Archiv für Juli 2009

Ein Klick und weg …

geschrieben von: doalittle - am 31. Juli 2009
doalittle

Wie oft hat man früher Feder, Tinte und Papier zur Hand genommen und versucht die richtigen Worte festzuhalten. Komponisten, Dichter u.v.m. haben immer wieder neu angefangen zu schreiben oder es ist einfach auf das Papier geflossen. Mal besser und mal weniger gut, je nach Stimmung und Eingebung.

Auch ich kann mich noch an gedankenlose Momente über dem Papier erinnern. Ganz besonders ärgerlich war es anlässlich einer Schularbeit. Da wollte sich die Hand einfach nicht weiterbewegen und das Blatt Papier vor einem blieb blütenweiß und unberührt.

Wenn ich mal an einen Freund einen Brief geschickt habe oder ein Gedicht verfasst habe, da ist der Papierkorb manches Mal bedenklich überfüllt gewesen und dann flogen schon einige Wutbälle durch das Zimmer, zur Freude der anwesenden Katze. Weniger begeistert waren Bruder und Mutter wenn sie nichtsahnend das Zimmer betreten haben und sie ein solcher Wutball im Gesicht getroffen hat.

Wie oft habe ich mir schon gedacht, warum habe ich jetzt diese geschriebene email bereits abgeschickt. Warum habe ich die in Wut geschriebenen Zeilen nicht erst als Entwurf gespeichert, bis 10 gezählt oder sogar darüber geschlafen und dann nochmals durchgelesen bevor ich es versandt habe. Wie lange habe ich manchmal gebraucht, bis ich einen Brief in den Postkasten geworfen habe. Beim Versenden einer email oder sms habe ich wesentlich weniger Hemmungen auf den Button „Senden“ zu klicken. Da hilft nur mehr email-Adresse und Tel.Nr., welche einen in Versuchung bringen schnellstmöglich zu löschen.

Heute sind viel zu oft und viel zu schnell, gedachte Gedanken niedergeschrieben und ein Klick reicht -die Zeilen sind unwiderruflich abgeschickt. Aber vielleicht ist gerade das die richtige Vorgangsweise. Worte und Sätze werden spontan und aus dem Bauch heraus geschrieben, ohne dass wir uns verstellen. Die Gedanken treffen unmittelbar ohne wirklichen Zeitverlust beim betroffenen Leser ein (hoffentlich nur bei diesem!). So mancher hat weniger Probleme romantische Zeilen per Computer an den Liebsten oder die Liebste zu richten. Aber Vorsicht ist auch hier die Mutter der Porzellankiste, denn so mancher kann hier bewusst eine andere Persönlichkeit präsentieren, was vor allem für die jüngsten Internet-User gefährlich werden kann. Viel zu schnell werden persönliche Daten weitergegeben und Blind-Dates eingegangen. Hier müssen wir Eltern immer wieder die Kleinen auf die Gefahren nebst Vorteilen aufmerksam machen. Die Sicherheit der Kinder wird leider noch nicht sehr ernst genommen!

Viel zu schnell neigen wir dazu persönlichen Gesprächen aus dem Wege zu gehen, denn persönlich muss man wesentlich mehr Mut aufbringen als wenn wir dies per Computer oder Handy tun. Aber der Computer ist zeit- und ortsunabhängig und bietet daher eine Vielzahl von Möglichkeiten, Gedanken und Gefühle festzuhalten. Man kann Risiken eingehen und kann sehr oft und viel leichter wieder Abstand von dem Geschriebenen nehmen. Bei einem persönlichen Gespräch ist das schon wesentlich schwieriger.

Neuerdings gibt es email-Etiketten zu beachten. Das Buch habe ich bereits auf meinem Nachtkästchen zum Studieren liegen. Der Knigge des 21. Jahrhunderts? Die ersten Seiten haben mich in jedem Fall zum schallenden Lachen verleitet.

Wie siehst Du die Verwendung von Internet (z.B. Facebook), Handy und Co.?




Widersprüche und Ängste

geschrieben von: doalittle - am 24. Juli 2009
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Was mache ich hier? Das waren meine ersten Gedanken auf der Insel. Alle haben mir zu der Reise geraten und immer wieder habe ich über die Richtigkeit meiner Entscheidung nachdenken müssen.

Ich denke, dass es vielen Müttern so beim „Ersten Mal“ geht.

