Archiv für April 2010

Er liebt mich. Er liebt mich nicht. Liebe im Internet

geschrieben von: doalittle - am 26. April 2010
doalittle

War es noch letztes Jahr der virtuelle Keuschheitsgürtel widme ich mittlerweile meine Aufmerksamkeit den vielen Möglichkeiten neuer Medien zu. Nun gut - ich bin sicher nicht erfahren in dem Gebiet der Kontaktaufnahme per Inserat, Agentur und neuerdings Internet. Da wäre die Frage nach einem passenden Kosenamen, einem aktuellen natürlich etwas retuschierten Foto und der wahrheitsgetreuen Beantwortung der Profilbeschreibung oder Fragen, welche tiefenpsychologische Wahrheiten ans Tageslicht bringen sollen – die Computer berechnen dann auch die Trefferquote und empfehlen die Kontaktaufnahme zu dem möglichen passenden Prinzen ;-)

Natürlich habe ich aus reinem Interesse so manche Inserate gelesen und mich nur gewundert, wer darauf antwortet und wie viel Arbeit das sein muss. Und dass es auch mit den modernen Methoden Arbeit ist, kann ich nur bestätigen. Per Zufall bin ich vor kurzem auf eine derartige Internetseite gekommen und muss sagen, dass es mich so manches Mal auch erheitert hat. Was bringt uns allerdings dazu, diese Form zu wählen, wenn wir Menschen kennenlernen wollen. Ich denke, dass hier jeder einzelne ein bestimmtes Ziel verfolgt. Der eine sucht Trost, Abwechslung, den Kick und vielleicht doch seinen Traumpartner für die Zukunft, manche meinen sogar für die Ewigkeit ;-)

Da fällt vielleicht sogar der Blick auf das neueste Buch Internet Love Affair, das ich leider noch nicht gelesen habe - wer weiß, vielleicht eröffnet es auch für die nächste Jahrzehnt-Altersgruppe neue Möglichkeiten und wir lernen wieder dazu.

Damit ich aber überhaupt mitreden kann, musste ich mir mal Zeit nehmen und ein Profil erstellen. Zuerst war dies gar nicht so leicht und irgendwie dürfte ich auch keine Übung darin haben. Von manchem hört man, dass hier eine beachtliche Kontaktanzahl möglich ist, nicht so in meiner sogenannten Flirtbox - was für eine originelle Bezeichnung einer Inbox. Ich habe zuerst in einem Ratgeber studiert, was empfohlen wird und muss sagen, dass ich den Tipps nur beipflichten kann. Denn viel zu schnell gibt man die Anonymität auf und ist somit geoutet. Vielleicht ein fataler Fehler? Das kann ich noch nicht sagen. Allerdings bekam ich viele unterschiedliche Profile zu lesen. Hin und wieder fühlte ich mich doch tatsächlich angesprochen - die Macht der geschriebenen Worte übte hier offensichtlich einen Einfluss auf meine Emotionen aus. Dies bewirkte teilweise eine weitere Kontaktaufnahme mit den Auserwählten. In Wahrheit kommt es mir wie ein virtuelles Spiel vor, indem wir allerdings ein paar Regeln beachten sollten. Deshalb habe ich mir auch ein neues email-Konto angelegt, womit ein weiterer anonymer email-Verkehr möglich ist. Aber ab wann ist der richtige Zeitpunkt für ein “Blinde Date”? Ich weiß es einfach nicht! Über den Ausgang eines Treffens entscheiden so viele Faktoren, wie z.B. die Erwartungen, Tagesverfassung, Erfahrungen und natürlich die sogenannte Erleuchtung. Leider fehlte mir aufgrund der Kinder einfach schlichtweg die Zeit mehr Erfahrung zu sammeln und die Kontakte zu intensivieren - tja einem typischen Single (ohne Kind) sind diese Fakten wahrscheinlich fremd.

Fakt ist, dass ich mich nicht allein in ein fremdes Lokal begeben würde. Ein anschließender Termin hilft wenn nötig die Flucht zu ergreifen ohne verletzend zu wirken. Eine Vertrauensperson sollte in der Nähe sein bzw. Bescheid wissen - ein sogenannter white angle. Manchmal gehe ich in das Lieblingslokal meiner Heimatstadt. Leider ist es ein gewaltiger Unterschied, ob ich als Frau oder als Mann ein Lokal nächtens allein betrete. Als Frau sollte man nicht auf das unsichtbare Schild vergessen: Nimm mich! Amüsier dich! Unsere männlichen Zeitgenossen haben offenbar nicht dieses Problem. Daher bevorzuge ich es natürlich mit FreundInnen auszugehen, was natürlich das Kennenlernen anderer Menschen etwas erschwert, aber nicht zwingend notwendig ist. Wo bleiben heute die Gelegenheiten als Mutter Kontakte zu knüpfen?

