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Herbergsuche heute und damals

geschrieben von: doalittle - am 22. Dezember 2009
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Wildschönauer BergadventHerbergsuche heute - Das Baby scheint schon sehr groß zu sein und drückt ganz schön herum. Glücklicherweise hat es sich schon in die richtige Posititon gedreht und groß dürfte es auch sein. Das Bücken ist schon sehr beschwerlich und schnell komme ich außer Atem. Heute wäre der Geburtstermin. Aber statt in der Semmelweißklinik zu sein, habe ich in der Früh sowohl den Gasmann, Strommann als auch den Juristen zwecks Schlüsselübergabe zu treffen.

 

Vorgestern, dem 4. Adventsonntag, haben wir alle Siebensachen in die neue Unterkunft übersiedelt und meine beherzte Nachbarin lässt mich bei Ihr im warmem Heim aufwärmen, da die ersten Schneeflocken vom Himmel fallen und die Kälte sehr beissend wirkt. Alle haben es eilig und scheinen sehr gestresst zu sein, denn bald ist Weihnachten. Mein ältestes Kind, gerade 8 Jahre alt, hat mit Tränen das Haus verlassen - hat ja doch eine schöne Zeit hier erlebt und viele Freunde in der nächsten Umgebung gefunden. Wir übersiedeln zwar nur innerhalb der Ortschaft, aber trotzdem bedeutet das eine große Veränderung.

 

Ausgesucht haben wir uns diesen Zeitpunkt nicht und trotzdem bin ich glücklich, dass wir ein Zuhause gefunden haben, wenn das Baby auf die Welt kommt. Denn bis vor kurzem war das noch nicht klar. Schließlich sind die Mieter im neuen Haus erst vor 3 Tagen ausgezogen und gleichzeitig war der Termin für den Auszug aus der bestehenden Mietwohnung per Gericht festgesetzt. Die Niederkunft des Babys und die dadurch erschwerte Schwangerschaft spielten dabei leider keine Rolle. Ein enormer Stress in der Vorweihnachtszeit, welcher kaum nachzuvollziehen ist. Organisatorisch war dies eine große Herausforderung, denn ein Kind war in der Volksschule, das zweite Kind im Kindergarten und das dritte Kind noch bei mir zuhause. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits alleinerziehend war, musste ich insgesamt 100 Schachteln selber packen - zum Verstauen war leider kein Keller vorhanden und der Wohnraum ohnehin sehr knapp bemessen. Zum Glück konnten wir bereits im Oktober die Hälfte der Schachteln im neuen Zuhause lagern - ein großes Dankeschön auch heute noch an die damaligen Mieter. Allerdings war es für mich sehr schwierig vorauszuplanen und zu packen. Ein paar Weihnachtsfeiern, ein Konzert für meine kleine Violinistin, die bevorstehende Geburt, der Heilige Abend und keine Gewissheit, wo wir ab dem 22. Dezember wohnen werden.

 

Die Nervosität war unvorstellbar und das Beste war eine kleine Aussage einer Freundin mit großer Wirkung: “Du kannst mit deinen 3 Kindern bei mir wohnen bis du ins neue Haus kannst.” Außerdem hatte sie Erfahrung mit einer Hausgeburt und selber vier Kinder. Mit einem Mal war eine große Last und Ungewissheit von meinen Schultern. Und letztendlich konnten wir am 20. Dezember übersiedeln.

 

Das alles ist nun schon ein paar Jährchen her und die Kinder haben sich an das neue Heim gewöhnt. Die Weihnachtsfeier haben wir zwischen den Schachteln zelebriert und ich war enorm erleichtert und dankbar. So intensiv habe ich zuvor noch nie eine Weihnacht erlebt. Aufgrund von Vorwehen haben wir das erste Mal die Weihnachtsandacht ausfallen lassen und ein paar Tage später hat das Jüngste beschlossen zur Welt zu kommen. Unter normalen Umständen hätte ich die Geburt aufgrund des erschöpften Zustandes nicht überlebt. Die Hebammen waren allerdings sehr bemüht und mit der richtigen Portion Sauerstoff und Unterstützung wurden Kräfte freigesetzt, welche selbst mich überrascht haben. Nun erinnere ich mich jedes Jahr aufs Neue, warum wir Weihnachten feiern und ich erzähle den Kindern unsere Geschichte und das Lukas-Evangelium. Es berührt mich jedes mal wieder und ich finde es großartig wieviel Wärme und Nächstenliebe wir in unserer Umgebung erfahren können, selbst wenn uns Unrecht widerfährt.

 

Die Geschenke werden sehr nebensächlich, wenn man am eigenen Leib erfährt, wie es ist, im Ungewissen zu sein, ob man ein Dach überm Kopf hat. Da sind meistens liebe Worte und Taten die besseren Geschenke. In diesem Sinn wünsche ich allen Blog-LeserInnen ein wunderschönes und vor allem besinnliches Weihnachtsfest.

