Archiv für März 2010

Hochspannung unter den Blauhelmen

geschrieben von: Edith Schillinger - am 31. März 2010
Edith Schillinger

„Ich bin hier, wer ist dort - an einem ganz and’ren Ort….” So beginnt Astrids Brief, den sie mittels Flaschenpost auf große Donaureise schicken will, in der Hoffnung, dass ihr von irgendwo jemand zurück schreibt. „Die Flasche wird beim nächsten Kraftwerk hängen bleiben.”, holt sie ihr Papa in die Realität zurück. „Echt?”, fragen wir uns und dann die, die es wissen muss: Jutta.

Jutta heißt nämlich die Dame, die uns vergangenen Sonntag durch das Kraftwerk Wien-Freudenau führte. „Geheimnis Wasserkraft” nennt sich das Vermittlungsprogramm der Verbund AG, bei dem Kinder erfahren sollen, wie aus Wasserkraft elektrischer Strom gemacht wird. Treffpunkt war das multimedial aufbereitete Informationszentrum direkt im Stromhaus. Anhand eines Modells hat uns Jutta das Prinzip des Kraftwerks erklärt: Wasser wird in die 6 Turbinen geleitet, wo es die riesigen Laufräder in Bewegung setzt, die wiederum die Turbinenstangen antreiben, über die die Energie in den Generator gelangt, wo schließlich Strom draus wird, der zum nächsten Umspannwerk geleitet wird. Aber was konkret im Generator geschieht - der angeblich wie ein „simpler” Fahrrad-Dynamo funktioniert, nur größer - wurde leider nicht für Kinderohren aufbereitet. Und mit meinem bescheidenen technischen Verständnis, hab ich leider auch keine Ahnung davon….!?

Außerdem erfahren die Kids einige Fakten zum Thema Strom und Kraftwerk, die zum Glück in kindgerechte Dimensionen umgelegt wurden, z.B., dass rund 4000 Badewannen voll Donauwasser pro Sekunde durch die Turbinen fließen, dass jedes einzelne Laufrad größer als ein Fußballtor ist und dass der Staubsauger mehr Strom verbraucht als der Fernseher. Seither heißt es daheim nur noch: „Können wir fernsehen - das spart Strom!” - Danke, das hab ich gebraucht! Ernstgemeinte Stromspartipps konnten wir im Anschluss an die Führung an den PC-Stationen im Infocenter nachlesen.

Blauhelme im Kraftwerk FreudenauDoch zuvor ging es - mit blauen Schutzhelmen gesichert (netter Anblick) - in die große Kraftwerkhalle und danach mit dem Lift mehr als 20 Meter tief runter, wo wir eine Turbine von unten sehen konnten. Laut war es hier, es roch nach Schmieröl und dennoch waren wir tief beeindruckt, wie riesig das alles hier ist. Und wir bekamen einen Eindruck, wie Wasserkraft sinnvoll genutzt werden kann.

Jetzt wollten wir nur noch wissen, was wirklich mit Astrids Flaschenpost geschieht: Jutta erzählt uns von einem großen Gitter, dem sog. Einlaufrechen, der dafür sorgt, dass nichts Großes in die Turbinen gelangt und sie beschädigen könnten. Das heißt, unsere Flasche würde vermutlich tatsächlich hängen bleiben!

„Und was ist mit den Fischen?”, wollten die Kids wissen. „Die kleinen, die durchs Gitter schwimmen, werden zu Fischstäbchen”, meinte Jutta trocken. Doch soweit muss es nicht kommen, denn für die Fische wurde extra ein Umgehungsbach angelegt. Denn - so Jutta - die Fische lassen sich von der Strömung leiten. Und da im aufgestauten Wasser vorne an der Kraftwerksmauer so gut wie keine Strömung vorhanden ist, sind die Fische angeblich clever genug, um den kleinen Eingang zum Bach zu finden, der vom Donauhauptarm abzweigt und in gemächlichen Windungen die gesamte Staustufe umgeht. Und die ganz gescheiten Fischlein schwimmen ohnehin mit den Schiffen durch die Schleuse.

Vielleicht ist Astrids Flaschenpost ja auch so clever… Wenn jemand aus Bratislava zurück schreibt, hat sie’s wohl geschafft. Wir warten ab.

