Ich weiß, jede Woche weise ich euch wieder darauf hin, dass das Christkind vor der Tür steht. Als ob ihr das nicht selber wüsstet. Nun frag ich mich aber manchmal: Ist es denn wirklich das Christkind, das am 24. zu uns kommt? Manchmal habe ich nämlich das Gefühl, ich lese, sehe und höre nur noch vom Weihnachtsmann. Und hab ich nicht sogar letztens einen Weihnachtsmann über den Christkindlmarkt spazieren gesehen?!
Doch zuerst einmal ein Blick zurück…
Wie war es denn früher? Also, als ich ein Kind war (es ist eigentlich schon erschreckend, dass ich jetzt schon von ‚früher’ spreche, wenn ich Episoden aus meiner Kindheit erzähle; aber bitte, wir werden alle nicht jünger). Also, als ich ein Kind war, da gab es das Christkind und den Nikolaus. Ich glaube, den Weihnachtsmann gab es da noch gar nicht. Zumindest kann ich mich nicht an ihn erinnern. Und bei uns war es auch so, dass bereits am Morgen des 24. Dezembers die Wohnzimmertür abgeschlossen war. Den Fernseher (ja, ja; so einen richtig dicken, fetten. Leser und Leserinnen meiner Generation wissen, was ich meine) hatten meine Eltern wohlweislich ins Nebenzimmer transportiert, so ging uns auch das tolle Weihnachtsprogramm nicht durch die Lappen. Also, die Wohnzimmertür war abgesperrt und durch das Schlüsselloch nicht viel sichtbar (ja, ich gestehe: ich habe geschaut, aber meine großen Geschwister haben zuerst geschaut!). Und am Abend hörte man dann leise ein Glöckchen klingeln, die Tür zum Wohnzimmer war plötzlich wieder offen und da drinnen stand ein wunderschöner Christbaum mit brennenden Kerzen und es gab jede Menge Geschenke, die uns das Christkind da gelassen hatte.
Und wo bleibt das Christkind heute??
Manchmal finde ich es direkt schwer, den Kindern heutzutage noch den Zauber von Weihnachten und Christkind zu vermitteln. Und damit meine ich jetzt nicht die Weihnachtsgeschichte als solche. Sondern damit meine ich diesen Zauber, diese besondere Stimmung … Bereits Wochen vor dem Fest sieht man Weihnachtsartikeln aller Art in den Schaufenstern und Regalen der Kaufhäuser. Überall stehen große und kleine Weihnachtsbäume rum. Und in den Straßen laufen einem ständig dicke Männer in Rot über den Weg, die weder Nikolaus noch Christkind sind. Und die Kinderbücher von heute heiβen: Wann kommt denn nun der Weihnachtsmann?, Wo der Weihnachtsmann wirklich wohnt oder 24 Geschichten vom Weihnachtsmann zur Verkürzung der Adventszeit …..
Und in meinen Gedanken müssten all diese Geschichten eigentlich so klingen:
Doch eines Tages im Dezember kam ein dicker Mann auf das Christkind zu. Er trug einen langen roten Mantel und sah gewaltig aus mit seinem großen Bauch und seinem langen Bart. Und ohne wirklich auf das Christkind Acht zu geben, schubste er es mit seinem dicken Bauch zur Seite und sagte: „Hej du, Platz da! Komm geh mal zur Seite. Siehst du nicht, dass ich zu tun habe?” Das Christkind taumelte zwei, drei Schritte nach hinten und fiel auf den Po. „Aua!” rief es, „wissen Sie denn überhaupt, wer ich bin?” „Man kann doch nicht einfach das Christkind so zur Seite schubsen”, flüsterten die Engelein einander zu, die das Geschehen beobachtet hatten. Aber doch, man kann. Der Weihnachtsmann konnte.

Das Christkind brauchte einen Helfer
Ich erzähle meinen Kindern immer, dass der Weihnachtsmann dem Christkind hilft. Denn ich bin für das Christkind und will nicht akzeptieren, dass der Weihnachtsmann versucht, es einfach so zur Seite zu schubsen. Ich für mich habe den Weihnachtsmann zum Helfer degradiert (er möge es mir verzeihen):
„Denn auf einmal gab es immer mehr Kinder auf der Welt. Und die Kinder wünschten sich oft sehr viele und sehr große Sachen. Und das Christkind konnte das gar nicht mehr alles tragen. Und da auch die Engelein es oft nicht schafften, die großen Geschenke zu transportieren, suchte sich das Christkind einen großen, starken Helfer.”
Und wenn mich die Kleinen dann fragen, ob es denn das Christkind wirklich gibt, antworte ich ihnen: „Das Christkind gibt es ganz bestimmt. Man muss nur ganz fest daran glauben!”
Schlagworte: Advent, Adventszeit, Christbaum, Christkind, Christkindlmarkt, Weihnachten, Weihnachtsmann

Der liebe Weihnachtsmann, jaja…. Vorallem finde ich es dann zum ko…, wenn der Weihnachtsmann schon in den Kindergarten kommt, bei der Weihnachstfeier vom Sportverein auftaucht und dann am 24. auch noch mal Geschenke bringt. Wie erklaere ich denn das meinen Kindern??
Ein sehr lieber, gelungener Artikel. Auch zu meiner Zeit gab es das Christkind und keinen Weihnachtsmann….und daran wird sich auch nie etwas ändern:-)
Hallo!
Danke sehr, ich habe diese Geschichte (Christkind trifft den Weihnachtsmann) gleich dem Steirerverein in Dornbirn weiter geleitet, denn der hat dieses Wochenende für die Kleinsten eine Weihnachtsfeier und da kommt der Weihnachtsmann. Mich hat´s fast vom Hocker gehauen.
Schöne Grüße
Dieter
Hallo Dieter,
das find ich ja toll!! Wuerde nur zu gerne wissen, was denn der Steirerverein dazu meinte.
Lg und weiterhin schoenes Warten aufs Christkind, GUDRUN