sich bei der Montage heraus, dass der Radumfang seines Kinderrades die erforderlichen Mindestwerte bei weitem nicht erreicht. 

Nächster Versuch: Gerhard greift in die Tasche und hat sich tatsächlich eine Pulsuhr gekauft, die alle Stückerl spielt und u.a. auch einen Schrittzähler integriert hat. Allerdings hat sich dann sonderbarerweise die Bedienungsanleitung für dieses gar so tolle Ding vorübergehend in Luft aufgelöst und wir standen wieder vor dem großen Fragezeichen, wie man den Schrittzähler richtig aktivieren bzw. kalibrieren kann.

Na dann - her mit einer simplen Landkarte und „Daumen mal pi”- die Kilometer der geplanten Laufstrecke geschätzt: Wir einigen uns auf eine durchgehend asphaltierte Strecke (wegen der radelnden Kinderbegleitung), die wir mit rund 5 Kilometer annehmen und traben los.

Während Gerhard unseren Nachwuchs vorbildlich im Auge behält, kann ich getrost mein Tempo laufen, und das ist diesmal nicht sonderlich schnell. Knapp eine Stunde sind wir auf den vermeintlich 5 Kilometern zu viert unterwegs. Jetzt weiß ich endlich ungefähr, welches Laufpensum am 9. Mai zu absolvieren sein wird und wie sich 5 Km in den Beinen anfühlen. Zugegeben - nach jedem gelaufenen Kilometer etwa habe ich eine kurze Verschnaufpause einlegen müssen. Aber was soll’s - ich brauch dann ja „bloß” noch die einzelnen Laufetappen wie bei einem Puzzle zu einem ganzen zusammensetzen. Wieso beschleicht mich nur das seltsame Gefühl, dass das nicht ganz so einfach sein wird, wie es sich anhört …?

Der Countdown läuft - in einem Monat stehe ich an der Startlinie!

geschrieben von: Edith Schillinger - am 9. April 2009
Edith Schillinger

Ist euch bewusst, dass der Staffelmarathon, für den einige von uns sehr intensiv und andere (=ich) eher weniger fleißig trainieren, bereits heute in einem Monat stattfindet? Ehrlich gesagt, macht mich das etwas nervös, denn allzu viele Trainingseinheiten habe ich noch nicht intus. Und mein letzter Lauf war ein Wechselbad der Gefühle:

Samstag Nachmittag - beide Kids waren auswärts auf einer Geburtstagsparty eingeladen. Also nutzten Gerhard und ich die Zeit für einen gemeinsamen Trainingslauf quer durch Wald und Wiese. In den ersten 10 Minuten habe ich sehr gut mit ihm mitgehalten und ich war recht zufrieden mit mir selbst. Doch dann: Seitenstechen! … da hab ich mich wohl ein bisschen zu sehr von seinem doch etwas rascheren Tempo mitreißen lassen.

Eine geschlagene Viertelstunde hat es gedauert, bis sich das lästige Seitenstechen wieder beruhigt hat - ist mir wie eine Ewigkeit vorgekommen. Was tun, wenn mir das am 9. Mai mitten auf der Strecke passiert? Resignierend bin ich Richtung Heimat geschlendert und hab mich auf das bewusste, lange Ausatmen konzentriert, das in einer solchen Situation wohl angebracht ist.

Gerhard ist weiter gelaufen, und das war gut so. Denn irgendwann war das Stechen plötzlich wieder weg und ich habe einen neuen Versuch gestartet. Und siehe da - bin ich dann doch tatsächlich 22 Minuten durchgelaufen, in meinem eigenen Tempo, das mir im Grunde gar nicht so langsam vorkam. Das gibt Mut und bringt Motivation für mehr! Aber ein wenig häufiger sollte ich schon laufen gehen, wenn das innerhalb des nächsten Monats noch was Anständiges werden soll …

Dennoch die Frage an den Trainer: Wie kann man Seitenstechen vermeiden? Was macht man, wenn’s einen doch erwischt?