Die Gedanken kreisen und wir schwanken zwischen Glücksgefühl und schlechtem Gewissen.

In meinem Falle ging es darum eine Reise alleine anzutreten. Und unter – allein - verstehe ich wirklich allein. Ich bin ohne Kinder und ohne Begleitung, weder Partner noch Freundin zu einem mir unbekannten Ort in den frühen Morgenstunden aufgebrochen. Am Flughafen habe ich so manchen gesehen und mich gefragt, ob sie das gleiche Ziel verfolgen wie ich. Die Abreise konnte ich noch nicht wirklich geniesen.

Am Schlimmsten war der Abschied von den Kindern. Gott sei Dank haben sie geschlafen, denn sonst hätte ich die zerreisenden Gefühle nicht überstanden. Als ich dann nach der Landung endlich die Meeresluft erschnuppern durfte, war es um mich geschehen. Ich war vom Zauber, dem Türkis, der angenehm feuchten Brise im Gesicht, dem Salzgeschmack auf der Zunge und dem Duft nach viel mehr von Allem gefangen. Und in der Fähre war es endgültig um mich geschehen. Begonnen hat diese sehr ruhig, aber dann nahm die Windstärke zu und somit der Wellengang und ich lies mich vom Rhythmus der Wogen leiten. Es fand eine Verschmelzung des Rhythmuses der Wellen, des Schiffes, meiner selbst und der Musik in meinem Kopf statt. Es war ein Wiederfinden im wiederkehrenden wohligen Gefühl der Gleichmäßigkeit in all dem Chaos, das uns sonst umgibt und gefangen hält.

Auf der Insel haben sich dann noch viel mehr solcher Momente ergeben und erfahren wie sehr wir mit der Natur und den Ereignissen verbunden sind. Die Wechselwirkung hat sich verstärkt und sollte noch lange nach der Rückkehr anhalten. Es ist eine Art Trance ohne notwendiger Zuführung chemischer Präparate. Die Natur hat dafür gesorgt, dass diese Hormone in unserem Körper zum passenden Zeitpunkt und in der richtigen Menge ausgeschüttet werden. Wir müssen offensichtlich diesen Zustand nur erkennen, wahrnehmen, akzeptieren und zu guter letzt zulassen.

Fest steht, dass ich den Entschluß zu einer solchen Reise wiederholen werde!

Sommer Sonne Sandstrand Steine Schmetterlinge

geschrieben von: doalittle - am 17. Juli 2009
doalittle

Es gibt so viele schöne Wörter, welche mir in meiner Vorfreude in den Sinn kommen. Als Mutter gönnt man sich nicht sehr oft etwas. Und selber bin ich erschrocken bei dem Gedanken, wie lange es her ist, dass ich das letzte Mal alleine auf Urlaub war. Allein - was für ein Wort? Als 4-fache Mutter ist man so gut wie nie allein und Genuss kommt mir da sehr selten in den Sinn. Aber während ihr diese Zeilen lest, habe ich bereits die ersten Tage bewusst ohne meine Kinder erlebt - auf einer Insel im Süden. Und vielleicht zu mir selbst gefunden …

Manchmal fühle ich mich zurückversetzt in eine Zeit als ich noch 20 Jahre jünger war. Viele Dinge erlebe und mache ich, welche mir in den letzten beiden Jahrzehnten vorenthalten geblieben sind, aber auch nicht wirklich vermisst habe. Offensichtlich erleben wir eine persönliche Weiterentwicklung, wenn die Kinder aus dem Gröbsten sind. Oder bin ich mitten in einer Midlife-crises, so kurz vor meinem runden Geburtstag?

Ich möchte wieder schöne Dinge erleben, Neues erfahren, Schmetterlinge im Bauch fühlen und Steine sammeln. Vielleicht wieder so unbeschwerte Zeiten erleben, wie wir es als Kinder getan haben - vom Herzen lachen, sich an der Musik erfreuen und einen schönen Sonnenuntergang erleben oder einfach nur den warmen Sand am Körper wahrnehmen und die Zehen darin vergraben.

Und dann kommt der Gedanke - WAS NUN? - wie soll das Leben weitergehen?

Wer bin ich? Was kann ich? Wer will ich sein? Was will ich und was will ich auf keinen Fall?

