Archiv für Februar 2010

Viva Vivarium

geschrieben von: Edith Schillinger - am 28. Februar 2010
Edith Schillinger

 „Wir gehen mit Piranhas schwimmen”, haben meine beiden Kids  ihren Freunden vor unserer Abreise unter die Nase gerieben. Das war zwar etwas waghalsig formuliert, doch im Grunde kommt es der Realität schon ziemlich nahe, was unser Besuch im steirischen Vivarium auch beweist. In Mariahof (Bezirk Murau) rühmt man sich schließlich, mit dem Vivarium 2005 eines der innovativsten Ausflugsziele Österreichs geschaffen zu haben. Und tatsächlich - was hier unter dem Motto “Was(s)erleben” geboten wird, ist wohl einzigartig… doch alles schön der Reihe nach:

Zum ersten fungiert das Vivarium als Informationszentrum der Naturparkregion Zirbitzkogel-Grebenzen, wobei im frei zugänglichen Obergeschoß des langgestreckten und raffiniert geplanten Gebäudes etliche Schautafeln, Hörstationen und interessante Exponate Aufschluss über Fauna, Flora, Entstehung und Bedeutung des Naturparks geben.

„Huch, ein Huchen!” … Astrid staunt nicht schlecht, dass es derart riesige Fische in unseren Gewässern gibt. Angeblich ist mal einer mit 1,80 m Länge gefangen worden. Oder habt ihr gewusst, dass Fische auch seekrank werden können? Das und vieles mehr über die heimische Fischwelt erfahren wir in der Ausstellung „Wasserwelten”, wo uns in mehreren Schauaquarien die Lebensräume Quelle, Bach, Tümpel, Teich, Fluss und See näher gebracht werden.

Von hier spazieren wir weiter ins feucht-schwüle Herzstück der Anlage, in den tropischen Regenwald. Dem Artenreichtum im Amazonasgebiet ist dieser aufwändig gestaltete Bereich mit üppiger Vegetation, Wasserfall und unebenen Pfaden gewidmet. Wir sehen Vogelspinnen, Schlangen, Giftpfeilfrösche, ein Chamäleon, einen Leguan und ein regungsloses Kaiman-Pärchen. Zu den Highlights für die Kids zählen allerdings die putzigen Weißbüscheläffchen, samt drei Tage altem Baby (es hat uns angegähnt - herzallerliebst!), gefolgt von den echt großen Amazonasfischen, wie Gabelbart (die sind mit 1,20 m Länge größer als Gregor), Pacu oder eben dessen kleinere Verwandte, die Piranhas, die in einem gläsernen Tunnel über uns träge im Wasser zu schweben scheinen.

Und jetzt kommt das Besondere und in den Augen der Kids das absolut Coole am Vivarium: diesem „Wasserzoo” ist zusätzlich ein Erlebnisbad angeschlossen, wobei man vom Hallenbad durch mehrere Sichtfenster in den Regenwald rüberschauen kann. Diese Kombination hat was! Und so schwimmen auf der einen Seite der Glaswand die Amazonas-Fische und auf der anderen die Menschen im Wasser. Wäre schon interessant zu erfahren, was sich die Fische bei unserem Anblick so denken… Leider können sich die beiden Kaimane nicht dazu aufraffen, mit einem Bauchfleck ins Wasser zu tauchen, denn in deren Becken sieht man direkt vom Pool aus. Eine tropische Grottendusche auf der Galerie darüber ermöglicht überdies, nochmals einen Blick auf die Piranhas zu werfen.