Knetmasse - Schmieden wir unser Glück o.k. let’s do it

geschrieben von: doalittle - am 24. März 2010
doalittle

Wer meine letzten Blogs zum Thema verliebt, verlobt, verheiratet … geschieden genauer verfolgt hat, kann sich vielleicht schon denken was als nächstes kommen muß…..ein Prinz…. und nur ja kein Frosch!
Und tatsächlich habe ich zu meinem letzten runden Geburtstag, der wirklich gelungen war, eine Knetmasse geschenkt bekommen. Zuerst wußte ich nicht so recht was ich damit machen sollte, habe diese von einer in die andere Hand gleiten lassen und dann doch die Gebrauchsanleitung in die Hand genommen - Voodoo vielleicht - naja, warum nicht.

Vielleicht sollte ich mich mal in eine neue spirituelle Ebene wagen. Also Masse herbei, Hände aufgewärmt und es wird geknetet. Ja natürlich jugendfrei, was sonst - also was sich meine LeserInnen alles so denken. Gut, die Kunstschule habe ich nicht besucht aber wir haben da ein stattliches Figürchen. Einen wohlgeformten Körper mit Ohren, Augen, Nase, Mund hineingeritzt - genauer gesagt: schmale Lippen für die vorsichtigen Küsse, die süchtig machen; eine Nase, die mich riechen kann und will; Augen die mir bewundernde Blicke und Aufmerksamkeit schenken und in deren Iris man eintauchen möchte; ein Mund - welcher weiß, was ich hören will und mir die sinnlichsten Momente schenkt und draufgesetzt natürlich Ohren, welche meine Worte hören und verstehen wollen;
Ganz wichtig ist die breite Schulter zum Anlehnen, wenn einmal ein Tag ist, an dem man glaubt, diesen alleine nicht durchzustehen. Die Arme, welche einen freudig umarmen und zeigen, dass man willkommen ist und wie könnte es anders sein als Hände, die gerne zupacken und wissen wie sensibel wir mit den Fingern Gefühle wahrnehmen aber auch Gefühl ausdrücken können. Den Gürtelbereich lasse ich hier nun bewußt weg und widme mich noch den Beinen, welche beidseits erdverbunden sein sollen. Die Füße männlich und stark, damit sie den Körper und mehr halten können auf weichen sandigen Unterlagen wie auch auf steinigen oder gepflasterten, manchmal sehr heißen Pflastern.

Was will ich mehr - mein Prince Putting Charming Modell ist fertig. Nun ein wenig Feenstaub darübergestreut und ein Liebeselixier gebraut, mehr brauch ich nicht. Oder doch? Ach ja, eine bezauberne Nanny für meine Kinder ;-)

Rauben - raufen - saufen. Badum.

geschrieben von: Edith Schillinger - am 24. März 2010
Edith Schillinger

In einem Kommentar zu meinem letzten Blog über das Literaturfestival im Palais Auersperg ist der Name Marko Simsa gefallen … was mich unwillkürlich an dessen Jubiläumslesung im Haus der Musik im vergangenen Herbst zurückdenken ließ. Für den Fall, dass dir der Name nichts sagt: Seit nunmehr 10 Jahren (daher der Zusatz „Jubiläum”) bringt Marko Simsa regelmäßig musikalische Bilderbücher samt CD auf den Markt, die Kinder spielerisch mit klassischer Musik vertraut machen. Dabei spezialisierte er sich u.a. auf das kindgerechte Aufbereiten von bekannten Musikstücken, wie z.B. „Die Zauberflöte”, „Die vier Jahreszeiten”, „Der Karneval der Tiere”, „Schwanensee”, „Die Moldau” oder „Kinderszenen” von Robert Schumann, sein neuestes Werk.

