Archiv für August 2009

Pünktlichkeit - be punctual

geschrieben von: doalittle - am 28. August 2009
doalittle

Warum mir das jetzt einfällt? Tja, das war das Thema gestern und heute und eigentlich jeden Tag hier auf der Uni in Uppsala. Und wir haben wieder bald Schulanfang. Da wird anfangs Pünktlichkeit noch sehr groß geschrieben. Jedoch folgt ziemlich bald der Alltag - die Nächte werden länger, die Tage werden kürzer - ja, ja ich weiß - das weißt du schon - aber irgendwie fällt es dann manchen von uns doch immer schwerer den lahmen, schwachen Körper aus den Federn zu bewegen, den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Natürlich gehörst du nicht dazu - ich beneide dich darum - SEEEEEHR!

Ich beneide dich darum, wie du schnurstracks aus dem Bette springst, mit Genuss das Frühstück verzehrst (natürlich BIO, FAIR und voller Vitamine!) und voller Elan mit den Kindern natürlich rechtzeitig ganz ohne Stress und Hektik das Heim verläßt ohne die Jausenpakete oder den Regenschutz vergessen zu haben.

Du hast auch sicher nicht vergessen die Kaffemaschine abzudrehen - natürlich nicht - das macht sie automatisch. Und du hast auch nicht das Handy vergessen und nicht vergessen, dieses rechtzeitig aufzuladen. Nein, du nicht. Und sicherlich hast du auch daran gedacht, das Turngewand, den Werkzeugkoffer, die Malschachtel (natürlich alles aktalisiert und vervollständigt), den Kuschelpolster oder sonst so wichtige Utensilien für den Schulalltag, einzupacken.

Und wie war das mit dem eigenen Notebook? Den hast du sicher nicht zu Hause liegen gelassen. Der Kühlschrank ist ordentlich bestückt und das Essen für die ganze Woche vorgekocht. Der Wäscheschrank ist sicher schon mit den Sachen für den in schnellen Schritten herannahenden Winter bestückt. Du hast auch sicher nicht vergessen im Sommerschlußverkauf die Weihnachtsgeschenke für die Kinder zu besorgen - denn du weißt schon - Wirtschaftskrise - usw. - na dann - kann ja nichts mehr schief gehen, oder?

HIIIIILLLLLFFFEEEEE!!!

PAANNIIIKK!!!

Du bist perfekt - ich aber nicht!

Ich habe das alles nicht gemacht und jetzt heißt es aber flott, flott - damit wir weiterhin pünktlich sein können - auch nach der 1. Schulwoche, nein sogar noch am 2. Schultag.

BE PUNCTUAL!!!

Das habe ich in Schweden gelernt - u.v.m.

Es gilt nicht immer die akademische Viertelstunde - wirklich!

Schulfreie Zeit = stressfreie Zeit ?!

geschrieben von: doalittle - am 21. August 2009
doalittle

Jedes Mal freue ich mich auf die schulfreie Zeit der Kinder. Ist es die Erinnerung an unsere eigenen Schulferien? Erich Kästner sagte schon, dass wir Erwachsene viel zu viel von dem vergessen, was wir als Kinder geliebt haben. Und ich kann sicherlich bestätigen, dass ich mich auf die Ferien immer sehr gefreut habe.

Zum Glück hatte ich nicht wirklich das Gefühl, dass meine Eltern wegen der Ferien gestresst waren. Meine Mutter war von Beruf „Hausfrau“ und das erleichterte die Sache ungemein. Mein Vater hatte im Sommer durchgehend 4 Wochen Urlaub und die restlichen 5 Wochen (oder waren es damals nur noch 4 – ich weiß es nicht mehr) war ich bei meinen Großeltern in Kroatien. Die Ferien waren damit verbunden, lange schlafen zu können, viel Zeit am Wasser zu verbringen, einfach die Seele baumeln zu lassen und Langeweile in genussvolle Zeit umzuwandeln.