Während die Kids und ihr Papa noch vergnügt im Schwimmbecken plantschen, sich in aufgewühlte Sprudel schmeißen oder durch die Wasserfalldusche tauchen, schaue ich auf einen Sprung in den Saunabereich im Obergeschoß, wo ich mich für das Dampfbad erwärmen kann. Und während Körper und Geist angenehm benebelt werden, entführen mich meine Gedanken wieder mitten rein in den feucht-heißen, tropisch-dampfenden Dschungel Südamerikas…

Auf eisigen Pfaden durchs Traumland

geschrieben von: Edith Schillinger - am 20. Februar 2010
Edith Schillinger

„Das Schwarze, an das alle ganz nah ran schießen müssen, heißt Daube - so wie der Vogel!”, erklärt Gregor und ist ganz stolz, dass er sich das gemerkt hat. Schließlich ist es schon ein ganzes Jahr her, seit wir das letzte Mal auf dem Wiener Eistraum, also direkt vor dem Wiener Rathaus Eislaufen waren und ihm ein netter Herr die Grundregeln des Eisstockschießens erklärt hat. Schon damals hat sich Gregor - nachdem er vom vielen Selber-Schlittern müde wurde - für das Schlittern der vielen Eisstöcke interessiert. Und heuer ist es nicht anders. Sobald sich auf den beiden Eisstockbahnen (die übrigens unter der Woche bis 16 Uhr und am Wochenende ganztags den jüngsten Eisprinz[essinn]en gratis zur Verfügung stehen, um mithilfe süßer Stütz-Pinguine ihre ersten Schritte auf dem Eis zu wagen) die Eisstockschützen einfinden, ist mein Sohn von der verglasten Wand so gut wie nicht mehr wegzubringen.

Aber diese Auszeit hat er sich auch redlich verdient - schließlich ist er zuvor eh schon mehr als zwei Stunden lang gemeinsam mit Schwester, Tante und mir Schlittschuh gelaufen, mit Vorliebe auf den verschlungenen Traumpfaden, die heuer sogar in drei statt wie bisher in zwei Runden durch den Rathauspark führen und damit die große Eisfläche direkt vor dem Rathaus mit der kleineren nahe der Ringstraße verbinden. Damit wird die eisige Traumlandschaft noch unüberschaubarer und so der Spaß noch größer, denn Astrid und Gregor lieben es, sich unbemerkt an den jeweils anderen heran zu pirschen, um ihn dann ordentlich zu erschrecken oder einfach nur unauffällig zu verfolgen.

Jeder der schon mal dort war, wird es bestätigen können: Eislaufen am Wiener Eistraum ist schöner (allein die traumhafte Kulisse…), cooler (weil so vielfältig und überhaupt nicht fad), romantischer (besonders bei abendlicher Beleuchtung), aber auch anstrengender als auf jedem herkömmlichen Eislaufplatz! Denn obwohl es einem bei einem normalen Spaziergang über den langgestreckten Rathausplatz eigentlich nicht auffällt … es gibt ein beachtliches Gefälle vom Rathaus „hinunter” zum Ring. Und das bedeutet, dass wir uns beim „bergauf”-Fahren auf den Traumpfaden ordentlich ins Zeug legen müssen und in die andere Richtung schlittert man hingegen fast wie von selbst. Außerdem sind die Wege teilweise ein wenig holprig und das Eis darauf relativ rasch aufgefahren.

Klar, dass es bei diesem wilden Ritt auch öfter zu Stürzen kommt: Besonders Gregors Popo bekommt diesmal einiges ab (das Eislauf-Training ist in diesem Winter leider zu kurz gekommen). Meistens kann er sich gleich wieder aufrappeln, aber kaum bleibt er einmal ein bisschen länger auf dem Eis sitzen, ist auch schon einer der neongelb-bewesteten Sicherheits-Leute zur Stelle, die sich unter die Besucher mischen und generell für Ordnung auf dem Eis sorgen - ein sehr aufmerksames und wichtiges Service! Zum Glück müssen wir die prompt angebotene Hilfe nicht in Anspruch nehmen, sondern können gleich weiterflitzen - unser Ziel: die große, in der Zwischenzeit in buntes Discolicht getauchte Eisfläche, die sich zu Füßen des wunderbar illuminierten Rathauses erstreckt, um wieder einmal zu schauen, ob auf den benachbarten Eisstockbahnen schon was los ist…

Valentinstag - Die geheimen Sehnsüchte einer Single-Mum

geschrieben von: doalittle - am 15. Februar 2010
doalittle

valentineWohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen (Konfuzius). Und Herzen hat es in den vergangen Tagen sehr viele gegeben. Liebe Blicke, nette Worte, süße Versuchungen und herrliche Blumen - so haben sich viele zu verstehen gegeben, wie lieb sie jemanden haben.

