Archiv für Dezember 2009

Welche Liste nehmen wir diesmal?

geschrieben von: doalittle - am 31. Dezember 2009
doalittle

War es noch vor kurzem eine Wunschliste an das Christkind, habe ich heute noch schnell meine Einkaufsliste gecheckt. Wie immer hatte ich diese aber nicht bei mir dabei und es mußte schnell im Kopf eine Ersatzliste erstellt werden. Aber wer kennt sie nicht diese Listen. Ich bin mir sicher, Du hast auch gerade eine Liste im Kopf. Naja, gestern abend habe ich eine Liste erstellt, wofür ich im Jahr 2009 dankbar bin und was ich im Jahr 2010 erreichen will - also eine nicht enden wollende Vorsatzliste. Und dann gibt es auch noch die ToDo-Listen - für den morgigen Tag, die nächste Woche, das nächste Monat und gar das nächste Jahrzehnt. Und wann hast Du Deine Tlefon- und Adressliste das letzte Mal vervollständigt bzw. aktualisiert. Spätestens zum nächsten Anlass, wie Geburtstag, Taufe, etc. wird diese Liste dringend benötigt. Und in der Eile fehlt meist die Zeit für ein kurzfristiges Update. Diese Anlässe nötigen mich auch gleich wieder eine weitere Liste zu erstellen: Playlist für den DJ, Liste für alle notwendigen organisatorischen Erledigungen. Und wie sieht es mit den zu erwartenen Ausgaben für 2010 aus - die Liste fand kaum ein Ende …

Kommen dann noch die Terminlisten dazu - ich glaube jetzt brauche ich eine eigene Liste zur Verwaltung meiner Listen. Ach du glaubst ich bin ein Listen-Fetischist - ja recht gehabt - in jeder Krise brauche ich meine +/- Liste und warum - mir ist das Visualisieren einfach enorm wichtig und ganz nebenbei hoffe ich, die wichtigen Dinge nicht zu vergessen - denn das Alter und die Unmengen an ToDo’s haben mein Gedächtnis schon ein wenig strapaziert. Aber das Allerschlimmste ist, ich finde die Liste mit den Losungsworten für die Sparbücher nicht - Mist…. - na wenigsten habe ich die Geburtstage meiner Kinder noch im Kopf und die paar Paßwörter, Pin-Codes und die wichtigsten Rufnummern.

Ach ja, und wenn Du auf Urlaub fährst, bitte vergiss nicht die Checkliste betreffend, was kontrolliert werden muß, wie das Heim verlassen wird und was mitgenommen werden muss. Denn sonst passiert soetwas wie mir, dass mal die Kaffemaschine nicht abgedreht ist, oder die Waschmaschine mit der feuchten Wäsche nicht entleert wurde, ganz zu schweigen von dem Meerschweinchen, dass vielleicht nicht die nächsten Tage auf Diät bleiben möchte. Besonders unangenehm wurde es für meinen Kleinen, als wir feststellen mußten, dass er ungesehen das Heim mit Turnschuhen statt den Winterstiefeln verlassen hat und dass kann bei einem Winterurlaub, wo wir auch Schnee erwarten etwas kalt werden. Ein positiver Nebeneffekt ist, die Folgen werden ihn das nächste Mal daran erinnern, das richtige Schuhwerk auszuwählen.

In diesem Sinne wünche ich allen Blog-LeserInnen ein chaosfreies und glückliches 2010 mit oder ohne Listen ;-)

Kampf den Vanillekipferln!

geschrieben von: Edith Schillinger - am 29. Dezember 2009
Edith Schillinger

Ich kann mich nicht bewegen. Und diesmal liegt es ausnahmsweise nicht - so wie in den Tagen davor - an einer Überdosis Schokoknöpfen und Linzer Kipferln, sondern am Muskelkater in beiden Waden. Tja, so geht es mir Jahr für Jahr, sobald ich mich nach den Feiertagen das erste  Mal im Winter auf das Lieblingshobby meines Lebensgefährten einlasse: Schifahren.