Vulkanausbrüche, James Bond oder doch lieber Indiana Jones

geschrieben von: doalittle - am 8. Dezember 2009
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VulcaninoDas Feeling hier im Vulcanino in Köstendorf ist einfach sensationell und für mich vollkommen neu. Spycams ermöglichen mir gerade das Treiben meiner Kinder neben einer Tasse Cappucino zu geniessen. Wer hätte sich das gedacht, dass dieses Wochenende zu Beginn der Adventzeit so entspannend für mich werden wird. Gestern abend habe ich sogar mit den Kindern gemeinsam den Wellnessbereich erkunden können. Ein paar traumhafte Aufgüsse haben wir erlebt und ich konnte meinen Kindern die Geheimnisse meines Vaters zu einem gelungenen Saunabesuch verraten. Der Kleine hat auch gleich die Kunst im Trockentraining ausprobieren müssen.

Heute war ich regelrecht überrascht, wie viele aktive Väter ich zu Gesicht bekommen habe - he Mädl’s, es gibt sie und sie haben riesig viel Spass mit ihren Kindern hier. Eine Vision? Keine Hirngespinste!
Die Vision hat Träume gefüllt und mit einer Menge Hilfe, Zuversicht und Selbstvertrauen hat Andreas S. diese in die Wirklichkeit umgesetzt.

Meine Kinder haben natürlich sofort die Trampoline und Design-Luftburgen erkundet und wer hätte sich das gedacht, dass meine Älteste vor allem an den Riesen-Dreirädern Spass hat. Es gibt hier jede Menge Laufräder und Dreiräder. Und der Kleinkinderspielbereich ist so abgeschirmt, dass die Kleinsten geschützt toben können. Anfangs habe ich mich nicht in das Labyrinth gewagt, aber dann haben mich die Kleinen an der Hand kurzerhand hineingezogen und schon war ich in einer anderen Welt. Ich war erstaunt über die Entdeckerfreude in mir und den Kindern und die vielen Möglichkeiten. Belohnt wurden wir als wir zu viert nebeneinander eine Riesenrutsche hinunterfetzen konnten. Da muß man einfach kreischen. Gleich darauf wollte mein Sohn wissen, wie man Airhockey spielt und Lisa forderte mich beim Tischtennis heraus…

Inzwischen sitze ich gemütlich und zufrieden auf einer Art Aussichtsterasse mit einem Gläschen Prosseco und geniesse den Anblick der herumtobenden Kinder. Egal ob Business-Mum oder gestresste Windelmama, hier kann man mal richtig Auszeit nehmen. Das wird auch dem Namen der Erlebnisgastronomie vollkommen gerecht. Jedes Mal, wenn ich denke ich habe die Kinder aus den Augen verloren, entdecke ich sie wieder an einer neuen Stelle und das Glück strahlt förmlich aus Ihren Augen. Sie sind so voller Energie und Enthusiasmus und vor allem nicht zu bremsen. Um sich ein Bild davon machen zu können, bleibt einem nichts anderes übrig, als hier persönlich vorbeizusehen und so viele Kinder wie möglich mitzunehmen.

Jetzt geniesse ich mal die Ruhe und brauche kein schlechtes Gewissen zu haben, dass ich als vierfache alleinerziehende Mutter meiner Aufsichtspflicht nachkomme. Und allein zwei Übernachtungen reichen, damit die Kinder dies als wahren Urlaub erleben.
Tatsächlich kann man das Vulcanino auch zum Haus der Begegnung zählen. Wenn einer entspannt und ruhig wirkt, kann das selbst mit Kindern sehr anziehend wirken. Und wer weiß, welche neuen Freundschaften hier geschlossen werden. Was mir persönlich besonders gut gefällt, ist, dass das Kind im Erwachsenen zum Leben erweckt wird und wir auf spielerische Art und Weise mit den Kindern in Kontakt treten.
Im ersten Moment wußte ich nicht mit der Atmosphäre umzugehen. Nun aber bin ich verwundert. Der größte Unterschied zu anderen Freizeiteinrichtungen ist, dass Mutter, Vater, Onkel, Tanten, Großeltern oder gar ein Geschwisterchen dazu eingeladen sind mit den Kleineren Ängste zu überwinden, Spass zu haben und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Da kann ich z.B. beobachten, wie Väter mit Ihren Kindern das Wahrzeichen, den Vulkan erklimmen oder die Mütter mit Ihren Kindern die Riesenrutsche runterfetzen. Meine Kleinen hatten riesen Spass mich mit Softbällen abzuschiessen - wow - das hat Spass gemacht und schreit nach Wiederholungen.
In jedem Fall sind alle beim Verlassen glücklich erschöpft.

Gemütliche Sofas laden zum Kuscheln, Lümmeln, Zeitung lesen oder gar wichtigen Erledigungen am Netbook ein, wie ich es gerade mache. Was v.a. auffällt, ist, dass es besonders Mehrkindfamilien anzusprechen scheint, da die Preise hier einem sehr entgegenkommen. Was für ein Trost, wenn man als Großfamilie nicht so tief ins Börsel greifen muss. In jedem Fall werden wir sobald die Spongebob-Suite fertig ist, nochmals über ein Wochenende herkommen.

Und wenn im Frühjahr der Aussenbereich eröffnet wird, sind wir schon gespannt auf das Ergebnis der kreativen Zusammenarbeit zwischen Andreas und den vielen Kindern. Meine Kinder hoffen auf viel Matsch, Wasserspielen, Goldgräberstimmung und Schatzsuche. Wenn das nicht tolle Aussichten sind ;-)

Harte Schale - Weicher Kern

geschrieben von: doalittle - am 20. November 2009
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Oft habe ich gehört: “Wie hältst du das alles aus?” “Wie schaffst Du das?”