Und trotzdem war ich heute nach einem wirklich netten Faschings-Frühschoppen und einer Familienmesse, zu welcher die Erstkommunionskinder unserer Gemeinde vorgestellt wurden etwas melancholisch. Das müssen die Kinder gemerkt haben und waren daraufhin sehr einfallsreich.
Ein bunter Vogel - er hatte nämlich bei diesen eisigen Temperaturen ein gelbes T-Shirt und eine orangefarbene Hose an, war natürlich groß, stark und hatte braunes Haar - hat für die Mami ein Päckchen hinterlegt. Der Tisch wurde mit einer blütenweißen Tischdecke bedeckt, ein paar Kerzen daraufgestellt und mittendrin das Päckchen mit rotem Bändchen platziert. Nach einem kleinen Erholungsnickerchen war ich wirklich gerührt über diese gelungene Überraschung und bald hat sich der bunte Vogel als das größte meiner Kinder entpuppt. Wir haben viel gelacht und gescherzt und die Melancholie war dahin. Trotzdem ist dieses Thema aber nicht aus meinem Kopf gewichen und beschäftigt mich von Zeit zu Zeit immer mehr. Nicht nur, dass ich immer mit dem Vater der Kinder gemeinsam vor hatte, die Kinder zu erziehen und vor allem groß zu ziehen, fühle ich mich selber derzeit sehr einsam. In den Jahren zuvor ist mir das überhaupt nicht aufgefallen, so sehr war ich in den alltäglichen Dingen gefangen. Jetzt sind die Kinder größer, wesentlich selbständiger und verantwortungsbewusster und ich habe wieder Zeitlücken, in denen ich wieder zu mir selber finden kann.

Und dann spüre ich tief in mir drin sitzend die Sehnsucht nach einer zweiten Hälfte, die mir wirklich sehr fehlt, und denke mir, so müssen sich auch verwitwete Partner fühlen. Offensichtlich weicht der Schmerz des Verlassen seins und macht Platz für Sehnsüchte, Wünsche, Hoffnungen. Und dann fällt mir auf, dass ich dabei wieder lächeln muss. Vielleicht waren es heute auch die Vögel, welche den Frühling sehnsüchtig herbeizwitscherten und die Hormone damit in Schwung bringen. In jedem Fall spüre ich die wachsende Abenteuerlust, Lebensfreude und Sehnsucht nach Wärme, Liebe, Geborgenheit, und viel viel mehr.

Natürlich bekomme ich als Mutter sehr viel Liebe und Wärme von den Kindern geschenkt, aber die Liebe zu einem und von einem Partner ist einfach etwas ganz anderes und schließlich werden die Kinder irgendwann einmal wieder flügge und ich selber möchte mein Leben weiterleben und genießen mit allen Vor- und Nachteilen, Höhen und Tiefen, Glücksmomenten und Schmerzen, einfach mit allem was dazu gehört. Schon seit längerem habe ich die Texte von sozialdynamic auf Facebook verfolgt und war sehr beeindruckt von den bravourös geschriebenen Texten. Allerdings frage ich mich manchmal wo sich diese Möglichkeiten ergeben. Gerade im Winter, wo die Einsamkeit am stärksten empfunden wird, ist man als Mutter meist mit Krankenschwesterntätigkeiten oder Chaffeurdiensten eingesetzt. Das Wetter macht einem so manchen Ausflug unmöglich oder der Babysitter steckt irgendwo im Schnee fest.

So bleibt mir die Hoffnung, dass der Frühling nicht mehr lange auf sich warten lässt und ich alles was ich in den letzten Monaten gelesen und überlegt habe in die Tat umsetzen kann und voller Kommunikationsfreude auf viele Menschen zugehen werde. Schmunzelnd habe ich heute die Kinder diskutieren gehört, wo und wie sie mir dabei helfen werden, einen Mann zu finden ;-) Offensichtlich haben sie Hoffnung, damit auch einen Vater zu bekommen.

