Ja, was soll ich euch sagen - letzte Woche ist mir mein Kind davon gelaufen, ja genau - die kleine Prinzessin … Ich hatte mich nur kurz noch einmal umgedreht und dann war sie weg. Wie vom Erdboden verschluckt. Das Kind verloren! Muss mir das passieren?! Okay, der Weg von der Bücherei bis zur Schule ist meiner Dreijährigen ja nicht ganz fremd - aber trotzdem. In so einem Augenblick fahren die Gefühle Achterbahn. Am liebsten würde man rumlaufen und brüllen: “Mein Kind ist weg! Mein Kind ist weg! Ich habe mein Kind verloren!” Auf der anderen Seite versucht man natürlich kühlen Kopf zu bewahren und zu überlegen, wo man denn jetzt am besten zuerst sucht.
Oh Schreck, oh Schreck! Mein Kind ist weg! Foto: qay / pixelio.de
Wieder einmal mütterliche Schuldgefühle
Hab ich denn nun wieder einmal versagt? Das könnte man sich schon fragen, wenn man in diversen Eltern Foren vorwurfsvolle Kommentare findet, ganz nach dem Motto: „Wie kann einem nur sein Kind verloren gehen!?” Ich habe jedoch so das Gefühl, dass dies eher auch eines der Tabuthemen in der Kindererziehung ist. Kennt ihr die auch? Das sind die Themen, die einem meist nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit und hinter vorgehaltener Hand “gebeichtet” werden. Denn als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal meinen Groβen verloren hatte (ja, ich gestehe - ich bin eine Wiederholungstäterin), da haben mir so einige “perfekte Mütter” gestanden, dass ihnen das auch schon einmal passiert sei. Soso?! Es passiert also nicht nur mir.
Wichtig ist - Was ist zu tun?
Also, hören wir auf uns zu fragen Wie kann man nur?!, sondern überlegen wir uns lieber Was ist zu tun, wenn es passiert? Ich denke, den Kindern sollte bewusst sein, dass es mal vorkommen kann, dass man sich aus den Augen verliert - beim Shopping mit Kindern beispielsweise. Passiert das in einem Kaufhaus oder einem groβen Einkaufszentrum so ist es gut, wenn die Kinder wissen, dass sie am besten zur Information gehen oder sich an einen Verkäufer oder eine Verkäuferin in einem Geschäft wenden sollen. Genau so kann es aber natürlich auch sein, dass die lieben Kleinen auf der Skipiste, im Spielepark, im Zoo oder bei einer Groβveranstaltung ganz plötzliche wie vom Erdboden verschluckt sind. In all diesen Fällen ist es sehr hilfreich, wenn die Kinder eure Handynummer kennen oder am besten wo aufgeschrieben haben, so dass sie einen Erwachsenen bitten können, euch anzurufen. Deshalb Zettel mit der Telefonnummer in die Tasche. Oder noch besser - den Kindern einen kleinen Anhänger an die Gürtelschlaufe hängen, wo all die wichtigen Informationen drauf stehen (denn ein kleiner Zettel geht ja doch schnell verloren). Oder ein kleines Lieblingsauto mit einem Aufkleber versehen und das dem Kind in die Tasche stecken. Da hat es dann, im Falle des Falles, auch etwas, woran es sich “festhalten” kann.
Und das Ende der Geschichte …
Ich habe meine Kleine letztens auch relativ schnell wieder gefunden. Oder besser gesagt, kam sie mir entgegen, als ich mit ihrem großen Bruder (der übrigens schon sehr in Sorge war) den Weg zum dritten Mal entlang gelaufen bin. Sehr gefasst muss ich sagen. Man konnte ihr ihre Unsicherheit fast nicht ansehen. Tja, und als ich sie gefragt hatte, wo sie denn gewesen sei und dass wir sie gesucht haben, da meinte sie nur: „Ja ich habe euch gesehen. Da hab ich mich versteckt.” Und auf meine Aufforderung, dass bitte NIE wieder zu tun, meint sie nur: „Doch.” Es lebe die kindliche Autonomie …
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Schon mal an eine Kinderleine gedacht?! Damit ist MIR das noch nie passiert!!!!