Tränen fliessen lassen - Coaching, Mediation

geschrieben von: doalittle - am 3. Februar 2010
doalittle

Verliebt, verlobt, verheiratet … geschieden (Teil 3)

Es ist so, als ob sich vor ein paar Tagen bei mir eine Schleuse geöffnet hätte. Fast den ganzen Tag über rinnen mir unaufgefordert die Tränen die Wangen runter und manchesmal ist einfach nur das Auge feucht. Erst wenn ich zum Taschentuch oder Ärmel greifen muß und dann auf meinen Gefühlszustand achte, merke ich, dass ich wirklich Traurigkeit in meinem tiefsten Inneren verspüre. Warum jetzt auf einmal? Manchmal weiß ich es nicht.

Vielleicht waren es die Sitzungen mit dem Coach, dem Mediator und der speziellen Massage? Oder doch der Hinweis, dass ich noch viel unausgelebte Trauer in mir habe und ich doch einfach diese verarbeiten muß. Schließlich darf man ruhig im Leben Situationen als traurig empfinden, wenn sie so sind und braucht diese nicht “schön” reden. Und das Beste ist, dass ich mich dadurch auch richtig befreit fühle und tatsächlich entspannt über schöne Momente freuen kann. Aber es ist eine schwierige Zeit!

Getroffen hat mich vor allem der Hinweis des Mediators, dass ich mit dem Verlassen worden sein noch nicht fertig bin und dies erst verarbeiten muß. Na kein Wunder, habe ich mir dabei gedacht, denn schließlich habe ich erst bei diesem Termin erfahren müssen, dass mein untreuer Mann mehr Abstand brauchte und sich daher für einen Job im Ausland entschieden hat. Diese Aussage saß, wie ein Schlag in den Bauch und tat richtig weh. Vor allem weil ich mich seit vielen Jahren plötzlich betrogen und belogen fühlte. Dann kamen Fragen, wie: Warum hat er nicht die Wahrheit gesagt? Warum hat er das Problem mir gegenüber nicht erwähnt?
Warum, warum, warum…

Und dann mußte ich mir eingestehen, dass ich wahrscheinlich nie die Antworten darauf bekommen werde und einfach damit beginnen muß, die negativen Gedanken zu streichen. Und ich gebe zu, dass dies sehr schwierig ist! Glücklicherweise war der Termin beim Mediator an jenem Tag im Zeichen des Mondes zur Klärung. Genauso hat sich dieses Gespräch für mich auch angefühlt und nun muß ich den Schmerz verarbeiten, also warum auch nicht die Tränen zulassen. In jedem Fall muß der Termin für alle Beteiligte etwas Erleichterndes gehabt haben, denn danach konnte ich mich von meinem Mann noch zum Essen einladen lassen und habe tatsächlich das Essen geniessen können.

Zu guter Letzt, bin ich bei den Kindern nun immer wieder sehr vorsichtig, wenn sie sich traurig fühlen oder verletzt haben. Ich versuche ihnen mein Mitgefühl ausdrücken und vor allem -  sie ausweinen zu lassen! Jeder braucht unterschiedlich lange Zeit, um Traurigkeit oder Schmerzen zu verarbeiten und diese Zeit sollten wir uns und vor allem unseren Kindern dafür geben.
Übrigens bin ich trotz der Trauer ein glücklicher Mensch und geniesse derzeit wunderbare Ferien mit den Kindern und meine größte Tochter meinte sogar: “Mama, du wirkst viel fröhlicher als sonst.”

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4 Kommentare zu „Tränen fliessen lassen - Coaching, Mediation“

  1. Gast sagt:

    Schön wie du deine Gefühle in diesem Text ausgedrückt hast! Ich könnte das nie.

  2. Miss Adams sagt:

    Ein sehr berührender Blog zum drüberschlafen und nachdenken.

  3. Gast sagt:

    Als meine Mutter vor einigen Jahren verstorben ist, gings mir ähnlich: wie wenn sich ein dunkler Schleier über mein Gemüt gelegt hätte. Tränen können dabei helfen, den Schmerz früher oder später “wegzuwaschen”. Gleichzeitig muss man als Mutter halt recht aufpassen, dass die eigenen Kinder die Tränen richtig zuordnen. Denn mir hat damals die Sterbebegleiterin eingebläut, dass es für Kinder enorm schwierig ist, die eigene Mutter so traurig zu sehen und dass sie es tw. auf sich selbst zurückführen und sich dafür schuldig fühlen, dass Mama soviel weinen muss. Also immer, immer wieder bekräftigen, dass die Kinder nichts mit dem Traurigsein zu tun haben! Alles Gute für die Zukunft!

  4. Leserin ;-) sagt:

    Es gibt immer wieder schwierige Phasen im Leben. Eine Trennung gehört auf alle Fälle dazu. Wenn Kinder im Spiel sind ist es doppelt schwierig. Selbst damit fertig zu werden und dennoch stark für die Kinder zu sein - das heißt jedoch nicht, nicht zu zeigen, dass man traurig ist. Ich stimme der Meinung des Kommentars vor mir völlig zu, dass es wichtig ist den Kindern immer wieder zu vermitteln, dass sie auf gar keinen Fall etwas damit zu tun haben. Eine Kinerseele ist sehr sensible und kann leicht etwas missverstehen. Betreffend Coaching und Mediation. Ich finde es zeigt von enormer Größe, wenn man erkennt dass die Situation im Moment nicht alleine bewältigen kann und sich Hilfe sucht. Ich selbst habe auch schon Coaching in Anspruch genommen und es hat mir gut getan. Es hilft einem zu seinen eigenen Entscheidungen zu kommen. Ich gratuliere dir zu deiner Stärke und wünsche Dir und Deinen Kindern von ganzem Herzen alles Liebe und viel Kraft!!!

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