Zurück zur Jubiläumslesung ins Haus der Musik: „Lesung” - da denkt man an ein Tischchen samt Leselampe und einem Glas Wasser auf verdunkelter Bühne. Dass man damit Kinder nicht abspeisen kann, liegt auf der Hand. Darum heißt die Devise bei einer Simsa-Lesung: „Schauen, hören, mitmachen!” … Was sich auch an jedem Nachmittag bewahrheitete, an dem ein Querschnitt durch seine 18 bisher erschienenen Bücher geboten wurde. Die Bilder der Buchseiten wurden groß auf Leinwand projiziert, die meiste Zeit sprach Marko mit seiner prägnanten Stimme live zu seinem jungen Publikum, bediente sich zwischendurch aber auch der CD-Einspielung - meist von Musikeinlagen, manchmal aber auch von seinem eigenen gesprochenen CD-Text - dann gab’s Simsa vom Band, obwohl er doch direkt vor uns auf der Bühne stand - die Kids fanden’s witzig.

So richtig bunt wurde das Programm durch die vielen „special guests”, denn Marko Simsa bestreitet eine Lesung nie alleine: Diesmal waren es die Musikerin Nora, die uns ihr Cello präsentierte (was haben die Kids gestaunt, als sich die unzähligen Pferdeschweifhaare des Chello-Bogens entfächerten!) sowie die Balletttänzerin Beate, die als wunderschöne Schwanenprinzessin gemeinsam mit den Kindern die fünf Ballett-Grundpositionen übte.

Zum Mitmachen regte auch der Elefanten-Tanz aus dem „Karneval der Tiere” an, den Marko gemeinsam mit Kindern aus dem Publikum auf der Bühne einstudierte. Und vor einigen Tagen bei uns daheim im Wohnzimmer: CD aufgelegt, Arme zum Rüssel umfunktioniert uuund: Stampf - zwei -drei, Stampf - zwei - drei …!

Darüber hinaus hatten wir damals die seltene Gelegenheit, einige von Simsas Weggefährten kennen zu lernen, die sonst nur als Namen auf dem Buchcover aufscheinen: Extra aus München angereist ist Doris Eisenburger, die mit ihren zauberhaften Illustrationen wesentlich zum Erfolg der aktuellen Simsa-Bücher beiträgt. Sie und ihr Kollege Winfried Opgenoorth brachten live Zeichnungen zu Papier, die von den Kindern dann vervollständigt werden konnten. Sehr amüsant war es auch, als Marko Simsa gemeinsam mit dem Komponisten Erke Duit, der das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten” vertont hat, den Räuberchor aus dem gleichnamigen Buch anstimmte: „Wir raufen bei Tag und wir saufen bei Nacht. Und fressen auf, was der Tag uns gebracht. Rauben - raufen - saufen. BADUM.”

… so vielschichtig, bunt, abwechslungs- und lehrreich kann Musikvermittlung sein!

Abenteuer im Kopf und auf der Bühne

geschrieben von: Edith Schillinger - am 15. März 2010
Edith Schillinger

Ich mag das Wiener Palais Auersperg. Und zwar nicht nur, weil ich seit meinem Ferialpraktikum im Jahre „Schnee” weiß, wohin die eine oder andere geheime Tapetentür führt… Es ist schlichtweg schön dort - die eindrucksvolle Feststiege, der helle Wintergarten, die historischen Prunkräume. Derzeit findet das Literaturfestival für junge LeserInnen im barocken Palais statt - ein Gratis-Event, das sich seit nunmehr 32 Jahren der Kinder- und Jugendliteratur verschreibt. Eine bemerkenswert beständige und aufwändige Initiative, die Lust am Lesen vermitteln soll.

Leise, ganz leise huschen meine Kids und ich in den verdunkelten Großen Saal, in dem gerade Cordula Nossek mit der Geschichte „Das Mädchen und der Mond” begonnen hat. Mit raffinierten Effekten aus Licht und Schatten bringt sie den aufmerksamen Zuschauern dieses Märchen aus dem Land der Tschuktschen näher, samt schaurig-schönem Elch-Geröhre und einem auf einem Rentierschlitten herumflitzenden Taschenlampen-Mond.

