Autorenarchiv

Kirango Digital

geschrieben von: Edith Schillinger - am 18. Mai 2010
Edith Schillinger

Noch vor einem halben Jahr habe ich mich regelmäßig mit meinem Sohn um unsere digitale Kompaktkamera gezankt. Seit Weihnachten nenne ich eine feine Spiegelreflexkamera mein eigen und Gregor darf nun uneingeschränkt mit der Hosentaschen-Version drauflos knipsen. Seit letztem Mittwoch sogar mit etwas mehr Ahnung von der Materie…

gregor-im-sucher-ausschnittDie eigenen Hände zum Sucher verdreht, ein Auge zu, der Blick hindurch und plötzlich splittet sich die Welt ringsum in viele verschiedene potenzielle Fotomotive. Mit dieser einfachen aber effektiven Trockenübung startet Claudia Mayer in ihren Fotografieworkshop in der als Kinderplanet Kirango bekannten Kinderbuchabteilung der Wiener Hauptbücherei, bei dem sie den versammelten Jung-Fotografen den Prozess künstlerischen Schaffens vermitteln möchte. Gregor ist begeistert bei der Sache, denn nach ein bisschen Theorie heißt es „Ran an das Gerät”. Im Praxisteil lernt er Quer- und Hochformat kennen und hört das erste Mal von Vogelperspektive (also etwas von oben herab fotografieren), Froschperspektive (klar - dann also von unten) und Nahaufnahme, der offensichtlich seine ganze Leidenschaft gehört - schließlich verewigt er ca. 20 Mal formatfüllend mein rechtes Ohr.

Doch damit ist das geforderte Maß an Kreativität in diesem absolut empfehlenswerten Workshop noch nicht erfüllt - als nächstes soll jedes Kind ein Bild „inszenieren”, also ein beliebiges Objekt nach seinen eigenen Vorstellungen in Szene setzen und aus den verschiedenen Perspektiven heraus fotografieren.

So ähnlich aber noch spannender geht es nach dem Wechsel von der heimeligen Kinderbuchabteilung hinauf auf die herrliche Dachterrasse der Hauptbücherei weiter. Hier haben wir viel Platz, um die folgende Aufgabe in Angriff zu nehmen: das „Einfrieren” von Bewegung. Und wieder ist Einfallsreichtum gefragt: Den Regieanweisungen meines Sohnes gehorchend hüpfe ich wie ein Känguru, laufe, stakse, verdrehe meine Beine à la Charlie Chaplin und wackle mit dem Popo. Und Gregor knipst und knipst und knipst. Zuerst noch planlos und einfach irgendwie. Nach ein paar Tipps der netten Profi-Fotografin allerdings mit mehr System: er probiert die Serienaufnahmen-Funktion aus und fängt an, meine Bewegungen mit der Kamera zu verfolgen. Danach werden die jeweiligen Lieblingsbilder der einzelnen Kinder gemeinsam analysiert und dabei schnappen wir so interessante Vokabel wie „Goldener Schnitt” oder „Drittel-Regelung” auf, die einen spannungsreicheren Bildaufbau bewirken sollen, als wenn das Hauptmotiv fantasielos einfach in der Mitte des Fotos platziert wird. Sogar die unterschiedliche Belichtungszeit wird anhand eines Fotos thematisiert und dank der kindgerechten Erläuterungen wie etwa, dass man „bei langer Belichtungszeit mit Licht zeichnen kann” sogar halbwegs verstanden.

Wieder zuhause schaue ich mit Gregor die knapp 100 Fotos durch, die er allein bei diesem Workshop gemacht hat und überreiche ihm ein leeres Fotoalbum, in dem er ab sofort seine besten Aufnahmen sammeln kann. Dafür verspricht er mir stolz, das Gelernte in Zukunft auch anzuwenden und nicht alles und jeden und das am besten noch 20 Mal gleich zu fotografieren, sondern sich ganz bewusst für bestimmte Motive zu entscheiden. Mein rechtes Ohr wird es ihm danken.

Märchenhaft, inspirierend, Ton-angebend

geschrieben von: Edith Schillinger - am 10. Mai 2010
Edith Schillinger

Ein Muttertagsausflug wie er im Buche steht: Hetzendorf hat - soviel wissen wir jetzt - absolut nichts mit „hetzen” zu tun, sondern präsentiert sich an diesem Sonntag-Nachmittag als überaus chilliger, entspannter Ort. „Salon Jardin” heißt die Veranstaltung im dortigen Schlosspark und bietet eine Fülle an Inspirationen - für den Garten und das kindliche Gemüt.

