Rauben - raufen - saufen. Badum.

geschrieben von: Edith Schillinger - am 24. März 2010
Edith Schillinger

In einem Kommentar zu meinem letzten Blog über das Literaturfestival im Palais Auersperg ist der Name Marko Simsa gefallen … was mich unwillkürlich an dessen Jubiläumslesung im Haus der Musik im vergangenen Herbst zurückdenken ließ. Für den Fall, dass dir der Name nichts sagt: Seit nunmehr 10 Jahren (daher der Zusatz „Jubiläum”) bringt Marko Simsa regelmäßig musikalische Bilderbücher samt CD auf den Markt, die Kinder spielerisch mit klassischer Musik vertraut machen. Dabei spezialisierte er sich u.a. auf das kindgerechte Aufbereiten von bekannten Musikstücken, wie z.B. „Die Zauberflöte”, „Die vier Jahreszeiten”, „Der Karneval der Tiere”, „Schwanensee”, „Die Moldau” oder „Kinderszenen” von Robert Schumann, sein neuestes Werk.

Zurück zur Jubiläumslesung ins Haus der Musik: „Lesung” - da denkt man an ein Tischchen samt Leselampe und einem Glas Wasser auf verdunkelter Bühne. Dass man damit Kinder nicht abspeisen kann, liegt auf der Hand. Darum heißt die Devise bei einer Simsa-Lesung: „Schauen, hören, mitmachen!” … Was sich auch an jedem Nachmittag bewahrheitete, an dem ein Querschnitt durch seine 18 bisher erschienenen Bücher geboten wurde. Die Bilder der Buchseiten wurden groß auf Leinwand projiziert, die meiste Zeit sprach Marko mit seiner prägnanten Stimme live zu seinem jungen Publikum, bediente sich zwischendurch aber auch der CD-Einspielung - meist von Musikeinlagen, manchmal aber auch von seinem eigenen gesprochenen CD-Text - dann gab’s Simsa vom Band, obwohl er doch direkt vor uns auf der Bühne stand - die Kids fanden’s witzig.

So richtig bunt wurde das Programm durch die vielen „special guests”, denn Marko Simsa bestreitet eine Lesung nie alleine: Diesmal waren es die Musikerin Nora, die uns ihr Cello präsentierte (was haben die Kids gestaunt, als sich die unzähligen Pferdeschweifhaare des Chello-Bogens entfächerten!) sowie die Balletttänzerin Beate, die als wunderschöne Schwanenprinzessin gemeinsam mit den Kindern die fünf Ballett-Grundpositionen übte.

Zum Mitmachen regte auch der Elefanten-Tanz aus dem „Karneval der Tiere” an, den Marko gemeinsam mit Kindern aus dem Publikum auf der Bühne einstudierte. Und vor einigen Tagen bei uns daheim im Wohnzimmer: CD aufgelegt, Arme zum Rüssel umfunktioniert uuund: Stampf - zwei -drei, Stampf - zwei - drei …!

Darüber hinaus hatten wir damals die seltene Gelegenheit, einige von Simsas Weggefährten kennen zu lernen, die sonst nur als Namen auf dem Buchcover aufscheinen: Extra aus München angereist ist Doris Eisenburger, die mit ihren zauberhaften Illustrationen wesentlich zum Erfolg der aktuellen Simsa-Bücher beiträgt. Sie und ihr Kollege Winfried Opgenoorth brachten live Zeichnungen zu Papier, die von den Kindern dann vervollständigt werden konnten. Sehr amüsant war es auch, als Marko Simsa gemeinsam mit dem Komponisten Erke Duit, der das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten” vertont hat, den Räuberchor aus dem gleichnamigen Buch anstimmte: „Wir raufen bei Tag und wir saufen bei Nacht. Und fressen auf, was der Tag uns gebracht. Rauben - raufen - saufen. BADUM.”

… so vielschichtig, bunt, abwechslungs- und lehrreich kann Musikvermittlung sein!

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1 Kommentar zu „Rauben - raufen - saufen. Badum.“

  1. Gast sagt:

    Mir fehlt bei der Aufzählung das “Zookonzert”. Komponiert von Erke Duit. Es existiert in zwei Fassungen. Eine für Orchester und eine für Quartett.
    Begleitet wird dieses Musikstück von einer CD und einem Buch, für das Marko Simsa und seine Weggefährten den mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurden.

    Weiterhin viel Vergnügen mit den Kompositionen.

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