Sind es einfach nur Worthülsen, ernstgemeinte Bewunderung oder werden tatsächlich ehrliche Antworten erwartet?

In der Vergangenheit habe ich oft die Erfahrung gemacht, es ist besser nach englischer Manier zu sagen: “Danke, wie geht es Dir?” Und wir haben die Frage bereits mit einer Gegenfrage beantwortet. Keiner erwartet tatsächlich in der Folge ein tiefgreifendes Gespräch. Warum auch? Zwischen Tür und Angel haben die meisten ohnehin keine Zeit und Geduld. In den letzten Tagen habe ich jedoch das Gefühl, dass die Fragen an mich tatsächlich sehr ernst gemeint sind. Allerdings hat irgendetwas in der letzten Zeit meine harte Schale etwas aufgeweicht - Maroni soll man übrigens ein wenig einweichen. Dann können diese besser eingeritzt und gebraten werden. Das erleichtert das Schälen und die Maronis bleiben zarter. - tja, und wenn die Schale mal etwas zu weich ist und tatsächlich bereits eine Ritze enthalten ist, fühle ich mich etwas schutzlos. Da reicht schon ein schiefer Blick oder vielleicht eine kleine Kritik und der Kern löst sich auf. Nichts kann mich mehr zurückhalten und daher hilft nur mehr der Weg in die Öffentlichkeit mit einer dicken Sonnenbrille. Selbst in den Gebäuden wird diese nicht abgenommen und glücklicherweise kann man sich auch hinter der eigenen Mähne ein wenig verstecken. Nun, sehr attraktiv dürfte ich in diesem Zustand nicht wirken. Aber glaubt mir - derzeit habe ich keinerlei Bedürfnis mit meiner Aussenwelt wirklich zu kommunizieren. Das Problem dabei ist, dass ich auf diese Art und Weise ernstgemeinten Fragen in keinem Fall eine Antwort geben kann, geschweige denn jemandem in die Augen sehen kann.

Eines stimmt mich jedoch positiv, dass dieser Zustand vorübergehend ist und es war klar, dass irgendwann der aufgestaute Stress abgebaut werden muss. Danach kann ein neues Kapitel in meinem Leben beginnen. Manchmal schäme ich mich dafür, dass ich es nicht geschafft habe, vor meinen Kindern die Tränen getrocknet zu haben. Aber vielleicht ist das auch gut so, denn alle sind sie wie kleine Lämmchen und verhalten sich sehr still und leise. Sie sind auf einmal hilfsbereit, friedlich und zeigen sich von der besten Seite. So ein Nachmittag kann sehr angenehm sein und verschafft ein wenig Ruhe. Eine liebe Freundin war so entsetzt über meinen Ausbruch, dass sie mich sofort daheim aufgesucht hat und uns alle mit Leckereien verwöhnt hat. Leid hat sie mir getan, weil sie einfach nicht wußte, wie sie mir helfen soll und feststellen mußte, dass es Situationen gibt, in welchen man jemandem einfach nicht mit Tipps und guten Sprüchen helfen kann. Und eigentlich war eine blose Umarmung meiner Tochter das Wärmste und hat mich am meisten getröstet.

Mit vielen Dinkelsäcken, Schockolade und gemeinsamem Lesen werden wir diesen trüben Tag, obwohl die Sonne so herrlich war, beenden. Und morgen essen wir jede Menge Nüsse und Maroni. Nachdem wir keinen Nussknacker haben, muss ein simpler Schnitzelpracker herhalten. Die Burschen haben in jedem Fall eine Menge Spass und können ungehindert Ihre Kraft und Ausdauer einsetzen. Man glaubt gar nicht, wie lange die Kinder mit einer derart simplen Beschäftigung konzentriert bei der Sache bleiben können. Und ich hoffe, dass nicht so bald ein neuer Hammerschlag meine derzeit hauchdünne Hülle durchbrechen wird.

Engel in weiß oder doch bunt und glitzernd

geschrieben von: doalittle - am 13. November 2009
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Ach ja, Engel - das verbinden wir doch alle mit unserer Kindheit. Manche kennen sie sogar, ohne Flügel - aber sie sind da und allgegenwärtig. Gut, ich bin gerade sehr beeinflusst, von Robbie Williams Comeback einem Buch von Cecelia Ahern “Zwischen Himmel und Liebe” und natürlich der Vorbereitung auf die Erstkommunion meines kleinen Mädchens.