Wir sind zu spät. Schon wieder. Das mit der Pünktlichkeit ist nicht so unsere Stärke. Um 14 Uhr hätte die Kräuterfee DI Elisabeth Mayer eine Schar voll Kinder durch den Schlosspark von Hetzendorf führen sollen, das sonst für seine Modeschule bekannt ist. Einmal im Jahr verwandelt sich der Park hinter dem Wiener Schulschloss allerdings in einen grünen Salon, der ausgesuchten Zierrat, Möbel und Pflanzen für den Traumgarten, Feines aus der Küche und wunderbar viel Platz für Picknick bietet. Das haben wir auch geplant, allerdings erst nach der Familien-Kräuter-Führung. Doch bei unserem Eintreffen um 14.10 Uhr war am Treffpunkt von der Kräuterfee natürlich nichts mehr zu sehen. Also hinterher im Sauseschritt. Nachdem wir den gesamten Schlosspark nach einer Gruppe zupfender und schnuppernder Kräutersammler abgesucht haben, entdecken wir statt dessen im Schatten eines großen Baumes eine bunte Decke, auf der sich einige Kinder samt Begleitung gemütlich zusammengefunden haben, um den Geschichten von Märchenerzählerin Christa Schmollgruber zu lauschen. Rasch dazugesellt hören nun auch wir vom kleinen Drachen, der verzweifelt nach dem Kraut Estragon sucht, um seinen Schluckauf loszuwerden, oder die indianische Geschichte, wie die Brom-, Him- und Erdbeeren als süße Verführung auf die Erde kamen. Aufmerksam hängen die Kids an den Lippen der Märchenerzählerin, verfolgen jede einzelne ihrer ruhigen, ausladenden Handbewegungen, ihre lebhafte Mimik und freuen sich am Ende der Erzählstunde über die kleinen Zaubersteine aus ihrer „Kokosnuss mit Reißverschluss”. Als Meisterin ihres Faches hat sie uns damit wunderbar über die verletzungsbedingte Absage der Kräuterfee hinweggetröstet.

Jetzt aber ist Picknick angesagt! Sogar Oma und Opa lassen sich zum ersten Mal in ihrem Leben auf einer Picknickdecke nieder und wir genießen gemeinsam das mitgebrachte Essen, das sonnige Wetter und die lässig-jazzige Livemusik, die unaufdringlich von der uralten Platane in der Mitte des Parks zu uns herüber dringt. Mit der 9jährigen Rosa finden sie Kids sogar eine nette Kameradin für ihre Barfuß-Nachlauf-Spielchen und einige Runden UNO.

Eigentlich hätten wir noch lange so weiterchillen können - wären da vor unserer Nase nicht die rund 60 Aussteller, die uns dann doch mit ihren teilweise wirklich originellen Ausstellungsstücken locken. Also stellen wir uns unter eine Sprühnebelmaschine, fingern in kunstvollen Brunnenanlagen herum, bestaunen die schöpferische Kraft eines richtigen Schmids, probieren riesige Sonnenhüte, verkosten Pesto-Variationen, suchen für Astrid einen kleinen, grünen Kaktus und testen witzige Recycling-Sitzmöbel, die u.a. aus Mülltonnen hergestellt wurden.

Und dann werden die Kids auch noch selbst kreativ, denn Rolf Fiedler vom Kinderatelier am Augarten hat Ton mitgebracht, mit dem die Kids nach Herzenslust gestalten können. Am Ende des Tages ist zwar die Picknicktasche leichter geworden, dafür nehmen wir halt jetzt ein Ton-Wandbild, zahlreiche Ton-Perlen und neben einem echten auch einen Ton-Kaktus mit nach Hause. Den Kids hat’s Spaß gemacht - und vielleicht lest ihr an dieser Stelle bald einen Bericht direkt aus der Ton-Werkstatt am Augarten…

Weißt du wieviel Sternlein stehen …?

geschrieben von: Edith Schillinger - am 25. April 2010
Edith Schillinger

Die Antwort lautet leider: immer weniger. Zumindest wenn man die mit freiem Auge sichtbaren Sterne zählt. Der Grund: Lichtverschmutzung. Doch eine kleine Gemeinde im Weinviertel trotzt diesem globalen Phänomen: Großmugl, der Ort in dem ich aufgewachsen bin! Klar, dass es mich mit den Kids am Tag der Astronomie in die alte Heimat zieht - zum geselligen Sternderl-Schauen.

Während man in Wien durch die zahlreichen künstlichen Lichtquellen rundum selbst in klaren Nächten bloß an die 100 Sterne ausmachen kann, sind es beim Leeberg, einem Grabhügel aus der Hallstattzeit etwas außerhalb Großmugls, sage und schreibe 5.000! Durch die Lage in einer natürlichen Senke, die das künstliche Licht der umgebenden Ortschaften perfekt abschirmt, steht hier - nur rund 40 km von Wien entfernt - ein gewaltiges Fenster zum Himmel offen. Das begeistert auch den renommierten Astronomen Dr. Günther Wuchterl von der Kuffner Sternwarte, der von Großmugl als UNESCO-Welterbe-würdiges Naturwunder schwärmt und regelmäßig sein Teleskop neben dem Leeberg aufbaut, um u.a. die Milchstraße zu betrachten, die kaum wo in Europa so gut sichtbar ist wie hier.

Den weißlichen Schleier der Milchstraße sehen wir heute Abend allerdings nicht - dafür scheint der Mond zu hell, aber der ist ja auch sehenswert, vor allem in 200facher Vergrößerung. Die mit Kratern übersäte Oberfläche erinnert Gregor an eine „Luftbläschen-Suppe” und auch Astrid kann sich kaum satt sehen an all den Zoom-Weltraum-Bildern, die hier auf offenem Feld zwei stattliche Teleskope liefern. Natürlich ist auch Dr. Wuchterl wieder vor Ort, der uns Sternengucker-Laien auskunftsfreudig die Besonderheiten des aktuellen Nachthimmels vor Augen führt: Neben dem Mond in Nahaufnahme zeigt er uns die hinter dem Horizont verschwindende Venus, den fantastischen Saturn samt Ring und Monde, einen losen Sternenhaufen, das Sternbild des Zwillings, des Großen und des Kleinen Wagens usw. Ob man auch den Mars sehen kann, fragt Astrid neugierig - und schwupps - auf Knopfdruck richtet sich das mit allen Finessen ausgestattete Teleskop automatisch neu aus und gibt den Blick auf einen leicht rötlich leuchtenden fernen Fleck frei. Aber dass mein Töchterchen dann sogar die „Maus auf dem Mars” samt Dondrinenbaum erkennen kann … na ja …