Als passioniertem Schifahrer ist ihm kein Hang zu steil, kein Buckel zu groß, kein Schnee zu tief. Schon früh hat er versucht, diese Leidenschaft auch auf unsere Kids zu übertragen - mit Erfolg! Seit sie zwei Jahre alt sind stehen die beiden regelmäßig und mit Begeisterung auf den Schiern. Und so haben sie auch dieses Jahr voll Vorfreude dem ersten Schitag im heurigen Winter entgegengefiebert.

schitag-hochkarUnser Ziel: das Hochkar, denn in diesem Schneeloch ist man immer noch am besten aufgehoben, wenn im Rest von Niederösterreich und Umgebung die Wiesen aus den Pisten blitzen. Die Abfahrten mussten in letzter Zeit zwar zusätzlich beschneit werden, aber die Landschaft rundherum ist doch tatsächlich in natürliches Weiß gehüllt - eine Wohltat für’s Auge. Der Kunstschnee macht die Pisten allerdings teilweise pickelhart und eisig, was mir mit meinen in die Jahre gekommenen Schiern ohne funktionierende Kanten gar nicht entgegen kommt. Astrid hingegen fühlt sich vom ersten Moment an pudelwohl auf den Brettln und macht eine wirklich gute Figur. Gregor ist auf der ersten Abfahrt zwar noch etwas unsicher auf den Beinen, aber bald darauf fetzt auch er unbekümmert über die Eisplatten.

Lange wird es jedenfalls nicht mehr dauern, und die zwei flitzen mir mit ihrem Papa gewaltig um die Ohren. Astrid komm ich trotz ihrer bescheidenen sieben Jahre heute schon kaum mehr nach. Da heißt es für mich „Ranhalten!”, wenn ich ihnen in absehbarer Zeit nicht nur noch von der Gondel aus zuschauen will.

Also wird am Silvestertag wohl wieder einer meiner Vorsätze lauten, im neuen Jahr mehr Sport zu betreiben und ein wenig an Gewicht zu verlieren. Doch da dieses Vorhaben ja erst in drei Tagen schlagend wird, lautet die heutige Devise noch: „Füße hoch und her mit der Keksdose!”

Allen Lesern dieses Blogs einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Und falls ihr 2010 Lust auf Spaß im Schnee habt, findet ihr hier auf QUAX die passenden Freizeit-Tipps!

Wo das Christkindl wohnt…

geschrieben von: Edith Schillinger - am 24. Dezember 2009
Edith Schillinger

Wenn sich eine Stadt offiziell von sich aus „Christkindlstadt” nennt, sind die Erwartungen von vornherein hoch gesteckt. Und da im oberösterreichischen Steyr alles getan wird, um diesem Ruf auch tatsächlich gerecht zu werden, haben wir uns von unserem Ausflug am vergangenen Samstag eine Riesenportion Weihnachtsstimmung erhofft. Und bestimmt hätte sich diese auch eingestellt, wenn wir uns dafür Zeit genommen hätten…

Ein Tag (der noch dazu erst gegen Mittag mit der Ankunft in Steyr beginnt) ist natürlich viel zu kurz, um die Christkindlstadt standesgemäß zu erkunden. Also heißt es „Tempo, Tempo, Kinder!” und wir hasten von einer Attraktion zur nächsten, wovon es halt wirklich einige gibt. Das ist teilweise zwar ein bisschen stressig, aber andererseits - was hätten wir auslassen sollen?

Den Adventmarkt am wunderschönen Stadtplatz? … Bestimmt nicht!
Und schon gar nicht den noch viel, viel stimmungsvolleren auf der Steyrer Promenade.
Oder eine der wunderbaren Krippenausstellungen? … Kommt gar nicht in Frage!
Oder den Wallfahrtsort „Christkindl” oberhalb von Steyr? … Wäre echt schade drum!
Die Fahrt im alten 50er Jahre Autobus rauf nach Christkindl? … Hätten uns die Kids nie verziehen!