Aber wer hat nicht von Engeln geträumt, ein Schutzengerl herbeigesehnt. In der Winterzeit erinnern wir uns wieder vielfach daran und die wunderbare Schneelandschaft verbinde ich immer mit eindrucksvollen Erlebnissen. Sobald der erste Schnee vorsichtig den Erdboden zudeckt und eine stabile flaumige Hülle darauf liegen bleibt, werfen sich meine Kleinen hinein, strecken Arme und Beine aus und formen Engelsfiguren. Ganz besonders toll sind sie von einem Balkon aus zu betrachten und ich geniesse es sehr. Vor ein paar Tagen hat mein älterer Sohn bereits stolz seinen ersten Schneemann gebaut. Dieser hat eine beachtliche Größe von 12 cm erreicht! Wer bietet mehr ;-) Wenn ich dann noch einen wohlig warmen und duftenden Punsch in Händen halte und das Knistern des Holzes in der Feurschale wahrnehme und meinen Geschmackssinn wieder auf die vorweihnachtliche Zeit sensibilisieren kann, dann meine ich bereits die Nähe der Engel wahrzunehmen. Das Liebste ist mir am verschneiten Winter die Sanftheit der Natur. Alles ist gedämpft, wirkt sauber und strahlt eine gewisse Ruhe aus. Es muss nicht einmal die Sonne dazu scheinen und auch eine empfindliche Kälte ist bei einer entsprechend dicken Schneedecke, vorzugsweise Neuschnee, zu ertragen und lädt zum Verweilen im Freien ein.

Meistens erwische ich mich mit den Kindern dabei, dass wir sehr spät, wenn schon lange die Dunkelheit eingebrochen ist, den Einkehrschwung Nachhaus schaffen. Total erschöpft, aber mit rosigen Wangen, freuen wir uns dann auf eine gut bürgerliche österreichische Küche und schaffen es dann gerade noch ins Bett. Manchmal schlafen wir mitten in der Zeile einer GuteNachtGeschichte friedlich zusammen kuschelnd ein.

So und nun wißt ihr, warum ich gerade Angebote für einen solchen Winterurlaub einhole. Weihnachten werden wir daheim im gewohnten Ritual und im Kreise der Familie verbringen, aber danach sehnen wir uns schon nach den oben beschriebenen Erlebnissen. Nachdem man diese in der Nähe einer Großstadt nur schwer findet, juhuuuu, ab in die tief verschneite österreichische Bergwelt. Ich bin schon neugierig, wohin es uns dieses Jahr verschlagen wird.

Das einzige was ich mir noch wünsche: Einen Engel, welcher mich mit den Kindern begleitet, mit uns die Freude teilt und die Nähe, Sicherheit und Wärme schenkt. Diese Dinge fehlen mir derzeit so sehr und ich brauche sie dringend als Kraftquelle für das neue Jahr.

Free HUG - Diamanten der Freundschaft

geschrieben von: doalittle - am 6. November 2009
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Neuerdings kann man sich auf dem Stephansplatz eine kostenfreie Umarmung gönnen. Manche finden das vielleicht amüsant. Für mich stellt es ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft dar und will darauf hinweisen, wie gefühlsarm wir leben und welche emotionale Kälte uns manchmal umgibt.

Gerade zu dieser Jahreszeit empfinden wir den Kälteeinbruch als sehr störend. Selber werde ich manchmal etwas wehmütig, wenn ich den Duft wahrnehme und regelrecht weiß, jetzt hat der Herbst begonnen. Es ist immer wieder aufs Neue ein Abschied nehmen – Abschied von der Blumenpracht, den frischen Knospen der Blüte, dem fröhlich wuchernden Unkraut. Natürlich hat der goldene Herbst, sowie die reichliche Ernte seinen Reiz und wenn uns wie dieses Jahr die Sonne einen Aufenthalt im bunten Blätterwald oder den Weinbergen gönnt, dann fühle ich mich etwas getröstet von der Farbenpracht und dem besonderen Glanz des Sonnenlichts. Sobald aber der starke Wind die letzten lieblichen Blätter gnadenlos von den bald kahlen Zweigen reisst, weiß ich, dass der Winter in schnellen Schritten kommt.

Heuer ist der Herbst ein Besonderer. Lange Zeit habe ich diese intensiven Wechsel der Jahreszeiten vermisst und diesmal haben sie sich in all ihren Vorzügen gezeigt. Die dicke Nebeldecke lädt zum Verweilen im warmen Zuhause ein und man hat das Bedürfnis sich jemandem anzuvertrauen, ihm die Geheimnisse der erlebten Monate oder eines Lebensabschnittes zu erzählen. Es ist ein Abschied nehmen von vielen Dingen, verarbeiten und die Aussicht auf einen Neubeginn im kommenden Frühjahr mit aller Frische, Zuversicht und Selbstvertrauen. Doch manches Mal tut hier einfach eine feste Umarmung gut. Sie gibt uns eine Menge Kraft und das Gefühl nicht allein zu sein. Und da liegt, denke ich das Hauptproblem. Im Herbst und Winter müssen wir unseren Schweinehund überwinden, um uns von unserer warmen Höhle zu entfernen. Tun wir dies nicht, verweilen wir oft alleine in dieser Höhle und wir müssen schon ein sehr gesundes Selbstbewusstsein haben, um in dieser Einsamkeit Kraft schöpfen zu können. Je nach den erlebten Situationen fällt uns das mal leicht und dann auch widerrum besonders schwer, wenn nicht sogar unmöglich.

Natürlich ist auch nicht jede Umarmung gleich – je nach Wahrnehmung bei der betroffenen Personen kann es bis zu einer Verschmelzung beider Auren kommen und das ist einfach wunderbar. Wer wissen will, wie sich das anfühlt, sollte vielleicht einfach mal anfangen öfters zu umarmen. Wovor haben wir Angst – vor der Ansteckung an der Schweinegrippe ;-) – nein, na dann, los geht’s – fangen wir einfach an. Ich werde in jedem Fall meine Kleinen jetzt ganz bewusst immer wieder umarmen. Und zwar bewusst und ohne zeitlichen Druck und GENIESSEN.