Zu dieser Zeit gab es kaum technische Hilfsmittel und mir wäre nie eingefallen, meinen Eltern zu sagen, mir sei fad oder langweilig. Heute fühlen sich viele von uns verpflichtet, den Kindern nur ja keine Langeweile aufkommen zu lassen. Fast habe ich das Gefühl, dass bereits kleine Kinder einem „Burnout“ schon sehr nah sind. Außerdem hat die Mobilität dazu geführt, dass Familienmitglieder zum Teil sehr weit voneinander entfernt leben. Jeder hat seinen eigenen Terminkalender zu organisieren und es erinnert mich an ein Puzzlespiel, wie wir versuchen passende Termine zu finden, damit alle gemeinsam sind oder zu einem Essen zusammenkommen. Manchmal finden diese familiären Zusammenkünfte überhaupt nicht mehr statt, da sich keiner mehr die Zeit dafür nimmt. Meine Schwiegermutter war noch so ein Bindeglied und es gab Rituale. Ein Familientreffen am Christtag, Neujahr, Ostersonntag, runde Geburtstage. Und dann gibt es noch sogenannte Patchwork-Familien. Hier stelle ich fest, dass sich schulfreie Zeiten sogar noch viel einfacher einteilen lassen und Kinder viel besser beaufsichtigt werden können. Bei Einzelkindern lassen sich die Ferienbetreuungen noch teilweise finanzieren. Bei Mehrkindfamilien ist das schon nicht mehr möglich.

Und dann kenne ich immer mehr Mütter, welche mir ihr Leid geklagt haben, wenn ihre Kinder in fremder Obhut sind oder besonders weit weg beaufsichtigt werden, obwohl sie selber als Familie die Zeit miteinander verbringen wollen. Frauen fühlen sich da emotionell regelrecht zerrissen.

Auf der einen Seite wollen und müssen Frauen sehr selbständig sein, da sie im Falle einer Trennung meistens alleine die Verantwortung der Kinder übernehmen und manchmal auch die finanziellen Mittel aufbringen müssen bzw. in einer Ausbildung sind oder einfach nicht auf die Karriere verzichten wollen.

Dann wiederrum haben Eltern noch immer das Gefühl, dass sie gerne die Erziehung und Aufsicht der Kinder selbst übernehmen wollen, zumindest bis sie aus dem „Gröbsten“ sind.

Ich habe festgestellt, dass bei meinen Kindern eine berufliche Laufbahn bis zum Ende des Kindergartenalters ganz gut bewältigt werden konnte und v.a. in Niederösterreich sehr unterstützt wurde. Aber sobald die Schulzeit beginnt, gibt es erhebliche Probleme in der Beaufsichtigung außer man hat das nötige Geld zur Überbrückung der Zeitlücken. Die Qualität lässt hier noch viel zu wünschen übrig.

Offensichtlich befinden wir uns gerade jetzt in einer enormen gesellschaftlichen Veränderung. Sehr positiv fällt mir auf, dass Frauen viel selbstbewusster auftreten und ihre Rechte wahrnehmen. Leicht ist es trotzdem nicht. Die Balance zwischen wie viel Zeit wendet Frau für Partnerschaft, Kinder, Beruf, Selbstverwirklichung etc. (die Reihenfolge ist irrelevant) auf ist heute wie damals sehr schwierig. Die Wirtschaftskrise verschärft die Situation sicher noch mehr. Ich wünsche mir noch mehr öffentliche Diskussionen in diesem Zusammenhang.

Schwangerschaftstagebuch Teil 1

geschrieben von: Australia - am 15. August 2009
Australia

Seit dem 1. Gyn Termin sind genau 3 Wochen vergangen. Drei Wochen die mich psychisch als auf physisch an meine ausersten Grenzen brachten. Drei lange Wochen in denen ich meinen Körper und dieses kleine Wunderding in meinem Bauch zu Höchstleistungen aufforderte. Und diese Höchstleistungen wurden doch wirklich vollbracht. Mein Körper drohte mit Kreislaufkollaps, anhaltender Übelkeit, Erbrechen, Launen jenseits von Gut und Böse, hysterische Lachanfälle, grundloses Heulen und Weinen, kurz gesagt teilweise stand ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch und dann schwebte ich voller Freude im siebten Himmel.

Ich glaub noch schwangerer kann Frau ja gar nimma sein!

Der 2. Gyn Termin steht an: Mein Mann hat seinen Chef um ne Stunde Za angeraunzt, unser “großer” (2 einhalb jähriger) Junior wurde zum Babysitten zur Tante gebracht. So erschienen wir zu zweit beim Termin oder besser gesagt zu dritt. Diesmal sollte die Antwort vom Arzt doch sehr positiv ausfallen:

In den letzten 3 Wochen hatte sich doch ein kleiner Mensch mit bereits gut sichtbarem Kopf, Körper, 2 Armen und 2 Beinen entwickelt. Und das ganz große Plus: das kleine Herz pumpert schon ganz fleißig!

Ein Moment den ich mit Worten nicht beschreiben kann!