Absolut unverzichtbar auch unser Besuch im 1. Österreichischen Weihnachtsmuseum, die weltweit größte Sammlung an Christbaumschmuck sowie antiken Puppen. Rund 18.200 Exponate aus den Jahren 1800 bis 1945 sind im Advent in schmucken Weihnachtsstuben, Nischen und verspiegelten Vitrinen ausgestellt - ein Anblick zum Schwindligwerden. Und dann gibt es im Museum auch noch eine kuriose Erlebnisbahn, die mich an eine Mischung aus Grotten- und Hochschaubahn erinnert: In witzigen kleinen Wagerln, in denen jeweils ein Erwachsener und ein Kind Platz haben (die Kleinen werden vor den Großen in einem Sitz angeschnallt, der wie ein vorklappbarer Kinder-Radsitz aussieht), geht es durch das Stiegenhaus zunächst in den 1. Stock, wo in reizenden Kojen verschiedene Weihnachtsszenen aus der ganzen Welt nachgestellt sind. Eine Etage höher, im Dachboden, bestaunen wir schließlich eine puppen- und detailreiche himmlische Engelswerkstatt. Kitschig natürlich, aber herzallerliebst! Dieser Anblick und die abenteuerliche Fahrt in den sonderbaren Wagerln zunächst steil bergauf und dann beinahe kopfüber hinunter begeistern meine Kids am allermeisten.

steyrer-christkindlAuf jeden Fall bestätigt diese Ausstellung den Anspruch Steyrs, als richtige Weihnachtsstadt zu gelten. Denn schließlich treffen wir im Museum auch noch das Christkind höchstpersönlich … das „Steyrer Christkindl” wohlgemerkt - eine hübsche, blond gelockte junge Dame im wunderschön bestickten grünen Kleid. Richtig gelesen: Kein Nachthemd, keine Flügel etc., sondern ein dunkelgrünes Kleid - in Anlehnung an die Steyrer Festtracht halt. Weil ernsthafte Konkurrenz traut man sich dem echten Christkind dann offensichtlich doch nicht machen…

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern, dass das Christkindl - egal woher es dann tatsächlich kommt - den Weg in euer trautes Heim und in eure Herzen finden und für ein fröhliches Weihnachtsfest sorgen möge!

Herbergsuche heute und damals

geschrieben von: doalittle - am 22. Dezember 2009
doalittle

Wildschönauer BergadventHerbergsuche heute - Das Baby scheint schon sehr groß zu sein und drückt ganz schön herum. Glücklicherweise hat es sich schon in die richtige Posititon gedreht und groß dürfte es auch sein. Das Bücken ist schon sehr beschwerlich und schnell komme ich außer Atem. Heute wäre der Geburtstermin. Aber statt in der Semmelweißklinik zu sein, habe ich in der Früh sowohl den Gasmann, Strommann als auch den Juristen zwecks Schlüsselübergabe zu treffen.

 

Vorgestern, dem 4. Adventsonntag, haben wir alle Siebensachen in die neue Unterkunft übersiedelt und meine beherzte Nachbarin lässt mich bei Ihr im warmem Heim aufwärmen, da die ersten Schneeflocken vom Himmel fallen und die Kälte sehr beissend wirkt. Alle haben es eilig und scheinen sehr gestresst zu sein, denn bald ist Weihnachten. Mein ältestes Kind, gerade 8 Jahre alt, hat mit Tränen das Haus verlassen - hat ja doch eine schöne Zeit hier erlebt und viele Freunde in der nächsten Umgebung gefunden. Wir übersiedeln zwar nur innerhalb der Ortschaft, aber trotzdem bedeutet das eine große Veränderung.

 

Ausgesucht haben wir uns diesen Zeitpunkt nicht und trotzdem bin ich glücklich, dass wir ein Zuhause gefunden haben, wenn das Baby auf die Welt kommt. Denn bis vor kurzem war das noch nicht klar. Schließlich sind die Mieter im neuen Haus erst vor 3 Tagen ausgezogen und gleichzeitig war der Termin für den Auszug aus der bestehenden Mietwohnung per Gericht festgesetzt. Die Niederkunft des Babys und die dadurch erschwerte Schwangerschaft spielten dabei leider keine Rolle. Ein enormer Stress in der Vorweihnachtszeit, welcher kaum nachzuvollziehen ist. Organisatorisch war dies eine große Herausforderung, denn ein Kind war in der Volksschule, das zweite Kind im Kindergarten und das dritte Kind noch bei mir zuhause. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits alleinerziehend war, musste ich insgesamt 100 Schachteln selber packen - zum Verstauen war leider kein Keller vorhanden und der Wohnraum ohnehin sehr knapp bemessen. Zum Glück konnten wir bereits im Oktober die Hälfte der Schachteln im neuen Zuhause lagern - ein großes Dankeschön auch heute noch an die damaligen Mieter. Allerdings war es für mich sehr schwierig vorauszuplanen und zu packen. Ein paar Weihnachtsfeiern, ein Konzert für meine kleine Violinistin, die bevorstehende Geburt, der Heilige Abend und keine Gewissheit, wo wir ab dem 22. Dezember wohnen werden.