Was haben wir an diesem Abend, der für uns erst um 23 Uhr zu Ende ging, noch alles erfahren? Dass die Venus der hellste Punkt am Himmel ist und damit als Morgen- bzw. Abendstern dienen darf; dass einer der ganz großen Planeten (hmm - war es jetzt Uranus oder Jupiter?) durch seine gasförmige Konsistenz so leicht ist, dass er schwimmen würde, wenn er vom Himmel ins Meer fallen würde; dass der Saturn-Ring aus lauter kleinen Felsbröckeln besteht, die um den Planeten kreisen; dass das Licht vom Saturn bis zur Erde 1,5 Stunden braucht; dass die ältesten Sterne im Universum 12 - 13 Milliarden Jahre alt sind, unsere Sonne aber mit rund 4,5 Milliarden Jahren wesentlich jünger ist; und am wichtigsten: dass Astronomie zu einem faszinierenden Hobby werden kann, wenn Kinder so unkompliziert und anschaulich wie bei dieser Gelegenheit damit in Berührung kommen können.

Auf Schatzsuche im tropischen Meer

geschrieben von: Edith Schillinger - am 19. April 2010
Edith Schillinger

„Da haben’s - damit die Kinder schneller was finden…”, raunt mir Herr Andreas zu, der die beiden Buddel-Buchten in der Fossilienwelt Weinviertel betreut, und lässt mir unbemerkt ein paar Haifischzähne und Perlen zukommen. Ich wiederum lasse sie in einem unbeobachteten Moment in eine kleine Mulde plumpsen und schaufle mit dem Fuß unauffällig ein bisschen Sand drüber. „Oh Kinder, schaut’s! Da funkelt was!” Und schon haben sie den ersten Sucherfolg - das versteht man hier also unter „Schürfgarantie”. Find ich richtig nett!

astrid-und-gregor-beim-buddelnAber auch ohne die zugesteckten Schätze wären die Kids tatsächlich fündig geworden. Es hätte bloß ein bisschen länger gedauert, bis der erste Haifischzahn im Schürfsieb hängen bleibt, während der feine Sand durchrieselt. Ziemlich schwer ist das Eisending allerdings für zarte Kinderarme. Die Kraft reicht nicht allzu lang, dann soll Mami ran. Gerne! Denn auch mich überkommt die Schatzsucher-Lust. „Schaut’s einmal im Indianerzelt nach!” - und tatsächlich finden sich hier drei weitere Perlen … Herr Andreas weiß halt, wo sich seine Schätze „versteckt” halten - danke für den Tipp!

Zwischendurch empfiehlt es sich, einfach achtsamen Auges über die beiden nebeneinander liegenden, als Haifischbecken bzw. Perlenbucht getarnten Sandflächen zu schlendern - gelegentlich stößt man sogar auf diese bequeme Weise auf so manche Kostbarkeit. Gregors Schatzsackerl füllt sich besonders rasch - was vor allem daran liegt, dass er darin auch „normale” Steine verschwinden lässt, weil „sie so schön glitzern, wenn man sie in die Sonne hält”. So erhöht sich die Ausbeute meiner beiden Schatzsucher auf insgesamt 9 schimmernde Perlen, 12 spitze Haifischzähne, 7 schöne Glitzersteine und 1 vergammeltes und dadurch sehr fossil wirkendes Blatt. Außerdem begegnen uns im Sand 2 tote und immerhin 4 lebendige Regenwürmer sowie ein schwarzer Marienkäfer mit roten Punkten drauf - den findet man nicht so oft - insofern gilt auch er  als “Schatz”, den Astrid fast noch lieber als die Perlen mit nach Hause genommen hätte…

Plötzlich, mitten unterm Schürfen, hören wir ein lautes Dröhnen und Rumpeln aus der großen Halle nebenan. Alles klar - da wird wohl gerade eindrucksvoll in Mulitmedia-Manier jener Tsunami simuliert, der vor Urzeiten das riesige Austernriff kippte, das heute als sensationelles Herzstück der Fossilienwelt im Rahmen einer Führung besucht werden kann. Die haben wir mit den Kids vergangenen Herbst mitgemacht und sie haben erfahren, dass sich vor rund 17 Mio. Jahren rund um Korneuburg die Ausläufer eines tropischen Meeres erstreckt haben, mit Mangrovensümpfen und einer unglaublich reichen Unterwasserwelt, wovon heute eine Unzahl an fossilen Funden Zeugnis ablegen. Unter anderem hat man hier die größte fossile Perle der Welt entdeckt - und im Museum ausgestellt.

Nachdem die Kids genug vom Buddeln haben, schauen wir noch rauf auf den Hügel, auf dem die 17 Meter hohe, gewundene orange-rote Turmschnecke in die Landschaft grüßt. Im Inneren führen 51 Stufen in ein Aussichtsstüberl, von wo wir durch große Glasflächen einen tollen Blick ins weite Land werfen und uns vorstellen, wie unter uns die Wellen des einstigen tropischen Meeres gegen die Turmpfeiler schwappen. Mit urzeitlichen Schwimm-Dinos drin, die gegen Riesen-Haie antreten und schwatzenden Austern, die sich an ihren Perlen verschlucken …. Upps - ich glaub, jetzt geht die Fantasie mit uns durch!