Versuchen wir diese mal aufzuzählen:

Am Arbeitsplatz: beim Meeting, Geschäftstermin, Scanner (ehemals Kopierkammerl), in der Kantine….

In der Freizeit: beim Trainieren, beim Seminar, beim Bummeln, beim Besuch eines Museums …

Mit den Kindern: im Freibad, in der Musikschule, am Fußballplatz, beim Elternsprechtag, bei Kindergeburtstagsfeiern, beim Kinderarzt, …

oder vielleicht doch im Urlaub ?

Bitte nennt mir noch welche, wenn sie euch spontan einfallen ;-) Möglichkeiten gibt es sicher viele, aber dafür müssen wir sicherlich bereit sein und da stellt sich nun die Frage, ob wir den Zufällen nicht doch ein wenig auf die Sprünge helfen können. Und wie viel Flirten ist erlaubt? Als treue langjährige Ehefrau hat man da vielleicht so manche Startschwierigkeiten. Schließlich kenne ich nun den gewaltigen Unterschied zwischen früher, erfolgreich im Beruf, viel unterwegs, viele Abenteuer und nun daheim bei den Kindern, abhängig von einem Babysitter, dem Gesundheitszustand der Kinder, der Lebenslust u.v.m. – was mir am meisten fehlt ist die Möglichkeit der Spontaneität. Sobald daheim Kinder auf mich warten, sind den Möglichkeiten Grenzen gesetzt.

Manches mal denke ich mir sogar, nein, heute gehe ich nicht aus, denn ich bin viel zu müde und falle abends nur mehr tot ins Bett. Da bleibt nicht einmal mehr genügend Kraft für die gesamte Gutenachtgeschichte. Außerdem denke ich mir, wenn ich schon keinen Ehemann an meiner Seite habe, so werde ich mich hauptsächlich den Kindern widmen und Spaß am Leben kann man auch ohne Partnerschaften haben. Derzeit zählen für mich die guten Freundschaften, egal ob Mann oder Frau und diese akzeptieren auch die Kinder ohne Probleme. Letzthin habe ich sogar gelesen, das Studien dem Pflegen sozialier Kontakte das größte Glücksempfinden beimessen. Und sobald wir Glück ausstrahlen, ziehen wir magisch Menschen an und ermöglichen eher eine geglückte Romanze.

Glücklicherweise hilft uns das wärmer werdende Wetter beim Erwachen der Lebensgeister und der Lebensenergie. Wir werden kontaktfreudiger, unternehmungslustiger und mit ein wenig Humor, Herzlichkeit und Offenheit werde auch ich eine Menge lieber Leute kennenlernen – natürlich auch im Internet.

Was aber ganz sicher nicht übersehen werden darf, ist, dass wir alle auf der Suche nach der wahren großen Liebe sind. Davon handeln Milliarden von Büchern, Songs, Musicals, Opern, Operetten, Filmen etc. Der Mensch ist einfach nicht geboren, allein zu leben! Und das erinnert mich wieder an die wilden 80er - hoch leben die Schmetterlingsgefühle im Frühling!

Weißt du wieviel Sternlein stehen …?

geschrieben von: Edith Schillinger - am 25. April 2010
Edith Schillinger

Die Antwort lautet leider: immer weniger. Zumindest wenn man die mit freiem Auge sichtbaren Sterne zählt. Der Grund: Lichtverschmutzung. Doch eine kleine Gemeinde im Weinviertel trotzt diesem globalen Phänomen: Großmugl, der Ort in dem ich aufgewachsen bin! Klar, dass es mich mit den Kids am Tag der Astronomie in die alte Heimat zieht - zum geselligen Sternderl-Schauen.

Während man in Wien durch die zahlreichen künstlichen Lichtquellen rundum selbst in klaren Nächten bloß an die 100 Sterne ausmachen kann, sind es beim Leeberg, einem Grabhügel aus der Hallstattzeit etwas außerhalb Großmugls, sage und schreibe 5.000! Durch die Lage in einer natürlichen Senke, die das künstliche Licht der umgebenden Ortschaften perfekt abschirmt, steht hier - nur rund 40 km von Wien entfernt - ein gewaltiges Fenster zum Himmel offen. Das begeistert auch den renommierten Astronomen Dr. Günther Wuchterl von der Kuffner Sternwarte, der von Großmugl als UNESCO-Welterbe-würdiges Naturwunder schwärmt und regelmäßig sein Teleskop neben dem Leeberg aufbaut, um u.a. die Milchstraße zu betrachten, die kaum wo in Europa so gut sichtbar ist wie hier.