Der virtuelle Keuschheitsgürtel

geschrieben von: doalittle - am 28. Oktober 2009
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Für viele von uns haben sich mit der Etablierung des Internetzugangs daheim unendliche Möglichkeiten aufgetan. Es ist zeit- und ortsunabhängig mit wem wir Kontakt aufnehmen. Selbst wie wir gerade aussehen und uns fühlen ist irrelevant.

Einige Zeit konnte ich beobachten, wie wichtig der telefonische Kontakt für viele von uns war, sodaß wir das mobile Telefon einfach überall mitnahmen und damit jederzeit erreichbar sein konnten. Das ist für viele zum Teil lästig geworden, sodaß
sie das Telefon abschalten und damit unerreichbar sind. Dieses Verhalten kann Vorteile aber auch Nachteile mit sich bringen, wie sie jeder von uns sicher schon mal erlebt hat. Allerdings möchte ich die Stimme als wesentlichen Bestandteil der Kommunikation nicht missen. Manch einer ist vielleicht schon vom Zauber einer Stimme mitgerissen worden. Dieses Medium geht aber beim Verfassen von Briefen oder emails verloren - schade. Dafür haben wir beim Verfassen von Texten mehr Zeit zur Verfügung. Der Text kann mehrmals gelesen und korrigiert werden und keinesfalls geht man ein gewisses Risiko ein, außer falsch verstanden zu werden.

Vor kurzem habe ich “gut gegen Nordwind” und “die siebente Welle” von Daniel Glattauer gelesen (wer gerne lacht, muß diese Bücher unbedingt lesen). Und kürzlich war erst der Film “email an dich” zu sehen. Hier kann man sehr gut nachvollziehen, wie intensiv eine Beziehung zwischen zwei Menschen werden kann und somit das Internet seine Vorteile zur Geltung bringt.
Derzeit macht mir vor allem Sorge, dass viele zwischenmenschliche Beziehungen und Freundschaften unter dem allgemein verbreiteten Zeitmangel leiden. Als alleinerziehende Mutter habe ich dieses Kommunikationsmittel erfolgreich eingesetzt, um den Kontakt zu meinem Freundeskreis aufzubauen, aufrecht zu erhalten und sogar zu verbessern. Zuerst stand ich der Plattform “Facebook” sehr skeptisch gegenüber. Aber nach intensivem Auseinandersetzen bin ich überzeugt, dass man in der vernetzten Welt “Facebook” unter Berücksichtigung ein paar Spielregeln sehr vorteilhaft einsetzen kann. Allerdings gebe ich zu Bedenken, dass für viele diese Art der Vernetzung zum Teil sogar unüberschaubar geworden ist.

Frederique Vester läßt grüßen.

Was hat das alles mit dem virtuellen Keuschheitsgürtel zu tun?
Nun ich denke mir, dass die Kirche ihre Freude daran haben müßte. Wir können unsere Beziehungen aufbauen, unseren potentiellen Auserwählten besser kennenlernen und den Gefühlen freien Lauf lassen, ohne vorehelichen Sex zu betreiben oder gar ein Kondom zu verwenden ;-)

Was kann uns Eltern schon besseres passieren - lassen wir unsere Kinder doch einfach Chatten! Für alle Eltern hier der Link zu den wichtigsten emoticons: der Code der LOL Generation

Verliebt, verlobt, verheiratet …. geschieden/Teil 2

geschrieben von: doalittle - am 16. Oktober 2009
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Eine Hochschaubahn der Gefühle - das habe ich schon mal geschrieben. So geht es mir zur Zeit. Endlich fand das klärende Gespräch bezüglich einer einvernehmlichen Trennung statt. Zuerst einmal telefonisch und am Wochenende werden die Details schriftlich festgehalten werden. Nachdem ich die Gelegenheit hatte meine anfänglichen emotionellen Anfälle unter Kontrolle zu bekommen und v.a. der Kinder wegen eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit meinem Partner gezeigt habe, fand das Gespräch ziemlich emotionslos statt. Trotzdem fühlte ich nach Beendigung des Gespräches einen starken Schmerz in der Magengegend, Eiszapfen als Finger und eine totale Kälte hat mich je eingeholt. Schrecklich, aber wie es scheint ein notwendiger Prozess.

Ich bin froh, dass wir auch ohne Mediatoren geschafft haben, eine Gesprächsbasis zu finden. Schlimm ist vor allem für mich die Entscheidung, wo ich in Zukunft wohnen werde. Aber hier werde ich mich wohl der Plus-/Minus-Listenmethode bedienen. Denn das Visualisieren der Dinge hat mir schon in vielen Krisensituationen geholfen.  Plötzlich nehmen gesagte und gedachte Dinge ganz andere Dimensionen an. In jedem Fall bringt jede Entscheidung eine Änderung mit sich. Es geht hier vor allem um Minimierung  potentiell möglicher Problemfelder und der Kompromissfreudigkeit aller Betroffenen, v.a. unter Berücksichtigung der Kinder. Denn sie sind keine kleinen “Erwachsenen” und gehen mit dieser Thematik einfach anders um als wir.