Offensichtlich benötigen wir diese Phasen um uns für diese Fragen bewusst Zeit zu nehmen und oft gehen wir diesen Fragen sicher gerne aus dem Weg. Denn die Antworten sind manchmal vielleicht nicht angenehm oder verunsichern uns. Es sind gewisse Dinge notwendig dazu zu tun und jeder neue Schritt bedeutet eine gewisse Unsicherheit und ein Weg ins Ungewisse? So muss es kleinen Kindern auch gehen, wenn sie krabbeln oder gehen lernen und neue Erfahrungen sammeln. Der Weg ist uneben und beschwerlich, kostet Kraft und Zeit und ist sowohl mit Jubel und Glücksmomenten als auch mit Schmerzen verbunden. Aber es geht immer weiter …

Hallo Haydn!

geschrieben von: Edith Schillinger - am 15. Juli 2009
Edith Schillinger

Manchmal überkommt mich das dringende Bedürfnis, meine beiden Kids mit Kunst- und Kulturgenuss zu überschütten. Wenn mich dann gleichzeitig die Reiselust packt, kann es passieren, dass ich recht spontan mit meinem Nachwuchs ein Wochenende außer Haus verbringe, das ich dann gelegentlich unter ein spezielles Motto stelle. So geschehen letzten Sonn- und Montag. Unser Thema: Haydn2009.

1809 - also vor genau 200 Jahren - ist Joseph Haydn, seines Zeichens langjähriger Kapellmeister und Komponist im Dienste der Esterházy-Fürsten, verstorben. Und dieses Gedenkjahr wird im Burgenland und Umgebung ausgiebig zelebriert, um den großen Musiker kräftig hochleben zu lassen. Grund genug, um mal zu schauen, wie man Kindern das Haydn-Jahr 2009 schmackhaft machen will…

8 Schritte nach rechts, dasselbe in die Gegenrichtung, in die Mitte zusammen und wieder zurück … Astrid (7 Jahre) und Gregor (5 Jahre) sitzen auf der Auto-Rückbank und lassen vergnügt ihre Kuscheltiere händchenhaltend - in diesem Fall einen Teddy und einen Pinguin, also Tatze auf Flosse - zu einem typischen Volkslied aus der Zeit Haydns mittänzeln. Das Lied samt Tanz-Anleitung entstammt der CD „Paukenschlag und Kaiserlied / Joseph Haydn für Kinder”  von Marko Simsa, mit der wir uns frohgemut auf unseren bevorstehenden Haydn-Trip einstimmen.

Die Fahrt geht zunächst zur Burg Forchtenstein. Dort startete vergangenes Wochenende mit „Forchtenstein Fantastisch” das alljährliche Burgspektakel, das sich der guten, alten Ritterzeit verschrieben hat. Ritterzeit - Haydn? Da klaffen doch einige Jahrhunderte dazwischen! Richtig. Der Großteil des umfangreichen Forchtenstein-Programms steht eindeutig unter dem Zeichen des Mittelalters: Rund 150 Mitarbeiter betreuen die zahlreichen Mitmach- und Kreativ-Stationen wie Bogen-Schießen, Töpferei, Schreibwerkstatt, Sonnenuhr-Basteln, Backstube, Turm-Dosenwerfen, Husarenritt, Kinderschminken, Gratis-Kostümverleih für Jung und Alt uvm. Bei den einzelnen Stationen kann man Stempel sammeln, um sich später - wie auch mein Sohn - von König Forfel höchstpersönlich zum Ritter schlagen zu lassen. Meine Tochter begeistert sich da schon eher für die Zaubershow mit Merlix oder die Geschichtenstunde mit Gruselhexe Griselda. Eine der Hauptattraktionen von Forchtenstein Fantastisch ist zweifellos die Burg selbst - großartig erhalten samt begehbarem Burggraben, Brücken, Rampen, Gewölben, Innenhöfe usw. - ein wirklich stimmiges und sehr empfehlenswertes Ritter-Spektakel, alles in allem sehr mittelalterlich!

… wenn da nicht das in Kooperation mit „Haydn2009″ entstandene Musical „Ritter Roland rastet aus” wäre, das dem Burgfestival seinen gut versteckten Haydn-Touch verleiht.

