Ich muss sagen, meine Kinder sind ja nun bereits aus dem Alter heraus. Aber was man heutzutage für Babykurse besuchen kann, ist schon beeindruckend. Verschiedenste Institutionen, Eltern-Kind-Zentren und sogar Familienhotels bieten ein breitgefächertes Programm an. Und so findet man unter der Rubrik Babykurse unter anderem Babymassage, PEKIP, Babyschwimmen, Babysingen und seit neuestem auch Babyzeichen oder Gebärdensprache für Kinder.
Gebärden für Babys - der letzte Schrei?
In diesem Babykurs sollen Säuglinge unter anderem Zeichen für Trinken, Milch, Schlafen, Küsschen und “an” und “aus” lernen. Aha!? Auch “winke winke” und “bitte bitte” stehen auf der Liste. Also, sorry, aber als ich neulich im Internet zufällig auf einen Artikel zum Thema Babyzeichen - Gebärdensprache für Kinder - und wir sprechen hier von hörenden Kindern! - gestoβen bin, konnte ich nur den Kopf schütteln. In diesen Kursen werden oft als Begleitung von Kinderliedern verschiedenste Gesten gemacht, die den Müttern dann als Gebärden verkauft werden. Und diese Gebärden sollen der jungen Mama dann helfen, ihr Kind besser zu verstehen. Soso.
Also wenn ich versuche mich zurückzuerinnern, was meine Kinder so alles gezeigt haben - das waren die reinsten Naturtalente…
Was uns der junge Mann wohl sagen will? Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de
Frühförderung fürs Baby
Frühförderung für Babys scheint immer wichtiger zu werden und verkauft sich anscheinend wahnsinnig gut. Junge Mamas lernen also Babymassage und gehen mit ihren Kleinsten zum Babyschwimmen. Stellt sich nur die Frage, ob denn wirklich alles so toll ist, wie es verkauft wird? Die Meinungen der Experten könnten unterschiedlicher nicht sein! Während die einen noch behaupten, mit Babyzeichen könne sich das Baby viel besser seiner Mutter mitteilen und somit werde eben auch die Frustrationsgrenze zu Hause deutlich herabgesetzt, so sprechen die anderen von einer totalen Überforderung der Kinder und sehen im Kurs sogar die Gefahr eines sprachbehindernden Effektes.
Babykurse - Müttertreffen
Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur sagen, dass ich in all den Baby- und Spielgruppen ganz einfach eine gute Gelegenheit gesehen habe, andere junge Mütter zu treffen. Frauen, die in der selben Situation waren, wie ich. Frauen, die auch das erste Baby hatten. Frauen, die bereit waren Tricks und Tipps aus dem Babyalltag weiterzugeben, einen guten Kinderarzt kannten - oder Frauen mit denen man sich auch außerhalb des Kurses noch einmal treffen konnte. Und oft bin ich nach so einem Babykurs ausgeglichen und zufrieden nach Hause gegangen - und diese Zufriedenheit kam sicher auch immer meinen Kindern zu Gute. Doch würde im Kursprogramm einfach nur Müttertreff stehen, lieβe sich das Ganze wahrscheinlich nicht so gut verkaufen…
Schlagworte: Baby, Babykurse, Babymassage, Babyschwimmen, Babyzeichen, Frühförderung, Frühförderung von Kindern, Müttertreff

Ich habe meinem Sohn viele Monate Babygebärden gezeigt. Und wir hatten und haben viel Spaß damit. Ich stimme Ihnen zu: “Winke-winke” und “bitte-bitte” sind allgemein verständliche Gesten. Ebenso “hören” oder “laut”…
Aber mit Babygebärden kann ein Kind mit der Zeit mitteilen, was es sieht, was es denkt, woran es sich erinnert. Und das lange bevor es sprechen kann. Mein Sohn konnte mir z.B. mit Babygebärden mitteilen, wenn er einen Hund gesehen hat oder ein Fahrrad oder eine Ente,oder, oder, oder …. (und das lange bevor er sprechen konnte) Sicherlich hätte er auch mit dem Finger zeigen können - aber so ist die Kommunikation doch viel schneller. Babygebärden haben wir spielerisch in den Alltag einbezogen: beim Betrachten von Bilderbüchern, beim Singen, beim Essen, beim Spazieren gehen …
Ich bin von der Idee der Babygebärden begeistert und habe deshalb die nicht kommerzielle Webseite http://www.sprechende-haende.de erstellt und Infos rund um Babygebärden zusammengestellt.Wer möchte kann an einem kostenlosen OnlineKurs teilnehmen. Im Blog, den ich betreue, http://www.babyzeichen.blogspot.com berichten viele Eltern über den Spaß mit Babygebärden.
Schaut doch mal vorbei.