Endlich die ganze Anspannung und die Sorgen wichen alle ein Stück aus meinem Körper! Endlich konnte ich wirklich hoffen - die letzten drei Wochen brachten mich so sehr an meine Grenzen - und es hat sich so sehr gelohnt!

Wie ein Leben entsteht - einfach ein Wunder!

Schwangerschaftstagebuch Kinderwunsch

geschrieben von: Australia - am 15. August 2009
Australia

Welche Frau mit Kinderwunsch kennt es nicht, jedes Monat das nervige warten auf die Mens? Besser gesagt das warten darauf das die Mens nicht eintrudelt?

Rückblick: Heute wäre NMT. Noch ist keine Mens in Sicht….der Schwangerschaftstest liegt griffbereit im Kastl…und die Nerven liegen blank….soll man testen oder lieber doch noch auf Morgen warten.

Was wenn der Test wieder negativ ausfällt - man wäre frustriert, traurig und auch wütend bräuchte wieder ein paar Tage bis man das verdaut hätte und sich auf das Motto “Neues Monat - neues Glück”  eingestellt hat.

Also wartet man doch noch bis morgen, der Test könnte doch auch negativ ausfallen weils einfach noch zu früh zum testen ist.

Kurze Zeit später wird der Schwangerschaftstest doch benutzt - man braucht einfach Gewissheit sonst kann man sich auf nix anderes konzentrieren. Und 2 min. später ist der Test gaaanz fett POSITIV! Ja was tut Frau jetzt? Kann das Glück gar nicht fassen, kanns fast nicht glauben, all die frustrierenden Monate mit den negativen Tests sind vorbei!

Frau schnappt sich das Telefon und ruft den werten Gatten an, verkündet die freudige Nachricht, nach dessen Tonfall nach dürfte er gerade über ganze Gesicht grinsen wie ein Hutschpferd präsentiert die Antwort: Ja endlich! und hinten nach folgt ein Seufzer als hätte er gerade 10 Tonnen von seinem Rücken geladen.

Nachdem das alles mal ein wenig verdaut ist, kommt die Angst “wird diesmal alles gut gehen”? Noch war ich ja nicht beim Gyn. Was wenn der Test einfach falsch anzeigt? Es folgen einige mühsame Tage in denen Freude und Angst Hochschaubahn fahren. Endlich der Tag der Wahrheit: 1. Termin beim Gyn.

Nach der gängigen Berechnung nach müßte man jetzt ungefähr in der 6. ssw sein.

Naja das hieße man sollte beim Ultraschall doch schon zumindest eine Fruchthöhle sehen….lang wird geschallt - die Antwort des Arztes ist nicht die die man sich erhofft hatte. Grad mal eine 1 cm große leere Fruchthöhle ist zu sehen - mehr nicht.

Eine Aussage die einen wieder auf den Boden der Realität holt - wär ja doch zu schön gewesen wenn diesmal alles gut gegangen wäre. Wenn man endlich nach 40 Wochen ein gesundes, lebendes Kind in den Armen halten dürfte. Sollte dies die 4. Fehlgeburt werden? Soll man hoffen, kämpfen, positiv denken? Oder lieber gleich mit dem schlimmsten rechnen? Was wenn man hofft und dann doch verliert - man fällt so hart - es tut so weh! Oder besser gleich negativ eingestellt sein? Dann tuts am Ende nicht so sehr weh. Aber was wenn dieses Kleine Wunderding doch noch wachsen würde und man zerstört alles mit seiner negativen Einstellung?

Könnte man das dann verkraften?

Es war einmal …

geschrieben von: doalittle - am 14. August 2009
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vor langer Zeit ein 9-jähriges scheues Mädchen. Nachdem es in der Fremde mit einer anderen Muttersprache aufwuchs, lernte es zuerst die Umgebung zu beobachten. Es war nicht introvertiert – nein – nur zurückhaltend und nachdenklich. Es fiel dem Mädchen nach einiger Zeit nicht mehr schwer die richtigen Worte zu finden und bald fand es ein paar Freunde in der Umgebung. Der Natur und den Tieren war sie von klein auf sehr zugetan, denn da brauchte man kaum Worte. Viele Spiele ließen sich schnell erfinden und sie bewunderte die größeren Kinder.