Den weißlichen Schleier der Milchstraße sehen wir heute Abend allerdings nicht - dafür scheint der Mond zu hell, aber der ist ja auch sehenswert, vor allem in 200facher Vergrößerung. Die mit Kratern übersäte Oberfläche erinnert Gregor an eine „Luftbläschen-Suppe” und auch Astrid kann sich kaum satt sehen an all den Zoom-Weltraum-Bildern, die hier auf offenem Feld zwei stattliche Teleskope liefern. Natürlich ist auch Dr. Wuchterl wieder vor Ort, der uns Sternengucker-Laien auskunftsfreudig die Besonderheiten des aktuellen Nachthimmels vor Augen führt: Neben dem Mond in Nahaufnahme zeigt er uns die hinter dem Horizont verschwindende Venus, den fantastischen Saturn samt Ring und Monde, einen losen Sternenhaufen, das Sternbild des Zwillings, des Großen und des Kleinen Wagens usw. Ob man auch den Mars sehen kann, fragt Astrid neugierig - und schwupps - auf Knopfdruck richtet sich das mit allen Finessen ausgestattete Teleskop automatisch neu aus und gibt den Blick auf einen leicht rötlich leuchtenden fernen Fleck frei. Aber dass mein Töchterchen dann sogar die „Maus auf dem Mars” samt Dondrinenbaum erkennen kann … na ja …

Was haben wir an diesem Abend, der für uns erst um 23 Uhr zu Ende ging, noch alles erfahren? Dass die Venus der hellste Punkt am Himmel ist und damit als Morgen- bzw. Abendstern dienen darf; dass einer der ganz großen Planeten (hmm - war es jetzt Uranus oder Jupiter?) durch seine gasförmige Konsistenz so leicht ist, dass er schwimmen würde, wenn er vom Himmel ins Meer fallen würde; dass der Saturn-Ring aus lauter kleinen Felsbröckeln besteht, die um den Planeten kreisen; dass das Licht vom Saturn bis zur Erde 1,5 Stunden braucht; dass die ältesten Sterne im Universum 12 - 13 Milliarden Jahre alt sind, unsere Sonne aber mit rund 4,5 Milliarden Jahren wesentlich jünger ist; und am wichtigsten: dass Astronomie zu einem faszinierenden Hobby werden kann, wenn Kinder so unkompliziert und anschaulich wie bei dieser Gelegenheit damit in Berührung kommen können.

Auf Schatzsuche im tropischen Meer

geschrieben von: Edith Schillinger - am 19. April 2010
Edith Schillinger

„Da haben’s - damit die Kinder schneller was finden…”, raunt mir Herr Andreas zu, der die beiden Buddel-Buchten in der Fossilienwelt Weinviertel betreut, und lässt mir unbemerkt ein paar Haifischzähne und Perlen zukommen. Ich wiederum lasse sie in einem unbeobachteten Moment in eine kleine Mulde plumpsen und schaufle mit dem Fuß unauffällig ein bisschen Sand drüber. „Oh Kinder, schaut’s! Da funkelt was!” Und schon haben sie den ersten Sucherfolg - das versteht man hier also unter „Schürfgarantie”. Find ich richtig nett!

astrid-und-gregor-beim-buddelnAber auch ohne die zugesteckten Schätze wären die Kids tatsächlich fündig geworden. Es hätte bloß ein bisschen länger gedauert, bis der erste Haifischzahn im Schürfsieb hängen bleibt, während der feine Sand durchrieselt. Ziemlich schwer ist das Eisending allerdings für zarte Kinderarme. Die Kraft reicht nicht allzu lang, dann soll Mami ran. Gerne! Denn auch mich überkommt die Schatzsucher-Lust. „Schaut’s einmal im Indianerzelt nach!” - und tatsächlich finden sich hier drei weitere Perlen … Herr Andreas weiß halt, wo sich seine Schätze „versteckt” halten - danke für den Tipp!

Zwischendurch empfiehlt es sich, einfach achtsamen Auges über die beiden nebeneinander liegenden, als Haifischbecken bzw. Perlenbucht getarnten Sandflächen zu schlendern - gelegentlich stößt man sogar auf diese bequeme Weise auf so manche Kostbarkeit. Gregors Schatzsackerl füllt sich besonders rasch - was vor allem daran liegt, dass er darin auch „normale” Steine verschwinden lässt, weil „sie so schön glitzern, wenn man sie in die Sonne hält”. So erhöht sich die Ausbeute meiner beiden Schatzsucher auf insgesamt 9 schimmernde Perlen, 12 spitze Haifischzähne, 7 schöne Glitzersteine und 1 vergammeltes und dadurch sehr fossil wirkendes Blatt. Außerdem begegnen uns im Sand 2 tote und immerhin 4 lebendige Regenwürmer sowie ein schwarzer Marienkäfer mit roten Punkten drauf - den findet man nicht so oft - insofern gilt auch er  als “Schatz”, den Astrid fast noch lieber als die Perlen mit nach Hause genommen hätte…