Alles was Flügel hat…

geschrieben von: Edith Schillinger - am 13. Februar 2010
Edith Schillinger

So gerne hätte ich ein Bild von Astrid als Mary Poppins gehabt, mit Mantel, geblümten Hut und Tasche, aufgespanntem Regenschirm und keckem Lächeln. Oder von Gregor als coolem Superman, Arm nach oben gestreckt und mit entschlossenem Blick. Leider hatten meine beiden keine Lust dazu, sich bei der „Es fliegt, es fliegt“-Ausstellung im ZOOM Kindermuseum vor der fetzigen Wolkenkratzer-Kulisse fotografieren zu lassen. Die Fotos hätte ich sonst einen Tag nach unserem Besuch von der ZOOM-Homepage runterladen können - sehr nette Idee! Ich dachte ja schon, sie verlangen - wo doch der Eintritt in die Ausstellung seit 1.1.2010 nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene gratis ist - zumindest für die Fotos einen Haufen Geld. Doch nein, alles kostenlos!

Und dabei wird in der aktuellen Mitmach-Ausstellung, die diesen Namen auch verdient, noch viel mehr geboten: Großen Spaß hatten meine Kids z.B., als sie gut gesichert an einem Seil ca. 4 - 7 Meter (ich bin sehr schlecht im Schätzen) in die Höhe gehievt wurden, um von dort oben wieder runter zu „fliegen”. Oder beim Computer-Reaktionstest für angehende PilotInnen. Oder beim Steigenlassen eines Mini-Heißluftballons. Oder am Flugsimulator im nachgebauten Flugzeugcockpit. Oder beim Ausprobieren, wie das Rückstoß-Prinzip eines Raketenantriebes grundsätzlich funktioniert. Oder, oder, oder… Leider blieb in den vorgegebenen 1,5 Stunden gar nicht genug Zeit, alle Stationen zu absolvieren.

Den Vogel abgeschossen (wie schön das im übertragenen Sinne hier doch passt….) hat allerdings in den Augen meines Sohnes der allerhinterste Raum der Ausstellung. Hier konnten nach fachkundiger Anleitung verschiedene Papierflieger-Modelle gefaltet werden, um sie nach Vollendung gleich auf ihre Flugfähigkeit zu testen. Dafür wurde eigens eine Abschussrampe aufgebaut, samt Rollbahn mit Maßangaben für Weitenflug bis 10 Meter. Gregors Papierflieger, Modell „Pfeil”, schaffte doch tatsächlich an die 9 Meter und mein Sohnemann war sichtlich stolz auf seinen Flieger-Flitzer. Schön, dass man 5Jährige mit so einfachen Dingen glücklich machen kann. 

Schade nur, dass man der Ausstellung inzwischen ansieht, dass sie bereits einige Zeit läuft. Beschriftungstafeln sind teilweise nicht mehr vollständig lesbar, die Flugzeugsitze im großen Flieger-Modell wirken schon ein bisschen abgeschmuddelt usw.
Aber lange muss das alles ohnehin nicht mehr halten, denn die Fliegen-Ausstellung schließt mit 21. Februar ihre Pforten, um sich nach etwas mehr als dreiwöchiger Umbauzeit ab 17. März runderneuert und erfrischt dem Thema „Wasser” zu widmen. Das wird bestimmt ein feucht-fröhlicher Spaß!

Metamorphose hinter dem Lenkrad - der wilde Stier

geschrieben von: doalittle - am 7. Februar 2010
doalittle

Die Kleinen sind nun endlich in Ihren Betten eingeschlafen und ich danke, dass wir heil  heimgekommen sind.
Noch kurz vor unserem Ziel haben wir ein Meer von Blaulichtern auf der Südautobahn gesehen. Mit Flutlicht wurden alle vier Fahrbahnen ausgeleuchtet, mehrere Notarztfahrzeuge, Feuerwehr und Polizei waren dort versammelt und ich erinnere mich an die Sekunden zuvor auf der Höhe Hartberg. Wir waren gerade aus dem Süden unterwegs nach Hause nach einer wirklich schönen und erholsamen Ferienwoche.