Hochspannung unter den Blauhelmen

geschrieben von: Edith Schillinger - am 31. März 2010
Edith Schillinger

„Ich bin hier, wer ist dort - an einem ganz and’ren Ort….” So beginnt Astrids Brief, den sie mittels Flaschenpost auf große Donaureise schicken will, in der Hoffnung, dass ihr von irgendwo jemand zurück schreibt. „Die Flasche wird beim nächsten Kraftwerk hängen bleiben.”, holt sie ihr Papa in die Realität zurück. „Echt?”, fragen wir uns und dann die, die es wissen muss: Jutta.

Jutta heißt nämlich die Dame, die uns vergangenen Sonntag durch das Kraftwerk Wien-Freudenau führte. „Geheimnis Wasserkraft” nennt sich das Vermittlungsprogramm der Verbund AG, bei dem Kinder erfahren sollen, wie aus Wasserkraft elektrischer Strom gemacht wird. Treffpunkt war das multimedial aufbereitete Informationszentrum direkt im Stromhaus. Anhand eines Modells hat uns Jutta das Prinzip des Kraftwerks erklärt: Wasser wird in die 6 Turbinen geleitet, wo es die riesigen Laufräder in Bewegung setzt, die wiederum die Turbinenstangen antreiben, über die die Energie in den Generator gelangt, wo schließlich Strom draus wird, der zum nächsten Umspannwerk geleitet wird. Aber was konkret im Generator geschieht - der angeblich wie ein „simpler” Fahrrad-Dynamo funktioniert, nur größer - wurde leider nicht für Kinderohren aufbereitet. Und mit meinem bescheidenen technischen Verständnis, hab ich leider auch keine Ahnung davon….!?

Außerdem erfahren die Kids einige Fakten zum Thema Strom und Kraftwerk, die zum Glück in kindgerechte Dimensionen umgelegt wurden, z.B., dass rund 4000 Badewannen voll Donauwasser pro Sekunde durch die Turbinen fließen, dass jedes einzelne Laufrad größer als ein Fußballtor ist und dass der Staubsauger mehr Strom verbraucht als der Fernseher. Seither heißt es daheim nur noch: „Können wir fernsehen - das spart Strom!” - Danke, das hab ich gebraucht! Ernstgemeinte Stromspartipps konnten wir im Anschluss an die Führung an den PC-Stationen im Infocenter nachlesen.

Blauhelme im Kraftwerk FreudenauDoch zuvor ging es - mit blauen Schutzhelmen gesichert (netter Anblick) - in die große Kraftwerkhalle und danach mit dem Lift mehr als 20 Meter tief runter, wo wir eine Turbine von unten sehen konnten. Laut war es hier, es roch nach Schmieröl und dennoch waren wir tief beeindruckt, wie riesig das alles hier ist. Und wir bekamen einen Eindruck, wie Wasserkraft sinnvoll genutzt werden kann.

Jetzt wollten wir nur noch wissen, was wirklich mit Astrids Flaschenpost geschieht: Jutta erzählt uns von einem großen Gitter, dem sog. Einlaufrechen, der dafür sorgt, dass nichts Großes in die Turbinen gelangt und sie beschädigen könnten. Das heißt, unsere Flasche würde vermutlich tatsächlich hängen bleiben!

„Und was ist mit den Fischen?”, wollten die Kids wissen. „Die kleinen, die durchs Gitter schwimmen, werden zu Fischstäbchen”, meinte Jutta trocken. Doch soweit muss es nicht kommen, denn für die Fische wurde extra ein Umgehungsbach angelegt. Denn - so Jutta - die Fische lassen sich von der Strömung leiten. Und da im aufgestauten Wasser vorne an der Kraftwerksmauer so gut wie keine Strömung vorhanden ist, sind die Fische angeblich clever genug, um den kleinen Eingang zum Bach zu finden, der vom Donauhauptarm abzweigt und in gemächlichen Windungen die gesamte Staustufe umgeht. Und die ganz gescheiten Fischlein schwimmen ohnehin mit den Schiffen durch die Schleuse.

Vielleicht ist Astrids Flaschenpost ja auch so clever… Wenn jemand aus Bratislava zurück schreibt, hat sie’s wohl geschafft. Wir warten ab.

Rauben - raufen - saufen. Badum.

geschrieben von: Edith Schillinger - am 24. März 2010
Edith Schillinger

In einem Kommentar zu meinem letzten Blog über das Literaturfestival im Palais Auersperg ist der Name Marko Simsa gefallen … was mich unwillkürlich an dessen Jubiläumslesung im Haus der Musik im vergangenen Herbst zurückdenken ließ. Für den Fall, dass dir der Name nichts sagt: Seit nunmehr 10 Jahren (daher der Zusatz „Jubiläum”) bringt Marko Simsa regelmäßig musikalische Bilderbücher samt CD auf den Markt, die Kinder spielerisch mit klassischer Musik vertraut machen. Dabei spezialisierte er sich u.a. auf das kindgerechte Aufbereiten von bekannten Musikstücken, wie z.B. „Die Zauberflöte”, „Die vier Jahreszeiten”, „Der Karneval der Tiere”, „Schwanensee”, „Die Moldau” oder „Kinderszenen” von Robert Schumann, sein neuestes Werk.