Eines Tages musste sie feststellen, dass ihr Vater die Familie verließ und dies leider nicht ganz gewaltfrei vollzog. Nicht dass sie ihn vermisste, er war ohnehin kaum daheim und daher war es ihr egal ob er noch persönliche Sachen in der gemeinsamen Wohnung hatte oder nicht. Sorgen machte sie sich vor allem um ihre Mutter. Sie saß viele Nachmittage in der Küche und hörte sich ihre Geschichten an und so geschah es, dass dieses 9-jährige Mädchen bereits in ihrer Entwicklung viel weiter war als so mancher Teenager. In den Sommerferien wurde das Mädchen gefragt, ob es mit dem Vater mit auf Urlaub fahren möchte und nachdem die Reise an den Atlantik führte und das Mädchen das Wasser über alles liebte, konnte es nur jubelnd zustimmen. Schließlich würde sie die Melonenernte , das Versteckspielen im hohen Gras, das Meeresrauschen erleben dürfen. Schnell war der Koffer gepackt, denn vieles besaß das Mädchen nicht und die Mutter trennte sich nur schweren Herzens, was das Mädchen gar nicht verstand. Die Reise dauerte 3 Tage und war sehr beschwerlich. Am Ziel angekommen wurde sie mit einem wunderbaren Regenbogen begrüßt und das Mädchen genoss das Leben auf einem französischen Bauernhof mitten im Hochsommer. Die Hitze machte ihr nichts aus, denn da konnte sie sich und die Umgebung richtig gut wahrnehmen. Die Nadeln der Föhren am Boden waren spitz und die Füße wurden massiert vom heißen Sand. Bald hatte sie sich an das barfuß gehen gewöhnt und die Spaziergänge zur Küste waren immer die Schönsten. Doch dann schickte der Großvater, sie und ihren Vater samt Anhang fort – er war dem Vater auf die Schliche gekommen, dass er mit einer hochschwangeren Freundin unterwegs war und die Mutter des Mädchens nicht davon Bescheid wusste. Er verlangte, das Mädchen sofort nachhause zu bringen. Doch daraus wurde nichts. Sie übernachteten einige Tage auf einem Parkplatz in der Nähe der Dünen am Atlantik. Da das Mädchen noch sehr klein war, musste es im Kofferraum übernachten. In der ersten Nacht kauerte sie sich hinein, konnte jedoch keinen Schlaf finden und schlich aus dem Kofferraum in die dunkle Nacht. Sie kannte den Weg zum Wasser. Zuerst spürte sie den nicht mehr so heißen Sand unter den Sohlen und die vertrockneten allzu spitzen Nadeln. Dann war es nur mehr weicher angenehmer Sand. Bald war sie zwischen den Dünen am Wasser angekommen. Die Wellen umspielten ihre Füße und beim Rückzug des Wassers lies der Sand unter den Sohlen nach und es konnte kaum das Gleichgewicht halten. Bald hatte es aber das Gleichgewichtsspiel mit den Wellen heraus und erfreute sich daran, die Küste entlang zu schlendern. Hoch oben war der wunderbare Sternenhimmel. Auf der einen Seite das Rauschen des Wassers und auf der anderen Seite die meterhohen Dünen. An ein Erklimmen dieser war nicht zu denken, da einem der Sand ein Fortkommen bzw. Hochsteigen unmöglich machte. Das wusste das Mädchen, dennoch ließ es sich von der trügerischen Schönheit nicht beirren und spazierte weiter. Plötzlich kam die Flut. Es war ein immer lauter werdendes Rauschen. Das kannte das Mädchen gut – doch es war dunkel und es war noch nie so weit gelaufen. Die Flut kam verdammt schnell. Sie lief so schnell sie konnte zurück. Ein paar Male fiel sie hin. Der verbleibende Streifen zwischen den heranrollenden und schäumenden Wellen und den Dünen wurde schnell immer schmäler und der Weg war noch weit. Immer schneller und schneller lief das Mädchen. Eine schnelle Läuferin ist sie schon immer gewesen. Jetzt war es wichtig und das wusste sie in diesem Moment. Zuletzt lief sie schon im Wasser und die Wellen umfassten bereits ihre Füße und ein Sog wollte sie ins Meer zurücknehmen. Sie kämpfte gegen diesen Sog an – sie liebte das Wasser – ja – aber sie liebte auch ihr Leben! Da erblickte sie im letzten Moment den rettenden Weg durch die Dünen und sprang mit allerletzter Kraft ein paar Mal höher bis sie die Wellen hinter sich ließ. Nun sank sie zu Boden und konnte dem Tosen in sicherem Abstand beiwohnen. Da entdeckte Sie den großen Mond am Horizont und wunderte sich über ihren Leichtsinn.