Glücklicherweise haben wir kein Problem mit der räumlichen Nähe, da mein (in Bälde) Ex-Mann kaum bei uns ist. Er kommt für ca. 30 h alle 6 - 8 Wochen zu Besuch. Für die Kinder eindeutig zu kurz, aber vielleicht fällt ihnen gerade deshalb die Trennung nicht so schwer. In Wahrheit wird sich für uns nicht viel ändern, da ich schon seit der Geburt unseres 2. Kindes eine Wochenendbeziehung geführt habe und die Alleinerziehung für mich Alltag war. Viele werden sich jetzt vielleicht fragen: “Na warum ist sie ihm nicht gefolgt - ist ja eh mit den Kindern daheim”

Nun, ganz so abwegig ist diese Frage nicht und ich habe meinen Mann nach Brüssel mit einem Kind und nach England mit drei Kindern begleitet. Allerdings kam dann die Schulpflicht und ein weiteres Kind. Das Netzwerk in meinem Heimatort hat eine enorme Bedeutung für mich gewonnen. Und aufgrund der starken Reisetätigkeit meines Ex-Mannes wäre ich auch in der Fremde die meiste Zeit allein geblieben, so bevorzugte ich die Heimat. Vieles habe ich aus fernen Ländern an interkulturellem Know-How mitgenommen und diese Erfahrungen werden mir hoffentlich in meiner zukünftigen kreativen Tätigkeit zu Gute kommen. Derzeit ermutige ich noch viele Studierende dazu, eine Reise ins Ausland zu unternehmen. Es gibt so vieles trotz der voranschreitenden Globalisierung zu erkunden und ich erfreue mich immer wieder von anderen Ländern und dortigen Menschen Neues zu erfahren und lernen. Ich muss nur mit offenen Augen und im Beisein aller Sinne auf Entdeckungsreise gehen.

Und schließlich kennen wir alle die gemütlichen Treffen mit unseren Freunden zum Gedankenaustausch - “Na wie war dein Urlaub?” Apropos Urlaub: bei diesem Kälteeinbruch fühle ich mich doch fast urlaubsreif und wünschte mir ein Kuschelwochenende mit einem Besuch im Dampfbad. Du auch?

Each raindrop is a kiss from heaven - Erntedank

geschrieben von: doalittle - am 11. Oktober 2009
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Wenn wir nach dem ersten Gedanken einen solch verregneten Sonntag Morgen beginnen, kann er nur schön werden. Ich erinnere mich noch mit Glückseeligkeit daran, wie gern sich meine Kleinen an einem warmen Sommertag in den Regen gestellt haben und die weichen Regentropfen betrachtet und an ihrem Körper gefühlt haben, mit Ihren kleinen Händchen in den Pfützen gepatscht haben. Der Weg vom oder zum Kindergarten konnte an solchen Tagen ein wenig länger dauern als gewöhnlich. Und so gut konnten Gummistiefel gar nicht sein, dass ein Garderobewechsel danach nötig war! An solchen Tagen hatte ich immer sehr viel Spaß mit den Kindern. Wenn wir mit den Augen der Kinder umhersehen, dann könnten sich alle viel mehr an den einfachen Dingen in Ihrer Umgebung erfreuen.

Schon einmal von Eckart von Hirschhausen (ich muß immer wieder an Münchhausen ;-) denken) gehört? Zum Geburtstag habe ich von meiner Freundin ein Buch von Ihm geschenkt bekommen – „Glück kommt selten allein …“ – ich kann dieses nur weiterempfehlen. V.a. in Zeiten, wo sich viele von uns in einem Hamsterrad befinden, erkennen viel zu wenige das Glück um sich herum. Ganz nebenbei hat er einen sehr humorvollen Ansatz an dieses Thema heranzugehen, sodass die Kinder immer wieder fragen und unbedingt wissen wollen, was mich so zum Lachen gebracht hat.

Gerade sind die Kinder dabei einen passenden Korb zu finden und zu befüllen. Schließlich wird heute bei uns Erntedank gefeiert. Die Apfel- und Nussernte ist in unserem Garten reichlich ausgefallen, was dazu führt, dass der Korb klein genug sein sollte (den sonst werde ich diesen als Schwergewicht tragen müssen). Vergangenes Wochenende wurde auch der Tag des Tieres (Welttierschutz) begangen. All das erinnert mich an das Thema Nachhaltigkeit. Wieviel Verantwortung tragen wir? Nämlich jeder einzelne von uns - was konsumiert und damit auch was produziert wird. Natürlich müssen wir immer wieder auf das uns zur Verfügung stehende Budget achten. Aber auch unseren Kindern helfen wir dabei, wenn nicht immer alles gekauft und konsumiert wird – nach dem Motto „Wünschen können wir uns Vieles – erfüllt wird nur Weniges“

Sogar die EU tüfftelt an einem neueren und aktuelleren Maßstab als dem BIP (Bruttoinlandsprodukt) – den dieser sagt z.B. gar nichts darüber aus, ob jenes Land die CO²-Kriterien erfüllt, welches Produkte importiert und vertreibt, die in ihrer Produktion in einem anderen Land eine Menge Schadstoffe ausstoßen und Ressourcen verbrauchen. Mir hat als Jugendliche immer wieder die Kampagne „JA zu A“ so gut gefallen. Und heute finden wir hoffentlich wieder dazu. Denn ich möchte im Supermarkt meine kurz zur Verfügung stehende Zeit nicht damit verbringen, auf den Etiketten nachzulesen, ob diese Produkt aus der näheren Umgebung stammen. Letztes Jahr haben wir zum Beispiel in der Klasse meines Sohnes den Schwerpunkt in der Gesunden Jause so gewählt, dass nur saisonal aktuelle Obst- und Gemüsesorten verwendet wurden. Dazu habe ich die passenden Etiketten erstellt, damit die Kinder den Namen der ausgewählten Sorten kennenlernen können und dazu erfahren, welche positiven Auswirkungen diese auf unsere Gesundheit haben. In diesem Sinne werden wir heute ganz bewußt feiern.