Dieses Stück ist Teil des abwechslungsreichen Festivalprogrammes, das an sieben Tagen ganze 60 Lesungen, Theateraufführungen, Erzählstunden, Musikdarbietungen, Filmvorführungen, Kreativworkshops usw. umfasst. Herzstück des Literaturfestivals ist jedoch die große Buchausstellung: Drei Räume voller Kinderbücher … den Kids gehen beinahe die Augen über. 2000 Bücher sind es angeblich, die zum gemütlichen Schmökern und Lesen einladen. Damit könnten wir leicht den ganzen Nachmittag füllen, doch nach drei Tier-Sachbüchern und einem Fußball-Bilderbuch lockt ja schon die Geschichtenerzählerin Birgit Lehner in den Kleinen Saal. Sie erzählt uns von einem hungrigen Wanderer, der in der Fremde um Hilfe bittet und diese erst findet, als er sich eine leckere Steinsuppe kocht. Mir scheint fast, den Duft der Suppe riechen zu können, so anschaulich und hingebungsvoll wird hier im fiktiven Topf gerührt.

Im Anschluss lauschen wir via Kopfhörer Rudi Radiohund, der wochentags um 17.25 Uhr auf Ö1 Kinderwissen vermittelt. Ich habe ehrlich gesagt die Sendung noch nie live mitverfolgt, aber das wird sich ändern, denn nach dem heute gehörten Beitrag, in dem der Kosmonaut Franz Viehböck unterhaltsam und kindgerecht über seinen Ausflug  ins Weltall plaudert, könnten wir zum Fan von Rudi Radiohund werden.

Höhepunkt des Tages - zumindest lässt der Besucheransturm darauf schließen - sollte wohl die Kindershow „Das kleine Vampir-ABC” von Gernot Kranner werden. Leider konnten die teilweise langatmigen Lieder und zusammenhanglosen Szenen, die keine einheitliche Geschichte erzählen, sondern unmotiviert zwischen ABC-Lernstunde und Vampir-Wissensvermittlung pendeln, meine Kids nicht sonderlich mitreißen. Schade eigentlich, denn der witzige und stimmgewaltige Musicaldarsteller Gernot Kranner (ist passenderweise derzeit im „Tanz der Vampire” zu sehen) sowie seine Handpuppe Vampirchen Gruselinchen hätten durchaus Potential für ein vergnügliches Kinder-Vampirstück, gerne auch mit Inhalt.

Das Literaturfestival endet zwar bereits am Mittwoch, den 17. März, doch eine Veranstaltung mit ähnlichem Charakter sind die „Märchentage” von wienXtra, ein Erzähl- und Theaterfest mit Schmink-, Spiel- und Kreativstationen für die ganze Familie. Letztes Jahr waren die „Märchentage” ebenfalls im Palais Auersperg zu Gast und wir genauso. Heuer (1. + 2. April 2010) übersiedeln sie ins Wiener Rathaus, was bekanntlich auch keine schlechte Adresse ist - auch wenn ich mich dort mit den Geheimtüren nicht so auskenne…

Was in einen Sonntag so alles reinpasst…!

geschrieben von: Edith Schillinger - am 9. März 2010
Edith Schillinger

Samstags hat sie ihren freien Tag, denn da ist großer Anreisetag. Keine Spur von Yvonne, der Kinderanimateurin im Familienresort Gut Wenghof im salzburgerischen Werfenweng. Planlos laufen einige Kinder durch die Lobby, auf der Suche nach ihr - vergeblich. Aber am Sonntagvormittag, da treffen wir sie im Kinderclub: „Hallo, ich bin Yvi. Yvi wie Kiwi.” Ja, so merkt man sich den Namen leicht - und damit entlockt sie Gregor schon mal den ersten Schmunzler. Und viele weitere folgen, denn Yvi hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen und versteht es, die Kinder mit ihrer guten Laune anzustecken.

Astrid und ihr Papa ziehen bestimmt schon die ersten Spuren im Schnee, während Gregor und ich uns noch ein wenig im Hotel umsehen, bevor wir uns ebenfalls die Schi anschnallen. Wir starten also bei Yvi im Kinderclub mit einer Runde Riesen-Mensch-ärgere-dich-nicht, Mini-Tischfussball und „Lotti Karotti”. Dann testen wir sämtliche Hotelsofas, an denen wir vorbeikommen und küren die große Couch im Wintergarten mit der hohen geflochtenen Lehne und ihren superweichen Polstern zur absolut bequemsten. Eigentlich mag ich gar nicht mehr aufstehen, wenn da nicht der Duft des Mittagsessens durchs Hotel ziehen würde. Die Spargelcremesuppe schmeckt wunderbar, da hol ich mir einen kleinen Nachschlag - das reicht aber auch schon wieder nach dem üppigen Buffet-Frühstück grad mal drei Stunden zuvor.