 

Die Nervosität war unvorstellbar und das Beste war eine kleine Aussage einer Freundin mit großer Wirkung: “Du kannst mit deinen 3 Kindern bei mir wohnen bis du ins neue Haus kannst.” Außerdem hatte sie Erfahrung mit einer Hausgeburt und selber vier Kinder. Mit einem Mal war eine große Last und Ungewissheit von meinen Schultern. Und letztendlich konnten wir am 20. Dezember übersiedeln.

 

Das alles ist nun schon ein paar Jährchen her und die Kinder haben sich an das neue Heim gewöhnt. Die Weihnachtsfeier haben wir zwischen den Schachteln zelebriert und ich war enorm erleichtert und dankbar. So intensiv habe ich zuvor noch nie eine Weihnacht erlebt. Aufgrund von Vorwehen haben wir das erste Mal die Weihnachtsandacht ausfallen lassen und ein paar Tage später hat das Jüngste beschlossen zur Welt zu kommen. Unter normalen Umständen hätte ich die Geburt aufgrund des erschöpften Zustandes nicht überlebt. Die Hebammen waren allerdings sehr bemüht und mit der richtigen Portion Sauerstoff und Unterstützung wurden Kräfte freigesetzt, welche selbst mich überrascht haben. Nun erinnere ich mich jedes Jahr aufs Neue, warum wir Weihnachten feiern und ich erzähle den Kindern unsere Geschichte und das Lukas-Evangelium. Es berührt mich jedes mal wieder und ich finde es großartig wieviel Wärme und Nächstenliebe wir in unserer Umgebung erfahren können, selbst wenn uns Unrecht widerfährt.

 

Die Geschenke werden sehr nebensächlich, wenn man am eigenen Leib erfährt, wie es ist, im Ungewissen zu sein, ob man ein Dach überm Kopf hat. Da sind meistens liebe Worte und Taten die besseren Geschenke. In diesem Sinn wünsche ich allen Blog-LeserInnen ein wunderschönes und vor allem besinnliches Weihnachtsfest.

Ein Adventmarkt zum Aufwärmen

geschrieben von: Edith Schillinger - am 16. Dezember 2009
Edith Schillinger

Ein paar Adventmärkte klappern wir in der Vorweihnachtszeit eigentlich immer ab. Zu den jährlichen Fixpunkten zählen der Christkindlmarkt vorm Wiener Rathaus, der Kunst-Weihnachtsmarkt vor der Karlskirche sowie der Grafenegger Advent. Und jedes Jahr probieren wir mindestens einen neuen aus: Diesmal haben wir zum ersten Mal den Adventmarkt in den Blumengärten Hirschstetten im 22. Bezirk besucht. Und siehe da - was da alles geboten wird, hat uns alle echt überrascht!

Hoppla, wo sind wir denn jetzt gelandet? Überrascht blicke ich mich suchend nach den typischen weihnachtlichen Marktstandln um, von denen weit und breit keiner zu entdecken ist. Stattdessen finden wir uns inmitten einer exotischen Pflanzenwelt wieder, mit sprudelnden Wasserkaskaden und Terrarien, in denen sich Leguane, Spinnen oder Schlangen verstecken. Wir wollten doch auf den Adventmarkt - sind wir hier richtig? Und wie! Das Palmenhaus gleich gegenüber dem Eingang ist nämlich Teil der Blumengärten Hirschstetten und empfängt uns durchgefrorene Besucher mit tropischer, subtropischer sowie mediterraner Flora und ebensolchen Temperaturen. Da kann draußen ruhig der arktische Wind pfeifen oder ein unfreundlicher Schneeregen niederprasseln - das Palmenhaus ist ideal zum Aufwärmen! In den drei nach den Klimazonen geteilten Räumen des Gewächshauses ist neben einem einladenden Café auch eine weihnachtliche Kinder-Bastelstube untergebracht. Meine absolute Bewunderung gilt aber den zwischen Palmen und Bananenstauden schwebenden weißen Engerln, deren fantasievolle Flügel von überaus kreativen SchülerInnen der Modeschule Hetzendorf vorwiegend aus Gärtnerei-üblichen Recyclingmaterialien hergestellt wurden.