Und wenn Du heute noch immer nicht weißt, was Du heute beim schlechten Wetter mit den Kindern unternehmen sollst – sieh einfach auf unsere Schlechtwettertippseite, am besten in Deiner näheren Umgebung.

Die Seele und (Sehn)sucht

geschrieben von: doalittle - am 3. Oktober 2009
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Warum haben wir eigentlich Angst uns zu spüren? Ich weiß es nicht? Heute habe ich offensichtlich die Sturmzeit erlebt und die Kinder haben es genossen. Mama war ausgelassen wie schon lange nicht und wir haben eine Menge miteinander gelacht. Bei mir hat der Alkohol Gott sei Dank blos die Auswirkung, extrem müde zu werden. Davor bin ich aber für die Kinder fast wie ein Clown. Das heißt nicht, dass diese Wirkung bei jedem so ist. Heute habe ich mich beim Sturm einfach nicht  zurückhalten können.
Nun heißt es, ab in die Federn und mit den Kindern genüsslich einschlummseln. Warum aber greifen wir überhaupt zu Suchtmitteln?
Wahrscheinlich ist ein Gefühl der Unbeholfenheit im Spiel? Oder ist es einfach nur die Angst davor sich zu spüren? Nicht immer fühlen wir uns glücklich, obwohl wir uns danach sehnen. Oder wir haben Sehnsucht nach Geborgenheit. Ist das der Grund warum wir nach Ersatzgenußmitteln greifen? Ich weiß es nicht und hab es auch noch nicht genau studiert. Die Wiederkehr der Seele im wahrsten Sinne erfährt allerdings eine Rennaisance. Viele von uns sind ohne Glauben aufgewachsen. Und nun suchen wir nach spiritueller Erfüllung oder ähnlichem. Wir sind eben mehr als nur Körper. Uns umgibt mehr als nur Materie. Aber dies läßt sich nur schwer  beschreiben und begreifen.

Viele meinen, die Augen sind der Fenster zur Seele. Aber wer kann uns schon so in die Augen sehen, damit er begreift, wie wir fühlen. Ich denke, dass ist nur selten der Fall. Und als ich einst das Gefühl hatte, es hat mir jemand in die Seele gesehen, habe ich es mit der Angst zu tun bekommen. Im wahrsten Sinne hat man meine  Privatspähre betreten. Gestern habe ich davon geträumt in den Armen eines geliebten Menschen eingeschlafen zu sein und bin in der Früh so entspannt und ausgeruht wie schon lange nicht mehr aufgewacht. Dieser hat wohl meine Seele erblickt und weiß auch in den Träumen mich zu berühren.

verliebt, verlobt, verheiratet …. geschieden

geschrieben von: doalittle - am 25. September 2009
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Die ganze Zeit überlege ich, wie ich wohl mit diesem Thema anfangen soll. Denn schließlich schreibe ich diese blogs, damit ich auch anderen Müttern meine Erfahrungen mitteile und vielleicht auch mal Feedback dazu erhalte.
Viele haben sich vielleicht schon gefragt, was soll die ganze Gefühlsduselei. Es hat aber lange gebraucht, bis ich all das, was ich in den vergangenen 18 Monatenerfahren habe, verarbeiten konnte.

Es war wie ein Puzzle, deren Seiten erst mal sortiert werden mußten. Dann sucht man sich ein Teil, womit man am liebsten anfangen möchte. Wie vielleicht treue LeserInnen bereits mitbekommen haben, erlebe ich die letzten zwei Jahre mit meinen Kindern als Alleinerzieherin mit allen positiven und negativen Seiten dazu.
Davor habe ich ca. 18 Jahre eine Beziehung mit meinem Mann geführt. Auch hier haben wir die eine und andere Krise erlebt. Jedes Mal, wenn wir eine Krise gemeistert haben, fühlte zumindest ich mich wieder ein wenig reifer und die Beziehung inniger. Viele betrachteten uns als beispielhafte Musterfamilie und hätten sich diese Entwicklung nie im Leben erträumt.

Mit einem Mal fühlte ich aber in meiner Bauchgegend, dass diese innige Beziehung vorbei war. Es war nicht eine Entwicklung, nein ganz plötzlich hatte ich dieses Gefühl. Vielleicht habe ich dieses Gefühl auch einfach zu spät wahrgenommen. Klar habe ich mitbekommen, dass die Geburt unseres Jüngsten mit allen Turbulenzen um
Übersiedlung, Weihnachten, beginnende Wirtschaftskrise, … die Beziehung nicht kalt ließ. Die Geburt habe ich nur knapp überlebt. Warum? Ich war einfach erschöpft - purer Sauerstoff hat mir die nötige Kraft gegeben und die Hebammen haben ihr Handwerk verstanden.