Jetzt aber raus mit uns, und mittenrein ins überschaubare Familien-Schigebiet Werfenweng. Die Fahrt im Schibus, der nur einige Schritte vor dem Hotel hält, dauert gerade mal geschätzte zwei Minuten und schon sitzen wir in der Gondel hinauf auf die Bischlinghöhe auf 1834 m Seehöhe. Und siehe da: ein paar Meter oberhalb der Bergstation lockt ein richtiges Gipfelkreuz - das erste, das ich gemeinsam mit meinem Sohn erklimme! Und hier oben offenbart sich uns bei Sonnenschein ein Traum von einem 360°-Panorama-Bergblick, mit dem Hohen Dachstein samt abgebröckelter Bischofsmütze als wunderschönem Eyecatcher. In der Zwischenzeit haben die beiden anderen die Schipisten für uns abgecheckt und eine kleine Sprungschanze auf dem Ladenberg entdeckt, bei der wir immer wieder vorbeischauen.

Viel Zeit zum Schifahren bleibt allerdings nicht, denn um 16 Uhr wollen wir zurück im Hotel sein - da treffen wir wieder auf Yvi, die im Hotel auch das Kreativ-Programm betreut. Astrid und ich versuchen uns im Nadelfilzen und mittels unzähliger Stiche entsteht unter unseren Händen rasch ein hübsches, weiches Schneckenhaus. Gerade, als unser Werkstück vollendet ist, holen meine zwei Jungs Astrid zum Schwimmen ab und Gregor wünscht sich auch etwas aus Filz. Also filze ich ihm noch alleine ein süßes Herzerl, bevor ich zu einem Spaziergang rund um das Hotel aufbreche.

Gut Wenghof family resortDabei überrasche ich die Kids und ihren Daddy im beheizten Außenpool. Im Innenbecken war es ihnen zu heiß. Heraußen - und das kann man wörtlich nehmen - haben sie Platz zum Toben, denn meine drei Hartgesottenen schrecken nicht davor zurück, das warme Wasser zu verlassen, um sich kurz im Schnee zu wälzen. Das härtet hoffentlich ab!

Gesäumt wird der runde Außenpool von mehreren Hotelzubauten, die das einstige Stammhaus zum heutigen Gut Wenghof anwachsen ließen. Die verschiedenen Trakte machen zwar das Zurechtfinden im Inneren nicht immer leicht (vor allem der Gepäckmarsch vom Auto zum Zimmer wurde zum Spießrutenlauf), aber von außen ist von den baulichen Entwicklungen kaum etwas zu bemerken, recht harmonisch und in sich geschlossen wirkt das Hotel insgesamt. Vor dem Hoteleingang liegt der Dorfplatz - im Sommer bestimmt ein angenehmer Treffpunkt, denn hier kann man sich dann diverse Elektrofahrzeuge leihen und auf diese Weise umweltbewusst das Umland erkunden. Der Ort Werfenweng gilt generell als einer der Vorreiter in Sachen ÖKO-Tourismus. Schon seit rund 10 Jahren wird hier unter dem Schlagwort SAMO (Sanfte Mobilität) den Gästen ans Herz gelegt, Urlaub vom eigenen Auto zu machen.

Beim Abendessen ist hingegen von Entschleunigung nichts zu bemerken, denn da wird’s plötzlich stressig. Wir haben es natürlich nicht pünktlich um 18 Uhr ins Restaurant geschafft, aber um 18.30 Uhr wäre doch schon Kinderkino! „Ice Age” wollen sich die Kids natürlich nicht entgehen lassen. Und hoppla, kaum sind die beiden vor der Leinwand im Kinderclub geparkt, bleibt auf einmal Zeit für ein Gläschen Wein in trauter Zweisamkeit - wie ungewohnt!