Bevor wir völlig durchgeschwitzt sind, schnell wieder rein in die Jacken und raus ins nasskalte Freie mit uns. Jetzt entdecken wir endlich auch die ursprünglich erwarteten Adventstandln. Hier finden wir neben den obligaten Punschhütten, Würstel- und Maronibrater die üblichen Buden mit hübschem Tand und dazwischen sogar ein paar Fahrgeschäfte für Kinder. Aber zum Karussell-Fahren ist es uns eindeutig zu kalt.

Vielmehr freuen wir uns über das bunte Zirkuszelt mit Gastro-Zone samt Tischen und Bänken, in dem das abwechslungsreiche Rahmenprogramm über die Bühne geht. Wir kommen gerade zu einem Auftritt der Gruppe “Popcorn” zurecht, moderiert von Peter Rapp. Bei so manchem zweideutigen Witz bin ich versucht, den Kids die Ohren zuzuhalten, wogegen der Auftritt einer Linedance-Truppe als absolut jugendfrei durchgeht. Diesen Aufenthalt im Trockenen nutzen wir für eine Stärkung und probieren Langos mit Gemüsefülle - hab ich sonst echt noch nirgendwo gesehen und ich muss sagen, das schmeckt richtig gut!

Letzter Höhepunkt unseres Rundganges durch die Hirschstettner Blumengärten ist die Donau-Ausstellung in einem der großen Glashäuser, in denen ansonsten die weit über 2,5 Millionen (!!!) Pflanzen herangezogen werden, die Jahr für Jahr die städtischen Park- und Gartenanlagen verschönern. Wir nehmen uns viel Zeit für die mit unglaublicher Liebe zum Detail gestalteten Arrangements, mittels derer die einzelnen Donauländer, die eine oder andere Donausage, aber auch so mancher Weihnachtsbrauch veranschaulicht werden. Eine gute halbe Stunde lang spielen wir hier „Ich seh, ich seh, was du nicht siehst” und haben dennoch längst nicht alles entdeckt.

Und so stosst ihr vielleicht im Gästebuch auch auf den Eintrag meines Sohnes in krakeliger Vorschul-Schrift, der sich eigentlich nicht nur auf die Donau-Ausstellung, sondern auf den gesamten Hirschstettner Adventmarkt bezieht:

ES HAT MIR SEHR GUT GEFALLEN! GREGOR 5 J.

Vulkanausbrüche, James Bond oder doch lieber Indiana Jones

geschrieben von: doalittle - am 8. Dezember 2009
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VulcaninoDas Feeling hier im Vulcanino in Köstendorf ist einfach sensationell und für mich vollkommen neu. Spycams ermöglichen mir gerade das Treiben meiner Kinder neben einer Tasse Cappucino zu geniessen. Wer hätte sich das gedacht, dass dieses Wochenende zu Beginn der Adventzeit so entspannend für mich werden wird. Gestern abend habe ich sogar mit den Kindern gemeinsam den Wellnessbereich erkunden können. Ein paar traumhafte Aufgüsse haben wir erlebt und ich konnte meinen Kindern die Geheimnisse meines Vaters zu einem gelungenen Saunabesuch verraten. Der Kleine hat auch gleich die Kunst im Trockentraining ausprobieren müssen.

Heute war ich regelrecht überrascht, wie viele aktive Väter ich zu Gesicht bekommen habe - he Mädl’s, es gibt sie und sie haben riesig viel Spass mit ihren Kindern hier. Eine Vision? Keine Hirngespinste!
Die Vision hat Träume gefüllt und mit einer Menge Hilfe, Zuversicht und Selbstvertrauen hat Andreas S. diese in die Wirklichkeit umgesetzt.