Zurück zur Jubiläumslesung ins Haus der Musik: „Lesung” - da denkt man an ein Tischchen samt Leselampe und einem Glas Wasser auf verdunkelter Bühne. Dass man damit Kinder nicht abspeisen kann, liegt auf der Hand. Darum heißt die Devise bei einer Simsa-Lesung: „Schauen, hören, mitmachen!” … Was sich auch an jedem Nachmittag bewahrheitete, an dem ein Querschnitt durch seine 18 bisher erschienenen Bücher geboten wurde. Die Bilder der Buchseiten wurden groß auf Leinwand projiziert, die meiste Zeit sprach Marko mit seiner prägnanten Stimme live zu seinem jungen Publikum, bediente sich zwischendurch aber auch der CD-Einspielung - meist von Musikeinlagen, manchmal aber auch von seinem eigenen gesprochenen CD-Text - dann gab’s Simsa vom Band, obwohl er doch direkt vor uns auf der Bühne stand - die Kids fanden’s witzig.

So richtig bunt wurde das Programm durch die vielen „special guests”, denn Marko Simsa bestreitet eine Lesung nie alleine: Diesmal waren es die Musikerin Nora, die uns ihr Cello präsentierte (was haben die Kids gestaunt, als sich die unzähligen Pferdeschweifhaare des Chello-Bogens entfächerten!) sowie die Balletttänzerin Beate, die als wunderschöne Schwanenprinzessin gemeinsam mit den Kindern die fünf Ballett-Grundpositionen übte.

Zum Mitmachen regte auch der Elefanten-Tanz aus dem „Karneval der Tiere” an, den Marko gemeinsam mit Kindern aus dem Publikum auf der Bühne einstudierte. Und vor einigen Tagen bei uns daheim im Wohnzimmer: CD aufgelegt, Arme zum Rüssel umfunktioniert uuund: Stampf - zwei -drei, Stampf - zwei - drei …!

Darüber hinaus hatten wir damals die seltene Gelegenheit, einige von Simsas Weggefährten kennen zu lernen, die sonst nur als Namen auf dem Buchcover aufscheinen: Extra aus München angereist ist Doris Eisenburger, die mit ihren zauberhaften Illustrationen wesentlich zum Erfolg der aktuellen Simsa-Bücher beiträgt. Sie und ihr Kollege Winfried Opgenoorth brachten live Zeichnungen zu Papier, die von den Kindern dann vervollständigt werden konnten. Sehr amüsant war es auch, als Marko Simsa gemeinsam mit dem Komponisten Erke Duit, der das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten” vertont hat, den Räuberchor aus dem gleichnamigen Buch anstimmte: „Wir raufen bei Tag und wir saufen bei Nacht. Und fressen auf, was der Tag uns gebracht. Rauben - raufen - saufen. BADUM.”

… so vielschichtig, bunt, abwechslungs- und lehrreich kann Musikvermittlung sein!

Abenteuer im Kopf und auf der Bühne

geschrieben von: Edith Schillinger - am 15. März 2010
Edith Schillinger

Ich mag das Wiener Palais Auersperg. Und zwar nicht nur, weil ich seit meinem Ferialpraktikum im Jahre „Schnee” weiß, wohin die eine oder andere geheime Tapetentür führt… Es ist schlichtweg schön dort - die eindrucksvolle Feststiege, der helle Wintergarten, die historischen Prunkräume. Derzeit findet das Literaturfestival für junge LeserInnen im barocken Palais statt - ein Gratis-Event, das sich seit nunmehr 32 Jahren der Kinder- und Jugendliteratur verschreibt. Eine bemerkenswert beständige und aufwändige Initiative, die Lust am Lesen vermitteln soll.

Leise, ganz leise huschen meine Kids und ich in den verdunkelten Großen Saal, in dem gerade Cordula Nossek mit der Geschichte „Das Mädchen und der Mond” begonnen hat. Mit raffinierten Effekten aus Licht und Schatten bringt sie den aufmerksamen Zuschauern dieses Märchen aus dem Land der Tschuktschen näher, samt schaurig-schönem Elch-Geröhre und einem auf einem Rentierschlitten herumflitzenden Taschenlampen-Mond.

Dieses Stück ist Teil des abwechslungsreichen Festivalprogrammes, das an sieben Tagen ganze 60 Lesungen, Theateraufführungen, Erzählstunden, Musikdarbietungen, Filmvorführungen, Kreativworkshops usw. umfasst. Herzstück des Literaturfestivals ist jedoch die große Buchausstellung: Drei Räume voller Kinderbücher … den Kids gehen beinahe die Augen über. 2000 Bücher sind es angeblich, die zum gemütlichen Schmökern und Lesen einladen. Damit könnten wir leicht den ganzen Nachmittag füllen, doch nach drei Tier-Sachbüchern und einem Fußball-Bilderbuch lockt ja schon die Geschichtenerzählerin Birgit Lehner in den Kleinen Saal. Sie erzählt uns von einem hungrigen Wanderer, der in der Fremde um Hilfe bittet und diese erst findet, als er sich eine leckere Steinsuppe kocht. Mir scheint fast, den Duft der Suppe riechen zu können, so anschaulich und hingebungsvoll wird hier im fiktiven Topf gerührt.

Im Anschluss lauschen wir via Kopfhörer Rudi Radiohund, der wochentags um 17.25 Uhr auf Ö1 Kinderwissen vermittelt. Ich habe ehrlich gesagt die Sendung noch nie live mitverfolgt, aber das wird sich ändern, denn nach dem heute gehörten Beitrag, in dem der Kosmonaut Franz Viehböck unterhaltsam und kindgerecht über seinen Ausflug  ins Weltall plaudert, könnten wir zum Fan von Rudi Radiohund werden.