Das Herzklopfen wurde wieder ruhiger und als sie so dasaß – Ihre Beine eng umschlungen hatte, stellte sie fest, dass sie ihr Freundschaftsbändchen um den Knöchel im Kampf gegen die Wellen verloren hatte. Sie hatte dem gewaltigen Atlantik ihr Leben gegen das Bändchen eingetauscht und war froh darüber. Nun wusste sie, dass sie noch viele Kämpfe in ihrem Leben bewältigen wird können. Sie nahm die Herausforderung mit großer Freude und einem Lächeln an.

Liebe(n) ist schön

geschrieben von: doalittle - am 7. August 2009
doalittle

Schon mal verliebt gewesen?

Vielleicht schon im Kindergarten, der Schule oder gerade eben erst?

Wer kennt sie nicht – die Momente, in welchen wir zu keiner Konzentration fähig sind. Die Gedanken im Kopfe rotieren. Wir träumen! Der Puls beginnt in gewissen Momenten zu rasen oder man hat das Gefühl, zugeschnürt zu sein und keinen Ton herauszubringen. Und dann sagen wir Dinge, und wundern uns, wer gerade gesprochen hat! Man weiß einfach nicht mehr, was mit einem los ist. Man ist einfach von der Rolle! Oder wie es die Burschen sagen: Wow geil! (Das sagen zur Zeit gerade alle meine Kleinen – muß wohl „in“ sein ?!)

Wie schlimm muss dieser Zustand erst in jungen Jahren sein. Als Erwachsener hat man meistens, v.a. als Frau eine Busenfreundin, welcher man sich anvertrauen kann. Sie holt einen auf den Boden zurück und wir können alles von der Seele sprechen. Männer tun das grundsätzlich überhaupt nicht. Sie sitzen meist am Felsen und blicken in die Ferne – na heutzutage vielleicht doch eher vor dem Fernseher und zappen – offensichtlich die moderne Art der Meditation. Und wem vertrauen sich dann Kinder an?

Da ist ein gewisses Einfühlungsvermögen nötig und wir müssen ihnen das Gefühl vermitteln, ernst genommen zu werden. Meine beiden Töchter waren bereits verliebt und beide meinen, sie hätten bereits die Liebe ihres Lebens gefunden. Erst zu später Stunde, wenn sie die Gedanken und Gefühle nicht mehr für sich behalten können, dann vertrauen sie sich mir an und wünschen sich festgehalten zu werden und Sicherheit zu erfahren. Sie fühlen sich im Wagen einer Hochschaubahn gefangen und wechseln zwischen Glücksgefühl und Traurigkeit.

Da hatte ich die Idee ein kleines Buch zu besorgen. Schließlich kann meine ältere Tochter bereits seit einigen Jährchen selber lesen und so hat sie sich mit dem Thema: „Kunst des Liebens“ von Erich Fromm auseinandergesetzt. Es ist ein wunderbares Buch und gar nicht leicht umzusetzen. Viele Gedanken daraus kennen wir ohnehin, aber diese zu leben ist eine andere Sache. Für die Erwachsenen habe ich ein besonders Gutes entdeckt, welches das Thema von der wissenschaftlichen Seite betrachtet: „Warum wir Lieben“. Naja, auch wenn ich jetzt weiß, dass sich in meinem Gehirn ein wahres Feuerwerk abspielt. Beim Gedanken an die „Große Liebe“ hilft es manchmal doch nicht weiter, mit den aufgestauten Gefühlen zurecht zu kommen. Das braucht seine Zeit!

Meine jüngere Tochter ist vom Babyalter an schon sehr sinnlich gewesen und hat natürlich diese Erfahrungen bereits im Kindergartenalter mit Ihrer großen Liebe auskosten müssen. Kinder gehen so erfrischend natürlich mit diesem Thema um! Aber wenn sie mit ihren Gedanken und Gefühlen nicht mehr klar kommen, brauchen sie unsere Nähe, Ruhe eine Tasse Tee und viel Geduld, ihnen zuhören zu können und unser Verständnis. Das braucht Zeit! Manchmal kann einem ein Vertrauensarzt helfen. Bisher ist es mir glücklicherweise gelungen die Themen daheim zu besprechen. Ich hoffe, es bleibt so. Im wesentlich hilft es den Kleinen aufzuzeigen, dass wir im Leben vieles lieben können, wie z.B.: Tiere, Pflanzen, Naturschauspiele und nicht zu vergessen: das Leben!

Ein Satz unseres Pfarrers anlässlich einer Sonntagsmesse in den vergangenen Wochen hat mir dazu sehr gut gefallen: „Öffnet weiterhin Eure Herzen, auch wenn Ihr bereits verletzt wurdet. Nur dann leben wir!“

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