Verliebt, verlobt, verheiratet …. geschieden/Teil 2

geschrieben von: doalittle - am 16. Oktober 2009
doalittle

Eine Hochschaubahn der Gefühle - das habe ich schon mal geschrieben. So geht es mir zur Zeit. Endlich fand das klärende Gespräch bezüglich einer einvernehmlichen Trennung statt. Zuerst einmal telefonisch und am Wochenende werden die Details schriftlich festgehalten werden. Nachdem ich die Gelegenheit hatte meine anfänglichen emotionellen Anfälle unter Kontrolle zu bekommen und v.a. der Kinder wegen eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit meinem Partner gezeigt habe, fand das Gespräch ziemlich emotionslos statt. Trotzdem fühlte ich nach Beendigung des Gespräches einen starken Schmerz in der Magengegend, Eiszapfen als Finger und eine totale Kälte hat mich je eingeholt. Schrecklich, aber wie es scheint ein notwendiger Prozess.

Ich bin froh, dass wir auch ohne Mediatoren geschafft haben, eine Gesprächsbasis zu finden. Schlimm ist vor allem für mich die Entscheidung, wo ich in Zukunft wohnen werde. Aber hier werde ich mich wohl der Plus-/Minus-Listenmethode bedienen. Denn das Visualisieren der Dinge hat mir schon in vielen Krisensituationen geholfen.  Plötzlich nehmen gesagte und gedachte Dinge ganz andere Dimensionen an. In jedem Fall bringt jede Entscheidung eine Änderung mit sich. Es geht hier vor allem um Minimierung  potentiell möglicher Problemfelder und der Kompromissfreudigkeit aller Betroffenen, v.a. unter Berücksichtigung der Kinder. Denn sie sind keine kleinen “Erwachsenen” und gehen mit dieser Thematik einfach anders um als wir.

Glücklicherweise haben wir kein Problem mit der räumlichen Nähe, da mein (in Bälde) Ex-Mann kaum bei uns ist. Er kommt für ca. 30 h alle 6 - 8 Wochen zu Besuch. Für die Kinder eindeutig zu kurz, aber vielleicht fällt ihnen gerade deshalb die Trennung nicht so schwer. In Wahrheit wird sich für uns nicht viel ändern, da ich schon seit der Geburt unseres 2. Kindes eine Wochenendbeziehung geführt habe und die Alleinerziehung für mich Alltag war. Viele werden sich jetzt vielleicht fragen: “Na warum ist sie ihm nicht gefolgt - ist ja eh mit den Kindern daheim”

Nun, ganz so abwegig ist diese Frage nicht und ich habe meinen Mann nach Brüssel mit einem Kind und nach England mit drei Kindern begleitet. Allerdings kam dann die Schulpflicht und ein weiteres Kind. Das Netzwerk in meinem Heimatort hat eine enorme Bedeutung für mich gewonnen. Und aufgrund der starken Reisetätigkeit meines Ex-Mannes wäre ich auch in der Fremde die meiste Zeit allein geblieben, so bevorzugte ich die Heimat. Vieles habe ich aus fernen Ländern an interkulturellem Know-How mitgenommen und diese Erfahrungen werden mir hoffentlich in meiner zukünftigen kreativen Tätigkeit zu Gute kommen. Derzeit ermutige ich noch viele Studierende dazu, eine Reise ins Ausland zu unternehmen. Es gibt so vieles trotz der voranschreitenden Globalisierung zu erkunden und ich erfreue mich immer wieder von anderen Ländern und dortigen Menschen Neues zu erfahren und lernen. Ich muss nur mit offenen Augen und im Beisein aller Sinne auf Entdeckungsreise gehen.

Und schließlich kennen wir alle die gemütlichen Treffen mit unseren Freunden zum Gedankenaustausch - “Na wie war dein Urlaub?” Apropos Urlaub: bei diesem Kälteeinbruch fühle ich mich doch fast urlaubsreif und wünschte mir ein Kuschelwochenende mit einem Besuch im Dampfbad. Du auch?

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1 Kommentar zu „Verliebt, verlobt, verheiratet …. geschieden/Teil 2“

  1. Gast sagt:

    Das muss hart für die Kinder sein, zum Glück fällt es ihnen nicht so schwer die Trennung da sie ihren Vater eh fas nie sehen.

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