“Läusealarm” oder “Neulich beim Friseur”

geschrieben von: Gudrun Dupoirieux - am 27. Januar 2012
Gudrun Dupoirieux

 

“Äh, hast du mitgekriegt, dass das Kind, das da auf seinen Vater gewartet hat, Läuse hat!?”, so die Worte einer Kollegin zu meiner Friseurin, als ich gerade völlig abgehetzt auf einem der Stühle im Geschäft Platz nahm. Tja, ähm - diese Aufregung konnte ich gerade noch brauchen. Eigentlich hatte ich mich auf einen ruhigen Friseurtermin eingestellt, an dem ich mal wieder die Möglichkeit hatte, ganz ungestört durch diverse Klatschzeitschriften zu blättern, um mich so auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen. Ganz nach dem Motto - wer mit wem oder auch nicht mehr und wie man denn am besten fünf Kilo in drei Tagen verliert. Aber gut.

Laus, Laus komm heraus... Foto: xenia_kehnen/pixelio.de

Laus, Laus komm heraus... Foto: xenia_kehnen/pixelio.de

Läuse im Friseursalon

Ich nahm also auf dem Stuhl Platz und meine Friseurin meinte nur, ich müsse noch kurz warten, denn sie müsse noch schnell helfen, sauber zu machen. Und da begannen die Damen auch schon hin- und her zu flitzen, Mantel raus, Kamm weg, Bürste weg und großes Wischen und Sprühen. „Nein, den Mantel raus. Ganz raus. Und nicht auf den Boden, sondern gleich in die Waschmaschine. Und nimm das (Kamm und Bürste) hier mit. Ach ja, die Scheren…“ Es ging alles sehr schnell, muss ich sagen. Und plötzlich stand meine Friseurin auch schon wieder hinter mir, fragte, wie wir die Haare denn heute schneiden sollen und kratzte sich diskret am Kopf.

Kopfläuse können nicht springen und können nicht fliegen

Nach diesem aufregenden Vormittag habe ich dann zu Hause die Gunst der Stunde genutzt, um mich wieder einmal auf den neuesten Stand der Wissenschaft zu bringen. Und dabei fand ich es äußerst interessant, dass man nun anscheinend davon ausgeht, dass Läuse wirklich nur von Kopf zu Kopf übertragen werden und nicht etwa auf Hauben und Jacken auf einen neuen ‘Wirt’ warten.
“Läuse können nicht springen und nicht fliegen. Läuse brauchen zum Überleben eine ständige Nahrungsquelle (Blut) und ein feuchtwarmes Niveau. Und Läuse vertrocknen und verhungern sehr rasch, wenn sie nicht diese optimalen Lebensbedingungen vorfinden”- Erkenntnisse des Entomologen Dr. Kim Larsen und nachzulesen in der Läusefibel, Mythos und Wirklichkeit.

Laus Laus komm heraus…

Ob diese Erkenntnisse jetzt wirklich den letzten Stand der Wissenschaft widerspiegeln oder bereits schon wieder überholt sind, kann ich nicht sagen. Zur eigenen Beruhigung würde ich wahrscheinlich schon Hauben, Handtücher und Bettwäsche einem Sonderwaschgang unterziehen, um der Laus den Garaus zu machen. Von den eingefrorenen Stofftieren würde ich aber wahrscheinlich Abstand nehmen. Aber gut, noch musste ich mich dieser Herausforderung nicht stellen. Bislang blieben die lieben Tierchen unserem Haus auch fern. Und ich will einmal hoffen, dass das noch lange so bleibt. 

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