Meine Kinder haben natürlich sofort die Trampoline und Design-Luftburgen erkundet und wer hätte sich das gedacht, dass meine Älteste vor allem an den Riesen-Dreirädern Spass hat. Es gibt hier jede Menge Laufräder und Dreiräder. Und der Kleinkinderspielbereich ist so abgeschirmt, dass die Kleinsten geschützt toben können. Anfangs habe ich mich nicht in das Labyrinth gewagt, aber dann haben mich die Kleinen an der Hand kurzerhand hineingezogen und schon war ich in einer anderen Welt. Ich war erstaunt über die Entdeckerfreude in mir und den Kindern und die vielen Möglichkeiten. Belohnt wurden wir als wir zu viert nebeneinander eine Riesenrutsche hinunterfetzen konnten. Da muß man einfach kreischen. Gleich darauf wollte mein Sohn wissen, wie man Airhockey spielt und Lisa forderte mich beim Tischtennis heraus…

Inzwischen sitze ich gemütlich und zufrieden auf einer Art Aussichtsterasse mit einem Gläschen Prosseco und geniesse den Anblick der herumtobenden Kinder. Egal ob Business-Mum oder gestresste Windelmama, hier kann man mal richtig Auszeit nehmen. Das wird auch dem Namen der Erlebnisgastronomie vollkommen gerecht. Jedes Mal, wenn ich denke ich habe die Kinder aus den Augen verloren, entdecke ich sie wieder an einer neuen Stelle und das Glück strahlt förmlich aus Ihren Augen. Sie sind so voller Energie und Enthusiasmus und vor allem nicht zu bremsen. Um sich ein Bild davon machen zu können, bleibt einem nichts anderes übrig, als hier persönlich vorbeizusehen und so viele Kinder wie möglich mitzunehmen.

Jetzt geniesse ich mal die Ruhe und brauche kein schlechtes Gewissen zu haben, dass ich als vierfache alleinerziehende Mutter meiner Aufsichtspflicht nachkomme. Und allein zwei Übernachtungen reichen, damit die Kinder dies als wahren Urlaub erleben.
Tatsächlich kann man das Vulcanino auch zum Haus der Begegnung zählen. Wenn einer entspannt und ruhig wirkt, kann das selbst mit Kindern sehr anziehend wirken. Und wer weiß, welche neuen Freundschaften hier geschlossen werden. Was mir persönlich besonders gut gefällt, ist, dass das Kind im Erwachsenen zum Leben erweckt wird und wir auf spielerische Art und Weise mit den Kindern in Kontakt treten.
Im ersten Moment wußte ich nicht mit der Atmosphäre umzugehen. Nun aber bin ich verwundert. Der größte Unterschied zu anderen Freizeiteinrichtungen ist, dass Mutter, Vater, Onkel, Tanten, Großeltern oder gar ein Geschwisterchen dazu eingeladen sind mit den Kleineren Ängste zu überwinden, Spass zu haben und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Da kann ich z.B. beobachten, wie Väter mit Ihren Kindern das Wahrzeichen, den Vulkan erklimmen oder die Mütter mit Ihren Kindern die Riesenrutsche runterfetzen. Meine Kleinen hatten riesen Spass mich mit Softbällen abzuschiessen - wow - das hat Spass gemacht und schreit nach Wiederholungen.
In jedem Fall sind alle beim Verlassen glücklich erschöpft.

Gemütliche Sofas laden zum Kuscheln, Lümmeln, Zeitung lesen oder gar wichtigen Erledigungen am Netbook ein, wie ich es gerade mache. Was v.a. auffällt, ist, dass es besonders Mehrkindfamilien anzusprechen scheint, da die Preise hier einem sehr entgegenkommen. Was für ein Trost, wenn man als Großfamilie nicht so tief ins Börsel greifen muss. In jedem Fall werden wir sobald die Spongebob-Suite fertig ist, nochmals über ein Wochenende herkommen.