Der Titel wurde wohl gewählt, damit es sich schön ins mittelalterliche Rahmenprogramm fügt, doch er führt in die Irre, denn im Musical wird aus Ritter Roland plötzlich König Roland und keine Spur mehr vom rauen Mittelalter. Vielmehr geht es im Stück, das zunächst im Jahre 1954 spielt und uns bald darauf in das sonderbare Paralleluniversum „Orlandos Heim” entführt, um die Macht der Bücher und die Kunst, seine eigene Geschichte zu leben. Ein wichtiger Handlungsstrang des Musicals dreht sich um den Totenkopf Joseph Haydns, der sich nichts sehnlicher wünscht, als mit dem Rest seines Skeletts wieder vereint zu sein. Allerdings müssten Kinder schon über ein fundiertes Haydn-Hintergrundwissen verfügen, wenn sie das genau so wie gedacht wahrnehmen sollen. Die mitreißenden Lieder und Choreografien, vorgetragen von SängerInnen mit tollen, kräftigen Stimmen, und vor allem die witzig-skurilen Charaktere und Dialoge machen die für Kinder vielleicht ein wenig schwierig durchschaubare Story mehr als wett und die dazugehörige CD läuft seitdem bei uns auf Powerplay.

Am folgenden Tag steht mit Eisenstadt das „Haydn-Mekka” schlechthin auf dem Programm. Der geplante Spaziergang vom Esterházyplatz hinauf zur Bergkirche, wo ich mit den Kids das Haydn-Mausoleum besuchen wollte, fällt leider einem Regenguss zum Opfer. Also nutzen wir die wetterbedingte Pause zu einer kleinen Bastelstunde in einem Café: Im Zuge der Vorbereitungen zu unserer Kurzreise habe ich im Internet eine interessante Website eines Eisenstädter Gymnasiums entdeckt (http://www.q4you.at), das im Haydn-Jahr allerhand kreatives Unterrichtsmaterial zusammengestellt hat. Neben verschiedenen Haydn-Quiz- und Rätselrallye-Unterlagen, PC-Memory-Spielen und süßen, selbst illustrierten Bildergeschichten mit netten Haydn-Anekdoten usw. war u.a. eine komplette Bastelanleitung für eine Haydn-Perücke aus Papier mit Löckchen und Zopf zum Downloaden bereit gestellt. Die haben wir dann - unter den neugierigen Blicken manch anderer Kaffeehausbesucher - ausgeschnitten, zusammengeklebt und gleich anprobiert.

Schließlich wird es Zeit, uns zum Haydn-Haus zu begeben, wo wir für die Kinderführung „Haydns Hausgeschichten” angemeldet sind. Hier geleitet uns Petra, die sich vor unseren Augen outfitmäßig in Joseph Haydn verwandelt, durch das einstige Wohnhaus des Komponisten und erzählt uns von einem verheerenden Brand in Eisenstadt, Mozarts Verhältnis zu seinem „Papa Haydn” und Haydns Ehefrau, die leider gar kein Verständnis für seine Musik aufbringen konnte und ihre Pasteten gerne in seine frisch geschriebenen Notenblätter einwickelte - was ihrer Ehe nicht allzu gut tat. Außerdem wird im Zuge der Führung ein Mädchen mittels Puder und Rouge zur adeligen Dame geschminkt - ganz dem Zeitgeist des 18. Jahrhunderts entsprechend. Den Abschluss der Kinderführung bildet der Besuch im Dachboden-Atelier, wo die Kids noch ein hübsches Abbild des Haydn-Hauses basteln und ein altes Chembalo zum Herumklimpern einlädt.

Jetzt aber nichts wie hinein, ins absolute Zentrum der Haydn-Verehrung, ins Schloss Esterházy, Wirkstätte Haydns über vier Jahrzehnte hinweg. Hier gibt es zwar - unter der Schirmherrschaft der Fledermaus Fritz Fürstlich - auch spezielle Kinder-Themenführungen, allerdings nur an bestimmten Wochentagen.
Also entschließen wir uns, die beiden Ausstellungen „Haydn explosiv” und „Phänomen Haydn - prachtliebend” auf ihre Kinderfreundlichkeit hin zu vergleichen:

Die Idee von „Haydn explosiv” ist es, Haydn und seine Zeit als Gesamtkunstwerk zu präsentieren, in das sich auch Werke zeitgenössischer Künstler fügen. So mutiert die Sala Terrena, das ehemalige Weinlager des Schlosses, zu einer poppig bunten und interaktiven Multimedia-Landschaft. Die effektvollen Bild- und Sound-Installationen ziehen die Kids in ihren Bann und mehrere Monitore in Kinderaugenhöhe erweisen sich als äußerst lehrreich und unterhaltsam zugleich - wurden hier doch entzückende blau-livrierte „Ester-Hasis” zum Leben erweckt, die ihre Rolle als Kunstvermittler ausgezeichnet erfüllen! Verschiedene Aktionsprogramme für Schul- bzw. Kindergarten-Gruppen vervollständigen das kindertaugliche Angebot rund um „Haydn explosiv”.