Doch nach einer Dreiviertelstunde sind die Süßen wieder da. „Den Film schauen wir später weiter, jetzt ist Kinderdisco!”, verkünden sie und zerren uns in die Hotelhalle zur Bühne. Eine halbe Stunde lang wird nun das Haus gerockt, denn unter Yvis lautstarker und animierender Anleitung wird getanzt und gesprungen, geshakt und gesungen, in einem fort. Und ich muss sagen - das ist so ziemlich die beste Kinderdisco, die ich bisher erlebt habe. Spitze dran ist nämlich auch, dass das Spektakel nach dem letzten „Disco-Feger” nicht abrupt abreißt, sondern mit einem Kuschellied endet, bei dem sich in Mamas oder Papas Armen die gerade noch tanzwütigen Hühner in verschmuste Küken zurück verwandeln. So lässt sich das Zu-Bett-Bringen wesentlich leichter bewerkstelligen, als mit einem aufgedrehtem Turbokind.

Nur noch rasch das Ende von „Ice Age” nachgeholt, dann wartet schließlich wirklich das Bett - ich korrigiere: das Stockbett auf die Kids. Sie haben ihre wahre Freude dran. Gestern war Astrid dran, heute darf sogar Gregor oben schlafen, denn es ist tatsächlich genügend gesichert, dass ich auch mein strampelfreudiges Söhnchen gut aufgehoben weiß. Und schöne Träume scheinen nach diesem aufregenden Tag ohnehin garantiert.

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung - Wir Frauen sollen uns trauen

geschrieben von: doalittle - am 8. März 2010
doalittle

Verliebt, verlobt, verheiratet … geschieden (Teil 4)

Wir Frauen denken immer wieder urteilen zu müssen, was unsere Kinder tun sollten, wie uns unsere Eltern behandeln sollten, was der Partner von uns halten sollte, wie unsere Freunde sich entscheiden sollten usw.
Tatsächlich ist ein Urteil ein sehr waghalsiges Unterfangen, denn nur der Betroffene selber, weiß was gerade Sache ist und es bedarf einer gewissen emotionalen Intelligenz sich in andere hineinversetzen zu können. Warum ich mich damit gerade auseinandersetze? Meine Mutter war regelrecht überrascht, um nicht zu sagen entsetzt darüber, dass ich bei meiner Vorbereitung zur Scheidung, Mediatorentermine mit meinem (Noch-)Ehemann wahrnehme und für mich selbst Coachinggespräche genieße. Meine Tochter meinte dann: Was ist Coaching? Kurz gesagt: Beratung. Generationen vor uns war das zum Teil verpöhnt und ein Zeichen von Schwäche und man sprach abfällig davon: “Brauchst einen Seelenklempner” oder noch schlimmer hinter vorgehaltener Hand “Die/Der hat eine Macke” oder hat einfach mit dem Zeigefinger auf die Schwächlinge gedeutet, welche kurz vor einem Nervenzusammenbruch standen. Da war es schon eine Frage der Ehre, wenn man den Revolver an die Stirn setzte oder zum Duell aufforderte.