Der plötzliche Wintereinbruch und die neue Umgebung haben mich mit meinen Kleinen im trauten Heim einsam
werden lassen. Glücklicherweise hatte ich einen liebevollen Freundeskreis und selbstlose Helfer im näheren Umkreis. So hat eine liebe Familie mein Volksschulmädchen jeden Morgen mit zur Schule genommen. Und eine liebe Freundin hat mir schnellsten ein AuPair Mädchen vermittelt. Das war meine Rettung. Ein paar liebe Frauen haben mich regelmäßig jeden Mittwoch mit einem üppigen Frühstück besucht. Das hat mir die nötige Abwechslung und den Kontakt zu Erwachsenen gebracht.

Vor zwei Jahren dachte ich mir dann: “So, jetzt sind die Kleinen aus dem Gröbsten” und erfreute mich an den vielen schönen Seiten des Lebens. Besonders gefreut hat mich die Einladung meines Mannes nach Dublin. Ein Wochenende nur mit ihm allein. Und so reiselustig, wie ich schon immer war, freute ich  mich ganz besonders auf Irland, wo ich zum ersten Mal hinreisen wollte. Doch das Wochenende erlebte ich wohl anders als mein Mann. Für mich war es irgendwie ernüchternd und ich konnte noch nicht sagen warum. Selbst die Adventstimmung konnte mich an diesem Wochenende nicht aufheitern.

Zu dieser Zeit war mein Mann bereits ein halbes Jahr in Übersee. Davor hatten wir zwar auch schon eine Wochenendbeziehung gelebt und waren immer mit unserer Situation zufrieden. In Übersee war es jedoch anders. Wir sahen uns immer seltener und nach der Weihnachtszeit endeten plötzlich die regelmäßigen Gespräche und Chats über Skype. Erschreckend war die plötzliche Abreise vom gemeinsamen Schiurlaub. Aber schließlich hatte seine Boss einen Zusammenbruch und eine unaufschiebbare Konferenz verlangte seinen Einsatz. Also verbracht ich die letzten Urlaubstage alleine mit den Kindern und war froh unbeschadet heimgekommen zu sein. Doch zu dieser Zeit häuften sich unerklärliche Dinge, bis ich plötzlich ohne finanzieller Hilfe und ohne einer Krankenversicherung für die Kinder plötzlich dastand. Von einem auf den anderen Tag, packte ich mich selber am Schopf und zog mich aus dem Sumpf …
Ein Telefonat mit diversen juristischen Ratschlägen und einer Terminvereinbarung beim AMS - und schon hatte ich in der nächsten Woche ein Bewerbungsgespräch und 3 Tage später 2 Jobs an der Hand. Ich war plötzlich so voller Energie und Tatendrang, dass es jeden potentiellen Arbeitgeber einfach überzeugen mußte. So hatte ich binnen 2 Wochen mein erstes Gehalt am schnell eröffneten Konto, eine Krankenversicherung für uns alle und nicht zu vergessen, hatte ich endlich wieder Anspruch auf Familienbeihilfe (auf die ich zwar nie verzichtet habe - aber das ist eine andere Geschichte). Ein weiteres Jahr, noch ein paar Erlebnisse mehr und einen Urlaub hat es dann gebraucht, bis ich mich endlich zur Trennung entschieden habe. Am meisten erschüttert hat mich die Tatsache, dass mein Mann meinte, ein Mann müsse dahinter stehen - aber ja, nämlich ER !!!

Leicht habe ich es mir mit der Entscheidung sicher nicht gemacht - aber so bin ich auch offiziell allein. Jetzt muß nur noch das Behördliche erledigt werden. Ich hoffe, so rasch wie möglich, auf eine endgültige Regelung. Dies ist sehr wichtig für uns alle, vor allem für die Kinder. Bis zum Schluss dachte ich, Eltern haben die Pflicht gemeinsam die Verantwortung für die Kinder wahrzunehmen und war immer dazu bereit alles mir mögliche dafür zu unternehmen, meinen Partner zu verstehen und zu unterstützen. Dass er meine große Liebe ist, versteht sich von selbst. Deshalb ist dieser Schritt besonders schwierig, aber besonders wichtig, da ich sonst an den vielen Verletzungen und Kränkungen zugrunde gehen würde und schließlich fühle ich mich für die Kinder verantwortlich. Viele versuchen mich damit zu trösten, dass ich nicht allein mit dieser Situation dastehe. Aber ich sehe keinen Trost darin, denn für mich bedeutet es, dass ich hier gescheitert bin. Traurig ist vor allem, dass mein Partner, seitdem ich ihm von meinem Wunsch einer Trennung berichtet habe, überhaupt kein Wort mehr mit mir wechselt. Ich finde keine Kommunikation schlichtweg furchtbar und vor allem unfair. In jeder Geschäftsbeziehung werden Gespräche geführt, warum dann nicht in einer Partnerschaft. Wenn man 20 Jahre miteinander verbracht hat und mehrere Kinder gezeugt hat, sollte man miteinander sprechen können und seine Gefühle im Griff haben, oder?