Höhepunkt des Tages - zumindest lässt der Besucheransturm darauf schließen - sollte wohl die Kindershow „Das kleine Vampir-ABC” von Gernot Kranner werden. Leider konnten die teilweise langatmigen Lieder und zusammenhanglosen Szenen, die keine einheitliche Geschichte erzählen, sondern unmotiviert zwischen ABC-Lernstunde und Vampir-Wissensvermittlung pendeln, meine Kids nicht sonderlich mitreißen. Schade eigentlich, denn der witzige und stimmgewaltige Musicaldarsteller Gernot Kranner (ist passenderweise derzeit im „Tanz der Vampire” zu sehen) sowie seine Handpuppe Vampirchen Gruselinchen hätten durchaus Potential für ein vergnügliches Kinder-Vampirstück, gerne auch mit Inhalt.

Das Literaturfestival endet zwar bereits am Mittwoch, den 17. März, doch eine Veranstaltung mit ähnlichem Charakter sind die „Märchentage” von wienXtra, ein Erzähl- und Theaterfest mit Schmink-, Spiel- und Kreativstationen für die ganze Familie. Letztes Jahr waren die „Märchentage” ebenfalls im Palais Auersperg zu Gast und wir genauso. Heuer (1. + 2. April 2010) übersiedeln sie ins Wiener Rathaus, was bekanntlich auch keine schlechte Adresse ist - auch wenn ich mich dort mit den Geheimtüren nicht so auskenne…

Was in einen Sonntag so alles reinpasst…!

geschrieben von: Edith Schillinger - am 9. März 2010
Edith Schillinger

Samstags hat sie ihren freien Tag, denn da ist großer Anreisetag. Keine Spur von Yvonne, der Kinderanimateurin im Familienresort Gut Wenghof im salzburgerischen Werfenweng. Planlos laufen einige Kinder durch die Lobby, auf der Suche nach ihr - vergeblich. Aber am Sonntagvormittag, da treffen wir sie im Kinderclub: „Hallo, ich bin Yvi. Yvi wie Kiwi.” Ja, so merkt man sich den Namen leicht - und damit entlockt sie Gregor schon mal den ersten Schmunzler. Und viele weitere folgen, denn Yvi hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen und versteht es, die Kinder mit ihrer guten Laune anzustecken.

Astrid und ihr Papa ziehen bestimmt schon die ersten Spuren im Schnee, während Gregor und ich uns noch ein wenig im Hotel umsehen, bevor wir uns ebenfalls die Schi anschnallen. Wir starten also bei Yvi im Kinderclub mit einer Runde Riesen-Mensch-ärgere-dich-nicht, Mini-Tischfussball und „Lotti Karotti”. Dann testen wir sämtliche Hotelsofas, an denen wir vorbeikommen und küren die große Couch im Wintergarten mit der hohen geflochtenen Lehne und ihren superweichen Polstern zur absolut bequemsten. Eigentlich mag ich gar nicht mehr aufstehen, wenn da nicht der Duft des Mittagsessens durchs Hotel ziehen würde. Die Spargelcremesuppe schmeckt wunderbar, da hol ich mir einen kleinen Nachschlag - das reicht aber auch schon wieder nach dem üppigen Buffet-Frühstück grad mal drei Stunden zuvor.

Jetzt aber raus mit uns, und mittenrein ins überschaubare Familien-Schigebiet Werfenweng. Die Fahrt im Schibus, der nur einige Schritte vor dem Hotel hält, dauert gerade mal geschätzte zwei Minuten und schon sitzen wir in der Gondel hinauf auf die Bischlinghöhe auf 1834 m Seehöhe. Und siehe da: ein paar Meter oberhalb der Bergstation lockt ein richtiges Gipfelkreuz - das erste, das ich gemeinsam mit meinem Sohn erklimme! Und hier oben offenbart sich uns bei Sonnenschein ein Traum von einem 360°-Panorama-Bergblick, mit dem Hohen Dachstein samt abgebröckelter Bischofsmütze als wunderschönem Eyecatcher. In der Zwischenzeit haben die beiden anderen die Schipisten für uns abgecheckt und eine kleine Sprungschanze auf dem Ladenberg entdeckt, bei der wir immer wieder vorbeischauen.

Viel Zeit zum Schifahren bleibt allerdings nicht, denn um 16 Uhr wollen wir zurück im Hotel sein - da treffen wir wieder auf Yvi, die im Hotel auch das Kreativ-Programm betreut. Astrid und ich versuchen uns im Nadelfilzen und mittels unzähliger Stiche entsteht unter unseren Händen rasch ein hübsches, weiches Schneckenhaus. Gerade, als unser Werkstück vollendet ist, holen meine zwei Jungs Astrid zum Schwimmen ab und Gregor wünscht sich auch etwas aus Filz. Also filze ich ihm noch alleine ein süßes Herzerl, bevor ich zu einem Spaziergang rund um das Hotel aufbreche.

Gut Wenghof family resortDabei überrasche ich die Kids und ihren Daddy im beheizten Außenpool. Im Innenbecken war es ihnen zu heiß. Heraußen - und das kann man wörtlich nehmen - haben sie Platz zum Toben, denn meine drei Hartgesottenen schrecken nicht davor zurück, das warme Wasser zu verlassen, um sich kurz im Schnee zu wälzen. Das härtet hoffentlich ab!