Wesentlich nüchterner und weniger experimentell ist man an die Gestaltung der Ausstellung „Phänomen Haydn - prachtliebend” herangegangen, die ebenfalls im Schloss Esterházy untergebracht ist. Hier werden sowohl Einblicke und Hintergründe in die Arbeitsweise Haydns gewährt, als auch die höfische Prachtentfaltung unter den Esterházy-Fürsten behandelt. Zweifellos ist bei der durchaus attraktiven Gestaltung der Ausstellungsräume an die Zielgruppe der Erwachsenen gedacht worden, kindgerechte Einrichtungen fehlen gänzlich. Allerdings können sich meine Kinder für den Gratis-Audio-Guide begeistern und suchen in den Räumen fleißig nach den entsprechenden Tonband-Nummern. Nur sind dann die meisten Texte wiederum so langatmig, dass wir die Ausstellung relativ rasch abhandeln. Nur im letzten Ausstellungsraum entdecken wir ein Objekt, das unsere Aufmerksamkeit länger auf sich ziehen kann: ein Abguss des Haydn-Schädels. Und hier erfahren wir schließlich auch die genaue Kriminal-Geschichte rund um den verschwundenen Totenkopf und dessen Zusammenführung mit dem restlichen Skelett im Jahre 1954, das auch im Forchtenstein-Musical thematisiert wurde.
Der Rundgang schließt mit dem Besuch des prächtigen Haydn-Saales ab, der meinen Sprösslingen dann doch noch ein wohlwollendes Raunen entlocken kann. Schließlich kann man hier seiner Fantasie freien Lauf lassen und sich mittenrein in ein höfisches Fürstenfest träumen…

Endlich Ferien!

geschrieben von: doalittle - am 11. Juli 2009
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Juhuuuu – endlich Ferien! Das Zählen der letzten Schultage hat nun bei allen Schulkindern in Österreich ein Ende. Und fleißige SchülerInnen werden mancherorts mit diversen Angeboten belohnt. Bei uns haben sie zum Beispiel die Möglichkeit mit einem Einser-Zeugnis ein Gratis-Eis zu holen und als Trostpflaster sogar jene, welche eine 5 kassiert haben. Womit wir schon beim Thema wären.

Wenn man selber mit der Benotung zu tun hatte, dann weiß man, wie schwierig es ist objektiv zu bleiben. Schließlich setzt sich dies auch in unserem Erwachsenenleben fort. Angefangen bei der Belohnung in Form von Trinkgeld, Provisionen, … Natürlich neigen wir dazu den Kindern alle Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen – nach dem Motto „Der Papa wird’s scho richten!“ Aber leider bleibt hier die Eigeninitiative und auch die Selbständigkeit auf der Strecke. Den goldenen Mittelweg zu finden, ist hier sicherlich die Kunst und ich erkenne bei meinen kleinen „Großen“ , dass man beim Pionierkind am Meisten lernt. Nachdem ich selber keine Pädagogin bin, sondern nur in der Erwachsenenbildung einst zu tun hatte und ehrenamtlich in der Volksschule anwesend bin, ist es sehr schwierig zu verstehen, wie viel Arbeit das Lernen und auch das Lehren bedeuten können. Ersteres haben wir alle in unserer Kindheit erlebt und oft viel zu schnell vergessen. Und für mich war das Lernen kein Zuckerschlecken. Nach einiger Zeit habe ich festgestellt, dass der beste Weg ist, den Kindern das Verständnis für Ihre LehrerInnen näher zu bringen und manchmal auch ein wenig Nachsicht zu üben sehr hilfreich sein kann. Schließlich wissen die Kinder auch nicht immer, wie stressig der Schulalltag für die LehrerInnen sein kann und manche haben gleich mehrere Lehrverpflichtungen auf unterschiedlichen Schulen etc. Und wir müssen uns an der Nase nehmen, nicht schlecht über die betroffenen PädagogInnen in Gegenwart der Kinder zu sprechen, da sie sonst den Respekt und die Achtung vor ihnen verlieren. Und dann dürfen wir uns über die Konsequenzen nicht wundern. Schließlich müssen nicht wir tag täglich mit Ihnen zusammenarbeiten, sondern unsere Kinder. Und man wird sich wundern, wie oft sich unsere Kinder in der Schule oder im Kindergarten anders verhalten als zu Hause. Das hat so manchesmal bei mir den Ausruf entlockt „Sprechen wir vom selben Kind?“ Wir können unseren Kindern Rückhalt geben und manche können ihnen verschieden Wege aufzeigen, wie sie bessere Ergebnisse beim Lernen erzielen können.