Nachdem ich alleine unterwegs bin, habe ich bereits 2x kurz gestoppt und nicht nur den Tank aufgefüllt, sondern auch selber Energie getankt. Das war vielleicht mein Glück, denn sonst hätte ich vielleicht 3cm zu wenig Zeit gehabt.
Warum? Na offensichtlich durchleben einige beim Besteigen Ihres Kraftfahrzeuges eine ungewöhnliche Metamorphose und werden zum egoistischen und aufbrausenden Stier, dessen Eitelkeit nur ja nicht angekratzt werden darf.

Beim Gespräch mit der Autobahnpolizei bekam ich nur die Frage: “War ein Mann am Steuer?” Nun ich will jetzt nicht emanzipiert wirken, aber angeblich soll es noch immer viele Autofahrer geben, welche meinen, eine Frau gehört nicht hinter das Steuer sondern hinter den Herd.

Da war ich paff.
Es handelte sich um ein gewöhnliches Überholmaneuver und einen Fahrfehler (?) oder zu wenig PS meinerseits. Naja einen 2-Tonner bewegt man bergauf halt nicht so schnell und möchte sich auch in die Kolonne der LKW-Überholenden einordnen. Der Fahrer eines VW-Kombi meinte jedoch, ich dürfe nicht hinein und hat doch glatt statt einfach vom Gaspedal wegzugehen, draufgedrückt. So ein Zufall! Ich denke, das ist schon fast eine automatische Folge im Gehirn: Das Auge nimmt den Blinker eines Überholwilligen vorne wahr und der Befehl den Fuß auf das Gaspedal noch fester zu drücken ist ganz automatisch und keine Frage des Nachdenkens.
Zum Reagieren meinerseits war es zu spät und was hätte ich tun sollen - stehen bleiben, um Audienz bitten und mit einem Kniefall um Entschuldigung bitten - geht halt mitten auf der Autobahn nicht. Also gut, man versucht im ersten Schrecken den eigenen Fahrfehler und die kurze Unkonzentriertheit wegzustecken, den richtigen Gang einzulegen, denn bergauf hat der 2-Tonner jetzt doch an Schwung verloren. Aber die Synapsen im Hirn wollen nicht mehr so schnell schalten und das scheint unseren bereits verstörten Stier noch mehr in Rage zu bringen. Nachdem das Überholmaneuver nun endlich geklappt hat, schaffe ich es gar nicht mehr auf die rechte Spur, denn da prescht der wutentbrannte Stier in seinem VW-Kombi doch glatt auf der rechten Spur nach vorne, deutet vor allem meinen Kindern allerhand nicht jugendfreies und nimmt uns fast den rechten Seitenspiegel mit. Meine Tochter am Beifahrersitz wird plötzlich kreidebleich, ich will sie beruhigen, da sehe ich noch im letzten Moment vor mir die roten Bremslichter aufleuchten und es waren nur mehr knappe 3cm, welche mir am Auffahren gefehlt haben. Eine Vollbremsung war nötig und ich war froh, dass der Fahrer hinter uns rechtzeitig reagiert hat. Der Schreck saß in meinem ganzen Körper - gerade noch habe ich es auf den Pannenstreifen geschafft und 133 gewählt, den Rest hat meine Tochter erledigen können. Ich war zu nichts mehr zu gebrauchen. Bald danach war die Autobahnpolizei hier und hat mich beruhigt. Sie waren so nett und zuvorkommend, dass sie uns zur nächstgelegenen Raststation gefahren haben und die Kinder Ihren Spass hatten. Die Kleinen haben mir voller Stolz berichtet, wie Cool sie chauffiert wurden und dass ich ganz toll reagiert hätte.