Gesäumt wird der runde Außenpool von mehreren Hotelzubauten, die das einstige Stammhaus zum heutigen Gut Wenghof anwachsen ließen. Die verschiedenen Trakte machen zwar das Zurechtfinden im Inneren nicht immer leicht (vor allem der Gepäckmarsch vom Auto zum Zimmer wurde zum Spießrutenlauf), aber von außen ist von den baulichen Entwicklungen kaum etwas zu bemerken, recht harmonisch und in sich geschlossen wirkt das Hotel insgesamt. Vor dem Hoteleingang liegt der Dorfplatz - im Sommer bestimmt ein angenehmer Treffpunkt, denn hier kann man sich dann diverse Elektrofahrzeuge leihen und auf diese Weise umweltbewusst das Umland erkunden. Der Ort Werfenweng gilt generell als einer der Vorreiter in Sachen ÖKO-Tourismus. Schon seit rund 10 Jahren wird hier unter dem Schlagwort SAMO (Sanfte Mobilität) den Gästen ans Herz gelegt, Urlaub vom eigenen Auto zu machen.

Beim Abendessen ist hingegen von Entschleunigung nichts zu bemerken, denn da wird’s plötzlich stressig. Wir haben es natürlich nicht pünktlich um 18 Uhr ins Restaurant geschafft, aber um 18.30 Uhr wäre doch schon Kinderkino! „Ice Age” wollen sich die Kids natürlich nicht entgehen lassen. Und hoppla, kaum sind die beiden vor der Leinwand im Kinderclub geparkt, bleibt auf einmal Zeit für ein Gläschen Wein in trauter Zweisamkeit - wie ungewohnt!

Doch nach einer Dreiviertelstunde sind die Süßen wieder da. „Den Film schauen wir später weiter, jetzt ist Kinderdisco!”, verkünden sie und zerren uns in die Hotelhalle zur Bühne. Eine halbe Stunde lang wird nun das Haus gerockt, denn unter Yvis lautstarker und animierender Anleitung wird getanzt und gesprungen, geshakt und gesungen, in einem fort. Und ich muss sagen - das ist so ziemlich die beste Kinderdisco, die ich bisher erlebt habe. Spitze dran ist nämlich auch, dass das Spektakel nach dem letzten „Disco-Feger” nicht abrupt abreißt, sondern mit einem Kuschellied endet, bei dem sich in Mamas oder Papas Armen die gerade noch tanzwütigen Hühner in verschmuste Küken zurück verwandeln. So lässt sich das Zu-Bett-Bringen wesentlich leichter bewerkstelligen, als mit einem aufgedrehtem Turbokind.

Nur noch rasch das Ende von „Ice Age” nachgeholt, dann wartet schließlich wirklich das Bett - ich korrigiere: das Stockbett auf die Kids. Sie haben ihre wahre Freude dran. Gestern war Astrid dran, heute darf sogar Gregor oben schlafen, denn es ist tatsächlich genügend gesichert, dass ich auch mein strampelfreudiges Söhnchen gut aufgehoben weiß. Und schöne Träume scheinen nach diesem aufregenden Tag ohnehin garantiert.

Viva Vivarium

geschrieben von: Edith Schillinger - am 28. Februar 2010
Edith Schillinger

 „Wir gehen mit Piranhas schwimmen”, haben meine beiden Kids  ihren Freunden vor unserer Abreise unter die Nase gerieben. Das war zwar etwas waghalsig formuliert, doch im Grunde kommt es der Realität schon ziemlich nahe, was unser Besuch im steirischen Vivarium auch beweist. In Mariahof (Bezirk Murau) rühmt man sich schließlich, mit dem Vivarium 2005 eines der innovativsten Ausflugsziele Österreichs geschaffen zu haben. Und tatsächlich - was hier unter dem Motto “Was(s)erleben” geboten wird, ist wohl einzigartig… doch alles schön der Reihe nach:

Zum ersten fungiert das Vivarium als Informationszentrum der Naturparkregion Zirbitzkogel-Grebenzen, wobei im frei zugänglichen Obergeschoß des langgestreckten und raffiniert geplanten Gebäudes etliche Schautafeln, Hörstationen und interessante Exponate Aufschluss über Fauna, Flora, Entstehung und Bedeutung des Naturparks geben.

„Huch, ein Huchen!” … Astrid staunt nicht schlecht, dass es derart riesige Fische in unseren Gewässern gibt. Angeblich ist mal einer mit 1,80 m Länge gefangen worden. Oder habt ihr gewusst, dass Fische auch seekrank werden können? Das und vieles mehr über die heimische Fischwelt erfahren wir in der Ausstellung „Wasserwelten”, wo uns in mehreren Schauaquarien die Lebensräume Quelle, Bach, Tümpel, Teich, Fluss und See näher gebracht werden.

Von hier spazieren wir weiter ins feucht-schwüle Herzstück der Anlage, in den tropischen Regenwald. Dem Artenreichtum im Amazonasgebiet ist dieser aufwändig gestaltete Bereich mit üppiger Vegetation, Wasserfall und unebenen Pfaden gewidmet. Wir sehen Vogelspinnen, Schlangen, Giftpfeilfrösche, ein Chamäleon, einen Leguan und ein regungsloses Kaiman-Pärchen. Zu den Highlights für die Kids zählen allerdings die putzigen Weißbüscheläffchen, samt drei Tage altem Baby (es hat uns angegähnt - herzallerliebst!), gefolgt von den echt großen Amazonasfischen, wie Gabelbart (die sind mit 1,20 m Länge größer als Gregor), Pacu oder eben dessen kleinere Verwandte, die Piranhas, die in einem gläsernen Tunnel über uns träge im Wasser zu schweben scheinen.