Und wenn im Frühjahr der Aussenbereich eröffnet wird, sind wir schon gespannt auf das Ergebnis der kreativen Zusammenarbeit zwischen Andreas und den vielen Kindern. Meine Kinder hoffen auf viel Matsch, Wasserspielen, Goldgräberstimmung und Schatzsuche. Wenn das nicht tolle Aussichten sind ;-)

3x Kramperl sind 1x zuviel

geschrieben von: Edith Schillinger - am 4. Dezember 2009
Edith Schillinger

Sobald ich erfahre, wann in unserer Stadt der Perchtenlauf stattfindet, trag ich mir das gleich im Kalender ein. Allerdings nicht, damit wir rechtzeitig dort sind, sondern damit wir rechtzeitig einen großen Bogen drumrum machen. So ein Spektakel ist mir viel zu schaurig und für die Kids unnötige Angstmache. Und trotz der Warnung am Kalender ist es uns vergangenen Samstag dann doch passiert: Eigentlich wollten wir Astrid noch schnell vor Ladenschluss Stiefel kaufen - da sind wir unbedachterweise mitten rein in den Umzug der Reichraminger Hintergebirgsteufel geraten - gespenstisch in Nebel gehüllt, mit Feuer hantierend und mit Riesenglocken scheppernd. Den ersten der grauslichen Zottel-Gestalten mit ihren furchterregenden Fratzen haben wir noch tapfer aus der vordersten Reihe angeschaut, beim Feuerschlucker haben die Kids kurz gestaunt - allerdings schon hinter unseren Rücken, und bei der dritten Perchte waren wir schon über alle Berge. Und nächstes Jahr trage ich es wieder im Kalender ein, diesmal mit Rotstift! Der Grund dafür hat sich nicht geändert.

kinderfuhrung-kunsthistorisches-museumDen lebendigen Krampusperchten konnten wir also nichts abgewinnen - versuchen wir es halt mit gemalten. Dazu hat das Kunsthistorische Museum in Wien derzeit das passende Angebot parat: Im Rahmen des einstündigen Kinderprogramms „Nikolaus und Krampus” führt uns der sympathische Museumspädagoge Konrad zu einigen Gemälden, auf denen tatsächlich der Heilige Nikolaus zu sehen ist … klassisch mit Bischofshut  und -stab, prächtigem Mantel, weißem Rauschebart und drei goldenen Kugeln. Dass dabei ein wichtiges Utensil fehlt, bemerkt erst ein aufmerksames Mädchen: der Sack mit den Geschenken! Wo er den wohl stehen lassen hat…? Während die Kids die Bilder betrachten, hören sie die Legende vom Heiligen Nikolaus und erfahren nebenbei auch Interessantes über die Kunstwerke selbst. Der richtige Krampus ist allerdings auf keinem einzigen Bild zu finden, dafür aber ähnliche Schreckgestalten: die Teufeln. Die begegnen uns in dem riesigen Gemälde von Luca Giordano, auf dem der Erzengel Michael in Heldenmanier die abtrünnigen Engel in die Hölle verbannt und sie dabei zu Teufeln werden lässt, die sich verzweifelt dagegen wehren … auch schon wieder recht gruselig zum Anschauen, aber immer noch besser als die Live-Perchten. 

Am harmlosesten sind wohl - außer jenen aus Schokolade - die besungenen „Kramperln”. Wie z.B. im Lied des Kinderliedermachers Bernhard Fibich, das wir nach dem Museumsbesuch lauthals im Auto anstimmen:

 „Vor’m Krampus fürcht’ sich jedes Kind, er schaut, wo schlimme Kinder sind.
Fängt er eins von ihnen ein, dann steckt er’s in den Sack hinein.”

… um diesen Unsinn im Refrain gleich zu relativieren:

„Nie im Leben kann’s das geben, fang nicht wieder davon an.
Nie im Leben kann’s das geben, so ein Schmarrn!” 

Meine Lieblingsstrophe in diesem Lied ist allerdings folgende:
„Vom Nikolaus und Weihnachtsmann, da kann man Süßigkeiten ham,
Die sind so wie ein Zuckerlg’schäft, und dieses G’schäft, das geht nicht schlecht.”

Wie wahr, wie wahr - viel Spaß bei den Weihnachtsvorbereitungen!