Ich stehe dazu, dass ich mir gern eine Beratung bei jenen hole, wo die Chemie stimmt und ich das Gefühl habe, dass sie sich professionell mit dem Thema befassen, indem ich gerade Unterstützung benötige. Schließlich gehen wir auch zu unserem Hausarzt, Orthopäden oder Zahnarzt und ziehen uns hoffentlich nicht mehr selber den Zahn im Keller aus oder mit einem Schwergewicht über dem Treppengeländer ;-)
Gerade wenn sich die Gedanken immer wieder im Kreis drehen, tut es gut, wenn unser Gesprächspartner diese auf den Punkt bringen. Oder einfach nur mal etwas fallen lassen, das uns sowieso schon beschäftigt hat aber im hinteren Eck des Kopfes vergraben war oder wir tief drin in unserem Bauch gefühlt haben. Selbsterkenntnis gibt mir einfach Sicherheit. Ich spüre, dass der Weg, der Richtige ist (auch wenn nur gerade jetzt eben) und die Kraft kommt aus unserer Mitte, um das Leben erfüllend weiterzuführen. Interessant ist, dass vor allem unsere Kinder diese Sicherheit brauchen. Kaum haben wir eine Entscheidung getroffen, verschwinden viele Auffälligkeiten und Gereiztheiten. Das Miteinander fühlt sich wieder harmonisch an und das Familienleben entwickelt sich bei mir auch als Alleinerzieherin gerade sehr friedlich. Manchmal brauchen wir einfach nur viel Mut, um den nächsten Schritt zu wagen. Aber ist der erste Schritt getan, können zügig weitere folgen. In meinem Fall ist die Entscheidung zur Scheidung meinerseits nicht sehr schnell gefallen, aber sie ist gewachsen und nun stehe ich vollkommen dazu. Damit sind auch die Schmerzen zu ertragen und die Kinder gelöst. Man könnte sogar meinen erlöst.
Ich will damit auch jedem Mut machen, von den neuen modernen Angeboten der Mediation und des Coachings Gebrauch zu machen, auch wenn das bei unseren Eltern noch nicht üblich war (und mein Rechtschreibprogramm nicht kennt). Schließlich sagten schon die Römer, dass ein Staat mit zu vielen Advokaten dem Untergang geweiht ist. Und auch heute hat man das Gefühl, wenn sich zwei Parteien streiten, sind vor allem die Anwälte und Richter die Nutznießer. Schlimm vor allem deswegen, weil die Emotionen vollkommen auf der Strecke bleiben und selbst wenn ein Urteil beidseits angenommen wurde, die Zufriedenheit nicht unbedingt da sein muss. Während eines Mediationsgespräches steht aber die beidseitige zufriedenstellende Lösung im Vordergrund. Teilweise kommen sogar Dinge zutage, womit der eine oder andere überhaupt nicht gerechnet hat. Dafür hat mir dann das Coaching sehr geholfen. Ich für meinen Teil werde sicherlich noch daran arbeiten müssen, mit den Gefühlen (und nicht mit der Entscheidung) fertig zu werden, im Stich gelassen worden zu sein. Normalerweise hat man dieses Gefühl nur, wenn der Partner verstorben ist. Bei mir ist es aber erschwerend, da ich ja den Kontakt zwischen Vater und Kinder trotzdem aufrecht erhalten will und vor allem unterstützen will. Das bedeutet viel Arbeit mit der eigenen Emotion und die richtige Gesprächswahl mit den Kindern.
Ich bin zuversichtlich das Richtige entschieden zu haben und fühle mich von einem Termin zum nächsten einfach besser.

Die Zeit einfach ungenützt verstreichen zu lassen trügt und irgendwann kommt jeder von uns in die Situation sich am eigenen Schopf packen zu müssen und aus dem Sumpf zu zerren, bevor wir jämmerlich darin untergehen. Sich selbst zu retten und das Leben in die Hand zu nehmen - Das tut GUT! Und ich hole mir zum ersten Mal ohne schlechtes Gewissen HILFE! Und auch wenn ich viele Ideale über Bord geworfen habe, da sie alleine manches Mal einfach nicht umzusetzen sind, so bleibe ich bestimmt meinen Prinzipien treu. Das verdanke ich einem kleinen Hinweis eines Seelenfreundes und dafür danke ich ihm vom Herzen.

Zum heutigen 99. Frauentag möchte ich an dieser Stelle ein großes DANKE aussprechen.  Ein DANKE an alle mutigen, starken, zuversichtlichen, idealistischen, kreativen, selbstlosen und mit vielen weiteren Eigenschaften ausgestatteten Frauen, die an das Gute auf unserer Welt glauben und viele Fertigkeiten den Kindern und Ihrer Umwelt für die Zukunft weitergeben.