Ich kann mich nur jetzt noch wundern, was wir für ein Glück hatten, dass nichts Schlimmeres passiert ist und danke der Autobahnpolizei von Hartberg vom ganzen Herzen für Ihre Hilfe. Nach dem Kaffee habe ich mich wieder beruhigen können und die Fahrt sicher fortsetzen können, was für ein paar Andere auf der Südautobahn Richtung Graz nicht der Fall war. Ich kann nur hoffen, dass irgendwann die Betroffenen die Metamorphosen besser in den Griff bekommen oder rechtzeitig den Führerschein zurückgeben. Denn absichtlich eine Gefahr zu provozieren ist wirklich blöd und unverantwortlich. Wie lange wohl heute viele Richtung Süden im Stau bei dieser Kälte auf die Öffnung der Autobahn warten mußten? Warum müssen solche Massenkarambolagen bloss provoziert werden? Wegen ein paar Minuten schnelleren Fahrens? Wegen des Egos hinter dem Lenkrad?
Ich wünsche allen LeserInnen hier eine Gute Nacht und ein Gutes Heimkommen!

Klopapier statt Klamotten

geschrieben von: Edith Schillinger - am 6. Februar 2010
Edith Schillinger

1. ein schneesicheres, variantenreiches Schigebiet
2. eine gute Schischule
3. ein leistbares Appartement in Liftnähe

… das waren die drei Haupt-Suchkriterien, nach denen wir den heurigen Schiurlaub ausgelotet haben. Das Ergebnis unserer Suche: 1. Obertauern / 2. Schischule Grillitsch & Partner / 3. Appartementhaus Schmeisser.
Inzwischen neigt sich die Urlaubswoche ihrem Ende zu und es wird Zeit, Bilanz zu ziehen: 

ad 1.
Über Schneemangel können wir uns im Schneeloch Obertauern nicht beklagen, kam er doch mehrmals in dieser Woche sogar waagrecht daher, als ihn uns der Wind ins Gesicht blies. Aber ich will mich nicht beschweren, dem Wind gelang es schließlich manchmal auch, die Wolken zu vertreiben und der Sonne einen grandiosen Auftritt zu ermöglichen.
Abwechslungsreich wie das Wetter ist auch das Schigebiet selbst, denn in Bezug auf Pistenauswahl lässt Obertauern keinen Wunsch offen: vom Anfängerhügelchen bis zu zahlreichen anspruchsvollen Tiefschneehängen und Buckelpisten findet man durchgehend alle Schwierigkeitsgrade. 

ad 2.
Sonntag beim Vorfahren für die Gruppeneinteilung der Schischule: Astrid stürzt beim Seilzuglift, legt sich bei den vier flachen Bogerln auch nicht wahnsinnig ins Zeug und dennoch entgeht dem Schilehrer nicht, dass sie derart sicher auf den Schiern steht, dass sie sogar zu den „Champions” darf. Das nenne ich ein geschultes Auge!!! Und die Gruppe hat tatsächlich gepasst - gemeinsam mit lauter 9-12jährigen hat meine 7jährige bravourös zwischen Buckeln und im hüfthohen Tiefschnee mitgehalten und es noch dazu ziemlich cool gefunden.
Auch Gregor hat es mit seinem gutgelaunten Schilehrer super erwischt und sich in dieser Woche vom Schneepflug-Fahren verabschiedet. 

Einer Premiere fieberte die Schischule am Dienstag entgegen, denn da fand erstmals ein abendliches Kinderfest statt, bei dem die einzelnen Gruppen als Hauptakteure agierten. Der enorme Organisationsaufwand machte sich bezahlt, denn die Eltern wurden mit großartigen schifahrerischen bzw. komödiantischen Einlagen ihrer Sprösslinge und die Kids selbst mit einem Feuerwerk über ihren staunenden Köpfen belohnt. Auch der Anblick der unzähligen bunten Ballons, die die Schischulkinder gleichzeitig steigen ließen, ging ans Herz. Zum Glück konnte sich schließlich auch Gregor von seinem Ballon trennen und entließ ihn in den nächtlichen Himmel. 