Im Grunde genommen bin ich mit den Ergebnissen meiner 3 Schulkinder zufrieden. Lange hat es gedauert bis ich vom Perfektionismus Abstand genommen habe. Aber Zeitnot und Platzmangel haben verursacht, die Kinder sehr viel selbständiger werden zu lassen und ich unterstreiche bei jedem Elternsprechtag, dass meine Kinder ihre Leistungen vollkommen selbständig erbracht haben. Ich sitze nicht daneben und kontrolliere nur zeitweise und stichprobenartig die Schultasche der SchulanfängerInnen und den Inhalt ihrer Hefte. Schließlich haben das unsere Eltern auch nicht gemacht, oder? Bei so manchem Lehrer habe ich schon die Rückmeldung erhalten, dass ihnen unkorrigierte Hausaufgaben lieber sind und bessere Rückschlüsse darauf zulassen, wie der Lernstoff angekommen ist und ob das Vermitteln der zu machenden Hausaufgaben richtig angekommen ist. Kleine Hinweise und Kommentare können auch bei Tafelklasslern schnell im Mitteilungsheft kommuniziert werden und damit einige Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden. Am besten ist es, den oder die LehrerInnen zum Schulanfang zu fragen, welche Art der Kommunikation Ihnen am Liebst ist? Von email, Telefon, Mitteilungsheft bis zum persönlichen Gespräch in der Sprechstunde ist alles möglich. Und wenn es trotz aller Bemühungen mal nicht geklappt hat, dann sollten wir mal vielleicht unsere eigenen Zeugnisse hervorholen und so manche werden diese schnell vor den Kindern verstecken. Ich bin darüber erschrocken, als ich merkte, wie sehr ich die Zeugnisse verdrängt habe. Manchesmal habe ich auch nicht den gesamten Stoff in einem Schuljahr geschafft und so bleibt einem nichts anderes übrig als dies in den Sommerferien nachzuholen und glücklicherweise habe ich es dann geschafft. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern welche Nachprüfungen ich gemacht habe. Ich weiß nur, dass die Stimmung natürlich sehr betrübt war, so wie das Wetter in den letzten Tagen und ich sehr froh über die tröstenden und aufmunternden Worte meiner Mutter war. Sie hat mir immer das Gefühl gegeben, dass sie an mich glaubt und die ersten Wochen durfte ich mich mal von der Schule erholen und Ferien machen.

Dann habe ich jeden Vormittag und Nachmittag gelernt, mal mit Unterstützung und dann auch sehr oft ohne Hilfe. Heute gibt es schon sehr viel professionelle Unterstützung und diese kann den Kindern sicherlich sehr hilfreich sein. Bei einer Nachprüfung kann’s der Papa oder die Mama nun mal nicht mehr richten und da ist das Kind gefragt. Manchen Kindern ist ein Schuljahr doch sehr wichtig und mit der richtigen Portion Selbsteinschätzung, Motivation und Nachhilfe kann wahrscheinlich jede Prüfung geschafft werden. Und zu guter Letzt stellt sich vielleicht doch die Frage ob der Ausbildungsweg der richtige ist? Es gibt viele Erwachsene die später eine neue Berufslaufbahn einschlagen, warum dann nicht auch unsere Kinder eine andere Ausbildung?

Warum tut Newton weh?

geschrieben von: doalittle - am 4. Juli 2009
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Diese Woche hat fast unsere ganze Familie das Gesetz der Schwerkraft schmerzhaft kennengelernt und damit auch die teils unterschiedlichen Reaktionen unbeteiligter Zuschauer. So mancher springt heroisch herbei und handelt selbstlos, andere wiederrum stellen eine Pseudo-Frage auf die sie nicht wirklich mit einer Antwort rechnen und wenn sie diese doch erhalten, vollkommen unpassend reagieren.