Warum uns gerade Häuser bewegen

geschrieben von: doalittle - am 1. März 2010
doalittle

Peter Fox hat schon vom Haus am See gesungen und die Kinder haben letztes Jahr voller Begeisterung dazu getrommelt. Selber bin ich dabei die Renovierung unseres Hauses fertig zu bekommen. Dann habe ich per Zufall vom Haus im See, nämlich dem Neusiedlersee gehört und gedacht, da müssen wir hin. Was meine Kinder aber leider noch gar nicht kennen, dass ist das Haus des Meeres.
Und dort müssen wir wirklich so bald wie möglich zu Besuch. Selber kenne ich das Haus des Meeres von meinen Besuchen während der Schulzeit, habe aber in den letzten Jahren die Entwicklung nicht mehr weiterverfolgt. Nicht schlecht, staunte ich darüber, was alles aus einem Flakturm in Wien entstehen kann. Der besagte, steht in der Nähe der oberen Hälfte der Mariahilferstraße und bei Annäherung war ich fasziniert vom gläsernen Zubau auf beiden Seiten. Heute muss man nicht mehr im Regen vor dem Eingang stehen ;-) um auf den Eintritt zu warten. Außerdem gibt es im Eingangsbereich versperrbare Garderobekästchen und einen Kinderwagenabstellplatz. Wer gerade im Winter eingemummt ein Haus mit teilweise tropischem Klima besucht, tut gut, seine wärmenden Utensilien im Garderobekästchen zu verstauen. Und dann staunte ich wieder.

Wir besichtigten das Haus von oben nach unten und leider kann ich die Tiernamen nicht wiedergeben - aber das Haifischbecken faszinierte groß und klein. Ich sah eine Mutter auf der Treppe sitzen und ihr Kleinkind starrte nur in das Becken hinein. Nicht umsonst sagt man, dass ein Aquarium eine meditative Wirkung auf puppiKinder und Erwachsene hat. Leider hatte ich nicht viel Zeit und warf somit nur einen kurzen Blick auf die riesige aber elegant dahin bewegende Schildkröte und die kleinen Haifische. Unsere Führung erwähnte das wöchentliche Haifischtauchen und zeigte uns dann stolz weitere Aquarien und den Zubau. Offensichtlich waren die Äffchen - da war sogar ich entzückt - und ein besonders skeptischer Vogel vom Muster meiner Haube angetan und kamen besonders nahe. Als ich aber dann hörte, dass diese kleinen niedlichen Äffchen sich brutal prügelten und daher per Zaun voneinander getrennt gehalten werden mussten, hatte ich Respekt und streckte meine Finger nicht nach ihnen aus, obwohl sie ganz neugierig vor meiner Nase herumbaumelten.

Ein Papa-Äffchen hatte sogar zwei wenige Zentimeter große Babyäffchen auf seinem Rücken gekrallt und holte sich nur schüchtern lebendige Würmer als Leckerli. Der Vogel hätte auch gern welche und hat diese während des Fluges besonders geschickt mit seinem Schnabel aufgefangen und konnte nicht genug davon bekommen. Da erblickte ich eine weitere Sensation. Nicht nur, dass mit Diamantbohrern sehr aufwendig der Durchbruch durch die dicken Betonwände in den wunderschönen Zubau gemacht wurden, hat man sich auch etwas Besonderes einfallen lassen. Eine durchsichtige Reling ermöglicht den Besuchern zu beobachten, wie eine Ameisenkolonie lebt und fleißig arbeitet. Unaufhörlich ist die Kolonne mit Nahrung unterwegs und trennt außerdem brav den Müll - was für ein Vorbild ;-) Dann gab es noch die Seepferdchen zu beobachten, welche sich im Haus des Meeres sogar erfolgreich vermehren, und Schlangen, welche zu bestimmten Zeiten gestreichelt werden dürfen - ich sicher nicht. Besonders fasziniert haben mich kleine Stängel, welche wie Grashalme aus dem Sand ragen - das sind wahrlich Fische.

Im Shopbereich denke ich mir nochmals, dass ich mit meinen Kleinen unbedingt herkommen muss. Der Andrang an einem Nachmittag unter der Woche ist gar nicht so groß. Außerdem kann ich beim Verlassen des Hauses eine Tiefgarage in der Nähe des Apollokinos entdecken und denke mir, gut dass ich mit den Kindern auch mit Auto herfahren kann, da wir außerhalb Wiens wohnen. Aber auch ohne Auto ist die U-Bahn nicht weit entfernt und vielleicht verbinden wir das mit einem netten Einkauf neuer Schuhe, denn die Wintersaison scheint tatsächlich vom Frühling abgelöst zu sein. Und da freue ich mich auch schon wieder auf die Ausflüge zum Neusiedlersee