ad 3.
Wir sind zwar keine Appartement-Neulinge, aber in solche Verlegenheit kamen wir noch nie: In der Haus-Beschreibung wurde zwar auf die Möglichkeit hingewiesen, auf geborgtes Bettzeug aufzuzahlen, aber dass auch keine Handtücher im Zimmer vorhanden waren, stellte sich erst bei Ankunft heraus - da waren wir wohl ein bisschen zu blauäugig unterwegs. Und als nach ein paar Tagen der ohnehin bescheidene Vorrat an WC-Papier zur Neige ging und ich den Vermieter um Nachschub bat, meinte er, das sei ebenfalls selbst beizusteuern. Beim nächsten Mal sind wir also schlauer und packen mehr Klopapier statt Klamotten in die Koffer, denn Gewand habe ich ohnehin schon wieder viel zu viel mitgenommen. Dennoch hat uns die Top-Lage direkt an der Piste und das tolle Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt und seit heute Abend ist fix:
Wir sind nächstes Jahr wieder hier -  im gleichen Appartement, in der gleichen Schischule, im gleichen Schigebiet.

Tränen fliessen lassen - Coaching, Mediation

geschrieben von: doalittle - am 3. Februar 2010
doalittle

Verliebt, verlobt, verheiratet … geschieden (Teil 3)

Es ist so, als ob sich vor ein paar Tagen bei mir eine Schleuse geöffnet hätte. Fast den ganzen Tag über rinnen mir unaufgefordert die Tränen die Wangen runter und manchesmal ist einfach nur das Auge feucht. Erst wenn ich zum Taschentuch oder Ärmel greifen muß und dann auf meinen Gefühlszustand achte, merke ich, dass ich wirklich Traurigkeit in meinem tiefsten Inneren verspüre. Warum jetzt auf einmal? Manchmal weiß ich es nicht.

Vielleicht waren es die Sitzungen mit dem Coach, dem Mediator und der speziellen Massage? Oder doch der Hinweis, dass ich noch viel unausgelebte Trauer in mir habe und ich doch einfach diese verarbeiten muß. Schließlich darf man ruhig im Leben Situationen als traurig empfinden, wenn sie so sind und braucht diese nicht “schön” reden. Und das Beste ist, dass ich mich dadurch auch richtig befreit fühle und tatsächlich entspannt über schöne Momente freuen kann. Aber es ist eine schwierige Zeit!

Getroffen hat mich vor allem der Hinweis des Mediators, dass ich mit dem Verlassen worden sein noch nicht fertig bin und dies erst verarbeiten muß. Na kein Wunder, habe ich mir dabei gedacht, denn schließlich habe ich erst bei diesem Termin erfahren müssen, dass mein untreuer Mann mehr Abstand brauchte und sich daher für einen Job im Ausland entschieden hat. Diese Aussage saß, wie ein Schlag in den Bauch und tat richtig weh. Vor allem weil ich mich seit vielen Jahren plötzlich betrogen und belogen fühlte. Dann kamen Fragen, wie: Warum hat er nicht die Wahrheit gesagt? Warum hat er das Problem mir gegenüber nicht erwähnt?
Warum, warum, warum…

Und dann mußte ich mir eingestehen, dass ich wahrscheinlich nie die Antworten darauf bekommen werde und einfach damit beginnen muß, die negativen Gedanken zu streichen. Und ich gebe zu, dass dies sehr schwierig ist! Glücklicherweise war der Termin beim Mediator an jenem Tag im Zeichen des Mondes zur Klärung. Genauso hat sich dieses Gespräch für mich auch angefühlt und nun muß ich den Schmerz verarbeiten, also warum auch nicht die Tränen zulassen. In jedem Fall muß der Termin für alle Beteiligte etwas Erleichterndes gehabt haben, denn danach konnte ich mich von meinem Mann noch zum Essen einladen lassen und habe tatsächlich das Essen geniessen können.

Zu guter Letzt, bin ich bei den Kindern nun immer wieder sehr vorsichtig, wenn sie sich traurig fühlen oder verletzt haben. Ich versuche ihnen mein Mitgefühl ausdrücken und vor allem -  sie ausweinen zu lassen! Jeder braucht unterschiedlich lange Zeit, um Traurigkeit oder Schmerzen zu verarbeiten und diese Zeit sollten wir uns und vor allem unseren Kindern dafür geben.
Übrigens bin ich trotz der Trauer ein glücklicher Mensch und geniesse derzeit wunderbare Ferien mit den Kindern und meine größte Tochter meinte sogar: “Mama, du wirkst viel fröhlicher als sonst.”