Plötzlich, mitten unterm Schürfen, hören wir ein lautes Dröhnen und Rumpeln aus der großen Halle nebenan. Alles klar - da wird wohl gerade eindrucksvoll in Mulitmedia-Manier jener Tsunami simuliert, der vor Urzeiten das riesige Austernriff kippte, das heute als sensationelles Herzstück der Fossilienwelt im Rahmen einer Führung besucht werden kann. Die haben wir mit den Kids vergangenen Herbst mitgemacht und sie haben erfahren, dass sich vor rund 17 Mio. Jahren rund um Korneuburg die Ausläufer eines tropischen Meeres erstreckt haben, mit Mangrovensümpfen und einer unglaublich reichen Unterwasserwelt, wovon heute eine Unzahl an fossilen Funden Zeugnis ablegen. Unter anderem hat man hier die größte fossile Perle der Welt entdeckt - und im Museum ausgestellt.

Nachdem die Kids genug vom Buddeln haben, schauen wir noch rauf auf den Hügel, auf dem die 17 Meter hohe, gewundene orange-rote Turmschnecke in die Landschaft grüßt. Im Inneren führen 51 Stufen in ein Aussichtsstüberl, von wo wir durch große Glasflächen einen tollen Blick ins weite Land werfen und uns vorstellen, wie unter uns die Wellen des einstigen tropischen Meeres gegen die Turmpfeiler schwappen. Mit urzeitlichen Schwimm-Dinos drin, die gegen Riesen-Haie antreten und schwatzenden Austern, die sich an ihren Perlen verschlucken …. Upps - ich glaub, jetzt geht die Fantasie mit uns durch!

Kroatien - Eldorado an der Adria

geschrieben von: Freigeist - am 14. April 2010
Freigeist

Bei einer ersten Blitz-Umfrage innerhalb der Familie zur Frage „Wohin in den Ferien?” lautet die einhellige Antwort: ans Meer! Soviel ist fix. Aber wieder an die obere italienische Adria? Das wird mit der Zeit doch ein bisschen fad! Also höre ich mich mal um und interviewe eine gute Freundin, die letztes Jahr ihren Familienurlaub in Kroatien verbracht hat, genauer gesagt im Falkensteiner Club Funimation Borik, nahe Zadar im Norden von Dalmatien.

Da fängt sie an zu schildern und kann sich vor lauter schönen Erinnerungen kaum bremsen: Sie erzählt von einer paradiesischen Hotellobby mit viel Bambus, die sie gleich bei Ankunft in absolute Urlaubsstimmung versetzt hat, vom geschmackvoll eingerichteten Zimmer mit Stockbett-Nische für ihre Töchter, von leckeren (Kinder-)Cocktails an der Bar, von der gelungenen Kinderanimation auf der Showbühne (die CD mit den Kinderhits, die sie dort gekauft haben, läuft bei ihnen daheim angeblich immer noch auf Power-Play), vom gepflegten Garten mit Kinderspielplatz und hübschen, knorrigen Bäumen, auf denen ganz, ganz viele Mini-Schneckenhäuser für Begeisterung bei den Mädels sorgten, vom Swimming-Pool mit Super-Klasse-Rutsche mit extra vielen Windungen, usw. Und gleich hinter dem Gartentürl erstreckt sich die feine Meeresbucht mit Sandburg-Potential - eine absolute Rarität, denn auf den allermeisten Stränden Kroatiens hat man Grobkies oder blanken Fels unter den Füßen! Dann schwärmt sie noch von der niedlichen Bummelbahn, mit der sie eines Abends direkt vom Hotel weg ins Zentrum von Zadar geruckelt sind und dort ein herrliches Eis in der fast 3000 Jahre alten Stadt genossen haben. Und vom Tagesausflug in den Krka-Nationalpark (einer von fünf Nationalparks im Hinterland Dalmatiens), wo sich der Fluss Krka malerisch über zahlreiche Kaskaden ergießt.

„Aber die weite Autofahrt…”, werfe ich ein. „So schlimm war’s nicht.”, meint sie. Außerdem wäre der Abstecher in die kroatische Hauptstadt Zagreb allein schon die Fahrt wert gewesen. „Und nach Zadar gibt’s schließlich auch gute Flugverbindungen. Oder du nimmst halt ein Hotel weiter nördlich, an der Kvarner Bucht etwa.”, rät sie mir. Dort will meine Freundin heuer hin und freut sich schon auf romantische Buchten, kristallklares Meer, wilde Gebirgsschluchten, tiefblaue Bergseen und reizvolle Fischerdörfer. Klingt gut - vielleicht schließen wir uns ja an…

 Video von den Falkensteiner Hotels