Das erste Erlebnis machte meine kleine Tochter – nach der Schule stürzen ja alle Kinder förmlich aus dem Schulgebäude. Daher gefallen mir auch die Sicherheitstafeln in Slowenien so gut, wo in der Nähe der Schulen auf den Tafeln das Herauslaufen der Kinder in Form einer Explosion dargestellt wird. Sie sind so voller Energie und diese will einfach beim Verlassen des Gebäudes ausgelebt werden und wie … tja, meine Kleine hat dies nicht ganz unbeschadet diese Woche überstanden und landete natürlich nach einem übersehenen Stein auf den Knien. Der Nachteil im Sommer ist, dass die Knie unter dem dünnen Sommerkleidchen den scharfkantigen Böden ungeschützt ausgeliefert sind. Ohne zu zögern, zaubert meine Mutter die eingesteckten Feuchttücher herbei und säubert und kühlt die verletzten Stellen. Ein angedeuteter Kuss lindert die Schmerzen schnell.

Keine 500 m weiter hat meine Mutter leider nicht so schnell reagiert. Sie war einfach geschockt. Die beiden Buben sind in der Zwischenzeit vorausgelaufen. Die warnenden Rufe, nicht so nah an der Baustelle vorbeizulaufen, haben sie schlichtweg überhört (nicht so wie das Schokoladenpapier ;-) ) und so musste es kommen, dass einer der Beiden dem Anderen im Weg war und beide hinfielen. Unangenehm war v.a. der noch heiße Teer. Gott sei Dank war sofort ein hilfsbereiter Bauarbeiter zur Stelle und hat mit Benzin das Bein sofort abgewaschen und geschrubbt. So blieb nur eine kleine offene Wunde am Knie. Ich war begeistert von so viel Hilfsbereitschaft und bewundere die Tapferkeit meines kleinen Jungen, da die Behandlung vor Ort ganz sicher höllisch weh getan haben muss. Aber heute konnte er aufgrund der selbstlosen Hilfeleistung wieder Baden gehen.

Anders war es bei mir. Offensichtlich erwecke ich nicht mehr die väterlichen oder mütterlichen Instinkte, v.a. wenn ich mit meinen Kindern in den Einkaufsstraßen von Tulln unterwegs bin. Ein abgeschrägter Bordstein wurde von mir nicht als schräg eingestuft und so kam es, dass ich mit dem Fuß geknickt bin und glücklicherweise mir nicht den Knöchel gebrochen habe, sonder stuntmäßig hingefallen bin. Das muss für meine Kleinen furchtbar anzusehen gewesen sein. Ich bin bäuchlings mit allen vier von mir gestreckt auf der Straße gelegen. Und das Beste kommt: Eigentlich bin ich eines Pärchen wegen ausgewichen und der männliche Begleiter fragt mich zuerst: „Ist alles in Ordnung?“ Ich verneine. Er bleibt 5 sec. stehen und geht dann weiter ????????

Nachdem ich mich v.a. aufgrund dieser Tatsache ein wenig fassen musste, bin ich wieder aufgestanden und habe zwar einige Schrammen am Körper verteilt in Kauf genommen, bin aber sonst ganz gut davon gekommen. Die Hilfsbereitschaft des Passanten hat mich förmlich umgehaut. Am Meisten hat mir mein Kleinster leid getan – er hatte solche Angst um mich. Damit habe ich gar nicht gerechnet. Er hatte noch nie gesehen, dass sich Mami weh getan hat und noch vor dem Einschlafen bitterlich geweint. Er hatte wirklich große Angst um seine Mami. Das hat meine Schmerzen rasch vergehen lassen und ich habe ihm gesagt, dass alles wieder in Ordnung ist. Es muss fürchterlich für Kinder sein, zu sehen, dass Ihre Eltern oder Geschwister verwundbar sind. Umso mehr verstehe ich jetzt, warum Kriseninterventionen nach Katastrophen so wichtig sind und ziehe den Hut vor allen, die hier ehrenamtlich mitarbeiten und so vielen Menschen schon geholfen haben. Ich hoffe auf eine gute Vernetzung in der Zukunft, da uns sicherlich immer wieder die verschiedensten Erlebnisse bevorstehen und wir manchmal alleine nicht im Stande sind diese zu bewältigen.