Und jetzt kommt das Besondere und in den Augen der Kids das absolut Coole am Vivarium: diesem „Wasserzoo” ist zusätzlich ein Erlebnisbad angeschlossen, wobei man vom Hallenbad durch mehrere Sichtfenster in den Regenwald rüberschauen kann. Diese Kombination hat was! Und so schwimmen auf der einen Seite der Glaswand die Amazonas-Fische und auf der anderen die Menschen im Wasser. Wäre schon interessant zu erfahren, was sich die Fische bei unserem Anblick so denken… Leider können sich die beiden Kaimane nicht dazu aufraffen, mit einem Bauchfleck ins Wasser zu tauchen, denn in deren Becken sieht man direkt vom Pool aus. Eine tropische Grottendusche auf der Galerie darüber ermöglicht überdies, nochmals einen Blick auf die Piranhas zu werfen.

Während die Kids und ihr Papa noch vergnügt im Schwimmbecken plantschen, sich in aufgewühlte Sprudel schmeißen oder durch die Wasserfalldusche tauchen, schaue ich auf einen Sprung in den Saunabereich im Obergeschoß, wo ich mich für das Dampfbad erwärmen kann. Und während Körper und Geist angenehm benebelt werden, entführen mich meine Gedanken wieder mitten rein in den feucht-heißen, tropisch-dampfenden Dschungel Südamerikas…

Auf eisigen Pfaden durchs Traumland

geschrieben von: Edith Schillinger - am 20. Februar 2010
Edith Schillinger

„Das Schwarze, an das alle ganz nah ran schießen müssen, heißt Daube - so wie der Vogel!”, erklärt Gregor und ist ganz stolz, dass er sich das gemerkt hat. Schließlich ist es schon ein ganzes Jahr her, seit wir das letzte Mal auf dem Wiener Eistraum, also direkt vor dem Wiener Rathaus Eislaufen waren und ihm ein netter Herr die Grundregeln des Eisstockschießens erklärt hat. Schon damals hat sich Gregor - nachdem er vom vielen Selber-Schlittern müde wurde - für das Schlittern der vielen Eisstöcke interessiert. Und heuer ist es nicht anders. Sobald sich auf den beiden Eisstockbahnen (die übrigens unter der Woche bis 16 Uhr und am Wochenende ganztags den jüngsten Eisprinz[essinn]en gratis zur Verfügung stehen, um mithilfe süßer Stütz-Pinguine ihre ersten Schritte auf dem Eis zu wagen) die Eisstockschützen einfinden, ist mein Sohn von der verglasten Wand so gut wie nicht mehr wegzubringen.

Aber diese Auszeit hat er sich auch redlich verdient - schließlich ist er zuvor eh schon mehr als zwei Stunden lang gemeinsam mit Schwester, Tante und mir Schlittschuh gelaufen, mit Vorliebe auf den verschlungenen Traumpfaden, die heuer sogar in drei statt wie bisher in zwei Runden durch den Rathauspark führen und damit die große Eisfläche direkt vor dem Rathaus mit der kleineren nahe der Ringstraße verbinden. Damit wird die eisige Traumlandschaft noch unüberschaubarer und so der Spaß noch größer, denn Astrid und Gregor lieben es, sich unbemerkt an den jeweils anderen heran zu pirschen, um ihn dann ordentlich zu erschrecken oder einfach nur unauffällig zu verfolgen.

Jeder der schon mal dort war, wird es bestätigen können: Eislaufen am Wiener Eistraum ist schöner (allein die traumhafte Kulisse…), cooler (weil so vielfältig und überhaupt nicht fad), romantischer (besonders bei abendlicher Beleuchtung), aber auch anstrengender als auf jedem herkömmlichen Eislaufplatz! Denn obwohl es einem bei einem normalen Spaziergang über den langgestreckten Rathausplatz eigentlich nicht auffällt … es gibt ein beachtliches Gefälle vom Rathaus „hinunter” zum Ring. Und das bedeutet, dass wir uns beim „bergauf”-Fahren auf den Traumpfaden ordentlich ins Zeug legen müssen und in die andere Richtung schlittert man hingegen fast wie von selbst. Außerdem sind die Wege teilweise ein wenig holprig und das Eis darauf relativ rasch aufgefahren.

Klar, dass es bei diesem wilden Ritt auch öfter zu Stürzen kommt: Besonders Gregors Popo bekommt diesmal einiges ab (das Eislauf-Training ist in diesem Winter leider zu kurz gekommen). Meistens kann er sich gleich wieder aufrappeln, aber kaum bleibt er einmal ein bisschen länger auf dem Eis sitzen, ist auch schon einer der neongelb-bewesteten Sicherheits-Leute zur Stelle, die sich unter die Besucher mischen und generell für Ordnung auf dem Eis sorgen - ein sehr aufmerksames und wichtiges Service! Zum Glück müssen wir die prompt angebotene Hilfe nicht in Anspruch nehmen, sondern können gleich weiterflitzen - unser Ziel: die große, in der Zwischenzeit in buntes Discolicht getauchte Eisfläche, die sich zu Füßen des wunderbar illuminierten Rathauses erstreckt, um wieder einmal zu schauen, ob auf den benachbarten Eisstockbahnen schon was los ist…